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Allergiekarte für den Urlaub

Restaurantbesuche im Urlaub genießen trotz Allergien

Die Küche in fremden Ländern genießen, gehört zum Urlaubserlebnis und ist eine schöne Art ein Land und seine Besonderheiten kennenzulernen. Cous-Cous, Paella oder Galette sind klangvolle Namen für leckere landestypische Gerichte. Wer würde sich nicht gerne von solchen kulinarischen Köstlichkeiten zusätzlich in Urlaubsstimmung versetzen lassen?
Sehr schwierig wird dies, wenn jemand unter vielen Allergien leidet oder unter einer besonderen Allergie, deren Auslöser, wie z.B. Milch und Ei in fast allen Speisen zu finden ist. Doch selbst mit schweren Nahrungsmittelallergien, Nahrungsmittelintoleranzen oder Chemikaliensensibilität kann man in ein Restaurant essen gehen, auch im Urlaub - nur gewusst wie.

Mit dem nachfolgenden Strategieplan und den eigens entwickelten „Allergiekärtchen fürs Restaurant“ wird der Restaurantbesuch ohne Reue sein und viel Freude bei kulinarischen Abenteuern bereiten.
Ganz speziell für Restaurantbesuche im Urlaub oder auf Geschäftsreisen im Ausland, wurde das - Allergiekärtchen fürs Restaurant - von Selbsthilfegruppen aus ganz Europa in verschiedene Sprachen übersetzt.



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Restaurantbesuch mit Nahrungsmittelallergien
Ein volles Restaurant und eine vielbeschäftigte Bedienung zählen zu den primären Hürden, weshalb eine allergische Person nicht gerne auf ihre Problematik hinweist und um Änderung der Speisen für sich bittet. Die fremde Sprache kommt an manchem Urlaubsort hinzu. Vielen Allergikern verursacht es zudem ein sehr unbehagliches Gefühl, öffentlich über ihre Nahrungsmittelallergien zu sprechen.

Ein schönes Essen im Kreis von Freunden oder der Familie in einem netten Restaurant trägt zur Lebensfreude bei, deshalb sollte jeder Betroffene trotz der angesprochenen Hürden aus den nachfolgenden Strategien Mut schöpfen und mit dem Allergiekärtchen fürs Restaurant in der Tasche, auch in fernen Landen einen sorgsam geplanten Restaurantbesuch ins Auge fassen.


Strategieplan für ein Essen im Restaurant
Bei leichteren Allergien reichen oft schon ein genaues Studieren der Speisekarte und eine kleine Nachfrage in der Küche aus. Ein kulinarischer Reiseführer, den es in vielen Sprachen gibt, hilft bei landes- und regionstypischen Gerichten und der Suche nach Bezeichnungen von Nahrungsmitteln in der jeweiligen Landessprache.
Bei schweren oder weitreichenden Allergien ist es wichtig zu lernen, sich nicht unbehaglich zu fühlen, wenn es darum geht, im Restaurant die Allergieproblematik zur Reduzierung von Beschwerden durch das Essen auszusprechen.


Auswahl des Restaurants
Ein Restaurant im Voraus mit Bedacht auszuwählen ist besser, als es dem Zufall zu überlassen und um unliebsame Überraschungen zu vermeiden. Am Besten fragt man andere Allergiker oder eine Selbsthilfegruppe nach ihrer Empfehlung für ein gutes Restaurant. Für manche Allergien oder für Intoleranzen gegenüber Gluten oder Laktose gibt es sogar bereits Restaurantführer. Restaurants in Allergikerhotels haben sich auf die Essproblematik von Allergikern eingestellt und bieten häufig eine speziell auf bestimmte Allergien ausgerichtete Speisekarte. Am Urlaubsort kann einem an der Hotelrezeption oder durch die örtliche Reiseleitung oft eine Empfehlung ausgesprochen werden.
Eine weitere gute Maßnahme besteht darin, im Wunschrestaurant einige Zeit vorher anzurufen (von der Rezeption aus anrufen zu lassen) und nachzufragen, ob man Spezialbedürfnisse erfüllen kann.

Restaurants, die Allergiker meiden sollten

Restaurants mit Buffet, weil
  • Speisen sehr nahe beieinander stehen
  • Schöpflöffel, Vorlagegabel, etc. oft von einer Speise in die nächste gesteckt werden
  • Die Allergene leicht von einer Speise in die andere wandern können

Bäckereien, weil
  • Speisen sehr nahe in Vitrinen beieinander stehen
  • in einer kleinen Aufbewahrungsfläche Allergene sich leicht ausbreiten
  • Kuchenzangen und Tortenheber oft für verschiedene Bachwaren gleichzeitig verwendet werden

Fischrestaurants / bestimmte Urlaubsregionen:
Wer sehr allergisch auf Fisch, Krabben und Muscheln ist, meidet ein Fischrestaurant besser völlig, weil in solchen Restaurants das Risiko einer Kontaminierung der bestellten Speisen durch Allergene viel zu groß ist. Ein gutes vegetarisches Restaurant bietet für diese spezielle Allergikergruppe eine risikoarme Alternative. Wer schwer auf Meerestiere reagiert, sollte sogar die Urlaubsregion darauf abstimmen, da beispielweise in den Mittelmeerregionen Fisch zu den Hauptnahrungsmitteln gehört und eine Sekundärkontaminierung der Speisen in Restaurants nie ganz ausgeschlossen werden kann.

Asiatische Restaurants:
Wer allergisch gegen Erd- oder Cashewnüsse ist, sollte Asia Restaurants meiden, da Nüsse in der asiatischen Küche häufig verwendet werden.
Auch wer auf Zusatzstoffe wie Glutamat oder Farbstoffe reagiert, meidet am besten asiatische Küche, weil diese Zusatzstoffe dort sehr oft verwendet werden.

Tipps für die Restaurantwahl bei Chemikaliensensibilität
Bei der Auswahl des Restaurants sollten Allergiker und insbesondere Chemikaliensensible sehr sorgsam vorgehen und sich nie von einem schicken Ambiente verleiten lassen, sondern sich auf den ganz persönlichen Eindruck beim Betreten verlassen.
Die beste Wahl für Chemikaliensensible ist ein biologisches Restaurant mit Fliesenboden, Rauchverbot und geschlossener Küche. Oder natürlich ein Restaurant, das draußen serviert. Biologische Supermärkte verfügen oft über ein Restaurant mit Rauchverbot. Die beste Zeit zum Essengehen liegt außerhalb der normalen Esszeiten, um Personen mit Duftstoffen aus dem Weg zu gehen. Allergikerhotels mit Restaurant stellen sich auch leicht auf Bedürfnisse von Chemikaliensensiblen ein.

Chemikaliensensible sollten Restaurants mit folgenden Modalitäten meiden:
  • neu oder frisch renoviert
  • Holzdecken oder Holzvertäfelung (Gefahr von toxischen Holzschutzmitteln)
  • offene Küche, da meistens mit Gas gekocht wird
  • offener Kamin, Steinöfen
  • Rauchen erlaubt
  • Fackeln, Öllämpchen oder Kerzen auf den Tischen
  • Duftspray oder Duftschalen
  • Teppichboden, vor allem, wenn er noch recht neu ist
  • Küche mit Gasherden (die Speisen sind kontaminiert)

Auswahl der Speisen
Mit dem gleichen Bedacht, wie man ein Restaurant ausgesucht hat, sollte man auch seine Speisen kritisch wählen. Der Schlüssel für eine allergenfreien Mahlzeit ist, möglichst rasch die Allergien beim Personal des Restaurants anzusprechen. Grundsätzlich sollte man sich als Allergiker nie auf die Beschreibung der Speisen in der Speisekarte alleine verlassen. Nachfragen nach den Inhaltsstoffen und wie eine Speise zubereitet wird, minimiert das Risiko, eine allergische Reaktion zu erleiden.

Vorgehensweise um eine Mahlzeit ohne Allergene zu erhalten
  • Die Bedienung am Tisch umgehend über die Nahrungsmittelallergie informieren und um Hilfe bei der Auswahl der Speisen bitten
  • Nachfragen welche Speisen ohne die persönlichen Allergene zubereitet sind
  • Nachfragen wie die Speisen zubereitet werden, z.B. mit Gashitze und individuelle Zutaten
  • Ist die Bedienung unsicher, sollte man darum bitten, den Serviceleiter oder Koch sprechen zu dürfen
  • Keine Scheu haben, so viele Fragen wie notwendig zu stellen
  • Falls die Planung es ermöglicht, vor dem Restaurantbesuch die Fragen telefonisch abklären


Bestellung der Mahlzeit
Ordern von einfachen Gerichten erspart Überraschungen. Wenn man z.B. nur gedünsteten Broccoli oder Ofenkartoffeln bestellt, weiß man was man bekommt. Gerichte, mit vielen Zutaten oder fremden Gewürzen bergen ein hohes Risiko und lassen es offen, was am Ende auf dem Teller liegt. Deshalb exakt nachfragen und erst dann bestellen.
Das Bestellen von Saucen und Dressings sollte separat erfolgen. Sie sind eine sehr häufige Quelle von Allergenen. Deshalb darum bitten, dass Saucen und Dressings nicht auf dem Teller, sondern separat in einer Schüssel serviert werden.

Versteckte Allergene
Allergene und Kreuzallergene können versteckt in einem Gericht enthalten sein. Gründe hierfür:
  • verschiedene Speisen werden mit gleichen Töpfen und Küchengerätschaften zubereitet
  • Ein Fehler unterläuft, was in der Hektik einer größeren Küche schnell geschehen kann
  • Das Personal und der Küchenchef sind mit Nahrungsmittelallergien oder versteckten Inhaltsstoffen, wie sie oft in Saucen und Dressings sind, nicht vertraut.


Mancher Bedienung ist die Tragweite von Nahrungsmittelallergien / - intoleranzen fremd. Deshalb ist es wichtig, sich im Gespräch rückzuversichern, dass die Person verstanden hat, dass die Mahlzeit wirklich ohne Allergene sein muss.

Der besondere Service: „Allergiekärtchen für die Restaurantküche“
Für Allergiker mit speziellen, sehr schwerwiegenden oder umfangreichen Allergien und Intoleranzen, ist es hilfreich für Restaurantbesuche einen Allergieplan zu erstellen. Zur Erleichterung wurden das „Allergiekärtchen fürs Restaurant“ erstellt.
Für Allergiker, die im Urlaub ein Restaurant aufsuchen wollen, wurde das Allergiekärtchen in die Sprachen verschiedener Urlaubsländer übersetzt. Die Nahrungsmittel, auf die man allergisch reagiert, kann man mittels des angegliederten Übersetzungsprogramms in die Sprache des jeweiligen Urlaubslandes übersetzen und in die freien Felder eintragen.



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Personalisieren des „Allergiekärtchens fürs Restaurant“
Dieses individuell vom Allergiker ausgefüllte Kärtchen gibt man der Bedienung mit in die Küche. Es ist ratsam, gleich einen kleinen Vorrat der Kärtchen zu erstellen und wer die Möglichkeit hat, kann sie mit Folie laminieren, damit sie ansehnlich bleiben. Aus farbigem Papier hergestellt ist das „Allergiekärtchen fürs Restaurant“ auffälliger und wird in der Hektik einer Restaurantküche nicht so leicht übersehen.

Hinweis:
Das „Allergiekärtchen fürs Restaurant“ ist keine Garantie für eine allergenfreie Mahlzeit, es ersetzt kein persönliches Gespräch, es ist als zusätzliches Hilfsmittel gedacht, um dem Küchenpersonal die Zubreitung der Speisen für die allergisch reagierende Person zu erleichtern.

Ein guter Rat zum Schluss:
Man sollte sich nie scheuen, ein Restaurant zu verlassen, wenn man merkt, dass vorgetragene Allergieprobleme nicht ernst genommen werden.
Die Küche in einem Restaurant ist nicht der eigene Herd, es können immer Fehler in der Eile passieren. Gut ist es deshalb auf eine Unachtsamkeit des Kochs vorbereitet zu sein und Notfallmedikamente bei sich zu führen. Wer sehr allergisch ist, sollte generell ein Notfallarmband oder eine Notfallkapsel mit wichtigen Informationen und den Telefonnummern der behandelnden Ärzte tragen.
Wer viele oder sehr schwerwiegende Allergien hat, sollte nicht in den Hauptstoßzeiten in ein Restaurant gehen. Das Personal ist in solchen Zeiten überfordert und kann den speziellen Bedürfnissen nicht gerecht werden.

Danke, Mercy, Grazie, Thank you, ….
Das „Allergiekärtchen fürs Restaurant“ wurde von Leitern Umweltmedizinischer Selbsthilfegruppen aus verschiedenen Ländern übersetzt.
Ganz herzlichen Dank an alle, die mitgeholfen haben dieses Projekt zu realisieren. Besonderen Dank geht an das Chemical Sensitivity Network in Deutschland, die MCS Liga und MCS-SOS aus der Schweiz, Amica aus Italien und die MCS Selbsthilfegruppe Umweltgeschädigter Hamburg für die Koordination und Übersetzungen. Ohne diese lieben engagierten Menschen hätte dieses hilfreiche Projekt nicht realisiert werden können.


Referenz:
MAYO Clinic, Tools for Healthier Life, Food Allergies: Strategies for Dinning out, Feb. 2006

Impressum:
Autor: Silvia K. Müller / CSN, Juni 2007
PureNature-Redaktion, Juni 2007

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