Monatsarchiv für März 2011

Grenzwerte für radioaktive Belastung von Lebensmitteln aus Japan erhöht

Bundesregierung informiert Öffentlichkeit nicht

Die Verbraucherorganisation foodwatch und das Umweltinstitut München e.V. haben die Informationspolitik der Bundesregierung über die Lebensmittelsicherheit nach der Reaktorkatastrophe in Japan kritisiert. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner verweist seit Tagen auf „verstärkte Kontrollmaßnahmen“ und „spezielle Schutzstandards“ – sie informiert die Öffentlichkeit jedoch nicht darüber, dass die EU-weit geltenden Grenzwerte für die radioaktive Belastung von Lebensmitteln aus den betroffenen Regionen Japans am vergangenen Wochenende deutlich erhöht wurden.

War bisher eine kumulierte Radioaktivität von Cäsium-134 und Cäsium-137 von maximal 600 Becquerel/Kilogramm zulässig, traten am vergangenen Wochenende bis zu 20-fach höhere Obergrenzen von bis zu 12.500 Becquerel/Kilogramm für bestimmte Produkte aus Japan in Kraft.

Zwar gibt es in Europa derzeit keinen Anlass zur Sorge über hochbelastete Produkte aus Japan im Handel – dies rechtfertigt jedoch weder die lückenhafte Informationspolitik der Bundesregierung noch die Heraufsetzung der Grenzwerte. „Die Ministerin redet nur von verstärkten Kontrollen und verschweigt, dass gleichzeitig die Sicherheitsstandards für japanische Lebensmittel gesenkt wurden. Frau Aigner enthält der Öffentlichkeit wichtige Informationen vor – so gewinnt sie sicher nicht das Vertrauen der Bürger“, sagte Thilo Bode, Geschäftsführer der Verbraucherorganisation foodwatch. „Es ist absurd, in der jetzigen Situation Grenzwerte für japanische Lebensmittel zu erhöhen, um sie in die EU einführen zu können“, erklärte Christina Hacker, Vorstand im Umweltinstitut München.

Beide Organisationen sprachen sich dafür aus, einen kompletten Importstopp zu verhängen.„Unsere Solidarität gehört derzeit den Opfern der Katastrophe in Japan und diese Maßnahme wäre bestimmt kein großer Schaden für die japanische Wirtschaft “, so Christina Hacker vom Umweltinstitut München. Ohnehin seien die Einfuhrmengen für Lebensmittel aus Japan nach Europa nur sehr gering.

Für Lebensmittel und Lebensmittelimporte gelten für Cäsium-134 und Cäsium-137 üblicherweise Höchstwerte von 370 Becquerel/Kilogramm für Säuglingsnahrung und Milchprodukte sowie von 600 Becquerel/Kilogramm für andere Nahrungsmittel (EU-Verordnung 733/2008). Mit der Eilverordnung 297/2011, in Kraft getreten am 27. März 2011, hat die Europäische Kommission diese Grenzen für Produkte aus den betroffenen japanischen Regionen deutlich heraufgesetzt: auf 400 Becquerel/Kilogramm für Säuglingsnahrung, auf 1000 Becquerel/Kilogramm für Milchprodukte und auf 1250 Becquerel/Kilogramm für andere Nahrungsmittel. Bestimmte Produkte wie Fischöl oder Gewürze dürfen diesen Wert sogar um das Zehnfache übersteigen, also bis zu 12.500 Becquerel/Kilogramm belastet sein – ein 20-faches des bisherigen Limits.

Hintergrund für die Anhebung ist die nach der Tschernobyl-Katastrophe im Jahr 1987 erlassene EU-Verordnung 3954/1987. Demnach können im Falle eines „nuklearen Notstandes“ die Höchstgrenzen für die zulässige radioaktive Belastung von Lebensmitteln angehoben werden, um einer Nahrungsmittelknappheit vorzubeugen. „Diese Regelung jetzt in Kraft zu setzen, ist absurd, denn es gibt in Europa keinen nuklearen Notstand und erst recht keine Nahrungsmittelknappheit. Importe aus Japan spielen für die Versorgungssicherheit der europäischen Bürger überhaupt keine Rolle“, sagten Thilo Bode und Christina Hacker.

Literatur: Foodwatch, Umweltinstitut München, Berlin/München, 29. März 2011

Weiterführende Links:

Bisherige Grenzwerte (EU-Verordnung 733/2008)

EU-Eilverordnung 297/2011

Neue Grenzwerte (EU-Verordnung 3954/1987)

Weitere interessante PureNature Artikel:

E10 Benzin: Verunsicherung treibt weitere Blüten

Wirtschaft und Politik sind weiterhin planlos

Als Unsinn bezeichnet der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) die neusten Entwicklungen beim Thema E10-Benzin. Die Einführung einer E10-Versicherung sei widersinnig und trage zur weiteren Verunsicherung der Verbraucher bei. “Unter diesen Umständen kann ich es niemandem verübeln, wenn er einen Bogen um E10 macht”, erklärt Vorstand Gerd Billen.

Weiterhin fehlt es an einer rechtsverbindlichen Garantieerklärung für Autofahrer, dass ihr Auto E10 verträgt. Daran ändert auch die gemeinsame Erklärung von Entwicklungsvorständen der Automobilhersteller nichts, die der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Montag veröffentlicht hat. Der vzbv fordert von Wirtschaft und Politik, endlich Planungssicherheit für PKW-Besitzer zu schaffen. “Das Maß der Dinge ist und bleibt eine rechtsverbindliche Garantieerklärung der Hersteller, die den Haltern über das Kraftfahrtbundesamt zugestellt werden muss”, fordert Billen.

Versicherung steigert die Skepsis

Auch die Einführung einer E10-Versicherung, wie sie der Mineralölkonzern Shell seit kurzem anbietet, steigert die Verunsicherung der Kraftfahrer. “Wer möchte schon Benzin tanken, gegen das er sich erst versichern muss?”, fragt Billen. Zumal greife die Versicherung erst, wenn eine “Unbedenklichkeitserklärung” des Herstellers vorliege.

Umfassende Klimaschutzstrategie für den Verkehrssektor vorlegen

E 10 ist nach Auffassung des vzbv ein Paradebeispiel für eine Klimaschutzpolitik, die zu viel kostet, zu wenig nützt, aber den großen Akteuren, vor allem der Autoindustrie nicht schadet. Die Bundesregierung sollte im Verkehrssektor mit Nachdruck auf diejenigen Maßnahmen setzen, die zu geringen Kosten und mit umfassenden Vorteilen für die Verbraucher CO2-Einsparungen bringen, das heißt vor allem:

  • Verbesserungen bei der Effizienz der PKW
  • Fortentwicklung der CO2-orientierten Kfz-Steuer
  • Ausbau des öffentlichen Verkehrs
  • Offene Debatte über die Einführung eines Tempolimits auf Autobahnen

Autor: Verbraucherzentrale, 29.03.2011

Edelstahl und Gesundheit nicht mit falschen Reinigern ruinieren

Frühjahrsputz ohne gefährliche Chemie

Endlich Frühling: Zeit für den Frühjahrsputz. Schließlich soll es zuhause sauber sein, wenn die Sonne wieder alles ins rechte Licht rückt. Um Haus und Heim fit für den Sommer zu machen, braucht man nicht viel. Bevor Eimer, Lappen und Putzmittel zum Zuge kommen, gilt es, einen klaren Kopf zu bewahren. Dann sind auch edle Oberflächen wie Edelstahl Rostfrei im Nu auf Hochglanz gebracht.

Gefahren

Auch beim Putzen gilt: “Viel” hilft nicht viel. Zahlreiche aggressive Reinigungs- und Desinfektionsmittel buhlen um die Gunst der Verbraucher. Für den Hausputz sind sie aber eher nicht zu empfehlen, denn sie wurden ursprünglich für industrielle Anwendungen entwickelt: Mit Aktivchlor, auch Chlorbleiche genannt, werden beispielsweise Gärbecken von Keimen befreit. Wenn die Hausfrau das Kleingedruckte nicht befolgt und Aktivchlor zu stark, zu lange oder ohne reichliches Nachspülen anwendet, riskiert sie ernsthafte Schäden. So droht der Gesundheit Gefahr: In Kombination mit fast allen anderen Putzmitteln reagieren Chlorprodukte mit giftigen Dämpfen, die zu Schäden an Lunge, Augen, Haut und Schleimhäuten führen können. Oberflächen aus Edelstahl Rostfrei können zu rosten beginnen oder werden sogar durch Lochfraß zerstört. So entpuppen sich Chlorreiniger schnell als falsche Freunde.

Gewusst wie

Tatsächlich braucht man für saubere Frische, die sich sehen lassen kann, nur wenig: Warmes Wasser, ein mildes Haushaltsreinigungsmittel und zwei weiche Tücher genügen für hygienischen Glanz daheim. Einweichen, wischen, trocknen – fertig! Wer sich nicht zuviel an einem Tag vornimmt, kommt schnell und entspannt zum frühlingshaft sauberen Heim. Putzt man mit System von oben nach unten und von außen nach innen, dann gelingt der Frühjahrsputz fast wie von selbst und vor allem ohne falsche Freunde.

Literatur: obs/Warenzeichenverband Edelstahl Rostfrei e.V. und Franke GmbH, 21.03.2011

Photo: Warenzeichenverband Edelstahl Rostfrei e.V. und Franke GmbH

Atomausstieg jetzt, Stromkunden handeln

Konsequenzen ziehen aus dem Atomunfall in Fukushima

Die Nachrichten vom Atomunfall in Japan überschlagen sich. Die Situation spitzt sich zu und die Millionenstadt Tokio ist von schwerer radioaktiver Verseuchung bedroht. In Deutschland steigt der Protest gegen Atomkraft und Politiker haben ein Moratorium beschlossen, in dem die Laufzeitverlängerung für einige deutsche Atomkraftwerke für drei Monate ausgesetzt werden soll. Von Experten und aus der Bevölkerung werden Stimmen laut, dies sei nur ein politischer Schachzug, um den Wahlkampf positiv zu beeinflussen. In der Nacht zum 17. März ging das Atomkraftwerk Philippsburg vom Netz. Was nach dem dreimonatigen Moratorium passiert und welche Atomkraftwerke dann doch wieder ans Netz gehen, ist ungewiss.

In der Bevölkerung wächst berechtigterweise die Sorge um die Sicherheit von Atomkraft. Der Stromkunde hat die Möglichkeit, jederzeit zu einem atomfreien Stromanbieter zu wechseln, damit erneuerbare Energien, den Ausstieg aus der Atomenergie und sogar zusätzlich soziale Projekte zu fördern.

Atomkraft, ein nicht kalkulierbares Risiko

Das außer Kontrolle geratene Atomkraftwerk Fukushima belegt unmissverständlich, dass wir Menschen die Atomkraft alles andere als unter Kontrolle haben. Von der ersten Stunde an bekam Japan internationale Unterstützung, um das nach einem Erdbeben und Tsunamis beschädigte Atomkraftwerk wieder unter Kontrolle zu bringen.

Die Meldungen aus Japan hingegen brachten Nachrichten über steigenden Druck in mehreren Reaktoren, Explosionen, Trockenfallen der Abkühlbecken für Brennstäbe, steigende Freisetzung von Radioaktivität und den verzweifelten Kampf von 50 mutigen Menschen, den atomaren Supergau abzuwenden. Hilfsmaßnahmen aus den USA und Europa wurden aufgrund der steigenden Radioaktivität unterbrochen und Hilfskräfte abgezogen. Die Hauptstadt Tokio mit ihren über 35 Millionen Einwohnern sei nicht zu evakuieren, hieß es unterdessen.

Das Szenario, das weltweit in den Nachrichtenkanälen übertragen wird, lässt Ohnmacht bei Menschen weltweit aufkommen. Sie fragen berechtigterweise, warum führende Atomexperten und brillante Wissenschaftler Japan nicht mit adäquaten Lösungen zur Abwehr einer absoluten Atomkatastrophe unterstützen können. Man muss nicht im Atomkraftwerk Fukushima sein, Hightech bietet diverse Möglichkeiten, von jedem Ort der Welt zu agieren.

Völlige Sicherheit ist unrealistisch

Unfälle in Kernkraftwerken können in jedem Land passieren, dass diese Technologie nutzt. Zu glauben, dass Deutschlands Atomkraftwerke und Sicherheitsvorkehrungen für einen Ernstfall besser ausgerüstet seien, als die des Hightech Lands Japan, ist vermessen und wurde von Umweltorganisationen durch Fakten längst als Wunschglaube widerlegt.

Ökostrom, Strom ohne Atomkraft

Deutschland kann ohne seine Atomkraftwerke auskommen, das wurde durch Experten und Umweltorganisationen dargelegt. Deutschland produziert nämlich Stromüberschuss, der ins Ausland verkauft wird. Atomkraftwerke abschalten und ein gezieltes Umschwenken auf erneuerbare Energien ist keine Utopie, sondern ohne Weiteres machbar für unser Land, das in der Welt führend im Bereich Umwelttechnologie ist.

Der Wechsel zu atomfreien Anbietern ist einfach und unproblematisch

Nachfrage bestimmt den Markt, das ist auch beim Strom aus der Steckdose so. Wenn sich immer mehr Stromkunden für atomfreien Strom entscheiden, werden die Stromanbieter mittelfristig nachziehen.

Der Stromkunde hat viel mehr Einfluss, als er vermutet, und ein Wechsel zu Stromanbietern, die völlig ohne Atomenergie produzierten Ökostrom liefern, ist leicht. Eine Entscheidung kann zu jeder Zeit getroffen werden und die Anbieter übernehmen Formalitäten. Angst davor, dass während des Wechsels plötzlich kein Strom da ist, ist unbegründet, das garantieren die atomfreien Stromanbieter.

Einige Anbieter für atomfreien Strom und Infowebseiten über Ökostrom

Atomfreier Ökostrom muss nicht teurer sein als Atomstrom, und damit man keine unliebsame Überraschung erlebt, gibt es im Internet Plattformen, auf denen man die Kosten, die auf einen zukommen, kalkulieren kann.

Was viele nicht wissen: Unter den Ökostromanbietern gibt es für den Stromkunden nicht nur Optionen, Strom aus unterschiedlichen erneuerbaren Ressourcen zu wählen, man hat zusätzlich die Möglichkeit, sich für Anbieter zu entscheiden, die soziale Projekte unterstützen.

Einige Beispiele:

Verivox Ökostrom Kalkulator

Auf der Webseite von “Verivox” kann man die Preise für Ökostrom unter die Lupe nehmen und gleichzeitig ermitteln, was man bei einem Wechsel zu einem Ökostromanbieter im Vergleich zum jetzigen Anbieter zahlen muss.

Preisvergleich Ökostrom

„Atomfreier Strom“ ist eine weitere Plattform, auf der Privatkunden und Geschäftskunden Preise vergleichen und die Stromkosten für den eigenen Verbrauch durchkalkulieren können.

Greenpeace Energy

Die Umweltorganisation Greenpeace hat eigens eine Genossenschaft gegründet, um Ökostrom anzubieten. „Greenpeace Energy“ entwickelt gleichzeitig innovative Projekte. Eines davon ist das Hamburger „CarSharing Pilotprojekt“, bei dem vier, ausschließlich mit Ökostrom betriebene Elektroautos zum Einsatz kommen.

Lichtblick

Der Anbieter „Lichtblick“ bietet Strom aus erneuerbaren Energien an und garantiert, dass der Strom nicht aus Atomkraftwerken oder Kohlekraftwerken stammt.

Es gibt zahlreiche weitere Anbieter und es lohnt sich, die verschiedenen Angebote zu studieren, aus welchen erneuerbaren Energien deren Strom konkret stammt und es ist interessant nachzulesen, wie sich die einzelnen Ökostromanbieter sozial und für die Umwelt engagieren.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 17. März 2011

PureNature hat den Wechsel zu atomfreiem Strom vor rund drei Jahren vollzogen. Probleme bei Wechsel zu „Lichtblick“ gab es nicht. Die Mitarbeiter von PureNature helfen außerdem mit großem Enthusiasmus dabei, Möglichkeiten zu finden Energie einzusparen, Arbeitsabläufe energieeffizienter zu gestalten und wo immer es möglich ist, Ressourcen zu schonen.

Jeder dritte Arzneimittel-Allergiker nimmt den Allergieauslöser erneut ein

Allergologen mahnen zu besserem Umgang mit Medikamentenallergien

Medikamente können nicht nur Beschwerden lindern, sondern auch verursachen. Mehr als sieben Prozent der Bevölkerung leiden an einer Arzneimittel-Unverträglichkeit, viele davon reagieren allergisch. Häufige Auslöser einer Medikamenten-Allergie sind Penizillin und andere Antibiotika, aber auch Schmerzmittel wie ASS (Acetylsalicylsäure) sind Ursache von Urtikaria, Schock oder Asthma. Jetzt stellten der Allergologe Professor Thomas Fuchs und sein Team an der Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen in einer Studie fest, dass Arzneimittel-Allergiker langfristig stark gefährdet sein können. Denn jeder Dritte nimmt einige Jahre nach der Diagnose wieder ein Arzneimittel mit dem Allergieauslöser ein. „Patienten mit einer Allergie auf Arzneistoffe vergessen oder ignorieren die Empfehlungen ihres Allergologen mit der Zeit. Erschreckend ist, dass sich sogar Ärzte über unsere Empfehlungen hinwegsetzen und den Allergieauslöser verordnen“, kritisiert Fuchs. Die Folgen können schwerwiegend sein, im schlimmsten Fall droht ein Schock mit Lebensgefahr.

Die Arbeitsgruppe um Fuchs hatte 80 Patienten mit einer Allergie auf nicht-steroidale Schmerzmittel wie ASS, Paracetamol, Diclofenac oder Ibuprofen nach ihren Erfahrungen einige Jahre nach der Diagnose befragt. 41 Prozent hatten trotz der bekannten Allergie erneut das auslösende Medikament eingenommen. Die häufigsten Ursachen: Die Betroffenen kennen den Allergieauslöser oder sichere Alternativen nach einigen Jahren nicht mehr oder nehmen Medikamente ein, ohne den Beipackzettel auf entsprechende Inhaltsstoffe zu prüfen. In einigen Fällen hatten auch Ärzte ein Medikament mit dem Allergieauslöser verordnet. Und mehrere Patienten nahmen absichtlich ein Allergie auslösendes Medikament ein – aus Neugier, ob wohl wieder eine Reaktion auftritt.

Die Untersuchung der Hautklinik Göttingen zeigt, wie wichtig die intensive Aufklärung von Menschen mit einer Medikamenten-Allergie ist. Laut Fuchs sollten sich die Betroffenen ein Jahr nach der Diagnose erneut bei einem Allergologen vorstellen. Außerdem rät er den Patienten, immer einen Allergiepass bei sich zu haben. Darin wird der Auslöser notiert, damit behandelnde Ärzte sofort erkennen, welche Medikamente gefährliche Unverträglichkeitsreaktionen auslösen können. „Menschen mit einer Medikamenten-Allergie sollten ihre Ärzte auch aktiv darauf hinweisen, damit gewährleistet ist, dass kein Medikament mit dem Allergieauslöser verordnet wird“, empfiehlt der Allergieexperte Thomas Fuchs von der Hautklinik Göttingen.

Autor: Ärzteverband Deutscher Allergologen e. V. (ÄDA) www.aeda.de

Literatur:

Buhl T, Meynberg HC, Kaune KM, Hünecke P, Schön MP, Fuchs T:

Long-term follow-up of patients with hypersensitivity to nonsteroidal anti-inflammatory drugs reveals shortcomings in compliance and care, J Allergy Clin Immunol 2011: 127(1): 284-285

Weitrere Artikel zum Thema: