Monatsarchiv für Januar 2011

Über 40 Schulen erhalten Luftreiniger, um Asthma zu reduzieren

Dieselabgase Auslöser von Umweltkrankheiten bei Kindern

Die Luft in den Gebieten um den Hafen von Los Angeles ist stark verschmutzt durch die Diesel-betriebenen Schiffe, Ladekräne, LKWs und Züge. In den fünf Gemeinden rings um den Hafen ist bei Kindern Asthma weit über dem Bevölkerungsdurchschnitt verbreitet. Umweltorganisationen haben durch einen Gerichtsprozess erreicht, dass Schulen Luftreiniger erhalten. Mit rund 5,4 Millionen Dollar wird die Ausstattung der über vierzig Schulen mit Luftreinigern zu Buche schlagen.

Kinder leiden unter Asthma durch Dieselabgase

Seit der Hafen von Los Angeles erweitert wurde, ist die Luft in den umliegenden Gemeinden kaum noch zum Atmen. Mehr als 40% der landesweit eingeführten Waren werden über den Los Angeles Port eingeführt. Die Luft dort ist geschwängert von Dieselabgasen und Feinstaub, was Umweltkrankheiten vorprogrammiert. Fast ein Viertel der Kinder, die dort wohnen, leidet unter Asthma. Das sind über zehn Prozent mehr als im US-Durchschnitt. Kinder sind wesentlich stärker betroffen als Erwachsene, weil ihre Lungen sich noch in Entwicklung befinden.

Kampf für saubere Luft zum Atmen

Anwohner der Hafenregion und Umweltorganisationen waren seit 2008 mit der Stadt Los Angeles im Rechtsstreit, um der Ausdehnung des Hafens Einhalt zu gebieten. Zu den weiteren Maßnahmen, die erfüllt werden sollen, gehört die Reduzierung der Emissionen des Hafens. Dazu gehören saubere, alternative Lösungen als Ersatz für die dieselbetriebenen Verladekräne, als auch die Anschaffung elektrobetriebener Fahrzeuge im Hafenbereich statt der jetzigen Diesel-LKWs.

Kinder haben ein Recht auf saubere Luft zum Atmen

In der Los Angeles Times stand zu lesen, dass die Eltern zwar froh sind, dass in den Schulen nun Luftfilter eingesetzt werden sollen, aber sie drängen auf weitere rasche Verbesserungen. Das Argument der Eltern ist schlagkräftig, sie betonen, dass die Kinder sich nicht nur in Schulinnenräumen aufhalten, sondern auch draußen spielen, und dort sind sie gegenüber der schweren Luftverschmutzung völlig ungeschützt. Dazu ist es notwendig, dass vor allem ältere Diesel-LKWs schnellstens aus dem Verkehr gezogen werden, weil sie neben den großen Frachtschiffen als stärkste Luftverschmutzer gelten.

Reduzierung von Asthma und Umweltkrankheiten an Schulen durch Luftreiniger

In den nächsten beiden Jahren sollen schrittweise rund vierzig Schulen mit Luftreinigern ausgestattet werden. Die Schulen, deren Luft am stärksten mit Schadstoffen belastet ist, werden zuerst mit Luftreinigern ausgestattet. Für Kinder aus Familien, die über keine großen finanziellen Mittel verfügen, um für Zuhause ebenfalls Luftreiniger anzuschaffen, wird die Schule zum sichersten Ort für ihre Gesundheit werden. Es bleibt abzuwarten, ob die Luftfilterung in den Schulen schon ausreicht, die Anzahl der Kinder mit Asthma und Umweltkrankheiten zu reduzieren.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 29.01.2011

Kein Dioxin in Bio Eiern

Bio Eier unbedenklich

In den Regalen im Supermarkt türmen sich die Eier, keiner will sie mehr. Zu groß der Respekt davor, Dioxin verseuchte Hühnereier zu kaufen. Wie steht es bei Bio Eiern, muss der Verbraucher Risiken befürchten?

Verantwortliche, Produzenten von Bio Eiern und Vertriebsfirmen geben Entwarnung: Bioeier sind nicht belastet mit Dioxinen.

Keine Biohöfe betroffen

Dennree, ein Bio-Großhändler der bundesweit Bioläden beliefert, teilte am 4. Januar 2011 in einer Kundeninformation mit, dass keine Bio-Legehennenbetriebe oder Bio-Futtermittelhersteller betroffen sind.

Warum sind Bio Eier nicht betroffen?

Die im Bio-Bereich eingesetzten und erlaubten Öle werden nur aus Bio-Soja, Bio-Raps oder Bio-Sonnenblumen gewonnen, teilt Dennree den Bioladenkunden mit. Im Futter für Legehennen kommen im Biobereich außerdem wesentlich weniger Öle zum Einsatz als im konventionellen Bereich. Dass Fett des Futters der Eierlieferanten von Dennree resultiert hauptsächlich aus dem natürlichen Fettgehalt des eingesetzten Getreides, der Hülsenfrüchte und anderer natürlicher Bestandteile. Bio-Öl wird nur in einem ganz geringen Anteil von ca. 1-2% zugegeben.

Der Einsatz von Öl in der konventionellen Branche liegt im Schnitt bei 5-6%, es wird auf diese Weise ein höherer Energiewert bei geringerer Futteraufnahme gewähr- leistet, das bringt höheren Profit.

Eierproduzent „Biohennen“ gibt in einer Pressemitteilung nähere Informationen:

Vohburg, 4.1.2011 – Ursache für die jüngste Dioxinverseuchung von Tierfutter ist nach Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz die Verwendung von Fettresten aus der Biodiesel-Produktion. Mit dem Gift verunreinigte Futter- oder Lebensmittel waren in Niedersachsen, Schleswig- Holstein, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen- Anhalt, Thüringen und Brandenburg gefunden worden. Höfe in Bayern sind nicht betroffen. Da es sich um konventionelle Futtermittel handelt, sind nach unserer Kenntnis auch keine Biohöfe betroffen.

Das in unserem Futter verwendete pflanzliche Fett, kaltgepresstes Bio-Pflanzenöl, wird zu 100% in unserer Vertragsfuttermühle selbst hergestellt, wodurch ein Zukauf mit den damit verbundenen Risiken nicht nötig ist. Darüber hinaus werden sowohl die Futtermühle als auch die Bauernhöfe vom Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V. (www.was-steht-auf-dem-ei.de) nach dem Leitfaden Futter- mittel auf Dioxin kontrolliert. Da in keinem Fall Sperrungen durchgeführt wurden, können wir davon ausgehen, dass keine Auffälligkeiten auftraten.

Unsere aktuellste Eieruntersuchung ergibt 0,36 ng/kg Fett. Der Grenzwert liegt bei 3,0 ng/kg Fett. Die Eier der Biohennen AG können damit weiterhin mit gutem Gewissen verzehrt werden.

Die Biohennen AG ist eine Erzeugergemeinschaft von traditionell wirtschaftenden Bauern und hat mit ihrer Marke „Die Biohennen“ bundesweit den höchsten Standard in der Hühnerhaltung und Eierproduktion. In 26 bäuerlichen Familienbetrieben finden sich insgesamt über 100.000 Hühner in artgerechter Haltung nach den Richtlinien der Biohennen.

Die Betriebe sind auf der Webseite von Die Biohennen einzusehen.

Werden Bio Eier auf Dioxine hin untersucht?

Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Untersuchung auf Dioxine nicht. Einer der Gründe sind die extrem hohen Kosten, die für Laboranalysen auf Dioxine zu Buche schlagen. Rund tausend Euro kostet eine einzige Messung, war in einer SWR Radiosendung am 2. Januar 2011 zu hören, die über Dioxinbelastung in Eiern aufklärte. Die Biobranche hat sich jedoch vielfach eine Selbstverpflichtung auferlegt und kontrolliert auch auf Dioxine. So finden laut Bio-Großhändler Dennree regelmäßige Eigenkontrollmaßnahmen auch auf Dioxine statt. Die letzte Kontrolle von Dennree stammt vom Dezember 2010 und war frei von Dioxinen.

Wer auf Eier nicht verzichten mag, für den gibt es nur eine Alternative: Bio Eier.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 6. Januar 2011

Weiterführende Informationen über die Dioxinbelastung von Eiern und die Hintergründe:

Toxikologe zu Dioxin-Belastungen in Eiern