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Bessere Zukunft für Allergiker

Ein Aktionsplan der Bundesregierung gegen Allergien




Insgesamt 40 Prozent der Bevölkerung tragen eine Anfälligkeit gegenüber Allergien und ihre Zahl nimmt seit Jahren drastisch zu. Ob Atemwegs-, Lebensmittel-, Duftstoff- oder Kontaktallergien: Der Alltag und die Lebensqualität der Betroffenen ist durch die Allergien stark eingeschränkt.
Ein Aktionsplan gegen Allergien soll Verbesserung bringen. Horst Seehofer, Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), möchte ein Zeichen setzen: "Allergien mindern die Lebensqualität von Betroffenen erheblich, aber das Auftreten von Allergien lässt sich zurückdrängen. Um die Situation von Allergikern zu verbessern, setzt der Aktionsplan vor allem auf Aufklärung und Information der Bevölkerung, sowie auf die Unterstützung durch Wirtschaft, Forschung und Selbsthilfegruppen.


Allergien sind vielfältig und weit verbreitet
41 % der Kinder und Jugendlichen, sowie immer öfter auch Erwachsene, reagieren auf Atmungs- oder Lebensmittelallergene. Häufig kommen erschwerend noch Kreuzallergien hinzu.

Steigende Tendenz ist auch bei Kontaktallergien zu verzeichnen. 5 bis 20 % der Bevölkerung sind betroffen. Mehr als 5 Mio. Menschen (ca. 7 % der Bevölkerung) erkranken zumindest einmal jährlich an allergischem Kontaktekzem.

Lebensmittelallergien kommen bei ungefähr 2 bis 3 % der Erwachsenen und 4 bis 6 % der Kinder vor. Die Einschränkungen im Alltag sind ebenso vielfältig wie die Beschwerden. Kopfschmerzen, Hautreaktionen, Übelkeit, Atemwegsbeschwerden, Erbrechen und Durchfall. In schwerwiegenden Fällen kann sogar allergischer Schock eintreten. Die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit der Betroffenen kann durch solche Reaktionen zwangsläufig erheblich beeinträchtigt werden.

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Die Risiken liegen auf der Hand
Warum Allergien häufiger auftreten als zu Zeiten unserer Grosseltern liegt auf der Hand. Auch das BMELV sieht die Risiken durch die zunehmende Vielfalt an Lebensmitteln und chemischen Stoffe in unserem Umfeld, was zu einem steigenden Risiko führt, mit Allergenen in Kontakt zu kommen. Hierdurch steigt die Gefahr der Sensibilisierung. Gleichzeitig nimmt die Gefahr allergischer Reaktionen bei bereits sensibilisierten Allergikern zu. Oft ist die Neigung zu Allergien erblich bedingt. Vor allem bei Kindern, scheint auch Tabakrauch die Allergieanfälligkeit erheblich zu erhöhen.

Ministerium bekundet: Allergien sind keine Bagatelle!
Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) nimmt Allergiker und ihre Beschwerden wegen der steigenden Anzahl und der enormen Kosten sehr ernst. Allergien mindern nicht nur die individuelle Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Familien, sondern auch ihre Leistungsfähigkeit. Für die Betroffenen, das Gesundheitswesen und die Volkswirtschaft entstehen daraus erhebliche Kosten. Die Vorbeugung von Allergien ist deshalb von großer Bedeutung.

Die Vorbeugung von Allergien kann an drei Punkten ansetzen:
  • Stillen und Aufwachsen in einer rauchfreien Umwelt sind einfache Maßnahmen, die zu einer verminderten Anfälligkeit für Allergien führen
  • Allergenvermeidung: Die Gefahr von Sensibilisierungen wird gesenkt, wenn der Kontakt mit allergenen Stoffen gemieden wird
  • Verringerung allergener Stoffe in Kosmetika und Gegenständen des täglichen Bedarfs
  • Vermeidung allergischer Reaktionen bei Allergikern: Allergiker, denen ihre Sensibilisierung gegenüber bestimmten Allergenen bekannt ist, können diese Stoffe bei entsprechender Kennzeichnung durch gezielte Produktwahl vermeiden. Deshalb müssen z.B. die zwölf wichtigsten Lebensmittelallergene bei verpackter Ware gekennzeichnet werden


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Leben von Allergikern durch Vorschriften erleichtert
Einige Fortschritte wurden in den letzten Jahren bereits durch Kennzeichnung, Schwellenwerte und Verbote allergener Stoffe erreicht. Rechtliche Vorschriften stellen dabei nur eine Schiene dar. Um die Vorbeugung vor Allergien ganz konkret zu verbessern, sollen zukünftig verstärkt freiwillige Vereinbarungen mit der Wirtschaft getroffen werden.

Allergierisiko soll gezielt gesenkt werden
Das BMELV will mit seinem Aktionsplan das Allergierisiko in der Bevölkerung senken. Die wichtigsten Ziele einer verbesserten Vorbeugung vor Lebensmittel-, Kontakt- und Atemwegsallergien sind:
  • mehr Sicherheit und Lebensqualität für Allergikerinnen und Allergiker im Alltag
  • die Entstehung von Allergien zu mindern
  • frühzeitiges Erkennen neu aufkommender Allergien
  • bessere Information der Verbraucherinnen und Verbraucher
  • die Entlastung der Volkswirtschaft von vermeidbaren Kosten


Nahrungsmittelallergiker
Verbraucherinnen und Verbraucher vor allergenen Lebensmitteln durch bessere Kennzeichnung und Aufklärung sowie durch Angebote von alternativen Produkten weiter verbessern, soll umgesetzt werden durch:
  • Gespräche mit der Lebensmittelwirtschaft zur Verbesserung der Wahlfreiheit von Allergikern durch angepasste Rezepturen und Produktionsprozesse
  • Erarbeitung eines Leitfadens zur Optimierung von Produktionsverfahren
  • Verbesserung der Kennzeichnung loser Ware durch eine freiwillige Vereinbarung mit der Wirtschaft zur Kennzeichnung und Information, sowie zur Überprüfung ihrer Wirksamkeit oder sofern keine wirksame freiwillige Kennzeichnung durch die Wirtschaft zustande kommt, durch Einführung einer Kennzeichnungspflicht für unverpackte Lebensmittel
  • Zügige Umsetzung der EG-rechtlichen Kennzeichnungspflicht für Lupine und Weichtiere in das nationale Recht
  • Forschung zur Bewertung von Pflanzensorten (z.B. Apfel, Sellerie, Getreide) im Hinblick auf allergene Inhaltsstoffe und Erarbeitung von Empfehlungen für die Sortenwahl und Züchtung
  • Verstärkte Aufklärung über Möglichkeiten, das Allergiepotential bestimmter Lebensmittel durch eine entsprechende Zubereitung zu mindern
  • Aufklärung über die Bedeutung des Stillens, des Verzichts auf eine zu frühe Gabe von Kuhmilch an Säuglinge und die sinnvolle Verwendung hypoallergener Säuglingsnahrung


Vermeidung von Kontaktallergien durch Pflegeprodukte, Duftstoffe
Vermeidung allergischer Reaktionen durch Kosmetika, Wasch- und Reinigungsmittel, sowie Tätowiermittel durch breite Aufklärung und die Verwendung weniger allergisierender Stoffe in diesen Produkten, soll umgesetzt werden durch:
  • Gespräche mit Wirtschafts-, Verbraucher- und Fachverbänden über die Ausweitung von Angeboten an Kosmetika sowie Wasch- und Reinigungsmitteln, die keine oder keine sensibilisierenden Duftstoffe enthalten, und über die Verbesserung der Information (z.B. über eine Produktliste)
  • Verbesserung der Aufklärung der Verbraucherinnen und Verbraucher über die Kennzeichnung von allergenen Stoffen bei Kosmetika sowie Wasch- und Reinigungsmitteln
  • Verbot der Verwendung von problematischen Stoffen, u.a. mit einem besonderen Allergierisiko, in Tätowiermittel (Tätowiermittelverordnung)


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Vermeidung von Allergien durch Pollen, Tierhaare und Hausstaubmilben
Die Lebensqualität von Allergikern und ihre Sicherheit unterwegs durch allergikerfreundliche Angebote der Wirtschaft (z.B. in Hotels und Verkehrsmitteln) und durch die Eindämmung von Ambrosia, soll umgesetzt werden durch:
  • Initiative zur Bereitstellung allergikerfreundlicher Angebote in Zusammenarbeit mit dem Hotel- und Gaststättenverband und den Verkehrsunternehmen
  • Verbesserung des Nichtraucherschutzes in der Öffentlichkeit und in Gaststätten
  • Erarbeitung eines Maßnahmenprogramms gegen die Einschleppung und Verbreitung von Ambrosia (aus Nordamerika stammendes Traubenkraut), das noch 2007 wirksam werden soll
  • Workshop mit den Kommunalen Spitzenverbänden, um Empfehlungen zum Umgang mit allergieauslösenden Pflanzen zu erarbeiten


Vermeidung von Kontaktallergien durch Farb-, Gerb- und Duftstoffe
Gegenstände mit intensivem Hautkontakt im alltäglichen Gebrauch wie Kleidung, Schuhe und Schmuck führen immer wieder zu Kontaktallergien. Dabei können sowohl natürliche als auch synthetische Stoffe, die bei ihrer Herstellung verwendet werden, Allergien auslösen. Die Reduzierung der Sensibilisierungsrate in der Bevölkerung, wie auch die Verringerung der Häufigkeit allergischer Reaktionen auf Kontaktallergene, soll umgesetzt werden durch:
  • Initiierung von Forschungsprojekten zur hautsensibilisierenden Wirkung von Farbstoffen und anderen Chemikalien in Bekleidung und zu deren Übergang in die Haut
  • Initiierung eines Forschungsprojekts zur allergenen Wirkung von chemischen Substanzen in Spielzeug und zu deren Übergang auf die Kinder
  • Gespräche mit der Wirtschaft zur Stärkung des Problembewusstseins und Erörterung freiwilliger Maßnahmen (z.B. Erweiterung von Textilsiegeln im Hinblick auf allergisierende Stoffe)
  • Im EU-Binnenmarkt Verbesserung der Sicherheit von Kleidung und Spielzeug im Hinblick auf Allergien


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Bessere Zukunft in Aussicht
Die geplanten Ansätze des BMELV, für die Erzielung einer Verbesserung der Situation für Allergiker und die Minimierung der Risiken, eine Allergie zu bekommen, sind also sehr umfassend und lassen wirklich auf bessere Zeiten für Allergie Geplagte hoffen. Im Herbst 2007 lädt Bundesminister Seehofer zur Verbraucherpolitischen Konferenz des BMELV zu Allergien nach Berlin ein. Dort soll der Aktionsplan gegen Allergien mit Akteuren aus Wissenschaft, Verbraucher- und Fachverbänden, Krankenkassen, Politik, Ländern und Wirtschaft diskutiert und ergänzt werden.

Impressum:
PureNature Redaktion, August 2007-08-24
Literatur:
Bundesministerium für Verbraucherschutz, Aktionsplan gegen Allergien, Frühjahr 2007

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