PureNature

Entsäuerung als Basis jeder Therapie – Teil III

Im Teil I unserer Serie „Entsäuerung als Basis jeder Therapie“ erfuhren wir, dass ein chronisch übersäuerter Körper sehr vielschichtige gesundheitliche Beschwerden verursachen und sogar einen Therapieerfolg verhindern kann. Teil II vermittelte uns auf kostengünstige Weise, wie man selbst untersuchen kann, ob eine Übersäuerung an den eigenen gesundheitlichen Beschwerden Anteil hat. Der abschließende Teil III gibt uns Einblick in die therapeutischen Möglichkeiten, das Säure-Basenverhältnis zu regulieren.

Therapieansätze bei Übersäuerung und Grundlagen für eine Säure-Basen- orientierte Ernährung
Da für die Regulierung einer latenten Übersäuerung (der Gewebe) eine Säure-Basen- orientierte Ernährung an vorderster Stelle stehen sollte, beginnen wir den letzten Teil unserer Serie mit den Säurebildnern, bzw. den Basenbildnern. Es kann für den Laien sehr verwirrend sein, sich bei den z. T. sehr unterschiedlichen Säure-Basen-Einteilungen der Lebens- und Genussmittel (6) zurecht zu finden. Nachfolgend daher ein Resümee und eine kleine Produktauswahl, die mit der Fachliteratur abgeglichen wurden.

Basenbildner:
  • Obst (besonders Zitrusfrüchte, Bananen, Trockenobst)
  • Gemüse - Rohkost, Blattsalate (wird bei starker Übersäuerung oftmals nicht vertragen, 6.)
  • Kartoffeln und daraus hergestellte Produkte
  • Molke, einschließlich Molkesuppen
  • Sojabohnen, Sojamilch, Sojafleisch
  • Naturjoghurt, Sojajoghurt
  • Mandeln, Mandelmus, Mandelmilch
  • Hirse, Dinkel sind leichte Basenbildner.

Hieraus sollte die Mahlzeit überwiegend bzw. zu ca. 80 % bestehen

Säurebildner:
  • Tierische Produkte (Fleisch, Geflügel, Wild)
  • Spargel, Artischocken (gilt ebenso für pflanzliche Arzneien mit diesen Wirkstoffen)
  • Fisch, Meeresfrüchte
  • Käse, Quark/Topfen
  • Getreide, einschließlich Vollkornprodukte
  • Brot, Gebäck, Kuchen, Torten etc.
  • Süßes
  • kartoffel


Eine Mahlzeit sollte zu ca. 20 % aus solchen Produkten bestehen

Zur Regulierung des PH Wertes ist eine Säure-Basen- orientierte Ernährung mit zielgerichteter Nahrungsmittelauswahl, möglichst konsquent beizubehalten, sie ist das A & O. Dies reicht jedoch nicht vollständig aus. Zumindest zu Beginn einer Therapie zur PH-Wert Regulierung ist es unabdingbar, zusätzlich eine Basenergänzung einzusetzen. Normalerweise ist der Urin- pH ständig nach einem bestimmten Schema in Bewegung (siehe Teil II unserer Serie) und ist nicht vergleichbar mit dem Speichel- pH, der Tag und Nacht zwischen 6,5-7,0 liegen sollte.

Wird man auf eine Übersäuerung aufmerksam, „ist das Kind meist schon in den Brunnen gefallen", da der Patient zu diesem Zeitpunkt bereits über div. Beschwerden klagt oder schon seit Längerem unter chronischen Erkrankungen, einschließlich Allergien und MCS zu leiden hat. In diesen Fällen reicht die Regulierung über die Ernährung meist nicht aus. Hier sollte ein Basensalz zum Einsatz kommen. Einige „schwören“ in diesem Zusammenhang auf Citrate. Diese können vorbeugend zwar hilfreich sein, doch im akuten Stadium braucht man schnell wirkende Basen. Therapeuten berichten über gute Erfahrungen mit einfachem Natrium- Hydrogencarbonat (z.B. Kaisers Natron). Dies gibt es in der Apotheke oder auch bei PureNature. Oftmals wird empfohlen das Basensalz teelöffelweise zu nehmen, hierbei ist jedoch Vorsicht angesagt. Empfehlenswerter ist je nach Übersäuerungsgrad morgens 1g, mittags ebenfalls 1g und gegen 16.00/17.00 Uhr nochmals 500 mg -1 g in den ersten Tagen. Dies sollte, wie jede Therapie oder Einnahme, von Ergänzungsmitteln in Absprache mit dem behandelnden Arzt oder Therapeuten erfolgen.

Bei einer Übersäuerung ist es wichtig, zuerst eine richtig alkalische (blaue) Grundlage zu schaffen. Ist dies geschehen, reduziert man die Basenergänzung langsam. Später ist dann ggf. eine Erhaltungsdosis erforderlich, insbesondere bei bestehenden chronischen Krankheiten.

Wichtiges am Rande
Der Körper reagiert z.B. bei Tinnitus oder anderen Beschwerden möglicherweise mit einer plötzlichen PH Senkung. Durch die Gabe einer Basenergänzung, kann man oft positiven Einfluss auf diese Beschwerden ausüben.

Tage vor einer Entzündung oder einer klassischen Erkältung etc. kommt es vor, dass der PH-Wert des Urins aus dem Takt kommt und trotz einer täglichen Basenergänzungsgabe, der PH absinkt u .U. sogar total ins azidotische (saure) abkippt. Wenn die Erkältung o. ä. vorbei ist, oder sich eine Besserung abzeichnet, pendeln sich die PH Werte meist von alleine ein, wenn der PH Wert zuvor in Balance war.

Es kommt vor, dass Patienten eine PH-Regulierung durchführen und merken bereits eine Besserungen seitens körperlicher Reduzierung der Beschwerden, sowie Veränderungen der PH-Werte und sind dann plötzlich total verunsichert, weil sich die PH-Werte (v.a. des Urins) von heute auf morgen nicht mehr bewegen. Dies kann passieren, obwohl sich ein Patient an alle Anweisungen gehalten hat. Sollte dies der Fall sein, kann es als ein erstes Anzeichen zu werten sein, dass 2-3 oder 5-7 Tagen später z.B. Halsschmerzen, Entzündungen etc. auftreten. Auch eine Verschlechterung des Tinnitus o.ä. kann dann eventuell eintreten. Unser Körper gibt uns Signale, wir müssen sie nur deuten können.

Hat eine Entsäuerung mit Natron Nebenwirkungen?
Von Nebenwirkungen kann man eigentlich nicht sprechen, es kann eher zu einer so genannten „Heilreaktionen“ (1, 2) wie Durchfall kommen, was in diesem Falle durch eine positive Stoffwechselumstellung zu begründen wäre. Eine Dosisreduzierung des jeweiligen Basensalzes kann von Vorteil sein. Auch der Einsatz von entgiftenden Pflanzenwirkstoffen für die Leber, wie z.B. Mariendistel (8, 12) ist durchaus angezeigt und wird häufig als angenehm und unterstützend empfunden. Darüber hinaus aktiviert der Wirkstoffkomplex der Mariendistel die körpereigenen Reserven der Antioxidantien Superoxid-Dismutase (SOD) und Glutathion (4, 8), die sehr wichtig sind im Kampf gegen freie Radikale und bei chronischen Erkrankungen. Insbesondere bei Allergien, MCS, CFS und neurologischen Krankheitsbildern hat die Mariendistel einen besonderen Stellenwert (5).

Darf jeder Natron zur Entsäuerung verwenden?
Grundsätzlich ja, aber dennoch sollte man einige Besonderheiten beachten. Werden beispielsweise vom Arzt verordnete chemische Medikamente eingenommen, empfiehlt sich ein Zeitabstand von einer, noch besser zwei Stunden. Auch gibt es Medikamente, z.B. gegen Sodbrennen, Magenschleimhautentzündungen und einige Schmerzmittel, die eine Alkalose (6) verursachen können. In Verbindung mit Basensalzen, z.B. Natron, kann es daher mit der Zeit zu sehr basischen pH-Werten bis zu 8,5-9,0 im Urin und z. T. auch Speichel kommen. Der Laie sieht dies oft als überaus positiv an und bringt somit meist nicht die dadurch entstehenden Beschwerden (6) in Zusammenhang. Eine ernährungsbedingte Übersäuerung ist viel häufiger anzutreffen, als das Gegenteil, die Alkalose (Basenüberschuss). Beide Formen können zu Beschwerden führen oder bereits bestehende Erkrankungen in eine schlechtere Ausgangssituation bringen. Aus diesem Grund sollten alle Hinweise nur als Orientierungshilfe verstanden werden und man sollte einen Arzt, Umweltmediziner, Ernährungsberater oder Heilpraktiker aufsuchen, dem diese Materie geläufig ist. Auch ein Apotheker (7), dem das Wesen der orthomolekularen Medizin bekannt ist und der sich mit dem Gebiet der Arzneimittel-Nährstoff-Interaktionen beschäftigt, sollte ebenfalls wertvolle Tipps geben können.


Muss man zur Entsäuerung grundsätzlich Basensalz einnehmen?
Dies ist abhängig vom Grad der Übersäuerung (13) und welche Beschwerden damit verbunden sind, bzw. welche bestehenden chronischen Erkrankungen bereits vorliegen. Daher lässt sich nur schwer, eine pauschale Antwort erteilen. Der Erfahrung nach, ist der Einnahme von Basensalzen als Basis zuzustimmen, jedoch sollte die Dosis immer individuell variieren. Bei Beschwerden wie z.B. Gelenkschmerzen kann man zusätzlich auch ein Basengel lokal anwenden (1), was man sich in der Apotheke herstellen lassen kann. Auch Bäder oder Packungen mit Basensalz (10) sind möglich. In leichteren Fällen, sowie zur Prävention einer Übersäuerung wird auch Spirulina (Mikroalge), (14) und Alfalfa (Luzerne) eingesetzt. Letzteres ist deshalb erwähnenswert, weil es bei der Einnahme von Luzerne als Nahrungsergänzung oder als Sprossen in die Ernährung integriert, zu Beschwerden/Symptomen kommen kann, die an Lupus erythematodes erinnern oder bestehenden SLE verschlimmern können (9). In der dem Verfasser vorliegenden Literatur ist zwar nur von Lupus erythematodes die Rede, doch auch bei anderen Kollagenoseerkrankungen (wie u.a. Vaskulitis, Sklerodermie, 11) sehen Experten stets von einer Supplementierung oder Sprossen von Alfalfa in der Ernährung ab.

Anmerkung: Dieser Bericht ist keine Aufforderung zur Selbstbehandlung. Jede Therapie oder bestimmte Diäten sollten immer mit dem behandelnden Arzt, Ernährungsberater oder Heilpraktiker eingehend besprochen werden.

Referenzen:

  1. Dr. med. M. Worlitschek, Praxis des Säure-Basen-Haushalts - Grundlagen & Therapie, Haug Verlag
  2. Dr. med. dent. Beck, unter Mitarbeit von Ingeborg Oetinger- Papendorf, Lehrbuch: Durch Entsäuerung zu seelischer und körperlicher Gesundheit, Buchdienst- Oetinger
  3. Pschyrembel - Wörterbuch Naturheilkunde und alternative Heilverfahren, Verlag Walter de Gruyter, Berlin
  4. Felicitas Reglin, Reduziertes Glutathion als körpereigene Entgiftungssubstanz, Sonderdruck JOM 9;4 (2001) 432-450, Ralf Reglin Verlag, Köln
  5. Veris Research Summary, Die Bedeutung von Antioxidantien in der Neurologie, JOM 8;4 (2000), Ralf Reglin Verlag
  6. Mirko Albrecht, Gesund im Säure-Basen-Gleichgewicht, Falken Verlag
  7. Orthomolekulararbeitende Apotheken: www.preventnetwork.com
  8. Earl Mindell, Die Vitamin-Bibel, Heyne Verlag
  9. Melvyn R. Werbach, Nutriologische Medizin, Hädecke Verlag
  10. Jentschura, Lohkämper, Gesundheit durch Entschlackung, Verlag Peter Jenschura
  11. P. Altmeyer, Th. Dirschka, R. Hartwig, Kollagenose- Sprechstunde, Reha Verlag, Bonn
  12. Albrecht, Entgiften, Entschlacken - Unsere Leber natürlich unterstützen, Kneipp-Blätter 2/2001, Kneipp-Verlag
  13. M. Martin, W. Bayer, W. Gerz, Bedeutung & Diagnostik der latenten Gewebeübersäuerung (425-432 Seite), Gastroenterologische Aspekte in der Naturheilkunde, Ralf Reglin Verlag, Köln
  14. Ulla Rahn-Huber, Natürlich gesund mit Mikroalgen, Südwest Verlag


Impressum:
Autor: O. Hagen, Dipl.-Ernährungsberater, Mai 2006
PureNature-Redaktion, Mai 2006

   * 0,09 € / min aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk max. 0,42 € / min incl. Mwst.