Archiv der Kategorie ‘Haus & Garten‘

Ameisengift im Bioladen?

Pestizide – oft unterschätzt

Es ist schon lästig, wenn Ameisen von draußen plötzlich durch die halbe Küche laufen, am Küchenschrank hochklettern und sich etwas Süßes suchen. Eine solche Ameisenstraße und Ungeziefer im Allgemeinen lösen schnell Panik aus und den Griff zum Gift. Steht keine verstaubte Dose Schädlingsbekämpfungsmittel im Haushaltsschrank oder in der Garage, wird schnell ein Pestizid aus dem Supermarkt oder Baumarkt besorgt. Neuerdings ist Ameisengift sogar in einigen Bioläden erhältlich.

Viele Konsumenten sind zwar bewusster im Umgang mit Pestiziden geworden, doch wie sieht es aus, wenn die Ameisen die Küche durchwandern? Wird in diesem Moment wirklich genau recherchiert, ob das Gift aus der Dose nicht nur die Ameisen killt, sondern möglicherweise auch die eigene Gesundheit? Verharmlosende Beschreibungen und Versprechungen auf der Pestizid-Dose können zu Unterschätzung des Gefahrenpotentials für Mensch und Haustier führen.

Ameisengift, überall frei erhältlich

Im Baumarkt an der Kasse scheint der Sommer eingezogen zu sein. Schädlingsbekämpfungsmittel jeglicher Art zum Töten von Mücken, Ameisen, Wespen, Schnecken und alles was sonst noch unliebsam ist, sind dort in Regalen groß aufgebaut.

Im Supermarkt ist es ähnlich, auch dort ist zur Sommerzeit oft ein großes Regal mit diversen Schädlingsbekämpfungsmitteln vorzufinden. Wer sich mit Pestiziden etwas auskennt, dürfte zusammenschrecken, denn was in den Regalen steht, sind meist Nervengifte. Zu den Inhaltsstoffen gehören u.a. Pyrethroide und Organophosphate, beide Pestizidklassen gelten als sehr gesundheitsschädlich. Für bestimmte Risikogruppen, u.a. Schwangere, Allergiker und Chemikaliensensible besteht erhöhte Gefahr, weshalb deutsche Behörden vor dem Einsatz von Pyrethroiden und Pyrethrum in deren Nähe warnen.

Verbrauchertäuschung durch die Begriff „natürlich“ und „Bio“

Auf manchen der Giftdosen mit dem Inhaltsstoff Pyrethrum, steht gut lesbar „natürliches Bekämpfungsmittel“, „Bio“ oder „aus der Chrysantheme gewonnen“. Keineswegs bedeuten solche Beschreibungen, dass man es mit einem völlig ungefährlichen „Bio-Gift“ zu tun hat. Pyrethrum ist zwar ein aus der Chrysantheme gewonnenes Kontaktinsektizid, doch es ist schon von alters her für seine zuverlässige toxische Wirkung bekannt. Ungefährliche Pestizide mit natürlichen Lockstoffen sind eher selten zu finden.

Neurotoxisches Ameisengift im Bioladen?

Szenenwechsel: „Was haben wir denn da?“, dachte ich, als mein Blick im Bioladen auf dem Weg zum Kühlregal auf ein Sortiment von Schädlingsbekämpfungsmitteln fiel. Kleine handliche Flaschen mit nett aufgemachtem, in Pastellfarben gehaltenem Design. „Na, vielleicht etwas völlig ungiftiges, was man Nachbarn empfehlen kann, wenn sie Probleme mit Ungeziefer haben“, war der zweite Gedanke. Ein Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe auf der Pumpsprühdose mit dem Ameisengift und die Angelegenheit war erledigt. „Natur-Pyrethrum“ stand dort, ein toxisches Nervengift, und das im Bioladen.

Wer Ameisengift kauft, der weiß das! Wirklich?

Die Besitzerin des Bioladens stand unweit, und es war eine gute Gelegenheit, sie auf das Schädlingsbekämpfungsmittel-Sortiment anzusprechen. Auf die sachliche Erläuterung, wie gefährlich für die Gesundheit Pyrethrum sein kann, insbesondere für Kinder, Kranke, Allergiker, Asthmatiker und Haustiere, gab die Bioladen-Besitzerin die Antwort: „Wer Ameisengift kauft, der weiß das“.

Werden Schädlingsbekämpfungsmittel von jedem richtig eingeschätzt?

Genau diese Aussage war letztendlich eine Bestätigung, dass selbst diejenigen, die sich mit Schädlingsbekämpfungsmitteln etwas auskennen sollten, deren Gefährlichkeit völlig unterschätzen.

Auch Natur-Pyrethrum birgt erhebliche Gesundheitsgefahren für Menschen und Haustiere. Katzen können daran sterben. Aus der Toxikologie und Medizin ist bekannt, dass Pyrethrum gesundheitsschädlich ist und Allergien und Asthma auslösen kann. Man verzichtet sicherheitshalber also besser auch auf dieses natürliche Pestizid und versucht es stattdessen mit ungefährlichen Hausmitteln.

Bioläden sollten keine Schädlingsbekämpfungsmittel mit Pyrethrum anbieten. Das Vertrauen der Verbraucher in ihre Bioläden wird durch solche gesundheits- gefährdenden Produkte im Sortiment in Mitleidenschaft gezogen. Die bessere Variante gibt eine amerikanische Bio-Supermarktkette vor, sie verteilt kostenlos kleine Broschüren mit Tipps für giftfreie Schädlingsbekämpfung. Gift und Bioladen, das passt nämlich nicht zusammen.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 20.06.2011

Giftfreier Tipp gegen Ameisen im Haus und Garten:

Eine Tüte Chilisamen im Supermarkt besorgen und mehrere Esslöffel davon in eine Glas mit Öl geben, einige Stunden ziehen lassen und dann an der Tür nach außen entlang träufeln. Diese wirkungsvolle Barriere ist völlig giftfrei und man kann zuschauen, wie die Ameisen eine Kehrtwendung machen.

Tipp für Eür Eilige: Chilisamen mit Öl auf dem Herd erwärmen, damit der für die Schärfe verantwortliche Wirkstoff Capsaicin schneller ins Öl übergeht. Man kann die Chilisamen auch ausstreuen, das hat jedoch den Nachteil, dass sie sich durch Luftzug verteilen.

Tierfreunde auf der Suche nach seltener Libelle

Aktion Feuermelder: Wer findet die Feuerlibelle?

Libellen könnte man stundenlang zuschauen. Schnell muss man dabei sein, denn die Akrobaten der Lüfte verweilen nicht lange auf einer Wasserpflanze. Kaum hat man eine erspäht, zischt sie auf der Jagd nach Insekten schon wieder in Höchstgeschwindigkeit über die Wasseroberfläche. Am Teich von PureNature tummeln sich an sonnigen Tagen über ein Dutzend Libellen. Schwarzblaue, Grüne und ab und zu ist eine orangefarbene Libelle dabei. Eine rote Libelle wurde noch nicht gesichtet. Schade, denn in diesem Jahr wurde die rote Feuerlibelle vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gemeinsam mit der Fachgesellschaft der Libellenkundler, der Gesellschaft deutschsprachiger Odona- tologen (GdO), zur „Libelle des Jahres 2011“ erklärt. Die Feuerlibelle ist, wie der Name schon erraten lässt, feuerrot. Bislang ist das spektakuläre Insekt in Deutschland selten anzutreffen. Der BUND und die GdO haben gemeinsam die „Aktion Feuermelder“ gestartet und bitten alle Tierfreunde um Mithilfe.

Feuerrote Libelle setzt Signal

Mit der künftig jährlich stattfindenden Wahl einer „Libelle des Jahres“ soll auf diese faszinierende Insektenart, aber auch auf vom Menschen verursachte Veränderungen in der Natur aufmerksam gemacht werden. Die Feuerlibelle sei ein besonders eindrucksvolles Beispiel für die Auswirkungen des Klimawandels, lautete die Begründung der Verbände.

Feuerlibelle ist die erste `Libelle des Jahres`

Heidrun Heidecke, Naturschutzreferentin des BUND: „Die Feuerlibelle ist die erste `Libelle des Jahres` überhaupt. Sie reagiert auf klimatische Änderungen sehr sensibel und ist aufgrund ihrer grellroten Farbe für jeden leicht zu erkennen. Dass sie inzwischen auch bei uns vorkommt, ist ein klarer Beleg für die zunehmende Erderwärmung.“

Über das Meer zu uns

Ursprünglich kam die Feuerlibelle nur in Afrika und rund ums Mittelmeer vor. Mitte der 1980er Jahre wurde sie zunächst in Rheinland-Pfalz heimisch und breitete sich von dort in ganz Deutschland aus. Mittlerweile kommt sie auch in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein vor.

Neue Lebensräume durch Klimaerwärmung

„Die Klimaerwärmung ist ganz klar die Ursache für die Ausbreitung der Feuerlibelle in Deutschland“, sagte Dr. Jürgen Ott, Feuerlibellenexperte der GdO. Die Feuerlibelle sei eine wärmeliebende Art und erschließe sich ihren Lebensraum nach der vorherrschenden Temperatur. Diese sei in Deutschland seit Anfang des 20. Jahrhunderts im Durchschnitt um 1,1 Grad angestiegen. „Durch die Einwanderung neuer Arten aufgrund des Klimawandels verändert sich die Zusammensetzung von lokalen und regionalen Artengemeinschaften teilweise massiv. Vor allem heimische Arten, die in Mooren, Gebirgen und an Quellen vorkommen, drohen so möglicherweise verdrängt zu werden“, sagte Ott.

Auf die Suche gehen nach der seltenen Feuerlibelle

Um mehr Informationen über die aktuelle Verbreitung der „Libelle des Jahres 2011“ zu bekommen, ruft der BUND gemeinsam mit der Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen im Rahmen der „Aktion Feuermelder“ dazu auf, beobachtete Feuerlibellen zu melden. Sichtungen können in eine Internet-Datenbank unter www.bund.net/feuermelder eingetragen werden.


PureNature Teich

Lebensräume für Libellen schaffen

Es ist nicht schwer, im Garten ein Biotop zu schaffen, das Libellen anlockt. PureNature hat im vergangenen Jahr einen Teich auf dem Firmengrundstück angelegt. Kaum schauten die ersten Wasserpflanzen aus der Wasseroberfläche, waren sie da, die Akrobaten der Lüfte. Zu Anfang dieses Frühlings waren es erst drei blauschwarze Libellen, die am Teich mit ihren Flugkünsten erfreuten. Mit zunehmender Vegetation sind es jetzt an manchen sonnigen Tagen über ein Dutzend Libellen, die auf die Jagd gehen nach Mücken und anderen Insekten. Die Mitarbeiter von PureNature werden das Biotop weiter ausweiten und die Augen offen halten nach der Feuerlibelle, um sich an der „Aktion Feuermelder“ zu beteiligen. Selbstverständlich lassen sie Euch wissen, wenn eine der hübschen feuerroten Libelle gesichtet wird, mit etwas Glück sogar mit Photo. Schickt uns doch auch eine Nachricht oder ein Photo, wenn Ihr eine Feuerlibelle erspäht.

Autor: PureNature Redaktion

Literatur: BUND, Feuerlibelle ist Libelle des Jahres 2011, 23. Mai 2011

Photo Feuerlibelle: Günther J. Loos, BUND

Photos Teich, Libelle: PureNature

 

Edelstahl und Gesundheit nicht mit falschen Reinigern ruinieren

Frühjahrsputz ohne gefährliche Chemie

Endlich Frühling: Zeit für den Frühjahrsputz. Schließlich soll es zuhause sauber sein, wenn die Sonne wieder alles ins rechte Licht rückt. Um Haus und Heim fit für den Sommer zu machen, braucht man nicht viel. Bevor Eimer, Lappen und Putzmittel zum Zuge kommen, gilt es, einen klaren Kopf zu bewahren. Dann sind auch edle Oberflächen wie Edelstahl Rostfrei im Nu auf Hochglanz gebracht.

Gefahren

Auch beim Putzen gilt: “Viel” hilft nicht viel. Zahlreiche aggressive Reinigungs- und Desinfektionsmittel buhlen um die Gunst der Verbraucher. Für den Hausputz sind sie aber eher nicht zu empfehlen, denn sie wurden ursprünglich für industrielle Anwendungen entwickelt: Mit Aktivchlor, auch Chlorbleiche genannt, werden beispielsweise Gärbecken von Keimen befreit. Wenn die Hausfrau das Kleingedruckte nicht befolgt und Aktivchlor zu stark, zu lange oder ohne reichliches Nachspülen anwendet, riskiert sie ernsthafte Schäden. So droht der Gesundheit Gefahr: In Kombination mit fast allen anderen Putzmitteln reagieren Chlorprodukte mit giftigen Dämpfen, die zu Schäden an Lunge, Augen, Haut und Schleimhäuten führen können. Oberflächen aus Edelstahl Rostfrei können zu rosten beginnen oder werden sogar durch Lochfraß zerstört. So entpuppen sich Chlorreiniger schnell als falsche Freunde.

Gewusst wie

Tatsächlich braucht man für saubere Frische, die sich sehen lassen kann, nur wenig: Warmes Wasser, ein mildes Haushaltsreinigungsmittel und zwei weiche Tücher genügen für hygienischen Glanz daheim. Einweichen, wischen, trocknen – fertig! Wer sich nicht zuviel an einem Tag vornimmt, kommt schnell und entspannt zum frühlingshaft sauberen Heim. Putzt man mit System von oben nach unten und von außen nach innen, dann gelingt der Frühjahrsputz fast wie von selbst und vor allem ohne falsche Freunde.

Literatur: obs/Warenzeichenverband Edelstahl Rostfrei e.V. und Franke GmbH, 21.03.2011

Photo: Warenzeichenverband Edelstahl Rostfrei e.V. und Franke GmbH

Atomausstieg jetzt, Stromkunden handeln

Konsequenzen ziehen aus dem Atomunfall in Fukushima

Die Nachrichten vom Atomunfall in Japan überschlagen sich. Die Situation spitzt sich zu und die Millionenstadt Tokio ist von schwerer radioaktiver Verseuchung bedroht. In Deutschland steigt der Protest gegen Atomkraft und Politiker haben ein Moratorium beschlossen, in dem die Laufzeitverlängerung für einige deutsche Atomkraftwerke für drei Monate ausgesetzt werden soll. Von Experten und aus der Bevölkerung werden Stimmen laut, dies sei nur ein politischer Schachzug, um den Wahlkampf positiv zu beeinflussen. In der Nacht zum 17. März ging das Atomkraftwerk Philippsburg vom Netz. Was nach dem dreimonatigen Moratorium passiert und welche Atomkraftwerke dann doch wieder ans Netz gehen, ist ungewiss.

In der Bevölkerung wächst berechtigterweise die Sorge um die Sicherheit von Atomkraft. Der Stromkunde hat die Möglichkeit, jederzeit zu einem atomfreien Stromanbieter zu wechseln, damit erneuerbare Energien, den Ausstieg aus der Atomenergie und sogar zusätzlich soziale Projekte zu fördern.

Atomkraft, ein nicht kalkulierbares Risiko

Das außer Kontrolle geratene Atomkraftwerk Fukushima belegt unmissverständlich, dass wir Menschen die Atomkraft alles andere als unter Kontrolle haben. Von der ersten Stunde an bekam Japan internationale Unterstützung, um das nach einem Erdbeben und Tsunamis beschädigte Atomkraftwerk wieder unter Kontrolle zu bringen.

Die Meldungen aus Japan hingegen brachten Nachrichten über steigenden Druck in mehreren Reaktoren, Explosionen, Trockenfallen der Abkühlbecken für Brennstäbe, steigende Freisetzung von Radioaktivität und den verzweifelten Kampf von 50 mutigen Menschen, den atomaren Supergau abzuwenden. Hilfsmaßnahmen aus den USA und Europa wurden aufgrund der steigenden Radioaktivität unterbrochen und Hilfskräfte abgezogen. Die Hauptstadt Tokio mit ihren über 35 Millionen Einwohnern sei nicht zu evakuieren, hieß es unterdessen.

Das Szenario, das weltweit in den Nachrichtenkanälen übertragen wird, lässt Ohnmacht bei Menschen weltweit aufkommen. Sie fragen berechtigterweise, warum führende Atomexperten und brillante Wissenschaftler Japan nicht mit adäquaten Lösungen zur Abwehr einer absoluten Atomkatastrophe unterstützen können. Man muss nicht im Atomkraftwerk Fukushima sein, Hightech bietet diverse Möglichkeiten, von jedem Ort der Welt zu agieren.

Völlige Sicherheit ist unrealistisch

Unfälle in Kernkraftwerken können in jedem Land passieren, dass diese Technologie nutzt. Zu glauben, dass Deutschlands Atomkraftwerke und Sicherheitsvorkehrungen für einen Ernstfall besser ausgerüstet seien, als die des Hightech Lands Japan, ist vermessen und wurde von Umweltorganisationen durch Fakten längst als Wunschglaube widerlegt.

Ökostrom, Strom ohne Atomkraft

Deutschland kann ohne seine Atomkraftwerke auskommen, das wurde durch Experten und Umweltorganisationen dargelegt. Deutschland produziert nämlich Stromüberschuss, der ins Ausland verkauft wird. Atomkraftwerke abschalten und ein gezieltes Umschwenken auf erneuerbare Energien ist keine Utopie, sondern ohne Weiteres machbar für unser Land, das in der Welt führend im Bereich Umwelttechnologie ist.

Der Wechsel zu atomfreien Anbietern ist einfach und unproblematisch

Nachfrage bestimmt den Markt, das ist auch beim Strom aus der Steckdose so. Wenn sich immer mehr Stromkunden für atomfreien Strom entscheiden, werden die Stromanbieter mittelfristig nachziehen.

Der Stromkunde hat viel mehr Einfluss, als er vermutet, und ein Wechsel zu Stromanbietern, die völlig ohne Atomenergie produzierten Ökostrom liefern, ist leicht. Eine Entscheidung kann zu jeder Zeit getroffen werden und die Anbieter übernehmen Formalitäten. Angst davor, dass während des Wechsels plötzlich kein Strom da ist, ist unbegründet, das garantieren die atomfreien Stromanbieter.

Einige Anbieter für atomfreien Strom und Infowebseiten über Ökostrom

Atomfreier Ökostrom muss nicht teurer sein als Atomstrom, und damit man keine unliebsame Überraschung erlebt, gibt es im Internet Plattformen, auf denen man die Kosten, die auf einen zukommen, kalkulieren kann.

Was viele nicht wissen: Unter den Ökostromanbietern gibt es für den Stromkunden nicht nur Optionen, Strom aus unterschiedlichen erneuerbaren Ressourcen zu wählen, man hat zusätzlich die Möglichkeit, sich für Anbieter zu entscheiden, die soziale Projekte unterstützen.

Einige Beispiele:

Verivox Ökostrom Kalkulator

Auf der Webseite von “Verivox” kann man die Preise für Ökostrom unter die Lupe nehmen und gleichzeitig ermitteln, was man bei einem Wechsel zu einem Ökostromanbieter im Vergleich zum jetzigen Anbieter zahlen muss.

Preisvergleich Ökostrom

„Atomfreier Strom“ ist eine weitere Plattform, auf der Privatkunden und Geschäftskunden Preise vergleichen und die Stromkosten für den eigenen Verbrauch durchkalkulieren können.

Greenpeace Energy

Die Umweltorganisation Greenpeace hat eigens eine Genossenschaft gegründet, um Ökostrom anzubieten. „Greenpeace Energy“ entwickelt gleichzeitig innovative Projekte. Eines davon ist das Hamburger „CarSharing Pilotprojekt“, bei dem vier, ausschließlich mit Ökostrom betriebene Elektroautos zum Einsatz kommen.

Lichtblick

Der Anbieter „Lichtblick“ bietet Strom aus erneuerbaren Energien an und garantiert, dass der Strom nicht aus Atomkraftwerken oder Kohlekraftwerken stammt.

Es gibt zahlreiche weitere Anbieter und es lohnt sich, die verschiedenen Angebote zu studieren, aus welchen erneuerbaren Energien deren Strom konkret stammt und es ist interessant nachzulesen, wie sich die einzelnen Ökostromanbieter sozial und für die Umwelt engagieren.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 17. März 2011

PureNature hat den Wechsel zu atomfreiem Strom vor rund drei Jahren vollzogen. Probleme bei Wechsel zu „Lichtblick“ gab es nicht. Die Mitarbeiter von PureNature helfen außerdem mit großem Enthusiasmus dabei, Möglichkeiten zu finden Energie einzusparen, Arbeitsabläufe energieeffizienter zu gestalten und wo immer es möglich ist, Ressourcen zu schonen.

Ärzte warnen vor Duftstoffen und Duftkerzen

Allergien und Asthma? Vorsicht beim Abbrennen von Duftkerzen

Kerzen zählen zu den beliebtesten Stimmungsmachern in der Weihnachts- und Adventszeit. Insbesondere Duftkerzen erfreuen sich großer Beliebtheit. Sie sorgen in Geschäften, auf Veranstaltungen, in Restaurants und in manchem Zuhause für „Weihnachtsduft“. Lungenärzte hingegen warnen insbesondere vor Duftkerzen, insbesondere wenn sie aus Paraffin hergestellt sind. Paraffinkerzen werden aus Petroleum, also Erdöl hergestellt. Oft kommen Schlacken der Erdölindustrie für die Herstellung von Kerzen zum Einsatz. Dadurch können die Produktionskosten der Kerzen minimal gehalten werden, was eine größere Gewinnspanne für die Hersteller und den Handel gewährleistet. Als Alternative nennen die Lungenärzte Kerzen aus Bienenwachs oder Soja und raten dazu, auf beduftete Kerzen sowie sonstige Raumbeduftung ganz zu verzichten. (1) Kritisch gegenüber Duftstoffen äußert sich auch der Ärzteverband der Deutschen Allergologen. (2)

Duftkerzen – Problematisch für Allergiker und Asthmatiker

Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung e.V. (DLS) halten den Einsatz von Duftkerzen aus Paraffin als ganz besonders bedenklich für Allergiker und Asthmatiker. Durch das Abbrennen werden Stoffe freigesetzt, die Atemwegsbeschwerden verursachen oder verstärken können. Auch Personen mit Duftstoffallergien sind gefährdet. Hautreaktionen können sich durch das Abbrennen von Duftkerzen verschlimmern. Duftstoffallergiker sind daher besser beraten, auf Duftkerzen ganz zu verzichten.

Was ist bedenklicher, natürliche Duftstoffe oder chemische?

Oft wird angeführt, es handele sich „nur“ um natürliche Duftstoffe. Der Verbraucher wiegt sich durch dieses Versprechen meist in trügerischer Sicherheit. Eine Erklärung, ob natürliche Duftstoffe eine bessere Wahl sind als chemische Düfte, lieferte der Allergologe der Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen, Professor Thomas Fuchs, im November 20010 in der Rheinischen Post: “… letzten Endes sind Duftstoffe Duftstoffe, egal, ob sie natürlichen Ursprungs oder im Labor hergestellt worden sind”.

Darüber, ob ein Duftstoffallergiker bei der Verwendung von Düften Ausnahmen machen sollte oder nicht, äußerte Prof. Fuchs, der dem Ärzteverband Deutscher Allergologen angehört, seinen klaren Standpunkt: “Wer von einer Duftstoffallergie betroffen ist, sollte auch auf Duftstoffe verzichten und zwar möglichst komplett.”

Duftstoffe können Asthmaanfälle auslösen

Für Asthmatiker sind Duftkerzen sehr problematisch und in der Weihnachts- und Adventszeit berichtet mancher Asthmatiker, dass er öfter zum Asthmaspray greifen muss. Alternativ bleibt Betroffenen nur der Verzicht, Duftkerzen Zuhause zu verwenden, sowie höchste Vorsicht und sofortiges Verlassen von Räumlichkeiten, in denen Duftkerzen brennen.

Kerzen aus Paraffin setzen Schadstoffe frei

„Paraffin-Kerzen werden aus Petroleum hergestellt“, erläuterte Prof. Harald Morr, Vorstandsvorsitzender, auf der Webseite der Deutschen Lungenärzte. „Insbesondere Menschen, die bereits eine Kontaktallergie auf bestimmte Duftstoffe entwickelt haben, riskieren, dass die beim Abbrennen freigesetzten Stoffe allergische Erscheinungen auf der Haut oder in den Atemwegen verstärken. Das kann dann Hautausschläge und Asthmabeschwerden hervorrufen.“

Bedenklich ist das Abbrennen von Kerzen jedoch nicht nur für Asthmatiker oder Allergiker, sondern für jeden, der sich in einem Raum befindet, in dem Kerzen abbrennen. Besonders in kleinen Räumen oder in Räumlichkeiten, die kaum oder schlecht belüftet sind, ist Vorsicht angeraten. Gutes Lüften empfehlen daher die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung. Sie raten sogar, zusätzlich Ventilatoren aufzustellen, um die Schadstoffe, die Kerzen freisetzen, schneller nach draußen zu leiten. Übertrieben? Sicher nicht, denn insbesondere, wenn mehrere Kerzen brennen, kann dies schnell zu erheblicher Schadstoffbelastung in Innenräumen führen. Hierbei sind nicht nur Bestandteile des Paraffins bedenklich, sondern auch die Dochte, die sehr häufig bleihaltig sind. Die amerikanische Umweltschutzbehörde EPA ging in einer Veröffentlichung sogar davon aus, dass die bei Kindern nachgewiesene Bleibelastung zu einem erheblichen Prozentsatz durch Abbrennen von Kerzen verursacht wurde. (3)

Kerzenzauber auf stimmungsvollen Stunden belassen

Wer auf seine Gesundheit bedacht ist, sollte auf Duftkerzen generell verzichten und Kerzen aus reinem Pflanzenstearin, Soja und Bienenwachs solchen aus Paraffin vorziehen.

Zusätzlich ist darauf achten, dass Bienenwachskerzen ökologisch sind. Bei konven- tionellem Bienenwachs ist mit Kontaminierung des Wachses durch Pestizide und Arzneimittelrückstände zu rechnen, die beim Abbrennen in die Raumluft freigegeben werden.

Kerzenstimmung im Wohnraum sollte auf feierliche Anlässe beschränkt bleiben und bei der Auswahl der Kerzen sollte auf schadstofffreie Qualität geachtet werden. Nach jeder Kerzenbenutzung ist gründliches Lüften wichtig und beim Löschen der Kerzen ist darauf zu achten, dass die Kerzen schnell „erstickt“ werden und nicht unnötig weiterglimmen.

Autor:

Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 27.11. 2010

Literatur:

  1. Lungenärzte im Netz, Paraffin in Duftkerzen kann die Atemwege reizen und Asthma hervorrufen, 15.11.2010
  2. RP, Experte rät zu Verzicht auf Parfüm, 24.11.2010
  3. Silvia K. Müller, Vorsicht bei MCS: Kerzen können zu Schadstoffbelastung in Innenräumen beitragen, CSN, 13.12.2008

Chlor im Schwimmbad kann die Gesundheit ruinieren und Krebs verursachen

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Experten fordern alternative Desinfektion von Schwimmbädern

Hallenbäder in Städten galten einst als Statussymbol. Jetzt macht eines nach dem anderen zu. Die Kosten für den Unterhalt von Schwimmbädern sind enorm. Es gibt aber noch einen weiteren Faktor, der zwar nicht in den Vordergrund gerück wird, aber sicher eine Rolle spielt. Chlor – die Chemikalie wird zur Desinfektion dem Wasser zugesetzt. Chlor ist effektiv und günstig, aber es ist toxisch und hat die Gesundheit von vielen Bademeistern und Vielschwimmern zerstört. In mancher Stadt kam es zu Personalmangel im Hallenbad, weil ein Bademeister nach dem anderen an Krebs verstarb.

Eine aktuelle Meldung über die Gesundheitsgefahren durch Chlor in Schwimmbädern:

Das Schwimmen im gechlorten Hallen- oder Freibad kann das Risiko, an Krebs zu erkranken, erhöhen. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam um Manolis Kogevinas vom Center for Research in Environmental Epidemiology in Barcelona. Die Forscher haben in gechlorten Pools mehr als 100 chemische Zwischenprodukte identifizieren können. Sie raten nicht davon ab, in Pools zu schwimmen, sondern wollen Veränderungen in Sachen Bäderhygiene erreichen und fordern Schwimmer dazu auf, sich vor dem Bad gründlich mit Seife zu waschen.

“Chlor ist ein hochaktiver Mikrobenkiller und reagiert mit einer Vielzahl von organischen Substanzen. Dazu gehören auch Hautschuppen, Schweiß und Urin”, erklärt der Bäderspezialist Rudolf Wagner von der Wasserwerkstatt im pressetext-Interview. “Wenn man sich vor dem Bad duscht, verringert man diese Reaktionen um Zehnerpotenzen”, so Wagner. “Eine Alternative zu Chlor ist Ozon. Dieses Oxidationsmittel ist weit weniger stark und weniger reaktiv.”

Chlor: Hohe Reaktivität

Chlor ist zwar ein effektiver Bakterienkiller, doch warnen Wissenschaftler schon länger vor den negativen Folgen auf die menschliche Gesundheit. Das Team um Kogevinias konnte bei einer 50 köpfigen Probandengruppe feststellen, dass einige der Zwischenprodukte des Desinfektionsmittels giftig und nie vorher in Swimmingpools gefunden wurden.

Bei den Schwimmern wurden vor und nach einem 40-Minuten-Aufenthalt im Wasser Blut, Urin und Atemluft untersucht. Nach dem Aufenthalt wiesen die Testpersonen einige erhöhte Marker einer DNA-Schädigung auf, die in weiterer Folge zu Krebs führen können. Die chemischen Zwischenprodukte gelangen über Haut und Atemorgane in den Körper. Dennoch betonen die Forscher, dass es zu früh sei, von einer kurzfristigen Veränderung auf langfristige Gesundheitsprobleme zu schließen.

Vorhergehende Studien haben gezeigt, dass Rettungsschwimmer vermehrt unter Asthma, Atemproblemen, Allergien und HNO-Reizungen leiden.

Bei der Planung schon an die Gesundheit denken

Bei Neuplanungen und Renovierungen von Schwimmbädern sollte eine gefahrlose Desinfektion mit in den Vordergrund gerückt werden. Schwimmbadangestellte und Badegäste Chlor und seinen toxischen Abbauprodukten auszusetzen, ist aufgrund der Forschungsergebnisse der letzen Jahre schlichtweg nicht mehr akzeptabel. Selbst wenn Experten zu weiterer Forschung aufrufen, bedeuet dies nicht, dass es hinnehmbar ist, dass Angestellte und Nutzer von Bädern weiterhin gesundheitlich Risiken ausgesetzt werden die umgehbar sind.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 15. September 2010

Literatur: PT Austria, Chlor im Pool: Ziemlich ungesunde Mischung, pte/14.09.2010

Naturschutz: Ein Hotel für Insekten im Garten

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Als wir kürzlich in einem hübschen Naturhotel im Elsass Urlaub machten, erfreuten wir uns ganz besonders an deren Garten. Er war Arthur das Zwergschweinnicht total gestriegelt, wie man es normalerweise von Hotels gewohnt ist, sondern hatte Ecken, in denen sich Tiere noch wohlfühlen. So zum Beispiel das schwarze Zwergschwein Arthur. Der verschmitzte Bursche hat es gut getroffen, sein Besitzer ist ein Spitzenkoch und selbstverständlich fällt da immer ein leckerer Brocken für ihn ab. Gleich neben Arthur gab es ein Insektenhotel, mit Zweigstelle für Eichhörnchen, wo leckere Nüsse lockten und wirklich, dort ging, bzw. flog es ein und aus.

Die Idee Insekten, Schmetterlinge und anderes Getier anzulocken, ist prima für jeden, der sich über die Natur freut. Eigentlich schnell gebaut, Nistkästen, Käferhäuschen, Nusskästen für Eichhörnchen,  Vogelfutterhäuschen gibt es fertig und ein Rahmen muss nicht perfekt sein. Ein paar mitteldicke Aststücke in den Boden gerammt und daran die Kästen befestigt reicht aus. Vielleicht im Herbst noch ein paar Schmetterlingssträucher und andere blühende Wildsträucher in der Nähe pflanzen, dann wird im nächsten Frühjahr oder Sommer reger Betrieb im Insektenhotel zu bestaunen sein.

Autor: Patty Paris

Herbizid-Verbot: Unkrautvernichter auf Pflaster und Wegen verboten

Herbizide-im-GartenGift ums Haus und im Garten schadet der Umwelt und der Gesundheit

Noch immer kann man in der warmen Jahreszeit Personen sehen, die mit der Giftspritze den Gehweg oder die Einfahrt an ihrem Haus von Unkraut befreien. Was die wenigsten wissen: Das ist verboten und kann richtig teuer werden. Wer zuwider handelt, muss mit einem Bußgeld in Höhe bis zu 50 000 Euro rechnen. Sich an das Verbot zu halten ist nicht nur wegen der Geldstrafe sinnvoll, sondern auch um die Gesundheit und Umwelt zu schonen, denn chemische Unkrautvernichter sind für beides sehr schädlich. Eine ganze Reihe von Unkrautvernichtern ist sogar krebserregend und steht teils wegen der Gefahr für Gesundheit und Umwelt auf der Liste für ein generelles Verbot. Jeder, der trotzdem solche giftigen Mittel benutzt, sollte bedenken, Herbizide werden bei der Anwendung zwangsläufig eingeatmet und mit den Schuhen ins Haus getragen. Eine erhebliche Gefährdung stellt die Anwendung von Unkrautvernichtern auch für Haustiere dar, insbesondere für Katzen, die ständig ihr Fell lecken.

Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen teilt mit:

Ob Wegerich, Löwenzahn oder Sternmoos: In der Pflasterfuge am Hauszugang, in der Garagenzufahrt oder auf der Terrasse blüht es wie im Garten – sehr zum Leidwesen des Eigentümers. Der feuchte Sommer hat die Pflanzenvegetation in den Spalten und Fugen der befestigten Wege stark begünstigt.

Pestizide, Herbizide, Fungizide verboten

Wenn der optische Eindruck unordentlich ist, rückt manch einer den jungen Pflänzchen mit Chemie zu Leibe. Was viele immer noch nicht wissen: Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf Bürgersteigen, Gehwegen, Hofflächen, Zufahren oder ähnliches ist durch das Pflanzenschutzgesetz verboten, teilt der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen mit. Dieses grundsätzliche Verbot gilt auch für Hausmittel wie zum Beispiel Essigreiniger oder Salzwasser. In dem Augenblick, in dem diese Hausmittel zur Unkrautvernichtung eingesetzt werden, sind sie Pflanzenschutzmittel. Auch hier droht bei ungenehmigtem Einsatz ein Bußgeld in Höhe bis zu 50 000 Euro.

Verbot wegen Verseuchung der Gewässer

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist nur auf Flächen erlaubt, die land- oder forstwirtschaftlich sowie gärtnerisch genutzt werden. Weil die Mittel zur Unkrautbekämpfung häufig auf Flächen eingesetzt werden, von denen kein Oberflächenwasser versickern kann und dann über die Kanalisation entwässert werden, ist es hier verboten. Auch ein biologischer Abbau im Boden ist auf diesen Flächen nicht möglich. Wird etwa auf einem Gehweg oder einer Garageneinfahrt mit Plattenbelag ein Herbizid aufgebracht, kann das Mittel in die Kanalisation gelangen und den Wasserwerken große Probleme bereiten. Im Interesse des Wasser- und Umweltschutzes empfiehlt der Pflanzenschutzdienst, gegen unerwünschten Bewuchs mit mechanischen oder thermischen Methoden, wie Hacken oder Kratzen, Hochdruckreiniger oder Abflammgeräten vorzugehen. Das schont die Umwelt und den Geldbeutel.

Ausnahmen nur im Einzelfall möglich und müssen beantragt werden

Das Herbizidverbot gilt für alle nicht landwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Flächen, also für Industriegelände, Bahngleise oder kommunale Flächen, wie Marktplätze oder Friedhofswege. Wer dafür verantwortlich ist, dass Gehwege verkehrssicher sind, wie Kommunen oder Firmen, kann eine Ausnahmegenehmigung von diesem Verbot erhalten.

Tipps zur giftfreien Entfernung von Unkraut

Wege und Einfahrten sehen schnell unordentlich aus, wenn Unkraut aus allen Ritzen herauskommt. Wer kein Naturfreak ist, stört sich vielleicht daran oder möchte keine Blicke von den Nachbarn ernten. Man kann Unkraut auf Wegen, Terrassen, Einfahrten und dem Bürgersteig auch ohne Gift loswerden.

  • Nach dem Regen lässt sich Unkraut leicht aus Ritzen und Fugen mit der Hand ausreißen
  • Bei größeren Flächen kann man die Fugen mit einem Ritzenkratzer, einer Drahtbürste (gibt es jetzt auch mit langem Stiel) oder einem Spaten nach dem Regen leicht unkrautfrei bekommen
  • Sehr effektiv ist ein Hochdruckreiniger, es gibt sie auch zum Ausleihen im Baumarkt
  • Für kleine Flächen bietet der Gartenbedarf raffinierte Fugenkratzer

Autor: Silvia K. Müller, CSN-Chemical Sensitivity Network, Juni 2010

Literatur: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Unkrautvernichter auf Wegen verboten, 30. 4. 2007

Bienen, Wespen auf natürliche Weise fernhalten auf Terrasse und Balkon

Wespe

Die warme Jahreszeit ist wunderbar dazu geeignet, einen Teil des Lebens nach draußen zu verlagern. Die Terrasse, der Garten und der Balkon ersetzen oft schon zum Frühstück das Wohn- und Esszimmer. Ein unvergleichbarer Morgenbeginn, wenn man die ersten Sonnenstrahlen genießend das Frühstück draußen in der Natur einnehmen kann. Leider sind auch schnell Plagegeister präsent, denn Wespen und Bienen riechen schon von Ferne die leckeren Sachen auf dem Terrassentisch. Das kann auch gefährlich sein, wenn sie unbemerkt in ein Glas fliegen oder sich unter ein Nahrungsmittel setzen, das man in den Mund schiebt.

Tipps und Hausmittel gegen Wespen und Bienen auf Terrasse und Balkon

  • Keine offenen Marmeladengläser oder Süßes auf dem Tisch stehen lassen
  • Mückenschutzhauben für Wurstteller verwenden
  • Gläser und Tassen abdecken
  • Flaschen immer gleich zuschrauben oder einen Verschluss aufsetzen
  • Wespenfallen aus Glas oder Ton mit Lockstoff (Zuckerwasser, Bier, etc.) etwas entfernt aufhängen
  • Pflanzen mit Repellentwirkung anpflanzen, bzw. in Töpfen aufstellen, z.B. Lavendel, Thymian, Majoran
  • Eine Orange oder Zitrone mit Nelken gespickt auf dem Tisch legen
  • Einen Ventilator verwenden (Zugluft behagt den Insekten nicht)
  • Gegen Abend blaues Köder-Licht aufstellen
  • Sollte es ganz schlimm sein, einen Sommerbaldachin aus Netzgewebe aufhängen und darunter den Tisch stellen. Kann gleichzeitig sehr dekorativ wirken

Verzichten sollte man auf jede Art von chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln (Sprays, Stecker mit Pestizidplättchen, pestizidhaltige Kerzen oder Räucherspiralen, Aufkleber mit integriertem Pestizid, etc.). Sie enthalten in der Regel Nervengifte, die lange wirksam und sehr gesundheitsschädlich sind. Bienen und Wespen sind ausserdem nützliche Tiere und müssen nicht chemisch bekämpft werden, ein Vertreiben und im Ernstfall natürliche Schädlingsbekämpfungsmittel reichen völlig aus.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 12. Juni 2010

Gesundheitsrisiko Luftmatratzen

Luftmatratze

Der Sommer und die Badesaison nahen. Bunte Luftmatratzen für den Spass am See und im Schwimmbad warten schon in den Geschäften. Dort sollte man die meisten Luftmatratzen am besten lassen, wenn einem die eigene Gesundheit und die der Kinder am Herzen liegt. Ökotest hat die Sommerbegleiter auf Schadstoffe getestet, über das erschreckende Resultat berichtet BUND:

Bundesregierung muss handeln und gefährliche Chemikalien aus Alltagsprodukten verbannen

Berlin/Frankfurt: Zu den heute veröffentlichten Ergebnissen von “Ökotest”, nach denen alle von dem Magazin untersuchten Luftmatratzen mit gefährlichen Schadstoffen belastet sind, erklärte Sarah Häuser, Chemieexpertin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): „Die Badesaison startet mit einer Hiobsbotschaft: Für Kinder kann das Planschen mit Luftmatratzen zum Gesundheitsrisiko werden. Es ist inakzeptabel, dass ausgerechnet Produkte, mit denen vor allem Kinder in Berührung kommen, gefährliche Chemikalien in zum Teil extrem hohen Konzentrationen enthalten. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner muss handeln. Schadstoffhaltige Luftmatratzen dürfen nicht mehr verkauft werden.“

Besonders beunruhigend sei, dass in allen getesteten Luftmatratzen polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) nachgewiesen werden konnten. Diese seien krebserregend und erbgutschädigend und könnten über die Haut in den Körper gelangen. Acht der 13 getesteten Luftmatratzen enthielten erhöhte oder stark erhöhte PAK-Werte. Zudem seien in zahlreichen Luftmatratzen Weichmacher-Phthalate sowie zinnorganische Verbindungen entdeckt worden. Aufgrund ihrer hormonellen Wirkungen könnten diese Stoffe das empfindliche Hormonsystem von Kindern stören. Zahlreiche Studien hätten gezeigt, dass Krankheiten wie Unfruchtbarkeit oder Krebs mit solchen Schadstoffen in Zusammenhang stünden. Aus neun Luftmatratzen habe sich außerdem das nervenschädigende Phenol gelöst.

Häuser: „Das geeignete Instrument, mit dem gefährliche Chemikalien aus Alltagsprodukten verbannt werden können, ist die europäische Chemikalienverordnung REACH. Allerdings wird deren Umsetzung nicht ernsthaft genug verfolgt. Obwohl REACH inzwischen seit drei Jahren in Kraft ist, sind erst 30 Stoffe als besonders gefährliche Chemikalien gelistet. In unseren Alltagsprodukten sind jedoch rund zweitausend gesundheitsschädliche Substanzen enthalten. Die Bundesregierung muss endlich aktiv werden und alle riskanten Chemikalien auf die Liste der besonders gefährlichen Stoffe setzen. Mit REACH kann dann deren Verwendung beschränkt oder auch ganz verboten werden.“

BUND, Pressemitteilung vom 28. Mai 2010