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MCS

MCS - Multiple Chemikalien Sensibilität




Ende der Kontroverse? – Martin Pall’s MCS-Theorie

Dr. Martin Pall ist Professor für Biochemie und Basic Medical Sciences an der Washington State University. Er beschäftigt sich seit etwa 8 Jahren mit den Themenbereichen MCS, CFS, Fibromyalgie und posttraumatische Belastungsstörung. Sein Interesse hieran rührt von seiner eigenen CFS-Erkrankung im Jahr 1997 her. Anders als bei den meisten CFS-Kranken erholte er sich innerhalb von eineinhalb Jahren wieder vollständig. Er entschied sich daraufhin, den Rest seiner wissenschaftlichen Karriere dem tiefer gehenden Verständnis der Ursachen dieser Erkrankungen zu widmen.

Der nachfolgend in deutscher Übersetzung wiedergegebene Text von Martin Pall gibt eine allgemeinverständliche Einführung in seine Theorie. Die erläuternden Fußnoten wurden vom Übersetzer hinzugefügt (sie stammen teilweise aus anderen Texten von M. Pall), desgleichen einige gliedernde Überschriften.

MCS – Ende der Kontroverse
Martin L. Pall, 2004

Von multipler Chemikaliensensibilität (meist kurz als MCS bezeichnet) betroffene Personen berichten über eine ausgeprägte Empfindlichkeit gegenüber einem breiten Spektrum organischer Chemikalien. Die Erkrankung wird fast immer als „kontrovers“ bezeichnet. Die hauptsächliche Quelle dieser vermeintlichen Kontroverse bestand darin, dass es keinen plausiblen physiologischen Mechanismus für MCS gab und es folglich schwierig war, die berichteten rätselhaften Kennzeichen dieses Zustands zu interpretieren.
Wie unten diskutiert wird, ist dies nun nicht länger der Fall. Demzufolge wurde die Hauptquelle solcher Kontroversen beseitigt. Es gibt immer noch wichtige offene Fragen, z.B. wie MCS diagnostiziert und behandelt werden sollte, doch können diese durch weitere Studien über die unten angeführten Mechanismen ebenfalls behoben werden.

MCS Auslöser & Symptomatik
Die von zahlreichen Forschergruppen gegebenen Beschreibungen von MCS sind bemerkenswert übereinstimmend. MCS-Betroffene berichten von Überempfindlichkeit gegenüber einem breiten Spektrum von hydrophoben organischen Lösungsmitteln (darunter Benzindämpfe, Parfüm, Abgase von Dieselmotoren oder Jet-Triebwerken), gegenüber neuen oder renovierten Gebäuden (Baumaterialien oder Teppiche gasen verschiedene Lösungsmittel aus), Dämpfen von Kopiermaschinen, gegenüber vielen industriell verwendeten Lösungsmitteln, gegenüber Reinigungsmitteln sowie Zigaretten- und anderem Rauch. Es ist bekannt, dass solche Mittel flüchtige hydrophobe organische Stoffe als herausragende Bestandteile ihrer Zusammensetzung enthalten. Die Symptome, über die MCS-Kranke nach Exposition gegenüber solchen Lösungsmitteln berichten, schließen Multiorganschmerzen ein, typisch sind Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, Schwindel und kognitive Dysfunktionen wie Verwirrung, Gedächtnisverlust und Konzentrationsmangel. Diese Symptome werden oft von einigen weiteren aus einer breiten Palette variabler stärkerer Symptome begleitet. Die hauptsächlichen Symptome, über die bei MCS bei Chemikalienexposition berichtet wird, sind den chronischen Symptomen beim Chronischen Erschöpfungssyndrom (CFS) auffallend ähnlich und können durch Mechanismen erklärt werden, die bereits früher für CFS-Symptome vorgeschlagen wurden (1). Die vielleicht beste Informationsquelle hinsichtlich der Charakteristika und des wissenschaftlichen Kenntnisstandes von MCS ist das Buch von Ashford und Miller (2). In einem interessanten, von Johnson (3) herausgegebenen Buch, wurden viele Einzeldarstellungen von MCS-Betroffenen abgedruckt. Die meisten MCS-Kranken führen ihre Empfindlichkeit gegenüber Chemikalien auf eine Chemikalienexposition an einem bestimmten Zeitpunkt ihres Lebens zurück, oft eine einzelne Exposition in Hochdosis gegenüber organischen Lösungsmitteln oder gegenüber bestimmten Pestiziden, insbesondere Organophosphaten oder Carbamaten. Einige MCS-Fälle werden auf einen Zeitraum zurückgeführt, in dem die Personen in einem bestimmten neuen oder neu renovierten Gebäude („Sick-Building-Syndrom“) lebten oder arbeiteten, wobei das Ausgasen organischer Lösungsmittel eine Rolle bei der Auslösung von MCS gehabt haben könnte. Eines der interessantesten Beispiele für MCS/Sick-Building-Syndrom ereignete sich ungefähr vor 15 Jahren , als die U.S. Umweltbehörde (Environmental Protection Agency) ihren Hauptsitz neu gestaltete und danach ungefähr 200 ihrer Angestellten chemikaliensensibel wurden. Die offensichtliche Interpretation dieses Musters des Auftretens von MCS ist, dass Exposition gegenüber Pestiziden oder hohen Dosen von organischen Lösungsmitteln oder wiederholte Exposition gegenüber organischen Lösungsmitteln MCS-Fälle auslösen. Diese Interpretation wurde von MCS-Skeptikern in Frage gestellt, aber sie haben meines Erachtens keine plausible alternative Erklärung.

MCS ist häufig
MCS scheint in den Vereinigten Staaten überraschend verbreitet zu sein. Epidemiologen haben untersucht, wie häufig MCS in den Vereinigten Staaten vorkommt: ungefähr 9 bis 16% Bevölkerung zeigen eine gemäßigte bis ausgeprägte MCS. Wir sprechen also über vielleicht 10 Millionen schwer an MCS Erkrankten und vielleicht 25 bis 45 Millionen Menschen mit gemäßigter Empfindlichkeit. Nach diesen Zahlen scheint MCS in den Vereinigten Staaten die häufigste Vertreterin von sogenannten „unerklärten Krankheiten” zu sein. Das Leben derer, die an schwerer MCS leiden, wurde häufig weitgehend zerstört. Die Betroffenen müssen oft an einen anderen Ort ziehen, häufig sogar mehrmals, bevor sie eine für sie tolerierbare Umgebung finden. Sie müssen ggf. Ihren Arbeitsplatz aufgeben, so dass viele arbeitslos sind. Sich in der Öffentlichkeit zu bewegen, kann sie gegenüber Parfüm exponieren, was sie krank macht. Sie berichten oft über Empfindlichkeit gegenüber Reinigungsmitteln, die in Motels oder an anderen Orten verwendet werden. Fliegen ist wegen der Jet-Abgase, Reinigungsmittel, Pestizidanwendungen und Parfüms schwierig.

Parfüms als Auslöser von Symptomen
Die ausgeprägte Empfindlichkeit vieler MCS-Betroffener wird am deutlichsten durch die von ihnen berichtete Empfindlichkeit gegenüber Parfüms sichtbar. MCS-Betroffene berichten, dass sie krank werden, wenn eine Parfüm tragende Person vorbeigeht, oder wenn sie einige Plätze von jemandem entfernt sitzen, der parfümiert ist.
Wie sofort erkennbar ist, ist der Parfümträger einer sehr viel höheren Dosis ausgesetzt als der MCS-Betroffene und doch berichtet der Parfümträger von keinen offensichtlichen Beschwerden. Dies weist nachdrücklich darauf hin, dass MCS-Betroffene wenigstens 100-mal empfindlicher sein müssen als normale Menschen und vielleicht sogar 1000-mal empfindlicher oder mehr.

Daher muss ein plausibles physiologisches Modell von MCS in der Lage sein, jeden der folgenden Punkte zu erklären:

• Wie können MCS-Betroffene 100- bis 1000-mal empfindlicher gegenüber hydrophoben organischen Lösungsmitteln sein als normale Menschen?
• Wie kann eine derartige Empfindlichkeit durch vorhergehende Exposition gegenüber Pestiziden oder organischen Lösungsmitteln ausgelöst werden?
• Warum ist MCS chronisch und bleibt die Empfindlichkeit typischerweise das ganze Leben?
• Wie können die verschiedenen Symptome von MCS erklärt werden?

Jede dieser Fragen wird von dem unten diskutierten Modell beantwortet:

MCS Modell: Erhöhtes Stickoxid /Peroxinitrit /NMDA im Zentrum
Mein eigenes Interesse an MCS stammt von der beschriebenen Überlappung von MCS und CFS, Fibromyalgie (FM) und posttraumatischer Belastungsstörung (PTSD). Deren Symptome überlappen sich und bei vielen Menschen wurde mehr als eines davon diagnostiziert. Es wurde von Fällen berichtet, bei denen ein kurzzeitiger Stressor - wie eine Infektion bei CFS oder chemische Exposition bei MCS - vorausgegangen war und vermutlich als Auslöser fungierte. Die Überlappungen dieser Störungen haben andere Wissenschaftler dazu geführt, vorzuschlagen, dass sie einen gemeinsamen kausalen (ätiologischen) Mechanismus haben. Da wir erhöhte Niveaus von Stickoxid und seinem Oxidationsprodukt, Peroxinitrit, als zentral für die Ursache von CFS vorgeschlagen hatten, war es offensichtlich, die Frage zu stellen, ob diese in MCS involviert sein könnten.
Wir haben solch eine Rolle in einer Veröffentlichung in den „Annals of the New York Academy of Sciences“ und einem Folgeartikel vorgeschlagen. Ich führe 10 verschiedene Typen experimenteller Beobachtungen auf, die die Sichtweise unterstützen, dass erhöhte Niveaus dieser beiden Stoffe eine wichtige Rolle bei MCS spielen . Diese 10 Beobachtungen sind in der untenstehenden Tabelle aufgelistet (aus Ref. 5).

Tabelle 1
Evidenztypen, die Stickoxid/ Peroxinitrit bei MCS implizieren
Zahlreiche organische Lösungsmittel, von denen man glaubt, dass sie in der Lage seien, MCS auszulösen, wie z.B. Formaldehyd, Benzol, Tetrachlormethan und bestimmte Organochlorpestizide, erhöhen die Stickoxidkonzentrationen.

1. Eine Wirkungsfolge von Organophosphaten und Carbamaten wird vorgeschlagen, die MCS auslösen kann, indem die Acetylcholinesterase inaktiviert und folglich eine erhöhte Stimulation muscarinischer Rezeptoren bewirkt werden kann, von denen man weiß, dass sie die Stickoxidkonzentration erhöhen.
2. Evidenz für die Freisetzung inflammatorischer Zytokine durch organische Lösungsmittel, die die induzierbare NO-Synthase (iNOS) freisetzen. Erhöhte Zytokinwerte sind ein wesentlicher Teil eines vorgeschlagenen Rückkopplungsmechanismus der Theorie des erhöhten Stickoxids/Peroxinitrits.
3. Neopterin ist ein Marker für die Freisetzung von iNOS. Es wird berichtet, dass es bei MCS erhöht ist.
4. Erhöhter oxidativer Stress wurde bei MCS berichtet. Eine antioxidative Therapie kann Verbesserungen bei den Symptomen bewirken, wie zu erwarten war, wenn die Konzentration des Oxidationsmittels Peroxinitrit erhöht ist.
5. In einer Serie von Studien an einem Maus-Modell von MCS, in denen ‚kindling’ und ‚partial kindling’ einbezogen ist, wurde überzeugend gezeigt, dass sowohl übermäßige NMDA-Aktivität, als auch übermäßige Stickoxidsynthese erforderlich sind, um die charakteristische biologische Reaktion zu erzeugen.
6. Die bei Chemikalienexposition verschlimmerten Symptome sind den chronischen Symptomen von CFS sehr ähnlich (1) und diese können durch einige bekannte Eigenschaften von Stickoxid, Peroxinitrit und inflammatorischen Zytokinen erklärt werden, die alle eine Rolle im vorgeschlagenen Mechanismus spielen.
7. Diese Störungen (CFS, MCS, FM und PTSD) werden oft mit intramuskulären Injektionen von Vitamin B-12 und B-12 in der Form von Hydroxocobalamin behandelt. Dies ist ein potenter Stickoxidfänger, sowohl in Vitro als auch in Vivo.
8. Von Peroxinitrit ist bekannt, dass es eine erhöhte Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke bewirkt. Eine auf diese Weise erhöhte Durchlässigkeit wird von einem Ratten-Modell für MCS berichtet.
9. Fünf Evidenztypen implizieren übermäßige NMDA-Aktivität bei MCS, eine Aktivität, von der bekannt ist, dass sie die Stickoxid- und Peroxinitrit-Konzentrationen erhöht.
10. Fünf Evidenztypen implizieren übermäßige NMDA-Aktivität bei MCS, eine Aktivität, von der bekannt ist, dass sie die Stickoxid- und Peroxinitrit-Konzentrationen erhöht.

Obwohl es sehr gute Argumente für diese Theorie der Ätiologie (Ursache) durch erhöhtes Stickoxid/Peroxinitrit für MCS gibt, erklärt dies nicht, wie die ausgeprägte Chemikalienempfindlichkeit hervorgerufen werden kann – was als das zentrale Rätsel von MCS betrachtet werden muss. Durch welchen Mechanismus oder welche Mechanismen kann solch eine ausgeprägte Empfindlichkeit gegenüber organischen Chemikalien hervorgerufen werden?

Ein weiteres MCS Modell: Neuronale Sensibilisierung
Eine andere MCS-Theorie wurde von Iris Bell (6, 7) und ihren Mitarbeitern vorgeschlagen, die mit Modifikationen von zahlreichen anderen Forschergruppen übernommen wurde. Es handelt sich hier um die neuronale Sensibilisierungstheorie von MCS. Diese Theorie besagt, dass die Synapsen im Gehirn, die Verbindungen zwischen Nervenzellen, durch die eine Nervenzelle eine andere stimuliert, (oder in manchen Fällen inhibiert) bei MCS überempfindlich werden. Die neuronale Sensibilisierungstheorie wird unterstützt durch Beobachtungen, dass viele der MCS-Symptome in direkter Beziehung zur Gehirnfunktion stehen und dass eine Anzahl von Studien gezeigt haben, dass Abbildungen des Gehirns MCS-Betroffener, durchgeführt mit Techniken wie PET oder SPECT, nicht normal sind. Es gibt ebenfalls Hinweise, dass die elektrische Aktivität in den Gehirnen MCS-Betroffener, gemessen durch EEG’s, nicht normal ist. Neuronale Sensibilisierung wird durch einen Mechanismus, der als Langzeitverstärkung (long term potentiation) bekannt ist, bewirkt, einem Mechanismus, der beim Lernen und beim Gedächtnis eine Rolle spielt. Langzeitverstärkung produziert neuronale Sensibilisierung, im normalen Nervensystem aber sehr selektiv, indem sie die Empfindlichkeit bestimmter ausgesuchter Synapsen erhöht. Es ist vorstellbar, dass bei MCS eine weite Bereiche erfassende Sensibilisierung beteiligt sein könnte, die auf irgendeine Weise durch Chemikalien- oder Pestizidexposition ausgelöst werden könnte. Dies lässt die Frage offen, warum spezifisch hydrophobe organische Lösungsmittel oder bestimmte Pestizide beteiligt sind und - am wichtigsten - wie diese zu so ausgeprägter Chemikaliensensitivität führen können, wie sie bei MCS beobachtet wird. Die neuronale Sensibilisierungstheorie ist also vielversprechend, lässt jedoch die zentralen Rätsel von MCS unbeantwortet.

Fusionierte Theorie
Die Frage, die ich in meinem wichtigsten Artikel (5) (veröffentlicht in der renommierten Publikation der Federation of American Societies for Experimental Biology, (The FASEB Journal)) gestellt habe ist: Was geschieht, wenn beide Theorien korrekt sind? Die Antwort ist, dass man eine fusionierte Theorie erhält, die zum ersten Mal die rätselhaftesten Fragen über MCS vollständig beantwortet. Die fusionierte Theorie wird von allen Beobachtungen gestützt, die auch die Stickoxid/Peroxinitrit-Theorie unterstützen, allen Beobachtungen, die die neuronale Sensibilisierungstheorie stützen, und noch einigen zusätzlichen Beobachtungen, die sich speziell auf die Fusion der Theorien beziehen.
Wie können wir diese fusionierte Theorie verstehen? Wenn man gleichzeitig auf die Vorläufertheorien blickt, sieht man sofort auf welche Weise sie miteinander interagieren. Bei der Langzeitverstärkung, dem Mechanismus hinter der neuronalen Sensibilisierung, sind bestimmte Rezeptoren an den Synapsen der Nervenzellen beteiligt, die man NMDA-Rezeptoren nennt. Dies sind Rezeptoren, die von Glutamat und Aspartat stimuliert werden. Wenn diese Rezeptoren stimuliert und aktiviert werden, bewirken sie ihrerseits eine Zunahme der Konzentration von Stickoxid und dessen Oxidationsprodukt Peroxinitrit.
So kann man sofort eine mögliche Wechselwirkung zwischen den beiden Theorien sehen. Darüber hinaus kann Stickoxid sich an der Langzeitverstärkung als sogenannter Retrograde Messenger beteiligen, indem es von der Zelle, die die NMDA-Rezeptoren enthält (die post-synaptische Zelle), in die Zelle, die die post-synaptische Zelle stimulieren kann (die präsynaptische Zelle) diffundiert und dadurch die präsynaptische Zelle aktiver bei der Freisetzung von Neurotransmittern (Glutamat und Aspartat) macht. Auf diese Weise erhöht die NMDA-Stimulation die Aktivität der präsynaptischen Zelle, noch mehr NMDA-Aktivität zu stimulieren. So haben wir das Potential für einen Teufelskreis im Gehirn, wobei zu starke NMDA-Aktivität zu zu viel Stickoxid und das wiederum zu zu starker NMDA-Aktivität führt usw. (Bild 1). Es gibt darüber hinaus einen Mechanismus, durch den Peroxinitrit diesen potentiellen Teufelskreis verstärken kann. Von Peroxinitrit ist bekannt, dass es den Energievorrat (ATP) der Zellen über zwei verschiedene Mechanismen erschöpft. Weiterhin ist bekannt, dass - wenn Zellen, die NMDA-Rezeptoren enthalten, keine Energievorräte mehr haben - die Rezeptoren gegenüber der Stimulation überempfindlich werden. Folglich kann Stickoxid eine vermehrte NMDA-Stimulation bewirken und Peroxinitrit die Empfindlichkeit gegenüber einer derartigen Stimulation erhöhen. Wenn sowohl die Stickoxid- als auch die Peroxinitrit-Konzentrationen durch die Aktivität der NMDA-Rezeptoren erhöht sind, kann ein allgemeiner Anstieg in diesen Aktivitätsniveaus zu einem ausgeprägten, andauernden Anstieg in der neuronalen Sensitivität und Aktivität führen . Die einzige Sache, die noch zu erklären wäre, ist, wie hydrophobe organische Chemikalien und Pestizide diese ganze Reaktion stimulieren können. Ich werde dies unten diskutieren.

Zusätzliche Mechanismen
Ich habe auch zwei weitere, zusätzliche Mechanismen bei MCS vorgeschlagen. Der eine besteht darin, dass von Peroxinitrit bekannt ist, dass es einen Zusammenbruch der Blut-Hirn-Schranke bewirkt – der Barriere, die das Eindringen von Chemikalien in das Gehirn minimiert. Wenn diese Barriere zusammenbricht, können sich mehr Chemikalien im Gehirn ansammeln und so noch ausgeprägtere Chemikalien-sensibilität bewirken.
Es ist darüber berichtet worden, dass sich in einem Tiermodell von MCS ein wesentlicher Zusammenbruch der Blut-Hirn-Schranke zeigte. Von Stickoxid ist ebenfalls bekannt, dass es die Aktivität bestimmter Enzyme- bekannt als Cytochrome P-450 - hemmt, die hydrophobe organische Lösungsmittel abbauen. Durch Hemmung dieser Enzyme verursacht Stickoxid eine weitere Akkumulation dieser Stoffe, da sie sehr viel langsamer abgebaut werden. Im Ergebnis werden vier verschiedene Mechanismen vorgeschlagen, die direkt zu Chemikaliensensitivität führen können:

• Stickoxid wirkt als Retrograde Messenger und erhöht die Freisetzung von Neurotransmittern (Glutamat und Aspartat), die die NMDA-Rezeptoren stimulieren.
• Peroxinitrit erschöpft die Energiespeicher (ATP) und macht so die NMDA-Rezeptoren sensibler gegenüber Stimulation.
• Peroxinitrit bewirkt einen Zusammenbruch der Blut-Hirn-Schranke und ermöglicht somit einen besseren Zutritt von Chemikalien in das Gehirn.
• Stickoxid hemmt die Aktivität der Cytochrome P-450 und verlangsamt so den Abbau von hydrophoben organischen Chemikalien.

Es wird vorgeschlagen, dass es die Kombination dieser vier Mechanismen, die jeweils auf einer anderen Ebene wirksam sind, und von den deshalb erwartet wird, dass sie synergistisch zusammenwirken, ist, die die ausgeprägte Chemikalien-sensitivität hervorruft, über die bei MCS berichtet wird.

Pestizide lösen MCS aus
Wie also initiieren Organophosphat-Pestizide und hydrophobe organische Lösungsmittel diese Empfindlichkeit und lösen MCS-Symptome aus? Von beiden wird behauptet, dass sie den potentiellen Teufelskreis stimulierten, in den ein zuviel an Stickoxid/Peroxinitrit und NMDA-Aktivität involviert ist (Bild 1). Organophosphat- und Carbamat-Pestizide, von denen häufig berichtet wird, an der Auslösung von MCS beteiligt zu sein, sind beide Acetylcholinesterasehemmer, die eine Erhöhung der Acetylcholinkonzentration bewirken, wodurch muskarinische Rezeptoren im Gehirn stimuliert werden. Es ist bekannt, dass die Stimulation bestimmter muskarinischer Rezeptoren die Stickoxidkonzentration erhöht! Auf diese Weise sollten die beiden Pestizide in der Lage sein, die Stimulation des vorgeschlagenen Stickoxid/Peroxinitrit/NMDA-Teufelskreises zu bewirken. Es wird vorgeschlagen, dass hydrophobe organische Lösungsmittel durch drei mögliche Mechanismen wirksam sind: zwei, die zu einer Erhöhung von Stickoxid führen, und eine, die zu einer energetischen Erschöpfung und damit NMDA-Stimulation führt. Diese drei Mechanismen sind in der wissenschaftlichen Literatur dokumentiert, bisher wurde jedoch noch keiner auf seine Beteiligung an MCS hin untersucht. Sowohl die Pestizide, Organophosphate und Carbamate, als auch die hydrophoben organischen Lösungsmittel haben bekannte Mechanismen, die in der Lage sein sollten, den vorgeschlagenen Teufelskreis um überhöhtes NMDA/Stickoxid/Peroxinitrit zu initiieren, und so MCS auszulösen. Wenn MCS erst einmal ausgelöst ist, ist vorgezeichnet, dass durch Simulation dieses Kreislaufs die Symptome von Chemikaliensensitivität hervorgerufen werden.

Erklärungen für die rätselhaftesten Kennzeichen von MCS:
Wenn diese Theorie korrekt sein sollte, beantwortet sie die schwierigsten Fragen zu MCS.
1. Wie bewirken Pestizide (Organophosphate und Carbamate) und hydrophobe organische Lösungsmittel die Auslösung von MCS? Jedes löst den Beginn eines Teufelskreises aus, der NMDA-Rezeptoren, Stickoxid und Peroxintrit im Gehirn involviert, wobei die Organophosphate/Carbamate über einen bekannten Mechanismus wirken und hydrophobe organische Lösungsmittel über einen anderen.
2. Wie lösen hydrophobe organische Lösungsmittel die Symptome von MCS aus? Sie wirken über den gleichen Mechanismus, wie er für solche Lösungsmittel oben unter Nr. 1 vorgeschlagen wurde.
3. Warum ist MCS chronisch? Vermutlich aus zwei Gründen: Wegen der verschiedenen Rückkopplungsschleifen, die die erhöhte Stickoxid/Peroxinitrit/NMDA-Aktivität aufrechterhalten und auch weil die Veränderungen in den Synapsen des Gehirns langfristiger Natur sein können.
4. Warum sind MCS-Betroffene so überaus empfindlich gegenüber organischen Lösungsmitteln? Weil es vier verschiedene Mechanismen gibt, über die Stickoxid und Peroxinitrit die Reaktion bewirken können, wobei die synergistische Wirkung der Kombination von allen vieren zu derartig ausgeprägter Empfindlichkeit führt. Die vier Mechanismen sind gut dokumentiert, wenn auch ihre Relevanz für MCS in Frage gestellt werden kann.
5. Wie werden die Symptome von MCS hervorgerufen? Möglicherweise durch dieselben Mechanismen, wie sie schon früher für die Symptome von CFS vorgeschlagen wurden.
6. Wie kann man die Überlappungen von MCS mit CFS, Fibromyalgie, post-traumatischer Belastungsstörung und Golfkriegssyndrom erklären? Es wird vorgeschlagen, dass an allen überhöhtes Stickoxid und Peroxinitrit beteiligt sind. Alle können ebenfalls eine erhöhte NMDA-Aktivität verursachen.



Aus anderen Veröffentlichungen von Martin Pall
Karlheinz Ramm, August 2006

In neueren Veröffentlichungen bezieht Prof. Pall auch Pyrethroide und Organochlorpestizide (Chlordane, Lindan) in die Klasse der - möglicherweise nach dem beschriebenen Muster – MCS-auslösenden Substanzen ein. Die involvierten Pestizide unterscheiden sich durch ihre chemische Struktur und die Art und Weise ihrer biochemischen Wirkung bei Insekten und Menschen. Organophosphate und Carbamate hemmen, wie oben beschrieben, beide das Enzym Actetylcholinesterase. Die Pyrethroide öffnen Natriumkanäle im Gehirn. Die Organochlorpestizide hemmen sog. GABA-Rezeptoren, Stellen, an denen GABA im Gehirn aktiv werden kann. Das interessante sei, dass, obwohl alle auf verschiedene Ziele im Gehirn einwirkten, sie dennoch eine gleichartige Reaktion hervorriefen, die erhöhte NMDA-Aktivität und erhöhtes Stickoxid involviere.

Vanilloid Rezeptor
Das vermutliche Ziel für organische Lösungsmittel, der Vanilloid-Rezeptor , sei ebenfalls dafür bekannt, in der Lage zu sein, Anstiege in der NMDA-Aktivität und der Stickoxidkonzentration zu bewirken. Es gebe auch experimentelle Hinweise für übermäßige Aktivität des Vanilloid-Rezeptors bei MCS.

Organspezifizität der Symptome
Ein spezifisches Gewebe, das von den oben beschriebenen Prozessen (Stickoxid/Peroxinitrid/NMDA-Theorie) betroffen sei, könne dabei eine ebenso spezifische Reaktion entwickeln, während ein benachbartes Gewebe nicht betroffen sei, wodurch die Variabilität der Symptome erklärbar werde.
Ein Beispiel dafür sei, dass, wenn die Amygdala von dieser Biochemie betroffen ist, zu vermuten sei, dass ein Patient Symptome in Form von Angst und möglichen Panikattacken zeigt. Ähnlich, wenn bestimmte Regionen des Gastrointestinaltrakts betroffen sind, können Reizdarmsymptome auftreten; es sei dabei zu bedenken, dass vom Reizdarmsyndrom berichtet wird, dass sowohl übermäßige Aktivität von Vanilloid-Rezeptoren, als auch ein Übermaß an Stickoxid vorliegt.

Porphyrinopathie
Eine weitere Art von abweichender Biochemie, die an MCS beteiligt sein könne, resultiere laut Prof. Pall aus Hinweisen für erhöhte Konzentrationen von Zwischenprodukten des Porphyrinstoffwechsels und deren Produkten, sowie für möglicherweise niedrige Konzentrationen von Enzymen des Porphyrinstoffwechsels. Es gebe Berichte, die zeigen, dass Stickoxid zu einem Verlust von einigen dieser porphyrinsynthetisierenden Enzyme führt.

RADS/RUDS
Weiter weist Prof. Pall auf das hin, was als peripherer Sensibilitätsmechanismus bezeichnet werden könne. William Meggs habe die Rolle solcher peripherer Sensibilitätsreaktionen wie „Reactive Airways Dysfunktion Syndrome“ (RADS), einer Form von Asthma (ausgelöst durch Chemikalienexposition) und „Reactive Upper Airways Dysfunktion Syndrome“ (RUDS), Chemikaliensensibilität der oberen Atemwege (wieder durch Chemikalienexposition und induzierter Überempfindlichkeit der Haut ausgelöst) diskutiert. Einige der Mechanismen, die an peripherer Sensibilität beteiligt sind, seien wahrscheinlich ähnlich denen, die an zentraler Sensibilität beteiligt sind, andere jedoch, insbesondere der Zusammenbruch der Blut-Hirn-Schranke und möglicherweise die Rolle von Stickoxid als Retrograde Messenger, würden nicht beteiligt sein. Alle diese Reaktionen seien wahrscheinlich lokaler Natur, wobei lokale Entzündungsreaktionen wie Mastzellsensibilisierung und neurogene Inflammation wichtige Rollen im Sensibilitätsmechanismus hätten. Meggs und seine Mitarbeiter berichteten, dass neurogene Inflammation in peripheren überempfindlichen Regionen an MCS beteiligt sei. Es sei eine offene entzündliche Reaktion an den Nervenden, an der verschiedene Entzündungsbotenstoffe beteiligt sind. Es sollte zur Kenntnis genommen werden, dass periphere Überempfindlichkeitsreaktionen, wie man sie bei MCS sieht, offene entzündliche Reaktionen seien.

Therapie
Aufgrund seiner Theorie über die diskutierten Erkrankungen, sagt Prof. Pall, zu den spezifischen Zielen einer Behandlung gehöre es, den Energiestoffwechsel zu verbessern und die Aktivität der NMDA-Rezeptoren im Gehirn sowie die Synthese und die Auswirkungen von Stickoxid und Peroxinitrit zu verringern. Er glaubt, dass eine Anzahl von Vitaminen, Magnesium, Selen und eine Anzahl von Antioxidantien eine Rolle bei der Prävention von MCS spielen können.
Bei der Behandlung sei es wichtig, eine Hochregulierung der Stickoxid/Peroxinitit-Biochemie zu vermeiden. Dies beinhaltet bei MCS-Patienten die Vermeidung von Chemikalienexposition, übermäßiger Anstrengung bei CFS, Exzitotoxin -Exposition (inklusive MSG und Aspartam) bei allen diskutierten Erkrankungen, Vermeidung der Exposition gegenüber Nahrungsmittelallergenen bei denen, die Lebensmittelintoleranzen haben und die Vermeidung psychischen Stresses bei denen, die gegenüber derartigem Stress empfindlich sind. Die Behandlung sei nur effektiv, wenn die Mittel, die die Stickoxid/Peroxinitrit-Biochemie herunterregulieren, zugleich mit einer Vermeidung von Stressoren angewendet werden, da diese Stressoren die Biochemie normalerweise hochregulieren.

Dr. Grace Ziem bat ihn um ein konkretes Behandlungsprotokoll. Sie testete das Protokoll von Pall an ihren MCS-Patienten und berichtete, es scheine wesentlich effektiver zu sein, als ihre früheren Behandlungsansätze.

Anm.: Näheres zu dem speziellen Behandlungsansatz, sowie über einige darauf aufbauende Behandlungsprotokolle, finden sich in einem Eintrag von Prof. Pall in einem Fachforum bei Phoenix-cfs.org. Wir werden zu einem späteren Zeitpunkt darüber berichten. Es kann auch bezogen werden von der Key Pharmacy, Info@keynutritionrx.com oder Tel. 001-800-878-1322.

Prof. Pall arbeitet gegenwärtig an einem Buch über das Thema: Explaining "Unexplained Illnesses": Putative Paradigm for Chronic Fatigue Syndrome, Multiple Chemical Sensitivity, Fibromyalgia, Posttraumatic Stress Disorder, Gulf War Syndrome. Es soll bei Haworth Medical Press erscheinen.


Literatur zum Pall-Text, wie dort zitert:
Pall M. L. (2000) Elevated peroxynitrite as the cause of chronic fatigue syndrome: other inducers and mechanisms of symptom generation. J Chronic Fatigue Syndr 7(4),45-58.
1. Ashford N.A., Miller C. (1998) Chemical Exposures: Low Levels and High Stakes, John Wiley and Sons, Inc., New York.
2. Johnson A., ed. (2000) Casualties of Progress. MCS Information Exchange, Brunswick ME.
3. Pall M. L., Satterlee J. D. (2001) Elevated nitric oxide/peroxynitrite mechanism for the common etiology of multiple chemical sensitivity, chronic fatigue syndrome and posttraumatic stress disorder. Ann NY Acad Sci 933,323-329.
4. Pall M. L. (2002) NMDA sensitization and stimulation by peroxynitrite, nitric oxide and organic solvents as the mechanism of chemical sensitivity in multiple chemical sensitivity. FASEB J 16,1407-1417.
5. .Bell I. R., Miller C. S., Schwartz G. E. (1992) An olfactory-limbic model of multiple chemical sensitivity syndrome: possible relationships to kindling and affective spectrum disorders. Biol Psychiatry 32,218-242.
6. Bell I. R., Baldwin C. M., Fernandez M., Schwartz G. E. (1999) Neural sensitization model for multiple chemical sensitivity: overview of theory and empirical evidence. Toxicol Ind Health 15,295-304.
7. Bell I. R., Baldwin C. M., Fernandez M., Schwartz G. E. (1999) Neural sensitization model for multiple chemical sensitivity: overview of theory and empirical evidence. Toxicol Ind Health 15,295-304.


Quellen:
Pall, Martin L., Elevated Nitric Oxide/Peroxynitrite Theory of Multiple Chemical Sensitivity: Central Role of N-Methyl-D-Aspartate Receptors in the Sensitivity Mechanism, Environ Health Perspect 2003; 111:1461-4.
Pall, Martin L., The End of Controversy.
Powers, Linda, A conversation with MCS researcher, Martin Pall, PhD, Townsend Letter for Doctors and Patients , August-Sept, 2005.
Pall, Martin L., Multiple chemical sensitivity: towards the end of controversy, Townsend Letter for Doctors and Patients , August-Sept, 2005.
Pall, Martin L., Post bei Phoenix-cfs.org, 2006.

Übersetzung, mit freundlicher Genehmigung von Prof. Dr. Martin Pall, durch Karlheinz Ramm für CSN.



Impressum:
Autor: Silvia Müller
Erstellt: Oktober 2004
Literatur/Leitlinien/EBM:
1. Wallace, Nelson, Kollander, Leaderer, Bascom, Dunteman - Indoor air quality and work environment study. Multivariate statistical analysis of
health, comfort and odor perceptions as related to personal and workplace characteristics. US Environmental Protection Agency vol. 4, EPA Headquaters Buildings. Atmospheric Research and Exposure Assessment Laboratory. 1991
2. Bell, Miller, Schwartz, Peterson, Amend - Neuropsychiatric and somatic characteristics of young adults with and without self-reported chemical odor intolerance and chemical sensitivity. Arch Envirn Health. 1996
3. Meggs, Dunn, Bloch, Goodman, Davidoff - Prevalence and nature of allergy and chemical sensitivity in a general population. Arch Environ Health 1996
4. Bell, Schwartz, Amend, Peterson, Stini - Sensitization to early life stress and response to chemical odors in older adults. Biol. Psychiatry. 1994
5. Bell, Walsh, Goss, Gersmeyer, Schwartz, Kanof - Cognitive dysfunction and disability in geriatric veterans with self-reported sensitivity to environmental chemicals. J.Chronic Fatigue Syndrome. 1997
6. Bell, Schwartz, Peterson, Amend - Self-reported illness from chemical odors in young adults without clinical syndromes or occupational exposures. Arch Environ Health. 1993
7. Bell, Schwartz, Peterson, Amend, Stini - Possible time-dependent sensitization to xenobiotics: self - reported illness from chemical odors, foods and opiate drugs in an older adult population. Arch Environ. Health. 1993
8. Kreutzer, Health Investigations branch, Department of Health Services, State of California. 1997
9. Morrow, Ryan, Hodgson, Robin - Alternations in cognitive and psychological functioning after organic solvent exposure. J Occup Med. 1990
10. Maschewsky – MCS und Porphyrinopathien. Zeitung für Umweltmedizin 1996








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