Archiv der Kategorie ‘Gesund Leben‘

Stevia – eine Alternative zu Zucker und Honig

Natürlicher Süßstoff, hohe Süßkraft, keine Kalorien

Die westliche Industriewelt ist eine süße Gesellschaft. Der Verbrauch von Würze, die Speisen und Getränke süß schmecken lässt, ist gewaltig und wird von Massenproduktion und Gewöhnung diktiert. Wenn Sie zu den Verbrauchern zählen, die dem geschwefelten Industriezucker aus dem Weg gehen wollen, haben Sie sicherlich schon Alternativen ausprobiert. Das Süßen mit Honig funktioniert auch, aber Sie empfinden das Bienenprodukt als geschmacklich zu festgelegt und damit nicht wirklich als Zuckerersatz geeignet? Künstliche Süßstoffe lehnen Sie aus gesundheitlichen oder auch geschmacklichen Gründen ab und die braunen Rohzuckerarten süßen Ihnen in zu geringer Wirkung? Es gibt eine Alternative: das süße Stoffgemisch aus der südamerikanischen Pflanze Stevia Rebaudiana erobert jetzt die Küchen Europas. Deshalb sind Informationen zur Stevia Pflanze als Zuckerersatz im Moment stark nachgefragt.

Nach fünfhundert Jahren auch in Europa


Die Süßkraft der Stevia nutzen die Ureinwohner Brasiliens und Paraguays schon lange. Ein Schweizer Botaniker war der erste Europäer, der die Pflanze Ende des neunzehnten Jahrhunderts entdeckte und ihr den lateinischen Namen gab. Die Ureinwohner sprechen treffenderweise bis heute vom Süßkraut. Mehrfach im zwanzigsten Jahrhundert wurden Versuche unternommen, Stevia auch auf dem europäischen Markt anzubieten, aber wiederholt verhinderten widersprüchliche und umstrittene Gutachten die Zulassung als Würzmittel oder Lebensmittelzusatz. Während die Zuckeralternative in Japan und Brasilien seit über dreißig Jahren von Lebensmittelkonzernen in großen Mengen genutzt wird, ist die Zulassung in der Europäischen Union erst im Dezember 2011 erfolgt. Neben der Verarbeitung der Pflanzen ist auch die spezielle Verarbeitung zu einem Süßstoffgemisch erlaubt, das Speisen und Getränken an Stelle von Zucker zugegeben werden kann.

Getrocknete Blätter, Konzentrate und runde Süßwürfel


Beim Stevia können Sie aus verschiedenen Darreichungsformen auswählen, um Ihren neuen “Zucker” einfach und effektiv einzusetzen. Getrocknete Blätter transportieren den Originalgeschmack der Pflanze, der manche Gaumen ein wenig an Lakritze erinnert. In Südamerika erfreut sich vor allem der aus der puren Pflanze hergestellte Sirup großer Beliebtheit, der die Lakritz-Attitüde gänzlich verloren hat. Bei flüssigen Konzentraten und Stevia Pulver fällt Ihnen besonders die enorme Süßkraft auf, die ein Vielfaches der gewöhnten Zuckerwürzkraft besitzt. Die Produktform der Tabs hat sich vor allem in den bereits bestehenden Märkten etabliert. Manche Hersteller mischen die Tabs mit Fructose oder anderen synthetischen Süßstoffen, was zwecks Süßkraft nicht erforderlich ist. Mit der Zulassung in Europa werden sicherlich noch weitere Produkte zum praktischen alltäglichen Einsatz entwickelt und Ihren Zuckerstreuer füllen Sie zukünftig viel seltener. Und die geringeren Mengen, die Sie zum Süßen verbrauchen, erzeugen keine Karies, wie die vorbereitenden Studien für die Zulassung verlässlich herausgefunden haben.

Weltgesundheitsorganisation stellt fest: Umwelt macht zunehmend krank

Europäisches WHO Zentrum für Umwelt und Gesundheit in Bonn eröffnet

Die Umwelt und der zunehmende Einsatz von Chemikalien im Alltag sorgen für Anstieg von Krankheiten. Rund 20% der Krankheiten in der europäischen Region sind auf vermeidbare Umweltgefahren und Expositionen zurückzuführen. In manchen EU Ländern liegt der Prozentsatz umweltbedingter Erkrankungen sogar bei 54%. Bei Kindern unter 15 Jahren liegt der Anteil der durch die Umwelt verursachten Krankheiten bei 34%, und jeder fünfte Einwohner in der EU Region stirbt an den Folgen einer durch Umwelteinflüsse verursachten Krankheit, teilte die Regionaldirektorin der Weltgesundheitsbehörde im Februar 2012 bei der Eröffnungsansprache des von der WHO erweiterten Europäischen Zentrums für Umwelt und Gesundheit in Bonn mit. (1,2,3)

Erweitertes Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit (ECEH)

Das ECEH nahm seine Arbeit 1991 mit finanzieller Unterstützung Italiens, Frankreichs und der Niederlande auf. Nach der Schließung der Büros in Frankreich und den Niederlanden wurde im Jahr 2001 mit finanzieller Unterstützung durch die Regierung der Bundesrepublik Deutschland als Ergänzung zum Büro in Rom das Bonner Büro eröffnet. Nach der Schließung des Büros in Rom im Jahr 2011 erweitert das Büro in Bonn nun seinen Aktionsradius im Themenbereich Umwelt und Gesundheit.

In den zurückliegenden Jahren hat das Zentrum in Bonn die Sammlung und Analyse wissenschaftlicher Erkenntnisse über Umweltbelastungen und ihre Gesundheitsfolgen koordiniert, politische Entscheidungsprozesse unterstützt, und kam zu folgenden Feststellungen:

  • Bürger in der Europäischen Region der WHO büßen infolge einer über den von der WHO empfohlenen Werten liegenden Luftbelastung im Durchschnitt 8,6 Monate an Lebenserwartung ein
  • Verkehrslärm führt im Westeuropa Jahr für Jahr zum Verlust von mehr als einer Million gesunder Lebensjahre
  • Unangemessene Wohnbedingungen kosten in der Europäischen Region jedes Jahr mehr als 100 000 Menschen das Leben

Einkommensschwache Bevölkerungsgruppen Umweltgefahren stärker ausgesetzt

WHO hat 14 Indikatoren für umweltbedingte Ungleichheiten im Gesundheitsbereich entwickelt, die sich auf drei Bereiche erstrecken: Wohnungswesen, Verletzungen und Umwelt.

Einkommensschwache Bevölkerungsgruppen sind bis zu fünfmal höheren Umweltrisiken ausgesetzt als wohlhabendere Mitbürger, wie aus einem neuen Bericht der WHO hervorgeht. Allein in der EU leben rund 80 Mio. Menschen in relativer Armut, d. h. mit einem Einkommen unterhalb von 60% des mittleren Einkommens in ihrem Land. Viele dieser Menschen leben in feuchten, unzureichend beheizten Wohnungen ohne angemessene Sanitäreinrichtungen. Die WHO Regionaldirektorin und deutsche Politiker verdeutlichten bei der Eröffnung diese schwierige Problematik, für die man gezielt Lösungen erarbeiten will:

Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa: „Ich sehe das Zentrum nun nach seiner Erweiterung als die künftige Kompetenz-Schaltstelle der Europäischen Region, die die Mitgliedstaaten dabei unterstützen wird, für ihre gesamte Bevölkerung – und ich betone: die gesamte Bevölkerung – in gleicher Weise gesunde Umweltbedingungen zu schaffen.“

Daniel Bahr, Bundesgesundheitsminister: „Im Sinne eines vorbeugenden Gesundheitsschutzes müssen wir heute handeln, damit die nächsten Generationen gesunde Lebenswelten vorfinden. Hierzu müssen wir alle Akteure einbinden, um gemeinsam Maßnahmen zu entwickeln und die Gesundheitssysteme zu stärken. Das erweiterte WHO-Zentrum in Bonn ist hierzu ein wichtiger Schritt“.

Dr. Norbert Röttgen, Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: „Wir erhöhen unseren Anteil an der Finanzierung des Europäischen Zentrums, weil Umweltfaktoren maßgeblichen Einfluss auf die Gesundheit haben. Die WHO wird hier mit dem erweiterten Zentrum zukünftig noch aktiver sein können und die Umweltpolitik mit ihren Analysen und Empfehlungen unterstützen“.

Länderübergreifende Kooperation

Dank des zusätzlichen Finanzierungsbeitrags Deutschlands kann das ECEH seinen Aktionsradius nun um vier Hauptbereiche erweitern: Klimawandel und nachhaltige Entwicklung; Belastung durch zentrale Umweltrisiken (Luftverschmutzung, Lärm, Chemikalien, Strahlung, ungünstige Arbeits- und Wohnbedingungen); gesundheitsrelevante Umwelterkenntnisse und Prognosen; und Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen, einschließlich Wasserver- und Abwasserentsorgung.

Die mit diesen Themen befassten Programme werden sich stärker mit Art und Ausmaßen aktueller und künftiger umweltbedingter Gesundheitsgefahren befassen, um so die Länder der Region bei der Ausarbeitung und Durchführung von Gegenstrategien zu unterstützen, auch im Falle von Umweltkatastrophen.

Weitere Informationen über das Europäische WHO Zentrum für Umwelt und Gesundheit in Bonn

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 23. Februar 2012

Literatur:

Zsuzsanna Jakab, WHO Regionaldirektorin, Rede zur Eröffnung des erweiterten Europäischen Zentrums für Umwelt und Gesundheit, 14 Februar 2012, Bonn, Germany.

WHO – Europäischen Zentrums für Umwelt und Gesundheit, WHO eröffnet erweitertes Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit in Bonn und stellt neuen Bericht über gesundheitsrelevante Umweltungleichheit vor, Kopenhagen und Bonn, 14. Februar 2012

ECEH, Environmental health inequalities in Europe, 2012

Frühjahrsputz: Umwelt- und gesundheitsbewusst

Auch natürliche Duftstoffe in Reinigungsmitteln äußerst bedenklich

Der allgemeine Trend geht hin zu natürlichen, chemiefreien Reinigungsmitteln, die duftfrei sind und weg von scharfen, chemischen Putzmitteln. Viele Hausfrauen haben festgestellt, dass ihre Gesundheit durch Chemikalien in Reinigungsmitteln beeinträchtigt wird.

Bei professionellen Reinigungsfrauen führen die Gesundheitsbeschwerden sogar immer wieder zu Arbeitsunfähigkeit. Asthma, Allergien, Kopfschmerzen, Schwindeln, Sehstörungen, Atembeschwerden, Übelkeit und extreme Erschöpfung sind einige der Beschwerden, die berichtet werden.

Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern haben erforscht, dass Reinigungsmittel, die mit natürlichen Duftstoffen parfümiert sind, ebenfalls erhebliche Risiken für die Gesundheit bergen. Aromaöle, die Reinigern für angenehmeren Geruch zugesetzt werden, oxidieren durch Licht und Lufteinwirkung, dadurch können gefährliche Chemikalien entstehen. Einige dieser Chemikalien, die beim Zersetzungsprozess entstehen, sind krebserregend. Besonders in kleinen, schlecht belüfteten Räumen kann Putzen mit chemischen Reinigern schnell zu erheblicher Chemikalienbelastung in der Raumluft führen, die stundenlang erhalten bleibt.

Umwelt-und gesundheitsbewusst handeln

Reinigungsmittel tragen in erheblichem Umfang zur Verschmutzung unserer Gewässer bei. Chemikalien und Duftstoffe zerstören das Ökosystem und reichern sich teilweise in den Sedimenten von Flüssen und Seen an.

In Großstädten und Ballungsgebieten hat man festgestellt, dass chemische und natürliche Duftstoffe aus Kosmetika, Reinigungs- und Waschmitteln in bedenklichem Maße zur Luftverschmutzung beitragen. Ganz besonders wenn die Ozonbelastung draußen hoch ist, muss mit zusätzlicher Kontaminierung durch Abbauprodukte der oxidierten Duftstoffe gerechnet werden. Völlig unnötig, sagen Experten und raten, auf chemiefreie und duftfreie Reinigungsmittel zurückzugreifen. Das trägt zu umwelt- und gesundheitsbewusstem Handeln bei.

Die besten Tipps für den Frühjahrputz von der PureNature Hausfee:

  • Einfache, duftfreie Reinigungsmittel auf natürlicher Basis verwenden, wie z.B. Wiener Kalk
  • Weit möglichst auf Reinigungssprays verzichten, sie werden durch die Atmung leichter aufgenommen
  • Keine Nano-Reiniger benutzen
  • Vor dem Aufwischen mit einem HEPA Staubsauger, wie dem Miele Premium 5000 saugen
  • Für gute Belüftung sorgen, dann entsteht auch kein Schimmel
  • Keine Putzmittel mischen, es können chemische Reaktionen eintreten, nicht überdosieren
  • Keine Raumduftsprays oder Geruchsvernichter verwenden

Diabetes-Risiko durch Kaiserschnitt

Gestörte Darmflora, geschwächte Immunabwehr

Kinder, die per Kaiserschnitt zur Welt kamen, haben laut der BABYDIAB-Studie ein mehr als doppelt so hohes Typ 1 Diabetes-Risiko als Kinder, die spontan entbunden wurden. In der Langzeit-Studie der Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München wurde der Einfluss von Umweltfaktoren auf die Entwicklung der Erkrankung bei 1.650 Kindern aus Risikofamilien untersucht. Die Studienteilnehmer wurden von Geburt an durchschnittlich 11 Jahre lang beobachtet. Eine Erklärung sehen die Forscher in der Tatsache, dass eine Entbindung per Kaiserschnitt die Zusammensetzung der kindlichen Darmflora verändert und damit die Entwicklung von Autoimmunität begünstigt.

Laut der Studie haben Kinder, deren Mutter oder Vater an Typ 1 Diabetes erkrankt ist und die per Kaiserschnitt geboren wurden, ein Diabetes-Risiko von 4,8 Prozent, bis zum 12. Lebensjahr daran zu erkranken. Dagegen liegt das Risiko von Kindern mit familiärer Vorbelastung, die vaginal entbunden wurden, bei 2,2 Prozent. Das erhöhte Diabetes-Risiko bei Kaiserschnitt trat unabhängig davon auf, ob es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft, Frühgeburt oder um das Erstgeborene handelte. Auch der Geburtsmonat und Rauchen während der Schwangerschaft hatten keinen Einfluss.

Ein größeres Diabetes-Risiko durch Kaiserschnitt war auch nachweisbar bei Kindern mit bestimmten Varianten des Gens IFIH1 (Interferon induced with helicase C domain 1), das die Entwicklung von Typ 1 Diabetes beeinflusst. Das Protein IFIH1 ist für die Erkennung von Virus-RNA zuständig und reguliert somit die angeborene Immunabwehr gegenüber Viren. Man nimmt an, dass eine Virusinfektion das IFIH1 Gen aktiviert und es dadurch zur Ausschüttung des immunstimulierenden Proteins Interferon kommt. Dies hemmt zwar die Virusvermehrung, jedoch lockt es auch die zytotoxischen T-Zellen an, die – so nimmt man an – Betazellen erkennen und zerstören. Somit scheinen Virusinfektionen die Entwicklung von Typ 1 Diabetes zu fördern. Bei Kindern mit bestimmten Varianten dieses Gens steigt das Risiko für die Autoimmunerkrankung bei einem Kaiserschnitt sogar um etwa das Dreifache (9,1 Prozent gegenüber 2,8 Prozent bei spontaner Entbindung).

Ein Kaiserschnitt beeinflusst jedoch nicht das Risiko für die Entstehung von Inselautoimmunität und die Bildung von Autoantikörpern. Diese sind gegen die Insulin produzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse gerichtet und sind Vorboten der Manifestation des Diabetes. Allerdings beschleunigt die Geburt per Kaiserschnitt offenbar die Entstehung von Diabetes nach dem Auftreten erster Autoantikörper.

„Eine Erklärung für diese Ergebnisse ist die Tatsache, dass die Entbindung per Kaiserschnitt auf die Beschaffenheit der kindlichen Darmflora und damit auf das Immunsystem einwirkt“, erläutert Prof. Anette-Gabriele Ziegler, Studienleiterin und Leiterin der Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München. Unter den Mikroorganismen, die den Darm besiedeln, lassen sich bei Kindern, die per Kaiserschnitt auf die Welt kamen, zum Beispiel weniger Bifidobakterien nachweisen. „Somit ähnelt die Darmflora dieser Kinder der gestörten Darmflora von Diabetikern“, so Ziegler weiter. Bei den Bifidobakterien handelt es sich um die wichtigste Gruppe der nützlichen Darmbakterien. Sie sind auch in der Vagina gesunder Frauen zu finden, so dass sie bei einer vaginalen Entbindung vom Säugling aufgenommen werden können. Diese Mikroorganismen erfüllen neben der Bekämpfung von Krankheitskeimen und Schadstoffen vielfältige Aufgaben für das Immunsystem: So versorgen sie unter anderem die Immunzellen im Darm mit wichtigen Informationen zur Bekämpfung von Erregern, bilden Vitamine wie das Vitamin K und fördern den Aufbau der Darmschleimhaut.

Als Folge-Studie zu BABYDIAB läuft derzeit die TEENDIAB-Studie:

Sie erforscht bei Kindern mit familiärer Vorbelastung die Entstehung von Typ 1 Diabetes. Teilnehmen können Kinder im Alter von acht Jahren bis zum vollendeten 12. Lebensjahr, deren Vater oder Mutter beziehungsweise ein Geschwisterkind an Typ 1 Diabetes erkrankt ist. Sie haben somit ein erhöhtes Risiko, später selbst diese Stoffwechselerkrankung zu entwickeln. Bei den Studienteilnehmern wird das individuelle Krankheitsrisiko für Typ 1 Diabetes ermittelt.

Autor:

Forschergruppe Diabetes der TU München, Kaiserschnitt erhöht das Risiko für Typ 1 Diabetes, 14.02.2012

Literatur:

Ezio Bonifacio, Katharina Warncke, Christiane Winkler, Maike Wallner and Anette-G. Ziegler. Cesarean Section and Interferon-Induced Helicase Gene Polymorphisms Combine to Increase Childhood Typ1 Diabetes Risk. DIABETES. Vol. 60. December 2011. 3300-3306.

Informationen im Internet unter TEENDIAB

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Teebaumöl – Ursache für Kontaktallergien

Für Allergiker und Haustiere äußerst bedenklich

Teebaumöl wird als Hausmittel gegen Insektenstiche, Hautproblemen, bei offenen Wunden, bei Läusebefall, Erkältungskrankheiten, bei Entzündungen des Zahnfleisches und vielen weiteren Gesundheitsproblemen propagiert. Weil Teebaumöl bakterizide, fungizide, antimikrobielle und antiseptische Wirkung hat, wird es als Wirkstoff in Haushaltsreinigern, Shampoos, Cremes, Aknemitteln, Zahncremes und Mundwasser eingesetzt. Es wird auch als Öl für Aroma-Lampen zum Vertreiben von Insekten und für die Tierpflege angeboten. Teebaumöl kann erhebliche Nebenwirkungen und Allergien auslösen. Insbesondere unverdünnte oder längere Anwendungen des ätherischen Öls sind bedenklich. Durch einen Oxidationsprozess steigt das Risiko für Kontaktallergien. Allergiker und Personen mit MCS (Chemikaliensensitivität) sind besonders gefährdet. Bei Haustieren kann Teebaumöl leicht zu Vergiftung und Ableben führen.

Licht und Luft löst Autooxidationsprozess aus

Das in Teebaumöl enthaltene Monoterpen, α-Terpinen, ist eine der Komponenten, die durch Luft und Licht autooxidieren und allergische Verbindungen freisetzen. Bereits vier Tage nach Anbrechen einer Flasche ist der Oxidationsprozess in Gang, deshalb soll das Öl auch nur lichtgeschützt aufbewahrt werden. Wissenschaftler der Universität Göteborg untersuchten, ob Teebaumöl schon bei Raumtemperatur autooxidiert und welche Substanzen durch diesen Prozess freigesetzt werden. (1) Chemische Analysen zeigten, dass in Teebaumöl enthaltenes α-Terpinen sehr rasch zerfällt und verschiedene Oxidationsprodukte wie p-Cymol, allylische Epoxide und Wasserstoffperoxid bilden. Die schwedischen Wissenschaftler fanden spezifische ungesättigte Aldehyde als Hauptursache für das sensibilisierende Potential des Teebaumöls. Durch Luftkontakt verstärkte sich dieses sensibilisierende Potential von α-Terpinen und wird so rasch zum Hautallergen. In Deutschland und Österreich gab es 2003 eine multizentrische Studie, die ermittelte, dass rund 3% der Studienteilnehmer Sensibilisierung auf Teebaumöl aufwiesen. Ein Wissenschaftlerteam der Universität Groningen stellte bei 5% der Patienten eine Sensibilisierung auf das ätherische Öl fest. (2,3)

Teebaumöl problematisch für Allergiker und MCS Kranke

Allergiker sollten auf Teebaumöl wegen seines allergieauslösenden Potentials weitgehend bis völlig verzichten. Eine weitere Risikogruppe sind Personen, die unter MCS (multiple Chemikaliensensitivität) leiden. Insbesondere, wenn die MCS durch Organophosphat-Pestizide ausgelöst wurde, weil α-Terpinen ebenfalls das Enzym Acetylcholinesterase und weitere zur Entgiftung notwendige Enzyme hemmt. Wenn Allergiker oder MCS Kranke Teebaumöl trotz des Risikos verwenden wollen, sollten sie es sehr stark verdünnen und erst einen Verträglichkeitstest mit einem Tropfen verdünntem Teebaumöl in der Armbeuge durchführen.

Allergien auf Teebaumöl werden bei Patienten mit Kontaktallergien bislang viel zu selten untersucht, obwohl das Öl mit steigender Tendenz verwendet wird. Allergietests auf Teebaumöl können tückisch sein, weil sie falsch negativ verlaufen, wenn für die Testsubstanz kein oxidiertes Teebaumöl verwendet wird, das stellten australische Wissenschaftler fest. Patienten, die mit frisch geöffneten Teebaumöl-Produkten getestet werden, reagieren in der Regel nicht. Für Patchtests soll laut der Wissenschaftler deshalb nur oxidiertes Teebaumöl verwendet werden. (4)

Vorsicht: Teebaumöl für Katzen und Hunde toxisch

Landläufig ist der Einsatz von Teebaumöl zur Bekämpfung von Hunde- und Katzenflöhen üblich und es kommt häufig zu Vergiftungsfällen, weil die Tierbesitzer nichts über dessen Toxizität wissen. Die Terpene und Phenole, die im Teebaumöl enthalten sind, können von Hunden und besonders von Katzen nicht verstoffwechselt werden. Neurologische Symptome wie Zittern, Schwanken, Unruhe und völlige Erschöpfung sind typisch. Für Hunde und Katzen kann die Anwendung von Teebaumöl tödlich sein, insbesondere wenn das Öl in offene Wunden eindringt oder wenn die Tiere das Öl ablecken. (5)

Teebaumöl nur im Notfall

Die schwedischen Wissenschaftler, deren Forschungsergebnisse in der Januar 2012 Ausgabe der Fachzeitschrift „Chemical Research in Toxicology“ veröffentlicht wurden, kamen zum Ergebnis, dass Teebaumöl für Anwendung auf der Haut nur bedingt geeignet ist. Die Toxikologen halten den Einsatz des ätherischen Öls in Kosmetika und Hautpflegeprodukten bedenklich, wegen der Gefahr, sich zu sensibilisieren und Kontaktallergien zu entwickeln. Zu ähnlicher Einschätzung kam ein weiteres schwedisches und ein italienisches Wissenschaftlerteam, das Kontaktallergien durch alternativmedizinische Substanzen untersuchte. (6,7) Teebaumöl erwies sich als äußerst problematische Substanz, die Hypersensitivität auslösen kann und die Liste der Kontaktallergene bei alternativmedizinischen Substanzen anführte.

Autor:

Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 21. Februar 2012

Literatur:

  1. Rudbäck J, Bergström MA, Borje A, Nilsson UL, Karlberg AT., α-Terpinene, an Antioxidant in Tea Tree Oil, Autoxidizes Rapidly to Skin Allergens on Air Exposure, Chem Res Toxicol. 2012 Jan 17.
  2. C. Pirker und B.M. Hausen et al.: Sensibilisierung auf Teebaumöl in Deutschland und Österreich – Eine multizentrische Studie der Deutschen Kontaktallergiegruppe. J Dtsch Dermatol Ges. 1/8/2003 S. 629-34. doi:10.1046/j.1610-0387.2003.03727.
  3. Bakker CV, Blömeke B, Coenraads PJ, Schuttelaar ML., Ascaridole, a sensitizing component of tea tree oil, patch tested at 1% and 5% in two series of patients, Contact Dermatitis. 2011 Oct;65(4):240-1. doi: 10.1111/j.1600-0536.2011.01948.x.
  4. Rutherford T, Nixon R, Tam M, Tate B., Allergy to tea tree oil: retrospective review of 41 cases with positive patch tests over 4.5 years, Australas J Dermatol. 2007 May;48(2):83-7.
  5. Villar D, Knight MJ, Hansen SR, Buck WB., Toxicity of melaleuca oil and related essential oils applied topically on dogs and cats, Vet Hum Toxicol. 1994 Apr;36(2):139-42.
  6. Ahlin M, Dingizian V, Svenssson A., High frequency of contact allergy caused by alternative medicine substances. Tea tree oil tops the list, Lakartidningen. 2011 Aug 10-23;108 (32-33):1487-90.
  7. Ventura MT, Viola M, Calogiuri G, Gaeta F, Pesole O, Romano A., Hypersensitivity reactions to complementary and alternative medicine products, Curr Pharm Des. 2006;12(26):3393-9.

Nasendusche im Test und Vergleich

Allergiker und Experten testeten Nasenduschen

Durch zunehmende Luftverschmutzung und Allergenbelastung ist die Pflege der Atemwege sehr wichtig geworden. Nasenspülungen sind eine in fernöstlichen Kulturkreisen seit einem Jahrtausend Tradition und werden regelmäßig durchgeführt. PureNature hat verschiedene Nasenduschen einem Vergleich und Expertentest unterzogen. Eindeutiger Testsieger wurde die praktisch zu handhabende Emcur Nasendusche. Beim Test wurden Handhabung, Effizienz, Hygiene und Preis bewertet. Der Testsieger überzeugte bei allen vier Testkriterien und was aus den Testberichten bei der Entscheidung zusätzlich überzeugte, war die wirklich kinderleichte Handhabung.

Nasenduschen im Vergleich

Für den Test wurden Nasenduschen verschiedener Hersteller angefordert und freiwillige Testpersonen eingeladen. Die Gruppe der Tester bestand aus 4 Allergikern, 3 Personen mit MCS (Chemikaliensensitivität) und 6 Gesundheitsbewussten. Die Testpersonen hatten für den Vergleichstest vier verschiedene Nasenduschen zur Auswahl: Netti Nasenspülkännchen aus Porzellan, Emcur Nasendusche und

Zwei weitere Nasenduschen von namhaften Markenherstellern. In der ersten Testrunde schieden zwei Produkte aus. Sie waren den Testpersonen zu unpraktisch in der Handhabung und in den Testberichten gaben sie an, dass ein Kunststoffgeruch störe.

Im zweiten Testdurchgang mussten die Tester die Testsieger aus der ersten Runde, die Emcur Nasendusche und das Netti Nasenspülkännchen aus Porzellan bewerten. Der eindeutige Testsieger, der aus den Testberichten der Testpersonen hervorging, war die Emcur Nasendusche.

Der Testsieger: Die Emcur Nasendusche

Die Testpersonen bevorzugten sie gegenüber dem Netti Nasenspülkännchen, weil sich die Nasenspülung leichter dosieren ließ und weil die Emcur Nasendusche preislich fast die Hälfte günstiger liegt. Ein weiterer Aspekt, der die Tester vom Emcur Produkt überzeugte, war die ergonomisch geformte Nasenansatzstück, die sich sehr dicht an die Nasenöffnung anpasst, und das Ventil, das eine optimale Dosierung erlaubt.

Einzig die drei chemikaliensensiblen Tester bevorzugten das Nasenspülkännchen aus Porzellan. Sie empfanden das neutrale Porzellan des Netti Nasenspülkännchens wesentlich angenehmer als das Kunststoffmaterial der Emcur Nasendusche. Dass die Nasendusche etwas unkomfortabler in der Anwendung ist, störte diese Testperson mit MCS nicht, für sie war das Material entscheidend. Alle anderen Testpersonen entschieden ganz klar: Testsieger was Handhabung, Hygiene, Effizienz und Preis betrifft, ist die Emcur Nasendusche. PureNature entschloss sich, beide Produkte, die Emcur Nasendusche und das Netti Nasenspülkännchen, im Sortiment aufzunehmen.

Nasendusche und Nasenspülkännchen, kinderleichte Anwendung

Wer die Nasendusche oder das Nasenspülkännchen bei einer Erkältung, bei Heuschnupfen oder zur Linderung bei trockener Luft ausprobiert hat, wird schnell von dieser natürlichen Methode zur Pflege der Atemwege überzeugt sein. Das Praktische daran ist die einfache Handhabung und dass die Nasenspülung überall, auch auf Reisen oder schnell zwischendurch auf der Arbeit, durchgeführt werden kann. Die Anwendung ist in wenigen Minuten durchgeführt und fühlt sich sofort wohltuend an.

Der Testsieger zum besonders günstigen Preis

Die Emcur Nasendusche ist bei PureNature als Komplettset erhältlich. Es besteht aus einer Emcur Nasendusche aus Kunststoff und wird inklusive zehn Beuteln Nasenspülsalz geliefert. Eine tägliche Nasenspülung reinigt die Nase von schädlichen Partikeln, Pollen, Stäuben, Schmutz und Krankheitserregern, die über die Atmung in die Nase gelangen. Die Nasenschleimhaut wird gereinigt und die natürliche Reinigungsfunktion unterstützt.

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Wissenschaftlicher Durchbruch könnte Pollenallergikern helfen

Hilfe für Allergiker: Allergengehalt in Pollenextrakten ist zuverlässig messbar

Der Allergengehalt in Präparaten zur Diagnostik und Therapie kann stark schwanken. Das wirkt sich direkt auf Testergebnisse und Behandlungserfolge aus. Nach jahrelanger Forschung ist ein Durchbruch bei der Allergenbestimmung in Pollenextrakten erzielt worden. Auf einer Konferenz des Europäischen Direktorats für die Qualität von Arzneimitteln (EDQM) in Strasbourg stellten Wissenschaftler neue Methoden vor. Damit werden die wichtigsten Allergene in Birken- und Gräserpollen gemessen. Es handelt sich um Eiweißstoffe, auf die Allergiker überempfindlich mit lästigen Beschwerden an Augen, Nase und Bronchien reagieren.

Zur nachhaltigen Behandlung dient die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) mit Allergenpräparaten. Sie enthalten große Mengen vom Polleneiweiß, an die sich das Immunsystem bei wiederholter Gabe langsam gewöhnt. Allerdings ließen sich die Allergenextrakte bisher nicht vergleichen; zu unterschiedlich waren die verwendeten Einheiten, die in Deutschland das Paul-Ehrlich-Institut überwacht. Jetzt können die Hauptallergene, z.B. Bet v 1 aus Pollen der Warzenbirke (wissenschaftliche Bezeichnung Betula verrucosa), zuverlässig bestimmt werden. Prof. Stefan Vieths, Vizepräsident vom Paul-Ehrlich-Institut und Beirat der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) sieht darin einen Durchbruch: “Auf diesen Moment haben die Allergologen lange gewartet”. Sind die Tests erst Bestandteil des Europäischen Arzneibuches geworden, steht auf allen Birkenpollen-Präparaten der genaue Allergengehalt.

Literatur: Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI), Berlin, 16.12.2011

Herbstliche Kürbis-Kartoffelsuppe

Leckere Kürbis-Kartoffelsuppe, leichte Zubereitung

Eine rundum gesunde Suppe, die in einem ausgehöhlten Kürbis serviert, die Familie und Gäste überraschen wird.

Zutaten:

  • 700 g Kartoffeln
  • 300 g Kürbis (Hokaido)
  • 200 g Tomaten, gehäutet
  • 1 Möhre
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • 2 mittelgroße Knoblauchzehen
  • 2 Liter Gemüsebrühe
  • Pfeffer (frisch gemahlen)
  • Salz (Meersalz)
  • 2 Lorbeerblätter oder 1 Chilischote
  • 50 g Crème fraîche oder Sahneersatz „Cuisine Chef Mandeln
  • 1 Handvoll angeröstete Kürbiskerne
  • 2 EL Öl (Kürbiskernöl)

Nehmen Sie möglichst ökologische Zutaten. Bei Allergien lässt sich dieses Rezept leicht abwandeln.

Zubereitung

Der Hokaidokürbis braucht nicht geschält zu werden, nur gewaschen und gewürfelt. Kartoffeln, Tomaten, Möhre, Zwiebel und Knoblauchzehen schälen und würfeln. Zwiebeln und Knoblauch in etwas Olivenöl anbraten. Mit der Gemüsebrühe ablöschen Gemüsewürfel hinzufügen. Mit frisch gemahlenem Pfeffer, Salz und Lorbeerblättern würzen und zugedeckt 20 Minuten köcheln lassen. Die Lorbeerblätter aus der Brühe nehmen und die Suppe mit einem Pürierstab pürieren. Anstatt Lorbeer eignet sich auch eine kleine Chilischote.

Die Suppe nicht mehr kochen lassen, nur warm halten und die Creme fraiche (oder Ersatz) unterziehen. Die Kürbiskerne in der Pfanne anrösten.

Die Suppe in Tellern anrichten, mit Kürbiskernen bestreuen und etwas Kürbiskernöl auf die Suppe träufeln.

Dekorationstipp:

Füllen Sie die Suppe in kleine ausgehöhlte Kürbisse oder in einen recht großen Kürbis. Dekorieren Sie den Tisch mit bunten Herbstblättern oder Kastanien.

Bekannteste Umweltmedizinerin aus den USA besucht Deutschland

Prof. Doris Rapp: Die Ursachen für Umweltkrankheiten müssen endlich realisiert werden

Die Ärztin und Wissenschaftlerin Doris Rapp gehört zu denen, die Umweltmedizin nicht nur praktizieren, sondern für die die Umweltmedizin der wichtigste Lebensinhalt ist. Zwei Wochen weilt die Amerikanerin in Deutschland. Das erneute Zusammentreffen mit der Umweltmedizinerin war äußerst produktiv, und nahezu nebenbei durften wir einen wunderschönen Tag an der Mosel verbringen. Ein kleiner Bericht darüber:

Wissenschaftlerin dokumentiert Umweltkrankheiten

Vor rund 18 Jahren traf ich Prof. Rapp zum ersten Mal auf einem Kongress in Bad Emstal. Es war ein Schlüsselerlebnis gewesen. Bei ihrem Vortrag zeigte die Umweltmedizinerin ein Video über eine Lehrerin, die durch schadstoffbelasteten Teppichboden in der Schule krank wurde. Die Lehrerin wurde während einer Reaktion auf Staub aus dem belasteten Teppichboden gefilmt. Sehr anschaulich wurde dem Betrachter vermittelt, was MCS ist, und wie eine Reaktion abläuft. Ich stand damals ganz am Anfang meiner Erkrankung und hatte ähnliche Reaktionen auf bestimmte Pestizide. Die Lehrerin bekam Schüttelkrämpfe und wurde bewusstlos, ich dachte „meine Güte, das bin ich, das ist wie bei mir, das ist, was du auch hast…“. Nach dem Vortrag sprach ich damals mit Prof. Rapp und es wurde der Beginn eines fortwährenden Austauschs und einer interessanten Freundschaft. Wir trafen uns immer wieder auf Kongressen in Deutschland, Holland, in den USA, besuchten uns gegenseitig in Deutschland und den USA und tauschten uns per E-Mail aus. Als ich sie in Scottsdale besuchte, zeigte sie mir eines ihrer Videoarchive. Tausende Videos von Kindern, die sie behandelt hatte, lagerten dort. Sie zeigten die Patienten während und nach der Therapie und bei Tests auf Nahrungsmittel, Schimmelpilzen, Pollen, Chemikalien oder Hausstaubmilben. Eindrucksvolle Beweise, die keine Zweifel an der Existenz von Umweltkrankheiten und Allergien aufkommen lassen.

Umweltkrankheiten nicht mehr ignorierbar

Für diesen Besuch war die Umweltmedizinerin von Dr. Binz und seiner Frau eingeladen worden. Eigentlich hatten wir uns für einen Ausflug entlang der Mosel verabredet, der vor dem Mittagessen losgehen sollte. Das Wiedersehen war herzlich und kaum hatten wir uns begrüßt, schon tauschten wir bereits Informationen aus und ehe wir uns versahen, waren wir mitten in Planungen für künftige Projekte.

„Ich bin jetzt über 80 und habe keine Kinder, eigentlich brauche ich all das nicht mehr und sollte mein Alter ganz in Ruhe genießen, aber ich sehe, was los ist, und kann einfach nicht schweigen. Wir haben so viele Chemikalien in unserer Umwelt, in der Nahrung, die wir essen, im Wasser, das wir trinken und in der Luft, die wir ständig einatmen. Sie beeinflussen jedes unserer Körpersysteme und das ist nicht mehr zu ignorieren. Fast jeder Zweite in meinem Land hat Krebs, das ist nicht hinnehmbar, “ sagte Doris Rapp.

„Die Politiker und die Öffentlichkeit muss realisieren, welchen Einfluss die Flut der Chemikalien auf uns hat und keiner sollte noch länger sagen, dass wir nicht wissen, woher all die Krankheiten kommen, die immer gehäufter auftreten. Die Beweise sind da. Wir haben Tierversuche, die sie belegen. Deshalb stelle ich als Medizinerin die Frage: „Wie viel muss noch passieren, bis wir die wahren Ursachen zugeben? Ich lasse es auch nicht durchgehen, dass man sagt: „Ja, aber da kann man nichts dagegen tun.“ Doch, denn man kann sich selbst schlau machen und man kann, zur Hölle nochmal, eine ganze Menge tun, “ sagte die über die derzeitige Situation erzürnte Wissenschaftlerin.

Lösungen sind oft sehr einfach

Doch Prof. Rapp ist niemand, der mit der Welt hadert und Lösungen außen vor lässt. Sie ist gerade dabei, ein weiteres Buch zu schreiben. „Es wird ein kleines Buch sein, nur 30 Seiten. Jeder Leser bekommt leicht verständlich aufgezeigt, wie man sein Umfeld gestalten sollte, um gesund zu bleiben. Die Tipps in diesem Buch werden niemanden ein Vermögen kosten, sie sind leicht und ohne großen finanziellen Aufwand umsetzbar. Es wird jedem helfen, der etwas ändern will und möchte, dass sein Gesundheitszustand sich verbessert. Die Medizinerin führt zwei Beispiele an:

„Viele reagieren auf Nahrungsmittel, manche wissen aber nicht auf welche. Teure Tests sind nicht unbedingt nötig. Ich rate, dass die Leute nachdenken, was sie am allerliebsten essen. Nahrungsmittel, auf die sie regelrecht süchtig sind. Erfahrungsgemäß sind das nämlich Nahrungsmittel, die sie jeden Tag essen und auf die sie reagieren. Die Lösung: Weglassen der verdächtigen Nahrungsmittel für eine Woche. Man kann ein Nahrungsmittel nach dem anderen so einem Verträglichkeitstest unterziehen. Das kostet nichts!“

„Manche Menschen wohnen in einem Haus, das mit Schadstoffen belastet ist oder durch Schimmel kontaminiert. Meine Erfahrung ist, dass fünf von sieben Leuten eine Verbesserung ihres Gesundheitszustandes um 70% erfahren, wenn sie sich einen qualitativ hochwertigen Luftreiniger beschaffen, der in der Lage ist mehrere Hundert Chemikalien aus der Wohnraumluft zu filtern. Ein solcher Luftreiniger kostet zwar etwas, aber ich habe nicht selten Patienten gesehen, denen es schon über Nacht besser ging. Es lohnt sich also, sich einen Luftfilter anzuschaffen, wenn man nicht direkt aus der Wohnung ausziehen kann.“

Das neue Buch wird noch in diesem Jahr erscheinen und Prof. Rapp hat mir die Autorisierung erteilt, es ins Deutsche zu übersetzen. Auch für ihre Videos und anderen Bücher gab sie die Genehmigung, diese in unsere Sprache zu übertragen, es beizutragen, dass Allergiker und Chemikaliensensible im deutschsprachigen Raum Wissen und Anleitungen zur Hand bekommen, die ihnen helfen, einen Weg zurück ins Leben zu erhalten.

Ein Ausflug entlang der Mosel

Auf der Fahrt zum historischen Moselweinort Bernkastel, nach Traben-Trabach und zurück nach Trier, sprühte Prof. Rapp vor innovativen Ideen, die wir in den nächsten Monaten realisieren werden und die auch den deutschen Umweltkranken in vielerlei Hinsicht zugutekommen werden.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 12. September 2011

Gazpacho schnell essen – Zutaten verlieren Vitamin C schon während der Zubereitung

Gazpacho nett angerichtet in Tonschale mit Sprossen garniert

Wissenschaftler empfehlen Gazpacho sobald sie hergestellt wurde zu essen

Im Sommer werden Gerichte wie Gazpacho, eine kalte Suppe aus rohem Gemüse, Brot, Olivenöl und Essig, gerne gegessen. Eine neue wissenschaftliche Studie hat ergeben, dass der Vitamin C-Gehalt der Zutaten, sowie der anderen organischen Säuren sich in der zubereiteten Mischung verringert, was bedeutet, dass die kalte Suppe sofort nach der Zubereitung gegessen werden sollte.

Stimmt es, dass Schneiden von Obst und Kochen von Gemüse Vitaminverlust verursachen? Eine neue Studie hat Gazpacho, eine der beliebtesten spanischen Sommergerichte, auf den Gehalt an Vitamin C (Ascorbinsäure und Dehydroascorbinsäure) und andere organische Säuren (Zitronensäure, Oxalsäure, Fumarsäure, Apfelsäure und Glutaminsäure) hin untersucht. Die Wissenschaftler ermittelten den Gehalt von jeder einzelnen Zutat vor der Zubereitung, dann hinterher in der fertigen Gazpacho und anschließend wurde beides miteinander verglichen.

“Wir haben festgestellt, dass die Gazpacho ein niedrigeres Ascorbinsäure / Dehydroascorbinsäure-Verhältnis hatte, als das Gemüse vor der Verwendung”, erklärt Elena María Rodríguez, Co-Autor der Studie, die von der Universität Complutense Madrid und der Universität von La Laguna (Santa Cruz de Tenerife) durchgeführt wurde. Sie fügte hinzu: “Dies deutet darauf hin, dass einiges von der antioxidativen Kapazität der Gemüse verloren geht.”

Die Wissenschaftler stellten bei ihren Untersuchungen fest, dass Paprika von den Zutaten den höchsten Gehalt an Vitamin C besaß, gefolgt von Tomaten, und dann folgte die Gazpacho an sich. Im Allgemeinen enthalten Tomaten und Knoblauch höchste Konzentration organischer Säuren, während Gurken den niedrigsten Gehalt davon aufwiesen. Knoblauch und Zwiebeln besaßen die höchsten Konzentrationen der wichtigsten organischen Säuren, Glutaminsäure und Zitronensäure, sie lagen weitaus höher als bei den anderen Gemüsen.

Die Autoren empfehlen deshalb Gazpacho unverzüglich, sobald sie hergestellt wurde, zu essen, oder “sie richtig zu konservieren, damit das Gemüse seine antioxidativen Eigenschaften beibehält.”

Gazpacho, ein prima Getränk bei Hitze

Gazpacho ist eine natürliche Quelle von Vitaminen (A, C und E), Kohlenhydrate, Phosphor, Eisen, Kalzium, Magnesium, Mangan, Zink, Kupfer, Kalium und Natrium. Die kalte Suppe bietet auch Ballaststoffe und Antioxidantien wie Lycopin, was Tomaten ihre rote Färbung gibt, und Carotinoide. Aufgrund ihres mineralischen Salzgehaltes ist davon auszugehen, dass sie isotonisch wirkt, was Überhydrierung im Sommer verhindert.

Obwohl es Rezepte für jeden Geschmack gibt, enthält Gazpacho in der Regel Brot, Olivenöl, Essig und rohes Gemüse (Tomaten, Paprika, Gurken, Zwiebeln und Knoblauch). Aufgrund ihres geringen Kaloriengehaltes, wird Gazpacho während der heißen Sommermonate normalerweise kalt serviert.

Literatur:

C.M. Verde Méndez, E.M. Rodríguez Rodríguez, C. Díaz Romero, M.C. Sánchez Mata, M.C. Matallana González y M.E. Torija Isasa. “Vitamin C and organic acid contents in Spanish ”Gazpacho” soup related to the vegetables used for its elaboration process”. CyTA – Journal of Food 9(1): 71, mayo de 2011.

Übersetzung: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network