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Nahrungsmittel-Allergie

Häufigkeit
Offiziell: ca. 1-2% bei Erwachsenen, 3-4% bei Kleinkindern. Inoffiziell schätzt man, dass über 50% der Bevölkerung in den Industriestaaten unter Nahrungsmittelintoleranzen leidet und eine oder mehrere Allergien auf Nahrungsmittel hat.


Definition
Nahrungsmittelallergien sind Unverträglichkeiten von Nahrungsmitteln und deren Zusatzstoffen auf immunologischer Basis. Bei den Intoleranzen versagt die allergologische Diagnostik und man spricht von einer Pseudo-Allergie.


Ursache
Die häufigsten Nahrungsmittelallergene:
Milch und Milchprodukte, Ei, Weizen, Zucker, Schokolade, Zitrusfrüchte, Hefe, Kartoffeln, Tomaten, Kaffee, Cola, Krustentiere und Rindfleisch sowie Nahrungsmittelzusatzstoffe wie Geschmacksverstärker (MSG), künstliche Farbstoffe, Konservierungs-stoffe, Schwefeldioxyd, Aspartam, Saccarin und Alkohol.


Symptome
Nahrungsmittelallergien bzw. - Intoleranzen können die Lebensqualität in vielfältiger Weise beeinträchtigen: Physisch, emotional oder mental. Die Symptome können leicht bis lebensbedrohlich sein.

Folgende Symptome können durch Nahrungsmittel hervorgerufen werden:
Arthritis, Colitis, Durchfall, Insomnie, Asthma, Erschöpfung, Depressionen, Hautveränderungen, Schnupfen, Kopfschmerzen/Migräne, Übergewicht, Candida, Naselaufen, Hyperaktivität, Aggression, Ekzeme, Ausschlag, intestinale Probleme oder mentale Verwirrung, etc. Schwere Reaktionen können bis zu einem anaphylaktischen Schock führen.


Zusammenhänge
Wie eine Allergie und süchtiges Verlangen (Food graving) nach bestimmten Lebensmitteln (z. B. Süßes, Milchprodukte, Alkohol, Fast Food, etc.) eng miteinander verbunden sind:

Haben Sie starkes Verlangen nach bestimmten Nahrungsmitteln?

Fühlen Sie sich euphorisch, stimuliert, wenn Sie ein bestimmtes Lebensmittel essen?

Willkommen im Adaptionsstadium einer Nahrungsmittelallergie. Unser cleverer Körper schafft Verlangen, um Entzugserscheinungen von Nahrungsmittelallergien zu verhindern. Idealerweise sollten Sie nach dem Essen weder ein „Hoch“ noch ein „Tief“ verspüren. Falls dies der Fall ist, könnte eine Sensibilität auf ein bestimmtes Nahrungsmittel bestehen. Je „süchtiger“ Sie nach einem bestimmten Nahrungsmittel sind, desto stärker die Sensibilität. Meiden Sie ein verdächtiges Nahrungsmittel für 4-10 Tage. Danach werden die bisher maskierten Symptome nach einem Verzehr deutlich erkennbar.


Beeinflussende Faktoren:

  • Jahreszeiten
  • Geographische Höhe
  • Emotionaler Stress
  • Hormonelle Fehlfunktionen
  • Infektionen


Prävention

  • Wie kann man sich vor einer Nahrungsmittelallergie bzw. – Intoleranzen schützen?
  • Austestung durch einen Arzt
  • Arztbegleitende Therapie
  • Rotations-Eliminationsdiät, die Sie bewusst simpel halten sollten
  • Vermeidung von Nahrungsmittel mit einem hohen Allergiepotential, Fast Food, Fertignahrungsmittel mit Zusatzstoffen, Alkohol, Limonaden, etc.
  • Nahrungsmittel, die schwere Symptome auslösen, sollten mindestens für 30 Tage in jeglicher Form gemieden werden. Dann einzeln wieder in den Speiseplan einfügen
  • Studieren von Inhaltsstoffen vor dem Kauf bzw. Essen
  • Kochen von Nahrungsmitteln reduziert deren allergenes Potential um die Hälfte
  • Biologisch essen: Nahrungsmittel mit Zusatzstoffen (Farb-, und Konservierungsmittel) oder Rückstände von Antibiotika, Hormone, Pestizide unbedingt meiden. Diese sind oftmals Auslöser von Symptomen
  • Medikamente können Reaktionen gegenüber normalerweise tolerierten Nahrungsmitteln als Nebenwirkung hervorrufen


Welche Folgen kann der Verzehr von allergieauslösenden Lebensmitteln haben?
Die Symptome verstärken sich mit der Zeit bzw. neue Allergien kommen dazu. Die maskierten Reaktionen können das Immunsystem weiter schwächen, was letztendlich zu chronischen Erkrankungen, vermehrten Infektionen bis hin zu Endorganschäden führt. Enzymfunktionsstörungen sind irreversibel, was zur Folge hat, dass der gesamte Verdauungsprozess in Mitleidenschaft gezogen wird und degeneriert. Nicht vollständig verdaute Nahrung ist ein Antigen und führt mit der Zeit zum Anstieg von Nahrungsmittelallergien.


Kreuzallergien
Kommt es bei bestimmten Nahrungsmitteln zu einer allergischen Reaktion, kann dies auf eine Kreuzallergie hinweisen. Die Kreuzallergie ist eine Allergieform, bei der gegen ein spezifisches Allergen gebildete Antikörper auch mit anderen Allergenen reagieren. Sie beruht auf einer Ähnlichkeit der allergenen Strukturen, z.B. bei chemisch ähnlichen Substanzen oder bei enger botanischer Verwandtschaft. Als Beispiel wären hier Blütenpollen und pflanzlichen Nahrungsmitteln zu nennen, deren Eiweiße den Pollen gefährlich ähnlich sind. So kann das Immunsystem eines Pollen-Allergikers diese miteinander verwechseln und mit Symptomen reagieren.

Im Überblick die Pollen und damit verwandten Lebensmittel:
Baumpollen Birke, Hasel, Erle
Kreuzallergie mit Stein- und Kernobst (Apfel, Birne, Zwetschge, Kirsche, Pfirsich, Litschi, Kiwi, Maracuja, etc.) Mandel, Walnuss, Haselnuss, Avocado, Sellerie, Gewürze.

Gräser- und Getreidepollen
Kreuzallergie mit Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen, Linsen, Erdnuss und Soja

Kräuterpollen, Brennnessel, Beifuss
Kreuzallergie mit Gewürze, Sellerie, Paprika, Tomaten, Karotten, Artischocke, Kamille, Wermut, Löwenzahn, Ingwer, Melone, Gurke


Glutenunverträglichkeit - Zöliakie/Sprue
Zöliakie bzw. Sprue ist eine Erkrankung des Dünndarms bei der eine lebenslange Unverträglichkeit des Klebereiweißes (Gluten) der Getreidesorten Weizen, Roggen, Gerste und Hafer besteht.

Der Dünndarm ist mit sogenannten Zotten zur Nahrungsverwertung ausgekleidet. Bei einer Zöliakie führt die Zufuhr von Gluten zur Abflachung der Dünndarmschleimhaut und zum Abbau der Zotten. Bei regelmäßiger Glutenbelastung werden nicht genügend Nahrungsbestandteile vom Körper aufgenommen und es können Mangelerscheinungen auftreten. Wichtig ist bei dieser Erkrankung eine strikt glutenfreie Ernährung!


Tipp:


Wenn Sie ins Ausland fahren könnte auch die Allergiekarten fürs Restaurant nützlich sein. Mit diesen können Sie dem Koch Ihre Allergien auf bestimmte Nahrungsmittel erklären.


Zur Allergiekarte >


Häufig gestellte Fragen - FAQ
Hier geht es zu den häufig gestellten Fragen rund um das Thema Nahrungsmittel-Allergie


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Impressum:
Autor: Sylvia Kossligk
Erstellt: Januar 2002
Literatur/Leitlinien/EBM: DGAI/ÄDA/DAAU: Weißbuch der Allergie. Medizin & Wissen, 2000.
Merk, H.F. : Allergologie. Bechtermünz-Verlag, 2000.
Copyright: PureNature


Die Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für professionelle Beratung oder Behandlung durch einen Arzt angesehen werden. Der Inhalt von PureNature kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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