Monatsarchiv für Mai 2008

Allergien ausgelöst durch Kuscheltiere

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Eine frühe Feststellung, ob ein Kind auf Inhalationsallergene wie Pollen, Schimmelpilze oder Hausstaubmilben sensibilisiert ist, dient als wichtiger Prognosefaktor. Leider ist die Diagnostik bei Kleinstkindern recht schwierig in der Durchführung.

Wissenschaftler aus Belgien fanden heraus, dass Kuscheltiere einen Einfluss auf die Entwicklung von Allergien bei Kindern haben.

 

Tests zur Ermittlung von Allergien  

Ein belgisches Wissenschaftlerteam versuchte anhand einer Studie mit Kleinstkindern im Alter von 0 bis 2 Jahren herauszufinden, ob die Allergien der Kinder mit Umwelteinflüssen in Zusammenhang stehen, oder ob bei ihnen eine Familienhistorie mit Allergien zugrunde liegt. Hierzu wurden von den Medizinern 824 Kleinkindern untersucht, die man zuvor in einer Asthmaklinik Hauttests auf Inhalationsallergene und Nahrungsmittel unterzogen hatte.

 

Kuscheltiere sorgen für Allergien

Bereits bei 40% der Kleinkinder konnte eine Allergie festgestellt werden. 28% reagierten über die Atmung auf Allergene wie Hausstaub, Pollen und Schimmelpilze. Für die allermeisten Kleinkinder waren Hausstaubmilben das schlimmste Allergen.

 

Was die Wissenschaftler zusätzlich herausfanden, ist erstaunlich:

Bei Kindern, die mit Kuscheltieren im Bett schliefen, war die Sensibilisierung weitaus stärker ausgeprägt, als bei Kindern, die keins mit ins Bett nahmen. Faktoren wie Geschlecht, Aufenthalt in einer Kindertagesstätte oder Ekzeme spielten bei der Entwicklung einer Allergie, laut der Mediziner, keine Rolle.

 

Völliger Verzicht nicht notwendig

Kinder lieben ihr Kuscheltier, und es vermittelt ihnen Geborgenheit. Es ganz wegzunehmen wäre daher nicht sinnvoll. Damit ein Kuscheltier nicht zu Allergien führt, sollte beim Kauf in erster Linie darauf geachtet werden, dass es schadstofffrei ist. Einige Hersteller weisen bereits gezielt darauf hin. Als weitere Präventionsmaßnahme sollte nur ein einziges Kuscheltier mit ins Bett genommen werden. Weiterhin wichtig zur Allergieprävention ist, dass Kuscheltiere regelmäßig gewaschen werden.

 

 

Autor:

Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, Mai 2008

 

Literatur:  

de Bilderling G, Mathot M, Agustsson S, Tuerlinckx D, Jamart J, Bodart E., Early skin sensitization to aeroallergens, Clin Exp Allergy. 2008 Apr;38(4):643-8.

Schluss mit Duftstoffen in schwedischen Krankenhäusern

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Nachdem es in den USA und Kanada bereits viele Krankenhäuser, Schulen und Universitäten gibt, die Duftstoffe wie Parfüm, Deo, After Shave, Weichspüler, etc. verbieten, soll nun auch in Schweden Vernunft zum Wohle der Gesundheit eintreten. Insbesondere sollen Personen mit Allergien und Multiple Chemical Sensitivity (MCS) durch ein Duftstoffverbot geschützt werden. Diese Personengruppen erleiden bei minimalem Kontakt bereits leichte bis sehr schwere Symptome, die von Kopfschmerzen, Hautreaktionen, asthmatischen Beschwerden bis zu Schockreaktionen reichen können.Die Krankenhausbehörde von Göteborg/Schweden bereitet derzeit einen Maßnahmenkatalog vor, der Duftstoffverboten in den USA nachkommt. Parfüms und andere stark duftende Produkte des persönlichen Bedarfs sollen in Krankenhäusern verboten werden. Insgesamt 49 Gemeinden in der Region Göteborg streben die Einführung eines vollständigen Duftstoffverbotes an, war von der schwedischen Online Zeitung „The Local“ zu erfahren. 

In den USA gibt es bereits seit Jahren zahlreiche Krankenhäuser, die von medizinischem Personal, Patienten und Besuchern strikt einen Verzicht von Duftstoffen fordern. Gleiches gilt für über 30 Universitäten, die über ihren ganzen Campus Duftstoffverbot verhängt haben, aus Rücksichtnahme für allergische und chemikaliensensible Studenten und Mitarbeiter.Der Grund des Duftstoffverbotes an schwedischen Krankenhäusern liegt darin, dass ca. 6% der Bevölkerung des Landes bereits unter einer Hypersensibilität gegenüber Duftstoffen leidet. Das kommt bisherigen amerikanischen und kanadischen Erhebungen nahe, auch dort leiden immer mehr Menschen unter körperlichen Beschwerden, wenn sie mit Duftstoffen bereits in geringer Konzentration in Kontakt kommen. Dies hat sogar ganze Städte, bspw. Flagstaff oder Calgary, dazu bewogen, den Duftstoffen den Kampf anzusagen. Kein leichtes Unterfangen, denn die Duftstoffindustrie steht sofort Gewehr bei Fuß und versucht mit Gegenkampagnen solche Bestrebungen zu unterbinden.In der Region Göteborg werden von dem geplanten Duftstoffverbot in Krankenhäusern etwa 50.000 Angestellte betroffen sein, hinzukommen Patienten, die in den medizinischen Einrichtungen Behandlung bekommen. Eine sinnvolle Maßnahme, wenn man bedenkt, dass viele Parfüms aus mehreren Hundert chemischen Einzelsubstanzen bestehen, die kranke Menschen leichter beeinträchtigen und deren Genesung verzögern oder in Frage stellen können. 

Die international bekannte schwedische Wissenschaftlerin Eva Millqvist teilte gegenüber TV4 mit, dass man bisher nicht vorhabe, Duftstoffverbotsschilder an den Türen anzubringen, stattdessen wolle man eine breit angelegte Informationskampagne durchführen, in der Hoffnung, dass Krankenhauspersonal und Patienten der neuen Regelung Respekt erweisen und auf Duftstoffe verzichten. Prof. Millqvist ist seit Jahren in die Forschung über Reaktionen auf Duftstoffe involviert und publizierte einige sehr wichtige Erkenntnisse auf diesem Gebiet. Durch ihre Forschung konnte mehrfach belegt werden, dass Chemikaliensensitivität organische Ursachen hat. 

In Deutschland steht man Duftstoffverboten bisher konträr gegenüber. Außer drei Warnmeldungen des Umweltbundesamtes erfuhren Allergiker und MCS Erkrankte bisher keine Unterstützung. Im Gegenteil, die Zahl der öffentlichen Gebäude und Krankenhäuser, die Duftstoffvernebler installieren, nimmt zu, sehr zum Leidwesen von Menschen, die auf diese Duftstoffchemikalien reagieren. 

Autor:
Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, März 2008