Archiv der Kategorie ‘Neues aus Medizin und Wissenschaft‘

Stearinkerzen und Bienenwachskerzen besser für Allergiker und Asthmatiker

Herkömmliche Kerzen aus Paraffin und Duftkerzen setzen Schadstoffe frei

In der Winterzeit und besonders in der Weihnachtszeit bringen Kerzen romantische Stimmung ins Haus. Die im Handel angebotenen Kerzen bestehen fast ausnahmslos aus Paraffin, ein billiges Erdölprodukt. Außer den Schadstoffen, die durch das Paraffin in die Innenraumluft freigesetzt werden, tragen Duftstoffe zur Belastung von Luft und Gesundheit bei. Neuere Studien belegen, dass Aromaöle, die Kerzen duften lassen, unter bestimmten Bedingungen Schadstoffe bilden. Wissenschaftler stellten fest, Kerzen aus Sojaöl, Bienenwachs, Pflanzenstearin brennen rückstandsfrei ab, ohne die Luft mit Schadstoffen zu belasten.

Wissenschaftler weisen auf Schadstoffbelastung durch Paraffinkerzen hin

Auf ihrem 238. Kongress trugen Wissenschaftler der American Chemical Society vor, dass handelsübliche Kerzen aus Paraffin eine bislang wenig beachtete Schadstoffquelle darstellen. Besonders in kleinen Räumen und Zimmern mit geringer Ventilation stellen sich rasch Konzentrationen ein, die gesundheitsschädlich sein können. Es handelt sich u.a. um krebserregende Stoffe.

Alternativen aus der Natur

Bienenwachskerzen und Kerzen aus Pflanzenstearin brennen nicht nur besser ab, sie sehen auch wesentlich edler aus als schadstoffbelastete Paraffinkerzen. Ein weiterer Pluspunkt: Selbst wenn sie in der Anschaffung etwas teurer sind, so haben sie auch eine erheblich längere Brenndauer. Kauft man ökologische Kerzen, kann man sicher sein, dass der Baumwolldocht bleifrei ist. Bei konventionellen Kerzen aus Paraffin hingegen ist durch den meistens bleihaltigen Docht mit Bleieintrag im Raum zu rechnen.

Zusätzliche Schadstoffbelastung

Duftstoffe und Aromaöle werden durch bestimmte Umweltbedingungen in Schadstoffe umgewandelt. Selbst natürliche Duftöle bergen diese Gefahr und können sich zusätzlich als Reizstoffe für Allergiker herausstellen.

Herkömmliche Paraffinkerzen problematisch für Allergiker, Asthmatiker, Chemikaliensensible

Kerzen aus Paraffin und solche, die mit Duftstoffen oder Aromaölen versetzt sind, sind für Menschen, die unter Allergien, Chemikaliensensitivität (MCS) oder Atemwegsbeschwerden leiden, wie bspw. Asthma, besonders bedenklich. Sie sollen bei empfindlichen Personen Asthmaanfälle, Reizungen der Atemwege und sogar Hautallergien auslösen können, bestätigten deutsche Lungenfachärzte. Bei diesen Personengruppen können Kerzen, die aus Chemikalien hergestellt wurden oder damit versetzt sind, unmittelbar zu Beschwerden führen.

Manche Personen rätseln, weshalb es ihnen in bestimmten Räumen schlecht geht und denken an eine neue Allergie. Das ist meistens falsch, sagte der Studienleiter Prof. Hamidi, es sind die Schadstoffe, auf die diese Menschen reagieren. Deshalb sollte man in Gegenwart von hypersensibilisierten Personen am besten ganz auf Kerzen verzichten. Wenn man zu feierlichen Stunden, oder in der Weihnachtszeit, nicht ganz ohne Kerzen auskommen möchte, sind Kerzen aus Pflanzenstearin die sicherste Wahl. Sie brennen geruchsneutral und rückstandsfrei ab.

Autor:

Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 25.10.2011

Literatur:

R. Massoudi Ph.D., Amid Hamidi , Romantic, candle-lit dinners: An unrecognized source of indoor air pollution, American Chemical Society, 19. Aug. 2009

Lungenärzte im Netz, Paraffin in Duftkerzen kann die Atemwege reizen und Asthma hervorrufen, 15.11.2010

Silvia K. Müller, Vorsicht bei MCS: Kerzen können zu Schadstoffbelastung in Innenräumen beitragen, CSN, 13.12.2008

Bekannteste Umweltmedizinerin aus den USA besucht Deutschland

Prof. Doris Rapp: Die Ursachen für Umweltkrankheiten müssen endlich realisiert werden

Die Ärztin und Wissenschaftlerin Doris Rapp gehört zu denen, die Umweltmedizin nicht nur praktizieren, sondern für die die Umweltmedizin der wichtigste Lebensinhalt ist. Zwei Wochen weilt die Amerikanerin in Deutschland. Das erneute Zusammentreffen mit der Umweltmedizinerin war äußerst produktiv, und nahezu nebenbei durften wir einen wunderschönen Tag an der Mosel verbringen. Ein kleiner Bericht darüber:

Wissenschaftlerin dokumentiert Umweltkrankheiten

Vor rund 18 Jahren traf ich Prof. Rapp zum ersten Mal auf einem Kongress in Bad Emstal. Es war ein Schlüsselerlebnis gewesen. Bei ihrem Vortrag zeigte die Umweltmedizinerin ein Video über eine Lehrerin, die durch schadstoffbelasteten Teppichboden in der Schule krank wurde. Die Lehrerin wurde während einer Reaktion auf Staub aus dem belasteten Teppichboden gefilmt. Sehr anschaulich wurde dem Betrachter vermittelt, was MCS ist, und wie eine Reaktion abläuft. Ich stand damals ganz am Anfang meiner Erkrankung und hatte ähnliche Reaktionen auf bestimmte Pestizide. Die Lehrerin bekam Schüttelkrämpfe und wurde bewusstlos, ich dachte „meine Güte, das bin ich, das ist wie bei mir, das ist, was du auch hast…“. Nach dem Vortrag sprach ich damals mit Prof. Rapp und es wurde der Beginn eines fortwährenden Austauschs und einer interessanten Freundschaft. Wir trafen uns immer wieder auf Kongressen in Deutschland, Holland, in den USA, besuchten uns gegenseitig in Deutschland und den USA und tauschten uns per E-Mail aus. Als ich sie in Scottsdale besuchte, zeigte sie mir eines ihrer Videoarchive. Tausende Videos von Kindern, die sie behandelt hatte, lagerten dort. Sie zeigten die Patienten während und nach der Therapie und bei Tests auf Nahrungsmittel, Schimmelpilzen, Pollen, Chemikalien oder Hausstaubmilben. Eindrucksvolle Beweise, die keine Zweifel an der Existenz von Umweltkrankheiten und Allergien aufkommen lassen.

Umweltkrankheiten nicht mehr ignorierbar

Für diesen Besuch war die Umweltmedizinerin von Dr. Binz und seiner Frau eingeladen worden. Eigentlich hatten wir uns für einen Ausflug entlang der Mosel verabredet, der vor dem Mittagessen losgehen sollte. Das Wiedersehen war herzlich und kaum hatten wir uns begrüßt, schon tauschten wir bereits Informationen aus und ehe wir uns versahen, waren wir mitten in Planungen für künftige Projekte.

„Ich bin jetzt über 80 und habe keine Kinder, eigentlich brauche ich all das nicht mehr und sollte mein Alter ganz in Ruhe genießen, aber ich sehe, was los ist, und kann einfach nicht schweigen. Wir haben so viele Chemikalien in unserer Umwelt, in der Nahrung, die wir essen, im Wasser, das wir trinken und in der Luft, die wir ständig einatmen. Sie beeinflussen jedes unserer Körpersysteme und das ist nicht mehr zu ignorieren. Fast jeder Zweite in meinem Land hat Krebs, das ist nicht hinnehmbar, “ sagte Doris Rapp.

„Die Politiker und die Öffentlichkeit muss realisieren, welchen Einfluss die Flut der Chemikalien auf uns hat und keiner sollte noch länger sagen, dass wir nicht wissen, woher all die Krankheiten kommen, die immer gehäufter auftreten. Die Beweise sind da. Wir haben Tierversuche, die sie belegen. Deshalb stelle ich als Medizinerin die Frage: „Wie viel muss noch passieren, bis wir die wahren Ursachen zugeben? Ich lasse es auch nicht durchgehen, dass man sagt: „Ja, aber da kann man nichts dagegen tun.“ Doch, denn man kann sich selbst schlau machen und man kann, zur Hölle nochmal, eine ganze Menge tun, “ sagte die über die derzeitige Situation erzürnte Wissenschaftlerin.

Lösungen sind oft sehr einfach

Doch Prof. Rapp ist niemand, der mit der Welt hadert und Lösungen außen vor lässt. Sie ist gerade dabei, ein weiteres Buch zu schreiben. „Es wird ein kleines Buch sein, nur 30 Seiten. Jeder Leser bekommt leicht verständlich aufgezeigt, wie man sein Umfeld gestalten sollte, um gesund zu bleiben. Die Tipps in diesem Buch werden niemanden ein Vermögen kosten, sie sind leicht und ohne großen finanziellen Aufwand umsetzbar. Es wird jedem helfen, der etwas ändern will und möchte, dass sein Gesundheitszustand sich verbessert. Die Medizinerin führt zwei Beispiele an:

„Viele reagieren auf Nahrungsmittel, manche wissen aber nicht auf welche. Teure Tests sind nicht unbedingt nötig. Ich rate, dass die Leute nachdenken, was sie am allerliebsten essen. Nahrungsmittel, auf die sie regelrecht süchtig sind. Erfahrungsgemäß sind das nämlich Nahrungsmittel, die sie jeden Tag essen und auf die sie reagieren. Die Lösung: Weglassen der verdächtigen Nahrungsmittel für eine Woche. Man kann ein Nahrungsmittel nach dem anderen so einem Verträglichkeitstest unterziehen. Das kostet nichts!“

„Manche Menschen wohnen in einem Haus, das mit Schadstoffen belastet ist oder durch Schimmel kontaminiert. Meine Erfahrung ist, dass fünf von sieben Leuten eine Verbesserung ihres Gesundheitszustandes um 70% erfahren, wenn sie sich einen qualitativ hochwertigen Luftreiniger beschaffen, der in der Lage ist mehrere Hundert Chemikalien aus der Wohnraumluft zu filtern. Ein solcher Luftreiniger kostet zwar etwas, aber ich habe nicht selten Patienten gesehen, denen es schon über Nacht besser ging. Es lohnt sich also, sich einen Luftfilter anzuschaffen, wenn man nicht direkt aus der Wohnung ausziehen kann.“

Das neue Buch wird noch in diesem Jahr erscheinen und Prof. Rapp hat mir die Autorisierung erteilt, es ins Deutsche zu übersetzen. Auch für ihre Videos und anderen Bücher gab sie die Genehmigung, diese in unsere Sprache zu übertragen, es beizutragen, dass Allergiker und Chemikaliensensible im deutschsprachigen Raum Wissen und Anleitungen zur Hand bekommen, die ihnen helfen, einen Weg zurück ins Leben zu erhalten.

Ein Ausflug entlang der Mosel

Auf der Fahrt zum historischen Moselweinort Bernkastel, nach Traben-Trabach und zurück nach Trier, sprühte Prof. Rapp vor innovativen Ideen, die wir in den nächsten Monaten realisieren werden und die auch den deutschen Umweltkranken in vielerlei Hinsicht zugutekommen werden.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 12. September 2011

Gazpacho schnell essen – Zutaten verlieren Vitamin C schon während der Zubereitung

Gazpacho nett angerichtet in Tonschale mit Sprossen garniert

Wissenschaftler empfehlen Gazpacho sobald sie hergestellt wurde zu essen

Im Sommer werden Gerichte wie Gazpacho, eine kalte Suppe aus rohem Gemüse, Brot, Olivenöl und Essig, gerne gegessen. Eine neue wissenschaftliche Studie hat ergeben, dass der Vitamin C-Gehalt der Zutaten, sowie der anderen organischen Säuren sich in der zubereiteten Mischung verringert, was bedeutet, dass die kalte Suppe sofort nach der Zubereitung gegessen werden sollte.

Stimmt es, dass Schneiden von Obst und Kochen von Gemüse Vitaminverlust verursachen? Eine neue Studie hat Gazpacho, eine der beliebtesten spanischen Sommergerichte, auf den Gehalt an Vitamin C (Ascorbinsäure und Dehydroascorbinsäure) und andere organische Säuren (Zitronensäure, Oxalsäure, Fumarsäure, Apfelsäure und Glutaminsäure) hin untersucht. Die Wissenschaftler ermittelten den Gehalt von jeder einzelnen Zutat vor der Zubereitung, dann hinterher in der fertigen Gazpacho und anschließend wurde beides miteinander verglichen.

“Wir haben festgestellt, dass die Gazpacho ein niedrigeres Ascorbinsäure / Dehydroascorbinsäure-Verhältnis hatte, als das Gemüse vor der Verwendung”, erklärt Elena María Rodríguez, Co-Autor der Studie, die von der Universität Complutense Madrid und der Universität von La Laguna (Santa Cruz de Tenerife) durchgeführt wurde. Sie fügte hinzu: “Dies deutet darauf hin, dass einiges von der antioxidativen Kapazität der Gemüse verloren geht.”

Die Wissenschaftler stellten bei ihren Untersuchungen fest, dass Paprika von den Zutaten den höchsten Gehalt an Vitamin C besaß, gefolgt von Tomaten, und dann folgte die Gazpacho an sich. Im Allgemeinen enthalten Tomaten und Knoblauch höchste Konzentration organischer Säuren, während Gurken den niedrigsten Gehalt davon aufwiesen. Knoblauch und Zwiebeln besaßen die höchsten Konzentrationen der wichtigsten organischen Säuren, Glutaminsäure und Zitronensäure, sie lagen weitaus höher als bei den anderen Gemüsen.

Die Autoren empfehlen deshalb Gazpacho unverzüglich, sobald sie hergestellt wurde, zu essen, oder “sie richtig zu konservieren, damit das Gemüse seine antioxidativen Eigenschaften beibehält.”

Gazpacho, ein prima Getränk bei Hitze

Gazpacho ist eine natürliche Quelle von Vitaminen (A, C und E), Kohlenhydrate, Phosphor, Eisen, Kalzium, Magnesium, Mangan, Zink, Kupfer, Kalium und Natrium. Die kalte Suppe bietet auch Ballaststoffe und Antioxidantien wie Lycopin, was Tomaten ihre rote Färbung gibt, und Carotinoide. Aufgrund ihres mineralischen Salzgehaltes ist davon auszugehen, dass sie isotonisch wirkt, was Überhydrierung im Sommer verhindert.

Obwohl es Rezepte für jeden Geschmack gibt, enthält Gazpacho in der Regel Brot, Olivenöl, Essig und rohes Gemüse (Tomaten, Paprika, Gurken, Zwiebeln und Knoblauch). Aufgrund ihres geringen Kaloriengehaltes, wird Gazpacho während der heißen Sommermonate normalerweise kalt serviert.

Literatur:

C.M. Verde Méndez, E.M. Rodríguez Rodríguez, C. Díaz Romero, M.C. Sánchez Mata, M.C. Matallana González y M.E. Torija Isasa. “Vitamin C and organic acid contents in Spanish ”Gazpacho” soup related to the vegetables used for its elaboration process”. CyTA – Journal of Food 9(1): 71, mayo de 2011.

Übersetzung: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network

Achtung Babypuder!

Talkumhaltiger Babypuder kann zur Gesundheitsfalle werden

Auf vielen Wickeltischen steht Babypuder zur Pflege des wunden Popos in Reichweite und oft zugleich griffbereit für das Baby. Die hübschen hellblauen oder rosafarbenen Puderdosen laden Babys zum Spielen und in den Mund stecken ein. Das kann zur Gesundheitsfalle mit Lebensgefahr werden.

Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gab Ende Juni 2011 eine Warnung heraus und spricht sogar davon, dass talkumhaltiger Babypuder verboten werden sollte. Der aktuelle Grund war ein tragischer Unfall, bei dem ein Baby mit einer Puderdose spielte und den Puder einatmete. Eltern sollten ihr Baby schützen, indem sie nur Puderdosen mit absolut kindersicherem Verschluss kaufen oder auf talkumhaltigen Babypuder verzichten und stattdessen Babycreme verwenden.

Das BfR warnt vor Babypuder

Talkumhaltiger Babypuder kann bei Babys und Kleinkindern zu schweren Gesundheitsstörungen führen. Atmet ein Baby oder Kleinkind versehentlich den Puder ein, kann er in die Lunge gelangen und zu Atembeeinträchtigungen bis hin zu schweren Lungenschäden führen, gibt das BfR Eltern zu Bedenken.

„Eine typische Unfallsituation besteht, wenn das Kind zum Wickeln auf dem Rücken liegt, sich die Puderdose unbeabsichtigt über ihm öffnet und der Puder herausrieselt“, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Um zukünftig solche Unfälle zu vermeiden, sollten die Puderdosen entweder auf sichere Verschlusssysteme umgestellt oder talkumhaltiger Babypuder verboten werden.

Babypuder führte zu tragischem Unfall

Anlass für die Empfehlung des BfR, talkumhaltigen Babypuder zu verbieten oder die Dosen mit sicheren Verschlüssen auszustatten, war der schwere Vergiftungsfall eines zweijährigen Mädchens. Das Kind hatte beim Wickeln mit einer verschlossenen Puderdose gespielt, bis sich die Dose öffnete. Der Puder ergoss sich über das Gesicht des Kindes und wurde von ihm eingeatmet. In der Folge musste das Kind mehrere Tage lang intensivmedizinisch behandelt werden.

Über hundert Fälle bekannt

Es ist nicht der erste Zwischenfall, der dem BfR bekannt wurde. Bereits in der Vergangenheit waren dem BfR ähnliche Fälle gemeldet worden. Insgesamt haben für den Zeitraum von 1979 bis 2008 die Giftinformationszentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz 113 Aspirationsunfälle mit Babypuder dokumentiert. In den meisten Fällen waren Kinder im Alter von einem halben bis zu zwei Jahren betroffen. In den dokumentierten Fällen haben die Kinder keine bleibenden Schäden davon getragen.

Babypuder kein Spielzeug

Kleine Mädchen lieben es, ihre Puppen zu wickeln, ganz so wie es die Mutter mit einem kleineren Geschwisterchen macht. Es gibt sogar spezielle Puppen, die „Pipi machen“ und nach frischen Windeln rufen. Auf keinen Fall sollte man für dieses Spielen mit Lerneffekt talkumhaltigen Puder zur Verfügung stellen. Kinder können die Dosierung oft nicht einschätzen und eine Puderdose kann während des Spielens herunterfallen und Puder in größeren Mengen in die Luft freisetzen.

Kinderärzte raten, auf  Babypuder zu verzichten

Nach Ansicht vieler Kinderärzte ist aus medizinischer Sicht die Verwendung von talkumhaltigem Babypuder nicht notwendig. Zur Vermeidung von Aspirationsunfällen empfiehlt das BfR daher, die Puderdosen entweder auf sichere Verschlusssysteme umzustellen oder talkumhaltigen Babypuder zu verbieten.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 29.06.2011

Literatur:

BfR, Talkumhaltiger Babypuder ist ein Gesundheitsrisiko, 20/2011, 27.06.2011

Kaiserschnitt als Business Idee entdeckt?


Kaiserschnitt oder natürliche Geburt?

Die „Geburt nach Plan“ hat Konjunktur, fast jede dritte Geburt ist ein Kaiserschnitt. Wurde die Schnittgeburt vor Jahren nur als rettende Option bei Mehrlings- oder Komplikationsgeburten angesehen, wird der Kaiserschnitt werdenden Müttern mittlerweile häufig als schmerzfreie Alternative zur natürlichen Geburt offeriert. Was sind die Hauptgründe für den drastischen Anstieg der operativen Geburt? Der Altersanstieg der werdenden Mütter? Oder ist die Geburt nach „Plan“ ein perfider Plan, um Kliniken finanziell und personell über Wasser zu halten?

Gründe für den Anstieg von Kaiserschnittgeburten

Rund ein Drittel aller Geburten erfolgen in Deutschland per Kaiserschnitt, wobei sogar einzelne Bundesländer deutlich hervorstechen. Die KKH-Allianz, als viertgrößte bundesweite Krankenkasse mit über zwei Millionen Versicherten, gab dazu am 10. Mai 2011 folgende Informationen bekannt:

„Die Kaiserschnittquote ist in den neuen Bundesländern deutlich niedriger (27 Prozent) als in den alten Bundesländern (33 Prozent). Spitzenreiter war im vergangenen Jahr Rheinland-Pfalz mit einer Kaiserschnittquote von 38 Prozent. In Sachsen war sie mit 25 Prozent am niedrigsten.

Viele Frauen entscheiden sich heutzutage erst viel später für ein Baby als noch vor ein paar Jahren. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Versichertendaten der KKH-Allianz. Demnach ist die Zahl der werdenden Mütter im Alter von 20 bis 24 Jahren zwischen 2004 und 2010 um 28 Prozent gesunken. Gleichzeitig ist die Geburtenrate der 40 bis 44-Jährigen um 46 Prozent gestiegen.

„Angesichts der steigenden Zahl an Risikoschwangerschaften, zu denen Spätgebärende gehören, beobachten wir seit mehreren Jahren einen Anstieg der Kaiserschnittgeburten“, so Dr. Elisabeth Siegmund-Schultze, Gynäkologin bei der KKH-Allianz.

„Ein Kaiserschnitt kann in vielen Fällen medizinisch notwendig sein, zum Beispiel bei einer Querlage des Kindes oder bei eintretenden Komplikationen wie dem Abfall der kindlichen Herzfrequenz“, erklärt Siegmund-Schultze. Allerdings gibt es auch immer mehr Frauen, die sich ohne entsprechende medizinische Indikation einen Kaiserschnitt wünschen. „Dieser Trend ist problematisch“, sagte die Medizinerin der KKH.

Problematisch und auffällig, denn die medizinischen Einrichtungen in Deutschland und ihre Ausstattung sollten genau das Gegenteil erwarten lassen.

WHO rät nur zu Kaiserschnitt, wenn konkrete Indikation besteht

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht sich für eine Geburt per Kaiserschnitt nur dann aus, wenn eine normale Geburt für das Leben von Mutter oder Kind eine Gefahr bergen könnte. Nach Schätzungen der WHO ist demnach eine Kaiserschnittgeburt nur bei zehn bis fünfzehn Prozent aller Schwangerschaften indiziert. Wünsche von Müttern nach einer Geburt durch Kaiserschnitt stellen keine Indikation dar, vor allem weil normale Geburten heutzutage durch die intensive Betreuung und Überwachung der Schwangerschafts- und Geburtsphase kaum noch Risiken bergen.

Fast jede 3. Geburt in Deutschland ein Kaiserschnitt

Wenn keine Mehrlingsgeburt oder eine schwierige Position des Babys im Mutterleib vorliegt, oder sonstige Komplikationen zu erwarten sind, spricht eigentlich in Deutschland so gut wie Nichts für eine Geburt per Operation. Zumindest, wenn man die positiveren Aspekte für Mutter und Kind abwägt.

Wirft man jedoch einen Blick auf die schwierige Lage, in der sich die meisten Kliniken und Krankenhäuser in Deutschland befinden, gerät man ins Grübeln:

Ein Kaiserschnitt ist im Gegensatz zu einer normalen natürlichen Geburt ein kalkulierbarer Vorgang. Die Mutter geht in der Regel in der 39. Woche ins Krankenhaus und nach einer 60-minütigen Operation ist das Baby da. Bei der dünnen Personalbesetzung, die fast überall herrscht, kommt der Kaiserschnitt daher sehr gelegen. Der genaue Tag und die Stunde der operativen Entbindung kann genau terminiert werden. Dadurch entstehen keine personellen Engpässe wie bei einer personalintensiveren, natürlichen Geburt, weil diese bis zu 12 Stunden dauern kann. Kalkulierbar ist auch die Vergütung einer Geburt. Für eine normale Geburt gibt es im Schnitt 1500€ und für eine Kaiserschnittgeburt rund 3000€, also das Doppelte. Für die eine oder andere Klinik, der finanziell das Wasser bis zum Hals steht, sind diese Aspekte sicherlich verlockend.

Der Wunsch nach einer Geburt ohne Schmerz

Eine Kaiserschnittgeburt auf Wunsch ist in Deutschland in den Kostenplänen der Krankenkassen nicht zur Erstattung vorgesehen. Offiziell wird für die operative Schnittgeburt nur dann gezahlt, wenn sie für medizinisch notwendig erachtet wird. Wie erwähnt, geht die WHO bei 10-15% der Geburten von einer Indikation für einen Kaiserschnitt aus. Ist bei dem verbleibenden Prozentsatz von Müttern die Angst vor dem Geburtsschmerz und Panik für eventuelle Geburtsrisiken der Beweggrund für ihre Entscheidung?

Obwohl das Geburtserlebnis für die Bindung zwischen Mutter und Kind unvergleichbar wichtig ist, wählen werdende Mütter immer häufiger die operative Geburtsvariante. Meist ist es tatsächlich die Angst vor dem Schmerz, den eine natürliche Geburt mit sich bringt. Es ist jedoch ein Irrglaube, dass ein Kaiserschnitt „schmerzfrei“ sei und für Mutter und Kind der komplikationsfreieste Weg. Nach einem Kaiserschnitt ist u.U. mit monatelang andauernden Schmerzen der Operationsnarbe zu rechnen. Diese müssen ohne Schmerzmittel ertragen werden, weil Medikamente das Kind schädigen könnten, wenn es gestillt wird. Noch zwei Aspekte, an die Mütter denken sollten, die möglichweise unschöne Operationsnarbe ist bleibend und die nächste Geburt ist mit größter Wahrscheinlichkeit wieder eine Schnittgeburt, weil mit dem Aufreißen der Operationsnarbe gerechnet werden muss.

Risiken bestehen bei einer Kaiserschnittgeburt wie bei jeder anderen Operation, in diesem Falle für die gebärende Mutter und das Kind. Neben den Komplikationen, wie sie bei jeder Operation z.B. als Narkosekomplikationen auftreten können, sind u.a. auch die Gefahr einer Thrombose und Infektionen gegeben. Plazentaverwachsungen durch Operationsnarben gehören zu den weiteren Risiken, die in Betracht gezogen werden müssen.

Kaiserschnitt, die Folgen für ein Kind können weitreichend sein

Die Risiken für ein Kind, das mit Kaiserschnitt zur Welt kommt, sind weitreichender als lange vermutet. In den letzten Jahren haben Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern neue Erkenntnisse gewonnen, die uns sehr nachdenklich stimmen sollten und dafür sprechen, dass eine natürliche Geburt, wann immer es möglich ist, einer Kaiserschnittgeburt vorzuziehen ist.

Im Juli 2009 veröffentlichten schwedische Wissenschaftler vom renommierten Karolinska Institut, dass eine Geburt per Kaiserschnitt die Erbmasse eines Neugeborenen nachteilig beeinflusst. Für die Forscher war diese neue Erkenntnis eine Erklärung für die Feststellungen anderer Wissenschaftler, die herausgefunden hatten, dass Kinder, die durch Kaiserschnitt zur Welt kommen, im späteren Leben ein höheres Risiko haben an Asthma, Diabetes oder Krebs zu erkranken. Für die Veränderungen der DNA machen die Wissenschaftler aus Stockholm den unnatürlichen und plötzlich eintretenden Geburtsstress verantwortlich. Die DNA der Blutkörperchen, die für das Immunsystem zuständig sind, unterschied sich von der bei Kindern, die auf natürlichem Weg zur Welt kamen. Die Natur hat es so vorgesehen, dass der Geburtsstress langsam aufgebaut wird, was völlig normal und leicht zu verarbeiten ist. Bei der Kaiserschnittgeburt tritt der Stress ohne Vorankündigung ein und ist laut der Wissenschaftler offensichtlich dafür verantwortlich, dass bestimmte Gene aktiviert oder deaktiviert werden.

Die WHO hält Kaiserschnittgeburten noch aus anderen Gründen für nicht harmlos. Daten von mehr als 110 000 Geburten wurden ausgewertet. Über 27% der Babys waren per Kaiserschnitt zur Welt gekommen. Die intensive Analyse der Daten brachte zutage, dass der operative Eingriff, wenn er ohne konkrete Indikation erfolgte, das Risiko, dass die Mutter bei der Geburt verstarb oder schwere Komplikationen auftraten, um rund das Dreifache ansteigen ließ. Wenn der natürliche Geburtsvorgang bereits eingetreten war und es wurde dann ein Kaiserschnitt durchgeführt, erhöhte sich dieses Risiko um den Faktor 14.

Natürliche Geburt statt “Geburt nach Plan”

„Der Natur nicht ins Handwerk pfuschen“, eine alte Redewendung, die man sich bei der Überlegung bezüglich einer natürlichen Geburt oder einer Kaiserschnittgeburt, in den Sinn rufen sollte, wenn keine ernsthafte Indikation besteht. Das Geburtserlebnis, das von ungeheurer Wichtigkeit ist, nicht nur für die seelische Bindung von Mutter und Kind, sollte man sich nicht nehmen lassen. Die Natur hat es so eingerichtet, dass der Geburtsschmerz einfach vergessen und Endorphin ausgeschüttet wird, ein Botenstoff, der ein Glücksgefühl im Körper hervorruft. Der erste Schrei des Babys, der erste Blick auf das Neugeborene, das erste im Armhalten, das sind unvergessliche Eindrücke, die sich keine Mutter nehmen lassen sollte. Sie sind unbezahlbar und sollten keiner Mutter aus anderen Beweggründen, außer einer wirklich konkreten medizinischen Indikation, genommen werden.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 1. Juni 2011

Literatur:

Eine informative Broschüre über das für und wider Kaiserschnitt,

bietet profamilia in Kooperation mit weiteren Verbänden zum downloaden an:

Kaiserschnitt? Ja! Nein! Vielleicht?

Weitere PureNature Artikel zum Thema Baby:

MCS und EHS Organisationen aus 26 Ländern wenden sich an die WHO

Petition fordert Integration von Umweltkrankheiten in den ICD-10

Seit den 50-ziger Jahren, mit Beginn der Industrialisierung, ist die Krankheit bekannt, bis heute versucht die Medizin, sie zu negieren. In den letzten beiden Jahrzehnten hat sich als Bezeichnung für die Krankheit das Kürzel „MCS“ eingebürgert, es steht für „Multiple Chemical Sensitivity“. Wer unter dieser Chemikalien-Sensitivität leidet, kann kein normales Leben mehr führen. Noch gravierender sind die Auswirkungen für Menschen die hypersensibel auf elektromagnetische Felder und Mikrowellen- strahlung (Handystrahlung) reagieren. (EHS). Die Einschränkungen ziehen sich durch den gesamten Alltag. Um endlich medizinische Hilfe und soziale Unterstützung zu erhalten, haben Organisationen und Stiftungen gemeinsam mit Ärzten und Wissenschaftlern eine an die Weltgesundheitsorganisation – WHO gerichtete Petition unterzeichnet. Die Petition wird im Rahmen des MCS Aufklärungsmonat Mai 2011 der WHO in Genf überreicht. Sie hat zum Ziel, dass MCS und EHS in die Internationale Klassifikation für Krankheiten, dem ICD-10, integriert werden. Bislang bleiben Millionen von Menschen ohne korrekte Diagnose und Hilfe.

MCS – Kranke organisieren sich

Weil MCS und EHS ein Politikum darstellen, erhalten die Erkrankten seit über einem halben Jahrhundert keine Hilfe. Im Gegenteil, wer auf Chemikalien reagiert, wird gesellschaftlich ausgegrenzt. Die Erkrankten haben diese Form von Diskriminierung lange schweigend erduldet. Sie hatten auch kaum eine andere Chance, denn wie soll man andere Betroffene finden, um sich zu organisieren, wenn man das Haus kaum oder überhaupt nicht verlassen kann, weil sich sonst sofort Beschwerden wie bspw. Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Gleichgewichts- oder Sehstörungen einstellen. Die Ausgangssituation hat sich zum Positiven gewandelt für die MCS Kranken. Durch das Internetzeitalter ist es völlig gleichgültig, wo man sich befindet, man kann zu jeder Tageszeit von fast jedem Ort mit anderen Menschen kommunizieren. Ein weiterer Schub nach vorne für die MCS Kranken erfolgte durch die Einführung der Social Networks. Facebook, Twitter und viele Foren. Die Social Networks haben es ermöglicht, dass MCS Aktivisten aus allen Ecken der Welt zusammengefunden haben. Genau über diesen Weg war es letztendlich möglich, auf internationaler Ebene über 240 Organisationen und Stiftungen und über 200 Experten aus dem Gesundheitsbereich zu motivieren, eine gemeinsame Petition an die WHO zu senden.

MCS hat Auswirkungen für den Einzelnen, die Gesellschaft und die Wirtschaft

Die Zahl der MCS Kranken ist in den letzten Jahrzehnten angestiegen. Es liegen wissenschaftliche Studien aus verschiedenen Ländern vor, die belegen, dass rund 15 – 30% der Bevölkerung auf ganz normale Chemikalien in ihrem Alltag reagieren. Für einen Teil von ihnen reicht bereits ein kurzer Kontakt mit jemandem, der ein Deo, Weichspüler, Haarspray oder Parfüm benutzt hat, und sie leiden für Stunden oder Tage unter schwersten Symptomen.

Die Auswirkungen der Umweltkrankheit MCS sind enorm und komplex. Für den Einzelnen und für die Gesellschaft. Der Einzelne, weil er weder am normalen Leben teilnehmen kann, sobald die Auswirkungen der Krankheit einen gewissen Schweregrad überschritten haben. An die Ausübung eines normalen Berufs ist nicht mehr zu denken und der Verlust des Arbeitsplatzes ist eine häufige Folge. Die nächste Konsequenz ist oft das Auseinanderbrechen der Familie und das Dahinschwinden der sozialen Kontakte.

Für die Gesellschaft hat MCS deshalb eine enorme Auswirkung, weil die Anzahl der Erkrankten vergleichsweise die der Diabetiker überschreitet. Das hat letztendlich auch Auswirkungen auf die Wirtschaft. Nicht jeder mit MCS fällt gleich aus dem Berufsleben aus, mancher schleppt sich über Jahre auf seinen Arbeitsplatz und kann seiner Aufgabe kaum noch gerecht werden. Das Arbeitspensum und die Qualität der Arbeit sinken zwangsläufig ab, es kommt zu Fehlzeiten und das alles kostet, wenn man es vom materiellen Standpunkt her betrachten will.

WHO empfängt Interessenvertreter von Umwelterkrankten

Am 13. Mai 2011 empfängt die WHO eine Delegation von zwei Vertretern von MCS und EHS Organisationen, zusammen mit zwei Wissenschaftlern und zwei Anwälten. Im Anschluss an eine Anhörung, die von Dr. Maria Neira, Generaldirektor für Öffentliche Gesundheit und Umwelt der WHO, geleitet wird, findet eine Pressekonferenz statt. Die Forderung der MCS und EHS Organisationen besteht in einem einheitlich für alle Länder weltweit gültigen Internationalen Krankheitscode. In Deutschland und Japan sind solche ICD-10 Codes für MCS bereits vorhanden. Österreich, Luxemburg und die Schweiz akzeptieren den ICD-10 ebenfalls.

Umweltkranke lassen sich nicht mehr vertrösten

Eines verdeutlichen die vielen Diskussionen, die MCS Kranke, Aktivisten und Selbsthilfegruppenleiter über die Grenzen hinweg in den vergangenen zwei Jahren führten, sie werden keine Ruhe mehr geben, bevor die Chemikaliensensiblen nicht die Rechte und medizinische Hilfe erhalten, die allen Kranken und Behinderten zusteht. Die Aktivisten fordern schlussendlich ja nichts Überzogenes, sondern nur die Einhaltung der geltenden Gesetze. Wie auch immer die Petition der Umwelterkrankten von der WHO beantwortet wird, auf die lange Bank werden sich die unterzeichnenden Organisationen, Vereine und Stiftungen aus 26 Ländern nicht mehr schieben lassen.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 6. Mai 2011

Deutsche Allergologen sehen gefährliche Defizite bei der Betreuung von Allergikern

Allergiker an den Rand gedrängt

Allergien haben sich zu einer Volkskrankheit des 21. Jahrhunderts entwickelt; in Deutschland ist jeder Vierte davon betroffen, darunter sehr viele Kinder: Neurodermitis ist die häufigste chronische Erkrankung unter 15-Jähriger, und 650000 Kinder leiden an Asthma. Die Gesundheitspolitik habe aber offenbar beschlossen, allergische Erkrankungen weitgehend zu privatisieren: Sie sollen der gesetzlichen Krankenversicherung nicht noch mehr zur Last fallen. Das beklagten drei Fachgesellschaften deutscher Allergologen nun auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin. Ohne eine bessere Finanzausstattung drohe ein Zusammenbruch der Versorgung von Allergikern.

Krankenkassen erstatten viele Medikamente für Allergiker nicht mehr

Die Allergologen kritisieren sowohl Entscheidungen der Gesundheitspolitik als auch der ärztlichen Selbstverwaltung in den vergangenen Jahren. So werden etwa wichtige Medikamente wie Antihistaminika gegen Heuschnupfen oder Hautpflegemittel für Neurodermitis-Patienten nicht von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Testsubstanzen für Kontaktallergien müssen seit 2008 wie Arzneimittel zugelassen werden – zu kompliziert, zu teuer und vor allem unnötig. Noch nie wurde ein Patient durch solche Tests geschädigt. Die Vergütung für allergologische Arztleistungen hätte ein Niveau erreicht, das für Praxen nicht mehr kostendeckend sei. “Wir appellieren nachdrücklich an die Verantwortlichen in Politik und Gesundheitsadministration, das Steuer herumzuwerfen und Allergiker nicht weiter auszugrenzen”, betonte Prof. Harald Renz von der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI).

Allergien sind keine „Befindlichkeitsstörungen”

Als Gemeinsamkeit hinter den vielen Einschränkungen sehen die Allergologen-Verbände eine fatale Fehleinschätzung allergischer Erkrankungen als “Befindlichkeitsstörungen”, die der Verantwortung des Einzelnen überlassen bleiben könne. “Gefährlich wird diese Sicht, wenn Kinder mit Heuschnupfen nicht mehr kompetent untersucht und behandelt werden. 30 bis 40 Prozent von ihnen können aber als Spätfolge ein Asthma bekommen”, erklärte Prof. Carl-Peter Bauer von der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA). Asthma ist eine chronische Erkrankung, die das Kind im weiteren Leben erheblich belasten und hohe Folgekosten verursachen wird.

Ärzte legen bei Allergikern drauf

Ulrich Glatzer, Geschäftsführer des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (AeDA) rechnete vor, dass niedergelassene Ärzte allergologische Leistungen oft nicht einmal mehr kostendeckend erbringen können. Wenn der Arzt z.B. einen Hauttest vornehmen muss, verbrauchen allein schon die Testsubstanzen das Geld, das in einigen Regionen dem Arzt für ein ganzes Quartal für diesen Patienten zur Verfügung steht. In anderen Regionen blieben ihm noch bis 8,73 Euro, dafür müsse er aber alle anderen Leistungen erbringen. Hat der Patient noch eine weitere allergische Erkrankung, was keine Seltenheit darstellt, müsste der Arzt sie gratis diagnostizieren und behandeln. Diese absurde Situation führe dazu, dass immer weniger Ärzte überhaupt noch allergologische Leistungen anbieten. Selbst Allergologen mit anderthalbjähriger Fachausbildung zögen sich schon zurück, Nachwuchs gebe es immer weniger.

Ärzteverbände fordern Änderungen zugunsten der Patienten

Die drei allergologischen Ärzteverbände sehen für ihr Fachgebiet einen Punkt erreicht, an dem nicht einfach so weitergemacht werden könne. Sparbemühungen träfen hier ohne haltbare Begründung einseitig eine Patientengruppe, die teilweise bereits resigniere. Ein Viertel der Allergiker suche schon gar keinen Arzt mehr auf und nur 10 Prozent würden noch von einem Allergologen qualifiziert versorgt. “Bei angemessener Versorgung können Allergiker heute eine gute Lebensqualität genießen”, sagte Prof. Harald Renz, DGAKI. “Das heutige System aber produziert viele schwer kranke Langzeitpatienten. Es ist an der Zeit, Gesundheitspolitik und kassenärztliche Vereinigungen auf ihre Verantwortung dafür hinzuweisen.”

Literatur:

Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI), Hamburg, OTS

Jeder dritte Arzneimittel-Allergiker nimmt den Allergieauslöser erneut ein

Allergologen mahnen zu besserem Umgang mit Medikamentenallergien

Medikamente können nicht nur Beschwerden lindern, sondern auch verursachen. Mehr als sieben Prozent der Bevölkerung leiden an einer Arzneimittel-Unverträglichkeit, viele davon reagieren allergisch. Häufige Auslöser einer Medikamenten-Allergie sind Penizillin und andere Antibiotika, aber auch Schmerzmittel wie ASS (Acetylsalicylsäure) sind Ursache von Urtikaria, Schock oder Asthma. Jetzt stellten der Allergologe Professor Thomas Fuchs und sein Team an der Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen in einer Studie fest, dass Arzneimittel-Allergiker langfristig stark gefährdet sein können. Denn jeder Dritte nimmt einige Jahre nach der Diagnose wieder ein Arzneimittel mit dem Allergieauslöser ein. „Patienten mit einer Allergie auf Arzneistoffe vergessen oder ignorieren die Empfehlungen ihres Allergologen mit der Zeit. Erschreckend ist, dass sich sogar Ärzte über unsere Empfehlungen hinwegsetzen und den Allergieauslöser verordnen“, kritisiert Fuchs. Die Folgen können schwerwiegend sein, im schlimmsten Fall droht ein Schock mit Lebensgefahr.

Die Arbeitsgruppe um Fuchs hatte 80 Patienten mit einer Allergie auf nicht-steroidale Schmerzmittel wie ASS, Paracetamol, Diclofenac oder Ibuprofen nach ihren Erfahrungen einige Jahre nach der Diagnose befragt. 41 Prozent hatten trotz der bekannten Allergie erneut das auslösende Medikament eingenommen. Die häufigsten Ursachen: Die Betroffenen kennen den Allergieauslöser oder sichere Alternativen nach einigen Jahren nicht mehr oder nehmen Medikamente ein, ohne den Beipackzettel auf entsprechende Inhaltsstoffe zu prüfen. In einigen Fällen hatten auch Ärzte ein Medikament mit dem Allergieauslöser verordnet. Und mehrere Patienten nahmen absichtlich ein Allergie auslösendes Medikament ein – aus Neugier, ob wohl wieder eine Reaktion auftritt.

Die Untersuchung der Hautklinik Göttingen zeigt, wie wichtig die intensive Aufklärung von Menschen mit einer Medikamenten-Allergie ist. Laut Fuchs sollten sich die Betroffenen ein Jahr nach der Diagnose erneut bei einem Allergologen vorstellen. Außerdem rät er den Patienten, immer einen Allergiepass bei sich zu haben. Darin wird der Auslöser notiert, damit behandelnde Ärzte sofort erkennen, welche Medikamente gefährliche Unverträglichkeitsreaktionen auslösen können. „Menschen mit einer Medikamenten-Allergie sollten ihre Ärzte auch aktiv darauf hinweisen, damit gewährleistet ist, dass kein Medikament mit dem Allergieauslöser verordnet wird“, empfiehlt der Allergieexperte Thomas Fuchs von der Hautklinik Göttingen.

Autor: Ärzteverband Deutscher Allergologen e. V. (ÄDA) www.aeda.de

Literatur:

Buhl T, Meynberg HC, Kaune KM, Hünecke P, Schön MP, Fuchs T:

Long-term follow-up of patients with hypersensitivity to nonsteroidal anti-inflammatory drugs reveals shortcomings in compliance and care, J Allergy Clin Immunol 2011: 127(1): 284-285

Weitrere Artikel zum Thema:

Ursachen für Nasenpolypen entdeckt

Vererbung, Allergien, Umweltfaktoren und Chemikalien im Beruf

Die Ursache für Polypen in der Nase galt lange als weitgehend ungeklärt. Kinder, wie auch Erwachsene können von diesen gutartigen Wucherungen in der Nase, die das Atmen erschweren und zu erheblichen körperlichen Beeinträchtigungen führen kön- nen, betroffen sein.

Die Größe der Wucherungen variiert, sie reicht von Millimetern bis hin zu einer Größe, die das Atmen durch die Nase fast völlig unmöglich macht. Chronische Entzündungen, verursacht durch Viren, Bakterien oder Pilze, Allergien und Asthma standen bislang in Verdacht, Auslöser zu sein.

Ein Wissenschaftlerteam aus Griechenland konnte durch eine Fall-Kontroll-Studie nähere Aufschlüsse gewinnen und weitere Ursachen aufdecken. Umweltfaktoren und Chemikalien im Beruf hatten erhebliche Signifikanz für das Auftreten von Polypen.

Studie ermittelt Ursachen für Polypen

Ein griechisches Wissenschaftlerteam untersuchte 100 Patienten von drei Athener Kliniken und 102 Kontrollpersonen. Bei jedem Studienteilnehmer wurde bei der Anamnese Geschlecht, Bildungsniveau, Familiengeschichte, Allergien, Rauchen, berufliche Tätigkeiten und Umweltbelastungen ermittelt.

Symptome bei Nasenpolypen

Die durch Nasenpolypen verursachte Symptomatik hängt vom Schweregrad und den anatomischen Gegebenheiten ab, folgende Beschwerden werden häufig beobachtet:

  • Erschwerte Nasenatmung
  • Undeutliche, verwaschene Aussprache, „durch die Nase sprechen“,
  • Leistungsschwäche
  • Schlafstörungen, Schnarchen
  • Vermindertes Riechvermögen
  • Häufige Entzündung der Nasennebenhöhlen

Allergien und Vererbung Ursachen für Polypen in der Nase

Die Wissenschaftler stellten fest, dass Polypen auch familiär bedingt sein können. Bei insgesamt 13,3% der Patienten kamen Polypen in der Familie vor. Bei der Kontroll- gruppe hingegen hatte keiner der Familienangehörigen Nasenpolypen. Noch überzeugender war das Vorliegen von Allergien bei den Patienten mit Polypen. Bei 64% der Patienten wurden verschiedene Allergien festgestellt und bei 12% wahrscheinliches Vorliegen von Allergien.

Umweltfaktoren und Chemikalien Ursache für Polypen

An manchen Arbeitsplätzen kommen Angestellte mit Chemikalien und belasteten Stäuben in Kontakt. Auch dies kann zu Nasenpolypen führen, stellten die Wissenschaftler fest. Insbesondere Kontakt mit Chemikalien am Arbeitsplatz stellte sich als häufige Ursache bei den Patienten mit Polypen heraus. Rauchen hingegen stellte keinen signifikanten Auslösefaktor dar. Auch der Bildungsstand war irrrelevant für das Auftreten von Polypen.

Die Wissenschaftler schlossen aus den Ergebnissen, die sie durch ihre Studie gewonnen hatten, dass Nasenpolypen sehr häufig durch Allergien verursacht werden und familiär bedingt sein können. Eine genetische Disposition hat nach Auffassung der griechischen Wissenschaftler allerdings auch Einfluss auf die Häufigkeit des Auftretens von Nasenpolypen durch Chemikalien und Stoffe aus der Umwelt und am Arbeitsplatz. Patienten litten häufiger unter Polypen, wenn sie mit Chemikalien am Arbeitsplatz konfrontiert wurden und gleichzeitig Polypen in der Familie auftraten.

Behandlung von Nasenpolypen, Ursachenbekämpfung

Die Therapie der Wahl bei Nasenpolypen bestand bislang in erster Linie aus zwei Optionen: Langzeitbehandlung mit Cortisonspray (meist mind. 6 Monate) und/oder Operation. Die Erkenntnisse der Wissenschaftler aus Athen eröffnen eine weitere Herangehensweise: Allergenvermeidung, sowie Expositionsstop gegenüber auslösenden Chemikalien im Wohn- und Arbeitsumfeld. Dort, wo Allergene und Chemikalien nicht vermieden werden können, sollte von Betriebsseite präventiv für Schutz durch Tragen von Schutzmasken, gute Belüftung, als auch durch Absaugung von Chemikalien und Stäuben gesorgt werden.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 28. Feb. 2011

Literatur:

Alexiou A, Sourtzi P, Dimakopoulou K, Manolis E, Velonakis E., Nasal polyps: heredity, allergies, and environmental and occupational exposure, J Otolaryngol Head Neck Surg. 2011 Feb;40 (1):58-63.

Ärzte warnen vor Duftstoffen und Duftkerzen

Allergien und Asthma? Vorsicht beim Abbrennen von Duftkerzen

Kerzen zählen zu den beliebtesten Stimmungsmachern in der Weihnachts- und Adventszeit. Insbesondere Duftkerzen erfreuen sich großer Beliebtheit. Sie sorgen in Geschäften, auf Veranstaltungen, in Restaurants und in manchem Zuhause für „Weihnachtsduft“. Lungenärzte hingegen warnen insbesondere vor Duftkerzen, insbesondere wenn sie aus Paraffin hergestellt sind. Paraffinkerzen werden aus Petroleum, also Erdöl hergestellt. Oft kommen Schlacken der Erdölindustrie für die Herstellung von Kerzen zum Einsatz. Dadurch können die Produktionskosten der Kerzen minimal gehalten werden, was eine größere Gewinnspanne für die Hersteller und den Handel gewährleistet. Als Alternative nennen die Lungenärzte Kerzen aus Bienenwachs oder Soja und raten dazu, auf beduftete Kerzen sowie sonstige Raumbeduftung ganz zu verzichten. (1) Kritisch gegenüber Duftstoffen äußert sich auch der Ärzteverband der Deutschen Allergologen. (2)

Duftkerzen – Problematisch für Allergiker und Asthmatiker

Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung e.V. (DLS) halten den Einsatz von Duftkerzen aus Paraffin als ganz besonders bedenklich für Allergiker und Asthmatiker. Durch das Abbrennen werden Stoffe freigesetzt, die Atemwegsbeschwerden verursachen oder verstärken können. Auch Personen mit Duftstoffallergien sind gefährdet. Hautreaktionen können sich durch das Abbrennen von Duftkerzen verschlimmern. Duftstoffallergiker sind daher besser beraten, auf Duftkerzen ganz zu verzichten.

Was ist bedenklicher, natürliche Duftstoffe oder chemische?

Oft wird angeführt, es handele sich „nur“ um natürliche Duftstoffe. Der Verbraucher wiegt sich durch dieses Versprechen meist in trügerischer Sicherheit. Eine Erklärung, ob natürliche Duftstoffe eine bessere Wahl sind als chemische Düfte, lieferte der Allergologe der Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen, Professor Thomas Fuchs, im November 20010 in der Rheinischen Post: “… letzten Endes sind Duftstoffe Duftstoffe, egal, ob sie natürlichen Ursprungs oder im Labor hergestellt worden sind”.

Darüber, ob ein Duftstoffallergiker bei der Verwendung von Düften Ausnahmen machen sollte oder nicht, äußerte Prof. Fuchs, der dem Ärzteverband Deutscher Allergologen angehört, seinen klaren Standpunkt: “Wer von einer Duftstoffallergie betroffen ist, sollte auch auf Duftstoffe verzichten und zwar möglichst komplett.”

Duftstoffe können Asthmaanfälle auslösen

Für Asthmatiker sind Duftkerzen sehr problematisch und in der Weihnachts- und Adventszeit berichtet mancher Asthmatiker, dass er öfter zum Asthmaspray greifen muss. Alternativ bleibt Betroffenen nur der Verzicht, Duftkerzen Zuhause zu verwenden, sowie höchste Vorsicht und sofortiges Verlassen von Räumlichkeiten, in denen Duftkerzen brennen.

Kerzen aus Paraffin setzen Schadstoffe frei

„Paraffin-Kerzen werden aus Petroleum hergestellt“, erläuterte Prof. Harald Morr, Vorstandsvorsitzender, auf der Webseite der Deutschen Lungenärzte. „Insbesondere Menschen, die bereits eine Kontaktallergie auf bestimmte Duftstoffe entwickelt haben, riskieren, dass die beim Abbrennen freigesetzten Stoffe allergische Erscheinungen auf der Haut oder in den Atemwegen verstärken. Das kann dann Hautausschläge und Asthmabeschwerden hervorrufen.“

Bedenklich ist das Abbrennen von Kerzen jedoch nicht nur für Asthmatiker oder Allergiker, sondern für jeden, der sich in einem Raum befindet, in dem Kerzen abbrennen. Besonders in kleinen Räumen oder in Räumlichkeiten, die kaum oder schlecht belüftet sind, ist Vorsicht angeraten. Gutes Lüften empfehlen daher die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung. Sie raten sogar, zusätzlich Ventilatoren aufzustellen, um die Schadstoffe, die Kerzen freisetzen, schneller nach draußen zu leiten. Übertrieben? Sicher nicht, denn insbesondere, wenn mehrere Kerzen brennen, kann dies schnell zu erheblicher Schadstoffbelastung in Innenräumen führen. Hierbei sind nicht nur Bestandteile des Paraffins bedenklich, sondern auch die Dochte, die sehr häufig bleihaltig sind. Die amerikanische Umweltschutzbehörde EPA ging in einer Veröffentlichung sogar davon aus, dass die bei Kindern nachgewiesene Bleibelastung zu einem erheblichen Prozentsatz durch Abbrennen von Kerzen verursacht wurde. (3)

Kerzenzauber auf stimmungsvollen Stunden belassen

Wer auf seine Gesundheit bedacht ist, sollte auf Duftkerzen generell verzichten und Kerzen aus reinem Pflanzenstearin, Soja und Bienenwachs solchen aus Paraffin vorziehen.

Zusätzlich ist darauf achten, dass Bienenwachskerzen ökologisch sind. Bei konven- tionellem Bienenwachs ist mit Kontaminierung des Wachses durch Pestizide und Arzneimittelrückstände zu rechnen, die beim Abbrennen in die Raumluft freigegeben werden.

Kerzenstimmung im Wohnraum sollte auf feierliche Anlässe beschränkt bleiben und bei der Auswahl der Kerzen sollte auf schadstofffreie Qualität geachtet werden. Nach jeder Kerzenbenutzung ist gründliches Lüften wichtig und beim Löschen der Kerzen ist darauf zu achten, dass die Kerzen schnell „erstickt“ werden und nicht unnötig weiterglimmen.

Autor:

Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 27.11. 2010

Literatur:

  1. Lungenärzte im Netz, Paraffin in Duftkerzen kann die Atemwege reizen und Asthma hervorrufen, 15.11.2010
  2. RP, Experte rät zu Verzicht auf Parfüm, 24.11.2010
  3. Silvia K. Müller, Vorsicht bei MCS: Kerzen können zu Schadstoffbelastung in Innenräumen beitragen, CSN, 13.12.2008