Monatsarchiv für April 2010

Gefahren und Allergien durch Mückenstiche sind auf dem Vormarsch

Der Urlaub auf Sardinien war prima gewesen, auch die Rückreise recht stressfrei. In der Nacht nach der Ankunft Zuhause ging es los. Kopfschmerzen, Kältegefühl, das Gesicht schwoll einseitig an und das linke Ohr war feuerrot. Arbeiten oder auch nur einen klaren Gedanken fassen – daran war nicht zu denken. Mittelohrentzündung? Oder noch Schlimmeres? Ein Arztbesuch brachte die Gewissheit, dass es das nicht war. Er stellte aber ein kleines Löchlein am Ohr fest. Ein übler Mückenstich einer Tigermücke.

Tigermücke

Mückenstich mit Folgen

Eine Woche dauerte es, bis die einseitige Schwellung des Gesichts abklang. Es sah aus, als hätte jemand ein Bügeleisen aufgedrückt. Ein weiterer Arztbesuch bestätigte, dass es wohl eine Allergie auf den Stich einer Tigermücke gewesen war. Das eiweißhaltige Speichelsekret ist für manche Menschen hochallergen und kann zu Schock- und Kreislaufreaktionen führen.

Blinder Passagier aus den Tropen

Die Tigermücke, ursprünglich ein asiatische Insekt, hat sich in den letzten Jahren bis nach Europa ausgebreitet. Auch in Deutschland wurde sie schon gesichtet. Mit Schiffladungen alter Autoreifen reist die Mücke üblicherweise als blinder Passagier ein. Sie braucht zur Fortpflanzung stehendes Brackwasser, Regentonnen, kleine Tümpel, feuchte Baumhöhlen. Sie zu bekämpfen ist ein schwieriges Unterfangen und nahezu aussichtslos auf längere Sicht gesehen. Bislang wird meist ein für Menschen unschädliches Granulat eingesetzt, in manchen Fällen auch chemische Insektizide.

Klein, aggressiv – selbst bei Tag stechen sie zu

Nur etwa 5mm ist die schwarz-weißgestreife Stechmücke groß. Sie kommt nicht erst in der Dämmerung aus ihrem Versteck, sondern sticht auch am helllichten Tag, selbst durch die Kleidung hindurch. Die Stiche der Tigermücke sind sehr schmerzhaft und oft jucken sie unerträglich.

Überträger von Tropenkrankheiten

Noch weitaus schlimmer als der Schmerz des Stiches ist jedoch, dass die Stechmücke, die 2007 erstmals in Deutschland lokalisiert wurde, rund 20 Krankheiten aus den Tropen verbreitet. Unter anderem wird das gefürchtete Dengue-Fieber und Chikungunya durch die Mücke übertragen. Zu den Symptomen gehören Fieber, Schüttelfrost, nahezu unerträgliche Gelenkschmerzen, die in der Regel ein bis zwei Wochen anhalten. Es wird aber auch von Fällen berichtet, die Monate unter den Schmerzen litten.

Prävention

Was kann man unternehmen, um nicht von der Tigermücke gestochen zu werden? Eigentlich recht wenig, denn wo sie verbreitet ist, sticht sie auch auf offener Strasse zu und nicht nur in Gärten, Wald- oder Feuchtgebieten. Dennoch ist Prävention wichtig, um sich zu schützen.

Wer in Gebiete reist, in denen die Tigermücke Fuß gefasst hat, ist gut beraten, ein Moskitonetz mitzunehmen und sich tagsüber zumindest von Orten fernzuhalten,, wo es stehende Gewässer hat. Vor Ort gibt es in befallen Gebieten meist Warnmitteilungen, die darauf hinweisen wo man fernbleiben soll.

Was die Stechmücken lieben ist Schweißgeruch, daher ist Körperhygiene mit täglich mehrfachem, kurzem Abduschen ein hilfreicher Präventionsbestandteil. Den Schweiß mit süßlichen Duftstoffen und Parfum zu überdecken ist jedoch ein Kardinalfehler, denn auch dafür haben die stechenden Plagegeister ebenfalls eine große Vorliebe.

Abzuraten ist von Insektensprays, die Nervengifte enthalten. Sie sind zwar wirksam gegen die Mücke, aber auch schädlich für die Gesundheit des Menschen. Mückenabwehr auf Basis ätherischer Öle ist die gesundheitlich unbedenklichere Alternative, sofern man nicht allergisch darauf reagiert oder chemikaliensensibel ist und dadurch auch mit manchen natürlichen Substanzen Probleme hat.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 26. April, 2010.

Pflege von unbehandelten Naturholztischen leichtgemacht – Tipps der Haus-Fee

PureNature HausfeeMassive Esstische, Küchen- oder Terrassentische aus unbehandeltem Holz haben ihren ganz eigenen Reiz und spiegeln einen Teil der Trends „Landhausstil“ oder „Boheme“ wieder.

Doch wie die Oberfläche eines Holztisches ohne Lackoberfläche pflegen?
Doch lieber wachsen oder ölen?

Carnaubawachs nur in Wasser gelöst und ohne Zusatzstoffe ist sicher eine gute Alternative, die eine gepflegte Oberfläche hinterlässt. Öle hingegen enthalten oft Lösungsmittel, Harze oder ätherische Öle als Zusatzstoffe. Damit freunden sich viele Allergiker nicht gerne an, denn schnell hat man sich wieder Schadstoffe oder allergieauslösende Substanzen eingehandelt. Insbesondere Chemikaliensensible wählen doch lieber eine völlig unbehandelte Oberfläche.

PureNature Haus-Fee Tipp: Pflege von unbehandelten Massivholztischen

Den Tisch nach jeder Mahlzeit mit einem Lappen und Seifenwasser abwaschen.

Ist ein Fettfleck vom Essen oder ein Wasserfleck von einem Glas auf dem Tisch?

Kein Problem: Einfach etwas Wiener Kalk oder anderen duftfreien Scheuersand auf einen Lappen oder Putzhandschuh geben und die Oberfläche leicht schrubben. Im Nu sind die Flecken weg und die Oberfläche blitzblank. Zusätzlicher Bonuseffekt: Die Oberfläche des Holztisches wird durch den feinkörnigen Sand oder Kalk ganz glatt und samtig.

Pollenallergiker aufgepasst – Birkenpollen dieses Jahr besonders aggressiv

Birken

Mit den ersten Frühlingssonnenstrahlen fängt es überall an zu sprießen, und die ersten Pollen sind bereits unterwegs. Ein Blick auf den Pollenwarndienst zeigt, Pollen von Birke, Pappel, Erle, Hasel, Ulme und Weide schwirren durch die Luft. Wem jetzt die Nase läuft und juckt oder die Atmung schwer fällt, der muss nicht gleich an Erkältung denken, denn auch Pollen können diese und noch viele weitere Beschwerden auslösen.

Pollenwarndienst, eine prima Sache

Es lohnt sich, einen Pollenwarndienst im Internet anzuklicken oder ein App auf das Smartphone zu laden, denn so kann man Ausflüge so planen, dass man den Pollen, auf die man besonders reagiert, ein wenig ausweicht. Mit manchen Pollenarten wird es einem schwer fallen, denn Weide, Hasel und Birke sind fast überall anzutreffen. Diejenigen, die auf Birkenpollen reagieren, haben ohnehin einen harten Frühling vor sich, denn dieses Jahr ist ein so genanntes Birken-Mastjahr. Was dies bedeutet und wie man erkennt, ob man plötzlich auch Heuschnupfen entwickelt hat, kann man der Pressemitteilung des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen entnehmen:

Pollenallergiker aufgepasst: 2010 ist ein Birken-Mastjahr

Der Pollenflug 2010 setzt erst spät ein. Grund ist das lang anhaltende Winterwetter in diesem Jahr. Die Kälte verzögerte die Baumblüte. Beginnt der Pollenflug in milden Wintern sonst oft schon im Januar mit der Blüte von Haseln und Erlen, verzeichneten die Messstationen 2010 erst Mitte Februar vereinzelt Pollen in der Luft. „Der Pollenflug kommt spät, aber mit Macht“, warnt Professor Dr. Hans Merk, Allergologe an der Universitäts-Hautklinik in Aachen und Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA). Die ersten warmen Frühlingstage werden in Deutschland einen massiven Pollenflug auslösen. Zum verspäteten Flug von Hasel- und Erlenpollen kommt in diesem Jahr eine besonders starke Belastung durch Birkenpollen. Birken setzen alle zwei Jahre besonders viele Pollen frei. „2010 ist ein Mastjahr für die Birken. Vermutlich kommt es bei Patienten mit einer Birkenpollenallergie in diesem Jahr zu besonders heftigen Allergiesymptomen“, so Merk. Eine Voraussage sei nicht sicher möglich, da die Pollenbelastung von Witterungsverhältnissen wie Temperatur, Wind und Niederschlag abhänge.

Birkenpollen gehören zu den Hauptauslösern von Heuschnupfen und allergischem Asthma (1). In einer Untersuchung des Globalen Europäischen Netzwerks für Allergien und Asthma (GA2LEN) liegt in Berlin bei 31,5 Prozent der Patienten eines Allergiezentrums eine Sensibilisierung gegen Birkenpollen vor (2). Der Birkenpollenflug beginnt meistens Mitte März und hat im April seinen Höhepunkt. In Jahren mit besonders starkem Pollenflug haben viele Menschen erstmals Beschwerden, weil sich ihre Allergie das erste Mal bemerkbar macht. Wer jetzt im Frühling starke Atemwegsbeschwerden hat, sollte daran denken, dass eine Pollenallergie dahinterstecken kann. Nicht immer ist eine Erkältung der Auslöser für Schnupfen, Niesen und Husten. An eine Pollenallergie sollten alle denken, deren Beschwerden saisonal auftreten, also immer wieder zur gleichen Jahreszeit. Dabei nehmen die allergischen Beschwerden eher zu und können auch zu ganzjährigen Symptomen oder zu Kreuzallergien bzw. Nahrungsmittelallergien führen. „Normale“ Erkältungsmedikamente gegen den Winterschnupfen helfen bei einer Pollenallergie nicht.

ÄDA-Präsident Merk rät Betroffenen, frühzeitig einen auf die Behandlung von Allergien spezialisierten Arzt aufzusuchen, denn bei rechtzeitiger und regelmäßiger Anwendung helfen antiallergische Medikamente am besten. „Pollenallergiker sollten sich außerdem bei einem Facharzt testen und beraten lassen, ob bei ihnen eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) indiziert ist. Diese Behandlung kann das Immunsystem tolerant gegenüber den Allergieauslösern machen. Dieser Effekt hält über die dreijährige Behandlungsphase hinaus an und verringert die Gefahr eines Etagenwechsels zu allergischem Asthma“, erläutert Merk. Er warnt davor, Heuschnupfen auf die leichte Schulter zu nehmen, da die allergische Entzündung sich auf die Bronchien ausdehnen und zu allergischem Asthma mit pfeifender Atmung, Luftnot und Husten führen kann. Heuschnupfen sollte auf jeden Fall rechtzeitig behandelt werden, um das Asthmarisiko zu senken und um zu verhindern, dass die Erkrankung chronisch wird.

Autor: Silvia K. Müller

Literatur:

Ärzteverband Deutscher Allergologen e.V. (ÄDA), Pressemitteilung, Aachen, 16. März 2010.

1. Bousquet PJ et al: Prevalence of positive skin tests to environmental aeroallergens in the European Community Respiratory Health Survey I. Allergy 2007:62:301-309.

2. Heinzerling L et al: Standard skin prick testing and sensitization to inhalant allergens across Europe – a survey from the GA2LEN network. Allergy 2005:60:1287-1300.

An Ostern trotz Allergie auf Ei viel Spaß beim Eiersuchen

Frohe Ostern

Eier färben, Osterkuchen backen, das Haus österlich dekorieren und die vielen anderen Vorbereitungen bereiten einen Riesenspaß. Wer unter Allergien leidet oder Kinder hat, die auf Ei, Milch, Nüsse, Laktose oder Pollen allergisch reagieren, muss Verschiedenes für die Festtage im Vorfeld abwägen. Doch mit etwas Kreativität steht auch Allergikern für ein schönes Osterfest nichts im Weg.

Trotz Allergie Spaß am Eiersuchen

Mit zum größten Spaß an Ostern zählt das Eiersuchen. Pech für Allergiker, die auf Ei reagieren? Nein, denn es gibt jede Menge Alternativen und an manchen kann man sich sogar ein Leben lang erfreuen.

Statt der typischen gefärbten Hühnereier

Allergien auf Ei können sehr schwerwiegend sein und im schlimmsten Fall Schockreaktionen auslösen. Normale gefärbte Hühnereier sind vorsichtshalber völlig von der Liste zu streichen, wenn ein Allergiker darauf reagiert.

Alternativen:

  • Blecheier sind seit ein paar Jahren wieder in Geschäften erhältlich. Man kann sie mit kleinen Präsenten füllen oder einfach so verstecken.
  • Wenn ein Allergiker nicht auf Schokolade reagiert oder es eine bestimmte Schokolade gibt, die er essen kann, z.B. Schokolade aus Carob, Schafs- oder Ziegenmilch, dann kann man Hühnereier ausblasen, gründlich reinigen und mit Schokolade füllen. Diese witzige Idee kommt nicht nur bei Kindern an.
  • Ostereier als Kerze aus Bienenwachs.
  • Richtige Sammlerobjekte sind Eier aus Stein oder Porzellan
  • Handbemalte ausgeblasene Gänseeier in einem Moosnestchen dekoriert
  • Eier aus Glas. Es gibt sie in wunderschönen Farben und Verzierungen. Warum nicht ein paar Glas-Eier verstecken? Sie werden viele Jahre lang Freude bringen.
  • Witzige bemalte Hasenfiguren aus Keramik, Ton oder Glas.

Woran man noch denken sollte

Gerade an Ostern sind in vielen Leckereien Allergene versteckt. Manche Allergiker reagieren nicht extrem und können kleine Mengen eines Nahrungsmittels essen, ohne Beschwerden zu bekommen. Problematisch kann es werden, wenn mehrere Allergien vorliegen, z.B. auf Ei und Kuhmilch, Laktoseintoleranz, Nussallergie. Schnell hat sich dann einiges an Allergenen aufaddiert und das Befinden kann mächtig in den Keller gehen. Deshalb ist es gerade bei Kindern wichtig, für möglichst viele Alternativen zu sorgen, in denen sich kein Allergen versteck, und das Osterfest wird unter Garantie ein wunderschönes Familienfest werden.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, April 2010