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Allergie auf Lebensmittel

Lebensmittelallergie - Hilfe, Rat und Informationen.

Wie häufig sind Lebensmittel-Allergien?
Bis zu fünf Prozent der Bevölkerung leiden unter einer echten Nahrungsmittelallergie. Dabei ist die Häufigkeit im Kindesalter höher als im Erwachsenenalter, an einer Kuhmilch-, Ei-, Weizen-, Fisch-, Soja- oder Erdnussallergie zu leiden. Er-wachsene sind häufiger von sogenannten Kreuzallergien zu Pollen wie z. B. Allergien auf Kern-Stein-Obst bei Birkenpollenallergie oder Karotten-, Sellerie-, Gewürz-Allergie bei Beifußallergie betroffen. Der Anteil an Personen, die glauben, an einer Allergie zu leiden, ist leider sehr hoch, so dass wir immer dazu raten, einen entsprechenden Facharzt (Allergologen) aufzusuchen, der genau testen kann, ob es sich tatsächlich um eine Allergie handelt.


Woran merkt man, dass man allergisch auf ein Lebensmittel reagiert?
Eine Nahrungsmittelallergie kann sich mit verschiedenen Symptomen äußern. Am häufigsten sind Symptome an der Mundschleimhaut, an den lippen und im Rachen, z. B. mit Kribbeln, Juckreiz, pelzigem Gefühl, Schwellungen, Kloßgefühl, Schluckbeschwerden. Diese Symptome treten häufig unmittelbar bis ca. 30 Min. nach der Nahrungsaufnahme auf. Weiterhin können auch sofort oder später nach der Nahrungsaufnahme andere Schwellungen wie z. B. der Augenlider oder eine Urtikaria (Nesselsucht) mit Juckreiz am ganzen Körper auftreten. Außerdem kann es zu Niesen, Nasenlaufen, verstopfter Nase, Augenjucken, Hustenreiz und Atemnot kommen. Auch Magen-Darm-Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe und Durchfall sind nicht selten. Im schlimmsten Fall reagiert der Kreislauf mit Schwindel, Schweißausbruch, Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit. Das ist natürlich sehr gefährlich, da hierbei auch der Tod eintreten kann, wenn nicht rechtzeitig ärztliche Hilfe geleistet wird. Man sieht also, dass das Spektrum der allergischen Reaktionen breit ist. Um zu klären, ob man eine Nahrungsmittelallergie hat, muss man detektivisch vorgehen. Zum einen kann man z. B. ein Nahrungsmittelprotokoll führen, in dem man Tag für Tag genau notiert, was man gegessen hat und etwaige Reaktionen aufschreibt. Auf jeden Fall sollte man bei möglichen allergischen Beschwerden einen erfahrenen Allergologen aufsuchen, der durch eine genaue Befragung und verschiedene Tests eine Allergie diagnostizieren kann.


Wie kann man feststellen, ob eine Lebensmittelallergie vorliegt?
Eine Lebensmittelallergie wird durch Ihre Anamnese (Auswertung der Krankengeschichte), einen Hautpricktest, Bestimmung von spezifischem IgE und anschließend einer oralen Provokationstestung mit dem betreffenden Lebensmittel gesichert oder ausgeschlossen. Bei einer Lebensmittelunverträglichkeit oder Pseudoallergie ist nur die orale Exposition entscheidend. Suchen Sie einen erfahrenen Allergologen auf, oder lassen Sie sich ggf. in die Spezialsprechstunde z. B. einer Hautpoliklinik überweisen, um die Ursachen Ihrer Symptome klären zu lassen!


Welche Lebensmittel-Allergien sind die häufigsten?
Man unterscheidet pflanzliche und tierische Nahrungsmittel-Allergene:

Pflanzen:
  • Stein- und Kernobst (häufig)
  • Gemüse, z. B. Sellerie (häufig)
  • Gewürze und Kräuter (häufig)
  • Nüsse und Samen (häufig)
  • Soja (öfter)

Tiere:
  • Ei (häufig bei Kindern, seltener bei Erwachsenen)
  • Milch, z. B. von Kuh, Ziege, Schaf (häufig bei Kindern, seltener bei Erwachsenen)
  • Fisch (öfter)
  • Schalentiere, z. B. Krebs, Garnele, Hummer (häufig)
  • Fleisch, z. B. Rind, Schwein, Wild, Hammel (selten)
  • Geflügelfleisch (selten)


Ich habe Heuschnupfen und reagiere auch auf einige Lebensmittel. Warum?

Pollenallergiker leiden häufig an allergischen Reaktionen auf bestimmte Nahrungsmittel-Bestandteile. Nicht selten reagieren z. B. Menschen, die unter Heuschnupfen leiden, auch allergisch auf den Genuss von Äpfeln oder Nüssen. Sowohl bei Blütenpollen als auch z. B. bei Obst oder Nüssen handelt es sich bei dem Allergie auslösenden Stoff nämlich um Eiweiße, und diese sind sich z. T. sehr ähnlich.


Gibt es Therapien bei Lebensmittel-Allergien?
Im Prinzip besteht die Behandlung der Lebensmittelallergie zuerst in einer ausführlichen Diagnostik, um die Auslöser eindeutig zu identifizieren, und anschließend in der Meidung dieser Lebensmittel. Dazu benötigen Sie eine eingehende Diätberatung, um eine ausgewogene Kost zu sich zu nehmen. Bei einzelnen Nahrungsmittelallergien z. B. auf Milch oder Ei gibt es in Einzelfällen die Möglichkeit, eine orale Hyposensibilisierungsbehandlung durchführen zu lassen, mit dem Ziel, dass Sie nach langsam ansteigender Dosierung eine normale Menge Milch oder Ei vertragen.

Problem: Bei guter Verträglichkeit muss das Lebensmittel anschließend täglich gegessen werden, sonst verliert sich die Wirkung. Bei pollenassoziierten Lebensmitteln (Obst, Gemüse, Nüsse, Gewürze) kann versucht werden, ob Ihnen die Hyposensibilisierung mit einem Pollenextrakt Linderung verschafft (ca. 50 Prozent Erfolgsrate auf die Lebensmittelallergie). Eine individuelle Beratung bei einem Allergologen ist jedoch anzuraten.

Antihistaminika helfen bedingt symptomatisch. Sie gehören aber auf jeden Fall zusammen mit einem Kortisonpräparat in Ihre Notfallapotheke.


Ich soll eine histaminarme Ernährung durchführen. Welche Lebenmitttel sollte ich meiden?
Bei einer Histaminintoleranz sollten histaminreiche Nahrungsmittel ganz gemieden werden.

Das sind im Wesentlichen:
  • Seefisch, wenn er nicht ganz frisch ist
  • gereifter Käse
  • Wein
  • bestimmte Gemüsesorten wie Sauerkraut
  • Rohwurst
  • Schokolade
  • Nüsse
  • Zitrusfrüchte und
  • Erdbeeren



Bei mir haben sich massive Allergien gegen fast alle Lebensmittel entwickelt. Was kann ich noch essen?


Bei Ihren geschilderten Beschwerden empfehlen wir Ihnen dringend, sich in die Spezialsprechstunde einer allergologischen Poliklinik eines Krankenhauses überweisen zu lassen, um dort klären zu lassen, worauf Sie tatsächlich allergisch bzw. unverträglich reagieren und anschließend eine fundierte individuelle Diätberatung durchführen zu lassen. Ein positiver Haut- oder Bluttest allein beweist noch keine Allergie. Es ist notwendig, bei Ihnen eine Suchkost durchführen zu lassen bzw. einzelne Nahrungsmittel durch eine doppelblinde orale Provokationstestung unter ärztlicher Aufsicht testen zu lassen.


Wo kann ich eine genaue Diagnose erhalten?


Im Allgemeinen führt jede Universitätshautklinik eine entsprechende Diagnostik und Diätberatung durch, die erste Anlaufstelle ist jedoch Ihr niedergelassener Allergologe!


Mein elf Monate altes Kind hat eine Rast I-Allergie auf Kartoffeln und Hühnerfleisch bekommt diese Nahrungsmittel aber schon seit fünf Monaten, ohne Reaktionen zu zeigen. Soll ich diese Lebensmittel nun streichen oder weiter füttern?


Eine IgE-Untersuchung gibt zunächst nur an, dass Ihr Kind eine Sensibilisierung auf diese Nahrungsmittel hat. Eine Allergie besteht nur dann, wenn auch allergische Symptome auftreten. Sie können deshalb bei guter Verträglichkeit diese Nahrungsmittel weiter zuführen.


Ich leide an einer starken Allergie gegen Nüsse. Auf Verpackungen liest man Hinweise wie "kann Spuren von Nüssen enthalten", "ungeeignet für Nuss-Allergiker" und "Hergestellt in einer Fabrik, in der auch Nüsse verarbeitet werden". Besteht hier eine reale Gefahr, oder dienen die Hinweise nur zum Eigenschutz der Firma im Fall der Fälle?


Das ist in der Tat ein großes Problem! Da in vielen Firmen Produkte mit Nüssen auf gleichen Produktionsbändern wie Produkte ohne Nüsse poduziert werden bzw. in der näheren Umgebung, wollen die Firmen sich mit diesen Angaben absichern. Wünschenswert wäre natürlich die Angabe "frei von ..." auf der Verpackung. Das garantieren jedoch nur wenige Firmen. Wir raten Ihnen deshalb, auf Produkte wie Kekse und Schokolade mit den genannten Angaben zu verzichten bzw. unverdächtigere Produkte wie Baguette und Weißbrot vorsichtig zu testen und bei guter Verträglichkeit auf die gleichen Produkte zurück zu greifen. Frische Produkte vom Bäcker sind zu empfehlen; erkundigen Sie sich vor Ort über die Zusammensetzung oder mögliche Verunreinigungen.

Blockschokolade ist im Allgemeinen nussfrei, bei allen anderen Schokoladen, auch der guten Schweizer Schokolade, kann keiner die Garantie übernehmen, dass Sie 100-prozentig nussfrei ist. Unsere Kakaoverordnung schreibt nämlich nicht vor, dass Inhaltsstoffe unter 5 Prozent deklariert werden müssen, so dass immer Spuren von Nüssen vorhanden sein können. Eine Garantie, dass Ihnen niemals mehr eine allergische Reaktion widerfährt, gibt es leider nicht. Eine Notfallmedikation sollten Sie grundsätzlich bei sich tragen!


Muss ich bei Nickelallergie eine spezielle Diät machen, oder ist es wichtiger, nickelfreies Kochgeschirr zu verwenden?


Bei Nickel-Allergie unverzichtbar: nickelfreies Kochgeschirr

Nickel ist ein sehr häufiges Kontaktallergen. Wenn nur bei äußerem Kontakt der Haut ein Ekzem auftritt und bei Meidung von nickelhaltigen Gegenständen Beschwerdefreiheit besteht, muss im Allgemeinen keine spezielle Nahrungsmittelauswahl erfolgen, da es sich um eine dosisabhängige Reaktion handelt. Nur bei einem geringen Teil der Patienten mit Nickelallergie tritt nach der Nahrungsaufnahme eine Ekzemreaktion auf. Nickelfreies Kochgeschirr kann aus ärztlicher Sicht empfohlen werden.

Sollten jedoch trotz konsequenter Meidung dauerhaft Beschwerden bestehen, ist ein Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme nicht auszuschließen. Wenden Sie sich deshalb an Ihren behandelnden Allergologen, um den Zusammenhang durch einen Provokationstest sichern zu lassen. Sollten Sie bei sich speziell einen Zusammenhang bemerken, sollten Sie mit einem fachkundigen Allergologen besprechen, ob und wie eine Diät bei Ihnen notwendig ist.


Impressum:

Autor: Sylvia Kossligk
Erstellt: Januar 2002, überarbeitet Februar 2004
Literatur/Leitlinien/EBM: DGAI/ÄDA/DAAU: Weißbuch der Allergie. Medizin & Wissen, 2000.
Merk, H.F. : Allergologie. Bechtermünz-Verlag, 2000.v


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