Archiv der Kategorie ‘Nahrungsmittelallergien/-intoleranzen‘

Allergien: Kreuzreaktionen zwischen Tomaten und Pflanzen und Früchten

Tomaten

Allergisch auf  Tomaten?

Über Kreuzreaktionen zwischen Früchten, verschiedenen Pollen und Fruchtarten untereinander wurde in der wissenschaftlichen Literatur bereits ausführlich berichtet. Oft sind sie dem Allergiker selbst unbekannt und sorgen für erhebliche gesundheitliche Beschwerden. In einer aktuell erschienen Studie untersuchten Wissenschafter aus Spanien insbesondere Kreuzreaktionen zwischen Tomaten und Pollen, Früchten und Latexextrakt. Sie setzen sich zum Ziel, auch die dabei involvierten Proteine zu identifizieren.

Gerade in der Mittelmeerregion treten Allergien auf Tomaten recht häufig auf. Doch auch in unserem Land ist diese Allergie recht verbreitet, weil Tomatenprodukte einen festen Platz in unserer Ernährung haben. So mancher isst Tomate täglich in irgendeiner Form und weißt nicht einmal, dass er darauf allergisch ist, weil er sie verzehrt, ohne eine akute Reaktion zu bemerken.

Um herauszufinden, ob Tomatenallergiker Kreuzreaktionen aufweisen, wurden die Studienteilnehmer Bluttests und Hauttest (Pricktest) unterzogen. Man testete sie außerdem auf 10 verschiedene Pollen, 12 Früchte und auf Latex. Es wurde für jedes einzelne Extrakt das IgE ermittelt. Das allergene Profil ermittelte man mittels verschiedener immunologischer Spezialuntersuchungen.

Das spanische Wissenschaftlerteam stellte bei den Studienteilnehmern das höchste spezifische IgE auf Gräser  fest. Die meisten Pollenextrakte zeigten eine ähnlich hohe kreuzallergene Kapazität. Beifuss und das weit verbreitete Wiesen-Rispengras waren sehr starke Kreuzallergieauslöser. Bei den Früchten, die mit Tomate korrespondierten, stellten Pfirsich, Kastanie, Melone und Haselnuss die größten Probleme dar. Pfirsich war unter den Früchten insgesamt gesehen der stärkste Allergieauslöser. Die Wissenschaftler stellten keine Kreuzreaktion zwischen Tomate und Latex fest.

Allergiker, die auf Tomaten reagieren, sollten diese Kreuzallergene möglichst meiden. Ein umfassender individueller Allergietest kann Aufschluss bringen, welche Pollen und Früchte im persönlichen Fall das größte Problem darstellen und speziell bei Konsum von Tomatenprodukten gemieden werden sollten.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, Dezember 2009

Literatur:

López-Matas MA, Ferrer A, Larramendi CH, Huertas AJ, Pagán JA, García-Abujeta JL, Bartra J, Lavín JR, Andreu C, Carnés J., In vitro cross-reactivity between tomato and other plant allergens, Ann Allergy Asthma Immunol. 2009 Nov;103(5):425-31.

Nahrungsmittel-Allergie bei Kindern – Allergisch gegen Weihnachten

Allergiekind

In der Weihnachtszeit haben es Kinder mit einer Allergie auf Nahrungsmittel besonders schwer, denn viele weihnachtliche Leckereien enthalten bedeutende Allergene. Für die meisten betroffenen Kinder sind dies Milch und Eier: 70 Prozent der Kinder mit einer Nahrungsmittel-Allergie reagieren allergisch auf Kuhmilch und 40 Prozent auf Hühnereier.1,2 Weitere wichtige Allergene im Kindesalter sind Erdnüsse, Haselnüsse und andere Nusssorten. Für Kinder mit einer Allergie gegen Milch oder Eier sind viele Backwaren und Süßspeisen tabu. Nussallergiker müssen auf nusshaltiges Gebäck, Nougat und Krokant verzichten.

„Wenn ein Kind nach dem Essen bestimmter Nahrungsmittel über Jucken oder Brennen im Mund oder ein Kloßgefühl im Hals klagt oder ein Nesselausschlag, Schwellungen oder Atembeschwerden auftreten, sollte ein allergologisch ausgebildeter Kinder- und Jugendarzt die Auslöser feststellen“, sagt Professor Dr. Albrecht Bufe, Vorsitzender der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie (GPA) und Kinder- und Jugendarzt an der Universitätsklinik in Bochum. Bufe warnt davor, sich bei einer Nahrungsmittel-Allergie auf die Ergebnisse von IgG-Labortests zu verlassen, die im Internet oder in Werbeanzeigen angeboten werden: „Die Tests auf IgG- oder IgG4-Antikörper sind völlig ungeeignet, um eine allergische Reaktion auf bestimmte Nahrungsmittel zu erkennen. Sie spiegeln nur eine normale Immunreaktion wider, die keinen Krankheitswert hat.“ Die deutschsprachigen und europäischen Allergie-Gesellschaften lehnen die Bestimmung von IgG-Antikörpern gegen Nahrungsmittel einstimmig ab.3 Leider lassen sich aufgrund der sinnlosen Testergebnisse immer wieder Patienten auf unnötig einschränkende Diätempfehlungen ein.

Laut Professor Dr. Bodo Niggemann, dem Sprecher der Arbeitsgruppe Nahrungsmittel-Allergien der GPA, sind auch andere unkonventionelle Methoden wie Bioresonanz oder Kinesiologie nicht geeignet, um eine Allergie auf Nahrungsmittel festzustellen. Eine seriöse Diagnostik von Nahrungsmittel-Allergien bei Kindern erfolgt durch ein ärztliches Gespräch, bei dem die individuelle Krankengeschichte des kleinen Patienten erfragt wird (Anamnese). Zusätzliche Informationen gewinnt der Allergologe durch den Nachweis spezifischer IgE-Antikörper, durch Haut-Prick-Tests oder – als sicherste Methode – eine orale Nahrungsmittelprovokation, bei der die Patienten unter kontrollierten Bedingungen verdächtige Nahrungsmittel erhalten.

„Die Allergie auslösenden Nahrungsmittel müssen strikt gemieden werden. Bei einer solchen Eliminationsdiät ist die Beratung durch eine allergologisch erfahrene Ernährungsfachkraft sehr wichtig, weil für einen Ersatz der fehlenden Nährstoffe gesorgt werden muss“, erläutert Niggemann. Zudem sei nach 12 bis 24 Monaten eine Überprüfung der Ernährungsempfehlungen notwendig, da vor allem kleine Kinder die Allergie auslösenden Nahrungsmittel nach einigen Jahren oftmals wieder vertrügen.4

In Deutschland leiden etwa vier Prozent der Kinder an einer Nahrungsmittel-Allergie. Kinder mit Neurodermitis sind allerdings wesentlich häufiger betroffen: Bis zu 30 Prozent der kleinen Neurodermitiker vertragen bestimmte Nahrungsmittel nicht. Ältere Kinder mit einer Pollenallergie haben ebenfalls häufiger Probleme mit bestimmten Nahrungsmitteln, sie leiden an einer so genannten Kreuzallergie. Denn viele pflanzliche Nahrungsmittel enthalten Proteine, die das Immunsystem nicht von denen aus Pollen unterscheiden kann. Eine Kreuzallergie kann bei Kindern mit einer Baumpollenallergie durch den Verzehr von Äpfeln, Mandeln, Hasel- oder Walnüssen und Nougat auftreten. Bei einer Allergie gegen Gräserpollen kann es zu Kreuzreaktionen mit Getreideprodukten oder Erdnüssen kommen.

Die Eltern allergiekranker Kinder müssen sehr genau darauf achten, was die Kleinen naschen. Das ist nicht immer leicht, obwohl inzwischen viele Allergene auf Lebensmittel-Verpackungen deklariert sind. Da die Rezepturen der Hersteller sich ändern können, müssen die Zutatenlisten auf den Verpackungen immer wieder sorgfältig gelesen werden. Für Kinder mit einer Nahrungsmittel-Allergie sollten rechtzeitig vor dem Fest allergenfreie Leckereien besorgt werden. Eine gute Alternative für Kinder mit einer Allergie gegen Erdnüsse oder Baumnüsse sind beispielsweise selbst gebackene Plätzchen ohne diese Zutaten.

Eine Nussallergie kann langfristig bestehen bleiben. Dagegen besteht bei Kindern mit einer Allergie gegen Milch oder Eier eine sehr gute Chance, dass diese Lebensmittel nach einiger Zeit wieder vertragen werden. „Nahrungsmittel-Allergien bei Kindern bessern sich oft oder verschwinden sogar über die Jahre. Daher ist es sinnvoll, die Allergie in regelmäßigen Abständen zu überprüfen. Hierzu sind am besten orale Provokationstests geeignet“, rät Niggemann.

Autor:

Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie, Nahrungsmittel-Allergie bei Kindern,  Hamburg, 30. November 2009.

Literatur:

  1. Weißbuch Allergie in Deutschland, 2. Auflage. DGAKI, ÄDA, DAAU (Ring J, Fuchs T, Schultze-Werninghaus G, Hrsg.), Urban und Vogel, München 2004. ISBN 3-89935-182-7 
  2. Lange L, Pädiatrische Allergologie, Sonderheft Nahrungsmittelallergie 2009;12:7-9. 
  3. Kleine-Tebbe, Jörg et al. Keine Empfehlung für IgG und IgG4-Bestimmungen gegen Nahrungsmittel. Leitlinie der deutschsprachigen Allergiegesellschaften (DGAKI, ÄDA, GPA, ÖGAI und SGAI). Allergo Journal 2009;18(4):267-73. 
  4. Niggemann B, Pädiatrische Allergologie, Sonderheft Nahrungsmittelallergie 2009;12:5-7.

Glutenfreie Ernährung reduziert Knochenprobleme bei Kindern mit Zöliakie

Gesunde, glutenfreie Ernährung ist bei Kindern mit Zööliakie wchtig

Zöliakie ist eine angeborene Darmstörung, die durch eine lebenslange Intoleranz gegenüber der Nahrungsaufnahme von Gluten charakterisiert wird. Gluten ist ein Protein, das in Weizen, Roggen und Gerste gefunden wird. Zölliakie kann in jedem Alter eintreten, aber meist tritt die Intoleranz während der frühen Kindheit auf (zwischen dem 9. und 24. Lebensmonat). Häufig wird bei Personen, die unter Zölikakie leiden, eine verminderte Knochendichte festgestellt. Ein aktuell erschienener Artikel in der medizinischen Fachzeitschrift Nutrition Reviews überprüfte die existierende Literatur über das Thema und deckte auf, dass eine glutenfreie Ernährung die Genesung bei Kindern stark beeinflussen kann.

Zöliakie kann Knochendichte reduzieren

Metabolisch bedingte Knochenerkrankungen gehören zu den signifikanten und häufig auftretenden Komplikationen bei Zöliakie. Verminderte mineralische Knochendichte kann bei Kindern dazu führen, dass sie nicht in der Lage sind, eine optimale Knochenmasse zu entwickeln, und im Erwachsenenalter zu Knochenschwund. Beides steigert das Risiko, Osteoporose zu entwickeln. Außerdem besteht für Menschen mit Zöliakie ein zusätzliches Risiko für Knochenbrüche.

Glutenfreie Ernährung kann zu Genesung führen

Jedoch besteht Evidenz, dass eine glutenfreie Ernährung einen Anstieg der mineralischen Knochendichte rasch fördert. Dies kann zu einer vollständigen Genesung der Knochenmineralisierung bei Kindern führen. Eine glutenfreie Ernährung verbessert die mineralische Knochendichte auch bei Erwachsenen, eine Normalisierung ist dann jedoch selten. Kinder können eine normale Knochenmasse erlangen, wenn die Diagnose und Behandlung vor der Pubertät erfolgten. Dadurch wird auch die Entwicklung einer Osteoporose im späteren Lebensalter verhindert. 

Außerdem scheinen Nährstoffkomplexe, die Calcium und Vitamin D enthalten, die mineralische Knochendichte bei Kindern und Erwachsenen, die unter Zöliakie leiden, zu verbessern.

Fazit:

“Unsere Ergebnisse stärken die Wichtigkeit einer strikten glutenfreien Diät, was derzeit die einzige wissenschaftlich erwiesene Behandlung zu sein scheint, die es bei Zöliakie gibt”, sagten die Studienautoren. “Frühe Diagnose und Therapie sind entscheidend, um Komplikationen durch Zöliakie, wie reduzierte Knochendichte, zu verhindern.”

Übersetzung: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 10. Oktober 2009

Literatur:  Wiley-Blackwell, Gluten-free diet reduces bone problems in children with celiac disease, October 8, 2009

Fallbeispiel Allergie: Allergiediagnostik und -therapie in der Facharztpraxis

Hauttest zum Aufspüren von AllergienAllergologen und Fachärzte die Allergiker behandeln, bekommen seit Januar 2009 ihre Leistungen nur noch mit einem lächerlich geringen Betrag entgolten. Wie umfangreich die Diagnostik von Allergien und deren Behandlung ist, lässt sich am nachfolgenden Fallbeispiel erkennen.

Warum das Budget zur Diagnostik und Therapie von Allergien so radikal gekürzt wurde, kann man nur erahnen. Die Zahl der Allergiker ist in den letzten Jahren rapide gestiegen. Wissenschaftler weltweit machen dafür in erster Linie auch Luftverschmutzung,  Schadstoffbelastung in Innenräumen und belastete Nahrung verantwortlich.

Beispiel einer 32-jährigen Allergikerin

1. Termin: Anamnese in einem ausführlichen Arztgespräch

Frau B. H. aus F., 32 Jahre, hat seit mehreren Jahren leichten Heuschnupfen. Im Frühjahr 2009 traten massiv verstärkte Symptome auf, im April erstmals auch Husten und Atemnot. Seit diesem Jahr verträgt Frau H. zudem keine Äpfel und Nüsse mehr. Sie reagiert nach dem Genuss dieser Lebensmittel mit Juckreiz im Mund.

Die Patientin erhält einen neuen Termin für einen Allergietest und soll davor mindestens vier Tage keine antiallergischen Medikamente (Antihistaminika) einnehmen.

2. Termin: Pricktestung

Der Hauttest ergibt Sensibilisierungen gegen Baumpollen, schwächer auch gegen Gräser- und Roggenpollen. Eine erneute Testung mit Allergenen aus verschiedenen Baumpollen weist starke Sensibilisierungen gegen Erle, Hasel, Birke, Buche und Eiche nach.

Um die klinisch relevanten Allergene einzugrenzen, erhält Frau H. drei neue Termine.

3., 4. und 5. Termin: nasale Provokationstests und ausführliches Arztgespräch

An jeden dieser Termine wird ein nasaler Provokationstest (Einatmen jeweils eines Allergens pro Nasenloch) mit Erle und Hasel, Birke und Buche, Eiche und Histamin (Positivkontrolle) durchgeführt.

Während des 5. Termins führt der Allergologe ein ausführliches Gespräch mit Frau H. und klärt sie über die Befunde auf: Es besteht eine starke Allergie gegen Birke und Hasel. Vor allem die Birkenpollen sind problematisch, denn Frau H. zeigte in der Birkenpollensaison bereits Symptome eines oralen Allergiesyndroms (Kreuzallergie auf Äpfel und Nüsse) und reagierte auf Birkenpollen mit Asthmasymptomen (Husten und Atemnot). Es ist zu befürchten, dass sich zusätzlich zum Heuschnupfen ein Asthma bronchiale entwickelt (Etagenwechsel). Zudem wurden bei Frau H. Sensibilisierungen gegen Gräser- und Roggenpollen festgestellt, die bisher jedoch noch keine Symptome verursachten.

Der Allergologe rät Frau H. zu einer spezifischen Immuntherapie (SIT, Hyposensibilisierung) um die Symptome während der Pollensaison zu bekämpfen und Asthma sowie weitere Sensibilisierungen bzw. Allergien zu verhindern. Er erläutert die Vor- und Nachteile der Therapie und gibt Frau H. Bedenkzeit für ihre Entscheidung.

6. Termin: Arztgespräch

Die Patientin klärt letzte Fragen zur geplanten SIT und entscheidet sich für die Behandlung. Sie erhält ein Rezept, so dass das Allergen-Präparat bestellt werden kann.

7.-13. Termin: Beginn der spezifischen Immuntherapie

Es folgen im wöchentlichen Abstand sieben weitere Termine für die Aufdosierung des Allergen-Präparates. Die Injektionen werden vom Arzt durchgeführt. Dazu erfolgt jeweils ein kurzes Arztgespräch. Frau H. wartet außerdem nach der Injektion eine halbe Stunde in der Praxis, um sicherzustellen, dass sie die Allergeninjektion gut verträgt.

Folgetermine: 3-jährige spezifische Immuntherapie

Frau H. erhält nach der Aufdosierungsphase jeden Monat eine Erhaltungsdosis des Allergen-Präparats mit jeweils anschließender 30-minütiger Wartezeit in der Praxis.

Erläuterungen

Die seit dem 1. Januar 2009 geltende Honorarreform für Vertragsärzte legt Regelleistungsvolumen (RLV) fest: einen maximalen Betrag, den der Arzt pro Patient erhält – unabhängig davon, welche Behandlung erforderlich ist und wie häufig der Patient den Arzt aufsuchen muss. Hautärzte erhalten beispielsweise im Bundesdurchschnitt pro Quartal maximal ca. 17 Euro (5,67 Euro monatlich) und HNO-Ärzte pro Quartal maximal ca. 30 Euro (10 Euro monatlich).

Der oben geschilderte Fall einer Patientin mit Heuschnupfen und Asthma-Symptomen ist ein typischer Krankheitsfall. Ähnlich wie Frau H. geht es nach Schätzungen des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA) etwa 20 Millionen Menschen, die in Deutschland an einer Atemwegsallergie wie Heuschnupfen oder Asthma leiden.

Es waren insgesamt 13 Termine mit ausführlichen Arztgesprächen und mehreren Untersuchungen/Testungen erforderlich, um eine genaue Diagnose zu stellen und eine geeignete Behandlung einzuleiten. Die allergologische Diagnostik und der Beginn der spezifischen Immuntherapie zur ursächlichen und langfristigen Bekämpfung der Allergieursache fand statt im 2. Quartal 2009 von April bis Juni.

Der behandelnde Allergologe erhielt in Hessen als Hautarzt für das 2. Quartal 2009 ein Regelleistungsvolumen von 14,92 Euro pro Patient. Damit sollte die komplette hautärztliche Behandlung der Patientin im Zeitraum von drei Monaten abgedeckt sein – einschließlich der allergologischen Diagnostik und Therapie, also auch alle oben genannten Leistungen: ein unmögliches Unterfangen.

Für das 3. Quartal 2009 legte die Kassenärztliche Vereinigung Hessen das Regelleistungsvolumen für Hautärzte übrigens auf 13,50 Euro fest. Damit sollen alle fachärztlichen Sonderleistungen, einschließlich der kompletten allergologischen Versorgung eines Patienten, für drei Monate abgedeckt sein. Allein die Praxisunkosten betragen in Hessen etwa 20 Euro pro Patient und Quartal.

Viele Allergologen in einer ähnlichen Situation sehen mit Besorgnis, dass sie ihren Allergiepatienten wegen der fehlenden Kostendeckung die kausal wirkende und von der WHO als Allergie-Impfung empfohlene Immuntherapie nicht mehr ermöglichen können.

Aus dem gleichen Grund müssen Ärzte auf die Durchführung von nasalen Provokationstests verzichten, obwohl sie bei Heuschnupfen nur damit eine klinisch relevante Allergie eindeutig nachweisen können. Denn Hauttestungen fallen auch bei Sensibilisierungen gegen Allergene, die zu keinen Beschwerden führen, positiv aus. Somit ist das in dem Fallbeispiel korrekte Vorgehen des Allergologen zugunsten einer eindeutigen Diagnose vor Beginn der spezifischen Immuntherapie doch nicht mehr typisch.

Die Benachteiligung von Patienten mit allergischen Erkrankungen setzt sich fort in der Regelung, dass schon jetzt ein Heuschnupfenpatient für antiallergische Medikamente wie z.B. Antihistaminika selbst aufkommen muss.

Literatur: Ärzteverband Deutscher Allergologen, Fallbeispiel – Akuter Allergie-Notstand, 6. August 2009

Für die Behandlung beim Allergologen gibt es kein Budget

Allergiehände 

Akuter Allergie-Notstand 

Jeder dritte Deutsche ist allergiekrank. Jeder Vierte, insgesamt also etwa 20 Millionen Menschen in Deutschland, hat nach Schätzungen des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA) Heuschnupfen. Die Betroffenen leiden unter allergischem Schnupfen, juckenden Augen und einem stark beeinträchtigten Allgemeinbefinden. Ohne ausreichende Therapie erkranken 40 Prozent der Heuschnupfenpatienten an Asthma, das oft lebenslang bestehen bleibt und hohe Folgekosten verursacht. Noch dramatischer sind die Folgen einer lebensbedrohlichen Allergie auf Nahrungsmittel oder Insektengifte. Bei drei Prozent der Bevölkerung, das sind mehr als zwei Millionen Menschen in Deutschland, besteht die Gefahr, nach dem Stich einer Wespe oder Biene an einem Allergieschock zu sterben. Doch die fachärztliche Versorgung der Allergiepatienten steht am Abgrund: Für die Behandlung beim Allergologen gibt es kein Budget. Ein akuter Allergie-Notstand ist unausweichlich.

Allergiebehandlung ist dem Gesundheitssystem keinen Euro wert

„Fachärzte mit einer zusätzlichen Weiterbildung in Allergologie können Allergien wirkungsvoll bekämpfen. Sie bekommen dafür von der Kassenärztlichen Vereinigung allerdings kein Geld“, erklärt ÄDA-Präsident Professor Dr. Wolfgang Czech aus Villingen-Schwenningen. Allergiekranke Menschen werden von verschiedenen Fachärzten behandelt, beispielsweise von Hautärzten, HNO-Ärzten, Pneumologen oder Kinderärzten. Die meisten dieser Ärzte haben dafür eine allergologische Zusatzausbildung absolviert und können als Allergologen eine qualifizierte Diagnostik und Therapie bieten. Sie erhalten dafür jedoch kein zusätzliches Honorar, denn seit dem 1. Januar 2009 steht Fachärzten nur pauschal eine feste Summe für die komplette Behandlung des Patienten, das so genannte Regelleistungsvolumen (RLV), zu. So erhalten Hautärzte im 3. Quartal 2009 im Bundesdurchschnitt ca. 17 Euro für die dreimonatige Behandlung ihrer Patienten und HNO-Ärzte ca. 30 Euro. Für die Diagnostik und Therapie von Allergiepatienten gibt es keinerlei Zuschläge. Ausnahme: Die allergologisch tätigen Hautärzte in Baden-Württemberg erhalten im Quartal ein Extrabudget von 3,45 Euro (1,15 Euro monatlich) – allerdings bei vergleichbar niedrigeren RLV.

Es liegt auf der Hand, dass auch mit 1,15 Euro im Monat keinem Allergiker geholfen werden kann, denn dafür ist keine allergologische Untersuchung, Diagnostik und Behandlung möglich. „Das für drei Monate vorgesehene Budget des Facharztes ist bereits beim ersten Arztbesuch des Patienten nahezu ausgeschöpft“, erläutert Czech. Das wissen die Verantwortlichen bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung selbstverständlich. Die Honorare der Fachärzte werden derzeit bei knappen Ressourcen beschnitten, um den gesundheitspolitischen Willen – die Anzahl der ambulant tätigen Fachärzte zu senken – durchzusetzen. Das geschieht auf Kosten der allergiekranken Menschen. „Für Allergologen ist es nicht nachvollziehbar, dass die Gesundheitspolitik allergiekranken Patienten die notwendige Versorgung vorenthält. Meistens sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene betroffen. Es handelt sich also um die Menschen, die für die Zukunft unseres Landes stehen. Völlig unberücksichtigt bei gesundheitspolitischen Entscheidungen bleiben die dramatische epidemiologische Entwicklung allergischer Erkrankungen und die sich daraus entwickelnden negativen Folgen für die Volkswirtschaft“, kritisiert Dr. Kirsten Jung, Vorstandsmitglied des ÄDA aus Erfurt. „Wir brauchen ganz dringend ein zusätzliches Extrabudget für die allergologische Versorgung unserer Patienten!“

Spezifische Immuntherapie muss den Patienten weiterhin zur Verfügung stehen

Für die fachärztliche Behandlung eines Allergiepatienten sind mehrere Arzttermine erforderlich, denn einer erfolgreichen Allergietherapie geht eine sehr sorgfältige Diagnosestellung voraus. Anhand der Ergebnisse der Untersuchungen können nur Allergologen eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung), die als einzige Therapie den Beginn einer Allergie-Karriere stoppen kann, empfehlen bzw. festlegen. Der Arzt injiziert einem Allergiker dazu über einen Zeitraum von etwa drei Jahren regelmäßig ein für ihn speziell ausgesuchtes Allergenpräparat unter die Haut des Oberarms, bis das Immunsystem des Allergikers sich an den Allergieauslöser gewöhnt hat.

Professor Wolfgang Czech fürchtet, dass immer weniger Patienten eine spezifische Immuntherapie erhalten: „Sollte sich an der derzeitigen gesundheitspolitischen Situation nichts ändern und eine Immuntherapie der Patienten wirtschaftlich unmöglich bleiben, werden wir in den nächsten Jahren stark ansteigende Zahlen von Asthmapatienten erleben.“ Bei Heuschnupfenpatienten können Allergologen nur mit einer spezifischen Immuntherapie der Entwicklung eines Asthma bronchiale vorbeugen. Die Behandlung führt außerdem zu einer langfristigen Besserung der Beschwerden und kann weitere Allergien verhindern. Für Insektengiftallergiker, die an ihrer Allergie sterben können, ist eine Immuntherapie besonders wichtig. Die Behandlung hilft bei ihnen nahezu hundertprozentig und kann lebensrettend sein.

„Wenn Entscheidungsträger im Wahljahr nicht nur Lippenbekenntnisse zur Versorgung Allergie-Kranker abgeben wollen, müssen endlich notwendige zusätzliche finanzielle Mittel für Allergiker bereitgestellt werden, um allergologisch tätigen Ärzten diese wichtige Therapieform außerhalb des Regelleistungsvolumens zu ermöglichen“, fordert Kirsten Jung vom Ärzteverband Deutscher Allergologen. Die seit Januar 2009 gültige Honorarreform für vertragsärztliche Leistungen macht jedoch eine fachärztliche Allergie-Diagnostik und  -Therapie praktisch unmöglich. Immer mehr Mitglieder des ÄDA signalisieren dem Vorstand des Allergologenverbandes, dass sie keine subkutane Immuntherapie mehr durchführen können, die Behandlung von Allergiepatienten aufgeben müssen und sich vorwiegend ihrem eigentlichen Fachgebiet (Dermatologie, HNO, Pädiatrie, Pneumologie) widmen werden. Leidtragender ist jeder Allergiepatient.

Literatur: Ärzteverband Deutscher Allergologen, Akuter Allergie-Notstand, 6. August 2009

Welt-Zöliakie-Tag 2009 – Demonstration auf dem Friedensplatz

 Demonstration Zöliakie-Tag

Zöliakie erkennen – Gesund leben

Etwa jeder 250. Bundesbürger hat Zöliakie. Zöliakie ist eine Erkrankung des Dünndarms. Es handelt sich um eine lebenslange Unverträglichkeit gegenüber dem Klebereiweiß Gluten, welches in Weizen, Gerste, Roggen, Dinkel und Hafer vorkommt. 

 

Am Samstag, den 16. Mai 2009 finden in Dortmund die Feierlichkeiten anlässlich des Welt-Zöliakie-Tages statt. Organisiert wird die Veranstaltung von der Deutschen Zöliakiegesellschaft (DZG). Der Welt-Zöliakie-Tag steht in diesem Jahr unter dem Motto “Zöliakie. Wer isst anders?”. 

 

Ziel ist es auch in diesem Jahr ein möglichst breites Interesse bezüglich der Themen Zöliakie und glutenfreie Ernährung in der Bevölkerung zu wecken und ein möglichst breites und überregionales Medienecho hervorzurufen. Zu diesem Zweck ist in Dortmund ein Demo-Marsch geplant. Alle Teilnehmer treffen sich um 11 Uhr an der Südseite des Dortmunder Hauptbahnhofes. Von dort aus führt der Demo-Marsch durch die Dortmunder Innenstadt bis zum Friedensplatz. Ab 11:30 Uhr startet dann ein mehrstündiges Programm mit glutenfreier Verpflegung, Bühnenprogramm, Kinderbetreuung und vielem mehr direkt auf dem Friedensplatz. Am Friedensplatz befinden sich städtische Einrichtungen wie das Dortmunder Rathaus und das alte Dortmunder Stadthaus, sowie das Presse- und Informationsamt der Stadt. In der Mitte des Platzes ragt eine Säule in den Himmel.  Auf der Säule wird in verschiedenen Sprachen der Friede auf Erden angemahnt.

Kinder dick füttern kann ein dickes Ende nach sich ziehen

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Setzt Ihr Euch auch manchmal an einem Spielplatz oder im Park auf eine Ruhebank und schaut einfach den Kindern zu? Ich hab riesigen Spaß daran, die quirligen Kleinen anzuschauen. Aber eins fällt mir immer mehr auf: Sie sind fast alle zu dick. Kaum einer der kleinen Racker ist normalgewichtig, obwohl sie stundenlang am rumtoben sind und keine Minute verschnaufen.

Kalorienbomben statt gesunder Nahrung
Ob es an dem ganzen Zeug liegt, dass die Mütter meinen, mitschleppen zu müssen? Die süßen „Energydrinks”, Kekse, Schokoriegel? Oder liegt es dran, dass kaum noch richtig gekocht wird so wie früher, als meine Mutter morgens mit mir über den Markt ging und wir frisches Gemüse kauften? Stattdessen biegen viele Mütter mit ihren Sprösslingen ins Fast Food Restaurant ab oder geben ihnen gleich Geld mit, damit sie mit Schulkameraden hingehen können. Keine Ahnung, ob es daran liegt, jedenfalls sind die meisten Kinder zu dick. Mir gibt das zu denken, denn gesund kann es bestimmt nicht sein. Daran können auch Sprüche von älteren Leuten, wie: „So ein bisschen Speck auf den Rippen kann nichts schaden”, nichts ändern. Dick ist ungesund!

Dicke Kinder sterben früher
Heute Morgen habe ich in den wissenschaftlichen News dann die Bestätigung gelesen. Das dick und fett füttern von Kindern ist nicht nur ungesund, es kann sie im wahrsten Sinne des Wortes umbringen:

In Norwegen wurden in den Jahren 1963 bis 1975 im Rahmen von medizinischen Reihenuntersuchungen Gewicht und Größe von 227.000 norwegischen Teenagern im Alter von 14 bis 19 Jahren bestimmt. 9.650 Teilnehmer sind bisher gestorben. Unter ihnen waren überproportional viele Norweger, die bereits im Teenageralter übergewichtig waren, berichteten Wissenschaftler vom Norwegischen Institut für Volksgesundheit (Folkehelseinstituttet) in Bergen. Da auf den Totenscheinen auch die Todesursache angegeben wird, war für die Forscher eine Aufgliederung nach unterschiedlichen Erkrankungen leicht möglich.

Wie zu erwarten lagen der höchsten Sterberate ischämische Herzerkrankungen zugrunde. Übergewichtige männliche Teenager hatten hier ein 2,9-fach erhöhtes Risiko. Bei den weiblichen Teenagern war das Risiko sogar um den Faktor 3,7 erhöht. Die mit dem Übergewicht assoziierten Stoffwechselstörungen (z.B. Metabolisches Syndrom, Typ-II-Diabetes mellitus) können in diesen Zusammenhang ebenfalls leicht erklärt werden.

Eine weitere häufige Todesursache war Darmkrebs. Auch dabei wurden von den norwegischen Forschern ernährungsbedingte Ursachen vermutet. Das Übergewicht der jungen Menschen verdoppelte das Risiko auf diese zunehmend häufiger auftretende Krebserkrankung (Sterberisiko: Jungen 2,1; Mädchen 2,0). Schwerer zu erklären dürfte sein, warum übergewichtige Jungen später 2,7-fach häufiger und Mädchen 2,5-fach häufiger an Atemwegserkrankungen sterben. Vielleicht sind hier als Ursachen ein geschwächtes Immunsystem dadurch viele Allergien oder Asthma als Ursache relevant. Erschreckend war jedenfalls, dass sich auch das Risiko eines plötzlichen Herztodes signifikant erhöhte (Jungen 2,2; Mädchen 2,7) bei den Teenagern, die zu dick waren.  

Sofortiges Handeln ist angesagt
Mir fällt dazu Prinz Charles ein, er ist nämlich gerade dabei, in englischen Schulen und Krankenhäusern gesunde Biokost Standartnahrung werden zu lassen. Lecker zubereitet versucht der seit vielen Jahren ökologisch nachhaltig handelnde Prinz den englischen Kindern und Jugendlichen gesundes Essen schmackhaft zu machen. Sogar Starkoch Jamie Oliver hilft mit und kochte kostengünstige Menüs an Schulen. Dass nenn ich vorausschauend und nachhaltig für das Volk und seine Zukunft sorgen. In Deutschland können sich die Endscheidungsträger wirklich langsam eine dicke Scheibe abschneiden von der englischen Vorgehensweise.So, genug geredet von ungesunder Ernährungsweise, jetzt lasse ich frisches Gemüse durch meinen Entsafter. Fenchel mit Zucchini ist bei den Temperaturen im Moment sehr erfrischend, und mit einem Minzezweig dekoriert sieht es so toll aus, dass man jeden zu einem Glas überreden kann.Probiert es aus und lasst mich wissen, ob der gesunde Drink geschmeckt hat. Auf Eure leckeren Kompositionen bin ich natürlich auch gespannt,
Eure

Patty Paris

Mediterrane Ernährung bedeutet weniger Allergien für Kinder

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Der große gesundheitliche Nutzen mediterraner Ernährung mit viel Obst und Gemüse wurde durch neueste wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigt. Kinder, die eine bodenständige mediterrane Ernährung essen, haben ein 30% geringeres Risiko an Heuschnupfen zu erkranken.

Gesunde Nahrung – weniger Allergien

Wissenschaftler aus Spanien, Griechenland und England erforschten, welche Auswirkungen mediterrane Ernährung auf Kinder hat. Sie

untersuchten hierzu 690 Kinder im Alter zwischen 7 und 18 Jahren, die auf Kreta oder in ländlichen Bereichen Griechenlands lebten. Das Ergebnis ist sehr überzeugend, denn 30% weniger Kinder litten unter

Heuschnupfen, als Kinder, die herkömmlich mit Fertignahrung und dergleichen ernährt werden. Kinder, die große Mengen von Früchten täglich zu sich nahmen, litten sogar bis zu 60% weniger

unter Heuschnupfen.

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Oster – Tipps

Osterhasen und knallbunt gefärbte Ostereier haben diese Tage Hochkonjunktur. Ohne die farbenfrohen Begleiter wäre Ostern nicht Ostern für uns. Ostereier liegen schon lange Zeit verlockend in den vielfältigsten Ausführungen in den Regalen der Supermärkte, ob nun als Schokoladeneier, Zuckereier, Deko-Eier für den Außenbereich oder die Wohnung, für jeden Geschmack gibt es das passende Ei. Oft sind Ostereier sogar wahre Kunstwerke, eine echte Augenweide. Kennt Ihr diese wunderschönen handbemalten Enteneier? Ich stehe jedes Jahr auf unserem Kunsthandwerkermarkt davor und suche unendlich lange „das schönste Ei von allen“ aus. Dann trage ich das zerbrechliche Kunstwerk vorsichtig heim und hänge es zu meinen „Schätzen“ an einen großen Strauss Korkenzieherhaselnuss. Zauberhaft sieht das aus und ich freue mich jedes Mal darüber, wenn ich an meinem Osterstrauß in der Diele vorbeigehe.Für gelungene Ostertage sind für mich gesunde Lebensmittel unumgänglich, daher rate ich dringend beim Kauf der bunten Osternaschereien auf die Inhaltsstoffe zu achten und empfehle den Griff zu Bio-Produkten. Dann kann man auch ein paar Naschereien mehr in sich hineinstopfen, ohne es hinterher zu bereuen. Das ist bei Kindern besonders wichtig, noch wichtiger als bei Erwachsenen, denn nicht wenige Kids reagieren wie „wild gewordene Monster“, wenn sie künstliche Farbstoffe oder Aromastoffe intus haben. Da bleibt dann der Osterbesuch bei Omi in “bleibender Erinnerung”.

Verbrauchern ist oft unbekannt, dass industriell gefärbte Ostereier fast ausnahmslos aus konventioneller Käfighaltung stammen und durch die chemischen Farben und z.B. Antibiotika in den Eiern, Allergien fördern können. Die verwendeten synthetischen Lebensmittelfarben sind in der Lage, durch feinste Risse in der Schale, ins Ei gelangen und somit als Konsequenz beim Verzehr unliebsame Begleiterscheinungen hervorrufen. Mit Naturfarben wiegt man sich in dieser Hinsicht auf der sicheren und gesunden Seite. Selber färben mit Pflanzenfarben macht den Kindern gaaaanz bestimmt große Freude. Am besten kocht man dazu die Eier direkt im Farbbad, wie in z. B. in Säften, mit Gemüse z. B. Spinat, Petersilie, rote Paprika, rote Zwiebelschalen, rote Beete, Hagebutten, Karotten, Kamilleblüten, Safran, Kümmel etc. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt und macht das Eierfärben zum spannenden Erlebnis. Falls die Farbnuancen zu schwach sind, kann man die Eier im Kaltbad noch einmal nachfärben. Probiert es doch einfach einmal aus!

Mein persönlicher Oster-Tipp, achtet auch beim Dekorieren auf gesunde und umweltfreundliche Produkte, denn auch hier gilt, weniger ist mehr! Das Osternest kann man hübsch mit Moos oder Heu ausstaffieren, anstatt das überall angebotene chemisch grün gefärbte künstliche Gras zu verwenden. Ausgeschmückt mit gesunden Osterhäschen, Bio-Schokoladeneiern, selbstgefärbten Ostereiern, anstatt Plastikeiern und Ihr bereitet Eurer Familie ein gesundes, individuelles Osterfest. Bleibt der ökologischen Linie treu und führt Eure lieben Kleinen schon im Kindesalter an ein bewusstes Umweltverhalten heran. Damit seid Euren Lieben ein Vorbild und macht keine halben Sachen beim Umweltschutz und nicht zuletzt ist dann auch der Osterhase zufrieden mit Euch.

Frohe Ostern und viel Spaß bei Eiersuchen

wünscht Euch

Patty Paris

Bioprodukte – Ein Trend?

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Immer wieder hören wir in den Medien, dass Bio-Produkte „in” sind. Die Nachfrage nach Bio-Produkten ist in den letzten Jahren stets angestiegen. Ist diese begrüßenswerte Entwicklung nur ein Trend?

Allergien auf Nahrungmittelzusätze wie z.B. Aromen, Konservierungsstoffe, Stabilisatoren u. a., Reaktionen auf Kosmetikprodukte, Überempfindlichkeiten auf Duftstoffe, Laktoseintoleranz, Glutenunverträglichkeit, Neurodermitis und zunehmende Allergien sind Begleiterscheinungen unserer modernen Zivilisation. In unseren Nahrungsmitteln sind Pestizidrückstände an der Tagesordnung, vielfach auch in Deutschland verbotene. Diese „Nebenwirkungen” unserer hochtechnisierten und modernen Lebensweise sind der Preis für den weiter schreitenden Fortschritt. Dass immer mehr Menschen zu Bio-Nahrungsmittel, Naturkosmetik und bspw. zu laktosefreien Produkten greifen, lässt sich eben auch dadurch erklären. Viele Menschen sind heutzutage auf „saubere” Produkte angewiesen. Durch ihre starken Beschwerden, ausgelöst durch die vielfältigen Zusätze / Pestizidrückstände in Nahrungsmitteln und durch verschiedenste Schadstoffe in anderen Dingen des täglichen Lebens, können sie sogar lebensnotwendig sein für diese Menschen.

Neben dem positiven Effekt für die Gesundheit, ist der Griff nach Bio-Produkten auch eine Unterstützung für umfassenderen Umweltschutz. Biologisch erzeugte Lebensmittel wirken sich bereits im Produktionsprozess positiv auf die Umwelt aus. Pestizide und Herbizide, die das Grundwasser, den Boden, oft ein ganzes Gebiet  verseuchen und Anwohner wie Anwender krank machen, kommen nicht zum Einsatz. Der Verzicht auf die giftigen Pestizide sorgt stattdessen für Artenvielfalt, denn im Nu breiten sich wieder hübsche „Unkräuter“ und seltene Tiere aus.

Auch dadurch, dass in Bioprodukten wesentlich weniger Zusätze enthalten sind, werden viele produktionsbedingte negative Nebenerscheinungen minimiert. Tiere, die aus biologischer Haltung stammen, werden artgerecht gehalten und gefüttert. Skandale wie BSE wären dadurch vermeidbar gewesen, denn Tiere aus artgerechter Haltung werden nicht mit Tiermehl gefüttert, und Antibiotika dürfen nur in Notfällen verabreicht werden. Entscheidet sich der Verbraucher zum Kauf von biologisch erzeugten Fleisch- und Geflügelprodukten, wird dadurch nicht zuletzt Tierquälerei unterbunden. Man unterstützt durch diese Kaufentscheidung den Tierschutz und Umweltschutz. Somit tragen Menschen beim Griff zu Bio-Produkten zu einem besseren Tier- und Umweltschutz und Erhalt der Artenvielfalt bei.

Die verstärkte Nachfrage nach Bio-Produkten ist viel mehr als nur ein Trend.