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Entsäuerung als Basis jeder Therapie

Entsäuerung als Basis jeder Therapie
Dipl.-Ernährungsexperte O. Hagen

Unser Körper arbeitet rund um die Uhr wie ein Schwerarbeiter für uns, das ist den Meisten von uns gar nicht so sehr bewusst. Erst wenn der Körper streikt und etwas nicht so läuft, wie man es gewohnt ist, nimmt man diese Veränderungen wahr. Doch das muss nicht sein, unser Motto sollte stattdessen heißen: "Vorbeugen ist besser als Heilen". Vielleicht tragen nachfolgende Ausführungen ein wenig zum Umdenken bei.

Die meisten biochemischen Funktionsabläufe, die in unserem Stoffwechsel/Körper ablaufen (z.B. Verdauung, Leber usw.) müssen in einem bestimmten pH-Bereich stattfinden, verändert sich dieser Bereich, kann es (auf kurz oder lang) zu Stoffwechselstörungen kommen.

Was beim Auto das Benzin ist, ist für unseren Körper die Ernährung, die wir mehrmals täglich zuführen müssen. Um zum einen unseren Hunger zu stillen und zum anderen um Nährstoffe aufzunehmen, die wichtige Funktionen im Stoffwechsel regeln und ohne die Leben nicht möglich wäre.

Säurefördernde Nahrungs- und Genussmittel enthalten ursprünglich keine Säure, sie produzieren aber im Verlauf des Verdauungsprozesses und bei ihrer Aufnahme in die Zellen saure Substanzen. Diese Säureproduktion ist ein natürlicher und unvermeidlicher Stoffwechselvorgang, der bei jedem von uns abläuft. Oftmals wird empfohlen, alle Säurebildner grundsätzlich zu meiden, weil sie ungesund seien, doch das wäre nicht der richtige Weg, denn unser Stoffwechsel braucht beides. Deshalb muss man einfach lernen, seine Ernährung diesem inneren Gleichgewicht von 20 % Säuren und 80 % Basen entsprechend anzupassen.

Unser Körper benötigt vieles und von jedem etwas, d.h. er braucht neben Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen u.v.m. auch einen kleineren Teil an säurebildender Kost (alle tierischen Produkte, auch Fisch, die meisten Getreideerzeugnisse, Bohnenkaffee, Alkohol, Käse u. a.) und einen größeren Teil an basenbildender Nahrung wie z.B. Obst, fast alle Gemüse, Kartoffeln, Salate, Pilze, Naturjoghurt, Esskastanien und Produkte, Hirse, Dinkel, Soja.

Entsäuerung für Gesunde
Eine Ernährung, die sowohl Säuren als auch Basen enthält, sollte generell die Basis bilden, dann hat man in Punkto Krankheitsvorbeugung "gute Karten".

Zusätzlich kann man durch Spaziergänge an der frischen Luft wunderbar entsäuern und dieses z.B. durch Saunagänge noch weiter ergänzen.

Die Natur bietet uns basische Schätze an, wie Spirulina, Kamut, oder/und Weizengras, die wir zur Steigerung des Wohlbefindens in Form von Nahrungsergänzungen in unserer Grundernährung integrieren sollten. Das gleiche gilt für Tees wie Grüntee, Lapachotee, Honeybuschtee, Grüner Hafertee und Rooibuschtee. Letztere Teesorte ist besonders auch für Betroffene mit Allergien, Heuschnupfen, Ekzemen u. a. zu nennen, weil hier bei diesen Indikationen positive Effekte bekannt sind.

Entsäuerung für Kranke
Liegt bereits eine Erkrankung/Beschwerden vor, insbesondere in chronischer Form wie z.B. Allergien, Chemikaliensensibilität, Hefepilzerkrankung, Rheuma, Migräne, verhält es sich ein wenig anders, dann reichen in der Regel die genannten Ratschläge nicht aus. Ganz gleich, ob man sich für eine naturheilkundliche oder konventionelle Behandlung entschieden hat, es ist ratsam zu überprüfen, ob eine latente Übersäuerung (kann bei Nichtbeachtung chronisch werden!) vorliegt, denn falls zutreffend, kann über eine Regulierung dieser schon viel erreicht werden. Auch reagiert der Körper erfahrungsgemäß nach einer Entsäuerung besser auf div. Therapien (z.B. Akupunktur, Homöopathie oder andere Behandlungen aus der Naturheilkunde) als im Zustand einer azidotischen Stoffwechsellage (Übersäuerung).

Kennen Sie das?
Sie haben eigentlich alle erdenklichen Therapien probiert, haben allergieauslösende Nahrungsmittel gemieden u.v.m. aber die richtige Besserung ist nicht eingetreten. Dahinter steckt oft eine Übersäuerung (Azidose), eine solche kann bestehende Krankheitsbilder in ihrer Intensität sogar verstärken. Es kann aber auch zu weiteren Beschwerden beitragen wie z.B. Migräne, Allergien, Mineralmangel, insbesondere Magnesium- und Kalziumdefizite, Gelenkschmerzen, Schlafstörungen, Verstopfung, Durchblutungsstörungen, Sodbrennen, Ekzeme, Juckreiz, Nahrungsmittelunverträglichkeiten besonders auf Rohkost und, und, und ....

Für Allergiker und/oder chemikaliensensible Menschen, kann das sehr verwirrend sein, doch auch der Arzt oder Heilpraktiker denkt oft nicht an Übersäuerung der Gewebe (Schulmediziner kennen vom Studium her "nur" die Blutazidose, die nichts mit einer ernährungsbedingten latenten Azidose gemein hat), denn diese wird als "normale" Krankheitsverschlechterung gesehen und meist nicht weiter beachtet.

Betroffene sagen häufig, dass sie schon alles probiert haben, doch zur Feststellung, ob eine latente (oder gar chronische) Übersäuerung zugrunde liegt, können die wenigsten etwas sagen, weil sie nicht einbezogen wurde in bisherige Therapien. Chemikaliensensible Personen und/oder Betroffene mit Migräne, geben oft an, im Akutfall sehr stark zu übersäuern. Eine Gabe von Kaisers Natron bringt vielfach die nötige Besserung oder die Schmerzintensität geht zurück.

Das Erkennen einer Übersäuerung
Sind Ihnen solche Situationen, wie die beschriebenen bekannt, dann ist der Einsatz eines starken Säurepuffers, am Besten in Form von Natrium-Bicarbonat (Kaisers Natron) im Akutfall sicherlich zu versuchen. Aber es sollte nicht einfach wahllos Natron genommen werden, denn auch hier sollte man erst mal wissen, wie stark dieser Übersäuerungszustand tatsächlich ist und ob zusätzlich noch tiefer gelegene einzelne Gewebebezirke betroffen sind, was z.B. bei Entzündungen der Fall sein kann. Spezielle Labors bieten z.B. für ca. 50 bis 60 € Urinuntersuchungen an, die darlegen, ob eine Übersäuerung vorliegt.

In der Apotheke gibt es so genannte pH- Indikatorstreifen, mit denen man seinen Urin (und Speichel) überprüfen kann, allerdings reicht dafür eine einzige Messung nicht aus. Man sollte über den Zeitraum von 1-3 Tagen kontrollieren.

Bei der Auswertung der unterschiedlichen pH- Parameter (pH-Werte) sind jedoch noch andere Aspekte zu beachten. Dazu zählt die Auswahl der Nahrungsmittel und natürlich die Anamnese (Krankheitsgeschichte) und mögliche Abgleichung der Beschwerden, daher sollte eine solche Auswertung von professioneller Seite gemacht werden.

Vielleicht hat der eine oder andere unter Ihnen, gerade jetzt das Problem mit seiner Therapie nicht mehr weiter zu kommen und befindet sich praktisch in einer "Sackgasse", dann sprechen Sie einfach einmal Ihren naturheilkundlich - orientierten Arzt, Heilpraktiker oder Ernährungswissenschaftler auf eine mögliche latente Azidose an. Dieser Weg bringt oft verblüffende Verbesserungen, auf die man dann aufbauen kann.

Fortsetzung folgt in den nächsten Ausgaben:

Nächster Titel: Teil 2: PH-Messung & Basisauswertung für jedermann möglich

Referenzen:
  1. Dr. med. Michael Worlitschek, Praxis des Säure-Basen-Haushaltes - Grundlagen und
    Therapie, 2. Erweiterte Auflage, Haug Verlag
  2. Andreas Diemer, Arzt und Dipl.-Physiker, Säure-Basen-Haushalt und Orthomolekulare
    Medizin, Journal für Orthomolekulare Medizin 8; 3 (2000)
  3. Dr. med. Hans Garten, Störungen des Säure-Basen-Haushalts: Diskussion verschiedener
    Messmethoden und therapeutisches Management, Neue Nutriologische Beiträge
    Nr. 17/ Dezember 2002, Verlag Prevent-Network KG


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PureNature-Redaktion, März 2006

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