Archiv der Kategorie ‘Umweltmedizin‘

Die besten Tipps bei Pollenallergie und Heuschnupfen

Schützen, vorbeugen, lindern – Pollenbelastung reduzieren

Mit der Pollensaison hat eine harte Zeit für alle mit Heuschnupfen und Pollenallergie begonnen. Die Reaktionen, die Pollenallergiker auf Gräser, Blumen, Getreide und blühende Sträucher beklagen, sind vielfältig: Niesen, laufende Nase, Augenjucken, Erschöpfung, Fieber, bis Schüttelfrost bei schweren Fällen.

So manche Klassenarbeit wird verhauen, weil Heuschnupfen geplagte Schüler sich nicht konzentrieren können. Im Job ist es ähnlich, an Tagen, an denen Pollen stark fliegen, kann so mancher Allergiker keine volle Leistung erbringen. Medikamente kann und mag, wegen der erheblichen Nebenwirkungen, nicht jeder einnehmen. Doch es gibt Tipps die unterstützend helfen können, dass die Pollenallergie und der Heuschnupfen einen nicht völlig lahm legen.

 

Die besten Tipps für drinnen und draußen bei Pollenallergie und Heuschnupfen

Pollenallergie in Innenräumen lindern, reduzieren

  • Aktuellen Pollenflug in der Zeitung, im Radio oder den PureNature Pollenflug-Vorhersage, Pollenflug-Radar abfragen.
  • Pollenschutz-Gitter am Schlafzimmerfenster des Allergikers anbringen. Ein Pollenschutz-Gitter ermöglicht das Fenster bei wärmeren Temperaturen und zum Lüften zu öffnen, ohne dass Pollen in den Wohnraum gelangen.
  • Im Innenraum wären der Heuschnupfen- und Pollenzeit häufiger feucht wischen, um die Allergenbelastung im Innenraum zu reduzieren.
  • Beim Staubsaugen einen Staubsauger mit HEPA und Allergiefilter verwenden. Das sorgt dafür, dass die Allergene nicht durch die Abluft des Staubsaugers im ganzen Wohnbereich herumgewirbelt und verbreitet werden.
  • Luftreiniger zum Umhängen in Innenräumen hilfreich.
  • Bettdecke und Kopfkissen des Allergikers während der Pollensaison nicht zum Lüften ans Fenster legen.
  • Zum Lüften des Wohnbereichs während der Pollensaison Zeitpunkte wählen, an denen weniger Pollen unterwegs sind. In ländlichen Regionen ist die Abendzeit am günstigsten. Wer zwischen 18 und 24 lüftet, hat geringere Pollenbelastung als tagsüber. In der Stadt ist es umgekehrt, dort empfiehlt es sich am frühen Morgen zwischen 6 und 8 Uhr zu Lüften.
  • Bei starker Pollenallergie einen Raumluftreinger einsetzen. Tagsüber im Wohnraum, abends und nachts im Schlafzimmer des Allergikers laufen lassen. Darauf achten, dass der Raumluftfilter mit einem HEPA Feinstpartikelfilter ausgestattet ist und regelmäßig gewartet wird.

Pollenallergie draußen und unterwegs reduzieren

  • Aufenthalt draußen an Tagen oder Uhrzeiten mit starkem Pollenflug begrenzen und möglichst nicht rausgehen, wenn die Pollen, auf die man am stärksten reagiert, stark vertreten sind.
  • Anstrengende Arbeiten draußen, Gartenarbeit und Sport sollten Allergiker während der Hochzeit der Pollenbelastung vermeiden. Durch Anstrengung und intensives Atmen gelangen vermehrt Pollen in den Körper und schwächen.
  • Einen Pollenfilter im Auto des Allergikers installieren lassen und regelmäßig zum Beginn der Pollensaison warten lassen.
  • Fenster des Autos geschlossen halten und stattdessen die Klimaanlage verwenden. Mit dem Fahrtwind kommen insbesondere in ländlichen Gegenden erhebliche Mengen von Pollen in den Fahrzeuginnenraum und sorgen für Reaktionen.
  • Autoluftreiniger im Auto verwenden. Manche Autoluftreiniger lassen sich auch mittels eines Adapters an das Stromnetz anschließen und in Innenräumen verwenden. Das ist vorallem für Urlaube sehr praktisch und hilfreich.
  • Bei starkem Pollenflug bei Aufenthalt draußen eine Pollenschutzmaske tragen. Es gibt sie auch mit Atemventil für Brillenträger und jene die draußen arbeiten müssen.
  • Sonnenbrille oder spezielle Pollenschutzbrille tragen, um die Pollen von den Augen fern zu halten und Augenjucken zu reduzieren.
  • Ziele für Ausflüge und Urlaube ans Meer oder ins Gebirge statt ins Flachland planen, um den Pollen auszuweichen und dem Immunsystem Ruhe zu geben.
  • Mit einem Pollen Reiseplaner die Urlaubsregionen auswählen.
  • Nach jedem Aufenthalt draußen die Haare und das Gesicht waschen und die Kleidung wechseln. Die pollenbelastete Kleidung nicht ins Schlafzimmer legen.

Mai, einen Monat lang Aktionen und Informationen über MCS

 

Chemikaliensensible unterstützen

Seit 14 Jahren setzen sich im Mai Umweltkranke, Selbsthilfegruppen, Organisationen, Behörden und Politiker ein, um über die Umweltkrankheit „Multiple Chemikaliensensitivität“ (MCS) aufzuklären. Wenn auch MCS in vielen Ländern durch Behörden und in der Internationalen WHO Klassifikation für Krankheiten als körperlich bedingte Krankheit gelistet ist, so fehlt es doch noch an allgemeiner Akzeptanz und adäquater Unterstützung der an MCS Erkrankten. Die Behinderung ist weiter verbreitet als vielfach vermutet. Rund ein Drittel der Bevölkerung ist mehr oder weniger stark betroffen.

Chemikaliensensible sind in außerordentlichem Maße auf Hilfe von Dritten angewiesen, weil sie ihren Alltag, ab einem gewissen Schweregrad der Erkrankung, kaum noch alleine bewältigen können. MCS-Kranke reagieren auf minimale Konzentrationen von Duftstoffen, Autoabgasen, Pestiziden, Farben und vielen anderen Chemikalien mit vielfältigen Symptomen. Es sind Chemikalien, denen wir in unserem Alltag ständig begegnen. Bei Chemikaliensensiblen treten schon bei kurzem Kontakt u.a. Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Atemwegsbeschwerden, Koordinations-, Hör-, Sehstörungen oder Krämpfe auf. Die Beschwerden dauern Minuten, Stunden, Tage oder sogar Wochen an.

Amerikanische Gouverneure haben die Erschwernisse im Alltagsleben eines Chemikaliensensiblen vor rund 14 Jahren erkannt, und mittlerweise setzen sich Gouverneure von immer mehr Bundesstaaten mit einer Proklamation im Mai für die MCS-Kranken ein. Aus anfänglich kleinen Aktivitäten Einzelner ist ein weltweiter Aktions- und Informationsmonat geworden. Das Internat unterstützt dabei sehr. Selbsthilfegruppen und Organisationen stellen im Mai Informationsmaterial zum downloaden bereit.

PureNature unterstützt Chemikaliensensible

Auch PureNature unterstützt den MCS Aktions-und Informationsmonat tatkräftig. Auf der Rückseite der kostenlosen PureNature Kundenzeitschrift „Infobox“ finden man ein Kärtchen zum Heraustrennen, um über die Gefahren von Duftstoffen zu informieren. Hier zum download: Informationskarte Gesundheitsfahren durch Duftstoffe. Insbesondere parfümierte Produkte sind es nämlich, die Chemikaliensensible daran hindern, am normalen Leben teilnehmen zu können, weil die darin enthaltenen Chemikalien bei ihnen Symptome auslösen.

PureNature hat sich etwas Besonderes ausgedacht:

Das seit über zwei Jahrzehnten beliebte, duftfreie AFM Dusch-Shampoo, das speziell für Chemikaliensensible hergestellt wurde, gibt es im Monat Mai zum Sonderpreis und schließt sich der Philosophie des Herstellers AFM an: „Besser für Chemikaliensensible, besser für Alle!“

Außerdem gibt es im Monat Mai fast jeden Tag einen informativen Artikel über MCS, Umweltkrankheiten und Gefahren durch Alltagschemikalien hier im PureNature Blog. Sich beteiligen und mithelfen, die Situation der Chemikaliensensiblen zu verbessern, kann jeder, in dem er Informationen weiterreicht und Mitmenschen darauf hinweist.

Viel Erfolg für alle, die aktiv werden!

Hausstaubmilbenallergie – Diagnose, Behandlung, Schutz

Prävention ist wichtigste Therapie bei Allergie auf Hausstaubmilben

Hausstaubmilben sind weltweit verbreitet, ganz ungeachtet von klimatischen Verhältnissen. Außer im Hochgebirge sind sie überall anzutreffen. Der Kot der Hausstaubmilben gilt als Allergieauslöser und kann zu chronischer, allergiebedingter Erkrankung führen. Am stärksten ist man Hausstaubmilbenallergenen im Bett ausgesetzt. Das regelmäßige Einatmen auch nur geringer Konzentration dieser Allergene führt zu chronisch verstopfter Nase, und bei längerem Kontakt kann Asthma eintreten. Juckende Augen und ständig kribbelnde Nase sind weitere häufig verbreitete Symptome. In Deutschland leidet fast jeder Zehnte unter einer Hausstaubmilbenallergie.  Abhilfe schaffen neuere Therapien, Encasings und Präventionsmaßnahmen im häuslichen Umfeld.

Wo Hausstaubmilben sich wohlfühlen

Hausstaubmilben mögen feuchtes Klima und ernähren sich von Hautschuppen des Menschen. Gut isolierte Wohnungen und tropische Gefilde bieten ihnen optimale Bedingungen. Hausstaubmilben findet man hauptsächlich in Matratzen, Polstermöbeln und Teppichen. Kuscheltiere, die Kinder gerne mit ins Bett nehmen, sind ebenfalls ein beliebter Wohnort für Hausstaubmilben.

Diagnostik geht oft schleppend voran

Bis ein Patient wegen Beschwerden durch eine Hausstaubmilbenallergie zum Arzt geht, vergeht oft eine Weile. Wertvolle Zeit, in der meist schon eine Chronifizierung eingetreten ist. Viele Hausstaubmilbenallergiker sprechen erst beim Arzt vor, wenn ihre Gesundheitsbeschwerden massiv geworden sind. Sie leiden dann meist unter erheblichen Atembeschwerden, fühlen sich ständig erschöpft und abgeschlagen. Um eine Allergie auf Hausstaubmilben zu diagnostizieren, führt der Arzt in der Regel einen Hauttest durch. Um auszuschließen, dass noch weitere Allergien vorliegen, werden bei dieser Gelegenheit meist noch weitere Allergene mit untersucht.

Therapien bei Hausstaubmilbenallergie

Die Therapie einer Hausstaubmilbenallergie ist abhängig von der Schwere der Symptomatik, die ein Allergiker entwickelt hat. Bei asthmaartigen Beschwerden wird vom Arzt oder Allergologe meist ein cortisonhaltiges Nasenspray oder ein Cortisonpräparat zum Inhalieren verordnet. Beides bringt rasche Linderung der Beschwerden, ist aber nicht als Langzeittherapie gedacht und hat Nebenwirkungen, was besonders bei Kindern zu bedenken ist.

Für trockene Luft sorgen und Encasings benutzen

Schweizer Mediziner vom Inselspital in Bern wiesen in einer neueren Publikation darauf hin, dass Vermeidung bei dieser Allergie gute klinische Resultate erbringt. Häufiges Stoßlüften im Winter halten die Experten für besonders sinnvoll, weil trockene, kalte Luft zu Reduzierung der Luftfeuchtigkeit im Innenraum führt. Diese trockene Luft durch richtiges Lüften führt zu einer Reduzierung der Milben, da sie ihnen die Lebensgrundlage entzieht. Ein weiterer Hinweis der Mediziner betrifft das Bett. Sie raten den Allergikern das Benutzen von Encasings für die Matratze, Kopfkissen und Bettdecke und empfehlen den wöchentlichen Wechsel der Bettwäsche für Allergiker. Zusätzlich gibt es Sprays zum Reduzieren der Hausstaubmilben, man sollte jedoch darauf achten, dass sie allergen- und chemiefrei sind.

Fortschritte bei der Therapie von Hausstaubmilbenallergie

Eine neuere Art der Therapie ist die spezifische Immuntherapie mit Extrakten von Hausstaubmilben, die zu guten Ergebnisse bei Kindern und Erwachsenen führt. Mit rekombinanten Allergenen (pdf) (Co- und Kreuztestung) wird eine bessere Qualität in der diagnostischen sowie therapeutischen Immuntherapie erzielt. Die Besonderheit rekombinanter Allergene besteht darin, dass sie mit molekularbiologischen Techniken durch Bakterien hergestellt werden und als hochreine Substanzen wertvolle diagnostische Information liefern. Eine Reihe von Berufsverbänden von Allergologen sprechen sich für SCIT – subkutane spezifische Immuntherapie aus.

Welche Maßnahmen und Therapien bei einer Hausstaubmilbenallergie im speziellen Fall die Richtigen sind, entscheidet der Allergologe im spezifischen Einzelfall.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 24. April, 2012

Literatur:

Carrard A, Pichler Ch., House dust mite allergy, Ther Umsch. 2012 Apr; 69(4):249-52.

Urlaub für Allergiker: Allergiepass in 10 Sprachen

Reisen mit Allergien

Jüterbog (ots) – Blütenpollen, Insektenstiche, lebensbedrohliche Allergene im Essen – für Allergiker ist besonders im fremdsprachigen Ausland das Risiko höher, im Akutfall medizinisch nicht richtig versorgt zu werden, weil man nicht ausreichend verstanden wird. Allergiker wissen wie wichtig es ist, einen Allergieausweis zu besitzen, besonders in Notfällen. Aber was passiert, wenn man sich im Ausland befindet und der Arzt kein Deutsch versteht?

Unter www.allergieausweis.de können sich Allergiker einen Allergiepass in der Sprache passend zum Reiseland erstellen. 10 Sprachen stehen zur Auswahl: Dänisch, Englisch, Finnisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Kroatisch, Portugiesisch, Spanisch und Türkisch. Neu hinzugekommen ist eine Übersetzungshilfe zur Beschreibung von Symptomen bei einem möglichen Arzt- oder Apothekerbesuch.

Aber soweit muss es erst gar nicht kommen. Manche zeigen ihren Pass bereits im Restaurant vor, um Missverständnisse eindeutig zu vermeiden. Ein Ausweis in einer Fremdsprache kostet 4,95 EUR. Für 9,95 EUR können Globetrotter ihn in bis zu 10 Sprachen erstellen.

Hintergrundinformationen zum Thema

Heute leiden rund 30% der Bevölkerung an einer oder mehreren Allergien, und die Europäische Stiftung für Allergieforschung (www.ecarf.org) geht davon aus, dass 2015 beinahe jeder zweite von mindestens einer Allergie betroffen ist.

Studien des Instituts für Tourismuswissenschaft der Universität Lüneburg zeigen, dass das am häufigsten empfundene Risiko beim Reisen zu 71% in Krankheitsfällen liegt, gefolgt von Unfall mit 45%.

Statt weiter Statistiken zu wälzen, haben wir Allergiepatienten bei ihrer Urlaubsvorbereitung mit der Kamera begleiten lassen. Unter www.allergieausweis.de finden Sie einen Filmbeitrag, der Ihnen das Thema “Allergikersorgen auf Reisen” näher bringt.

Autor: Medilang, Allergiepass in 10 Sprachen – ein Tipp für reisefreudige Allergiker, 4. April 2012

Allergien, Asthma und Ekzeme können Traumjob zunichte machen

 

Broschüre: Ratgeber für die medizinische Berufsberatung allergiekranker Jugendlicher

Berlin – Wenn für den Bäckerlehrling das Mehl zur Qual wird oder die Friseurauszubildende auf bestimmte Chemikalien allergisch reagiert, endet die Ausbildung meist mit einem Abbruch. Neben den gesundheitlichen Folgen leiden Jugendliche dann auch unter der großen Enttäuschung, ihren Traumjob aufgeben zu müssen. Doch soweit müsste es in vielen Fällen gar nicht erst kommen, wenn Kinder- und Jugendärzte sowie Allgemeinmediziner Jugendliche bei ihrer Berufswahl stärker über mögliche Gesundheitsrisiken aufklären würden, stellt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in ihrer neuen Broschüre unter dem Titel “Damit der Traumberuf kein Alptraum wird” fest. Darin listen Fachleute gefährdete Berufsgruppen auf und geben Tipps für Beratungsgespräche.

Nur etwa jeder zehnte Jugendliche mit Allergien und Asthma wird über mögliche Risiken bei seiner Berufswahl ärztlich beraten. Studien zufolge entscheiden sich Jugendliche sehr selten wegen möglicher Gesundheitsrisiken gegen einen Beruf: Nicht einmal jeder 20. Jugendliche schränkt sich selbst durch vorhandene Allergien oder Asthma in der Berufswahl ein.

Deshalb sind besonders Ärzte gefordert, umfangreicher zu beraten, weil sie erste Ansprechpartner für Patienten und deren Eltern sein sollen, heißt es in der BAuA-Broschüre. Ein Beruf mit hohem Allergierisiko kann bei gefährdeten Personen nicht nur vorhandene Erkrankungen verschlimmern, sondern auch Allergien oder Asthma zum Ausbruch bringen. Asthma beispielsweise tritt häufig erstmals im jungen Erwachsenenalter auf.

Neben den gesundheitlichen Aspekten können abgebrochene Ausbildungen aufgrund mangelnder Alternativen zu Umschulungen oder sogar in die Arbeitslosigkeit führen. Generell raten die Forscher der BAuA jedoch gleichzeitig dazu, niemandem unnötig von seinem Traumberuf abzuraten, da Erkrankungsverläufe individuell sehr unterschiedlich sein können. Eine pauschale Ablehnung von Risikoberufen sei auch deshalb fatal, weil es zum einen regional knappe Ausbildungsmöglichkeiten und zum anderen möglicherweise vorbeugende Maßnahmen am Arbeitsplatz gebe. Die vorliegende Broschüre kann den beratenden Ärzten bei diesem schwierigen Abwägungsprozess helfen.

Die in kleinen Mengen kostenlose Broschüre “Damit der Traumberuf kein Alptraum wird – Ein Ratgeber für die medizinische Berufsberatung allergiekranker Jugendlicher” kann über das Informationszentrum der BAuA telefonisch, 0231 9071-2071, per Fax, 0231 9071-2070 oder E-Mail, info-zentrum@baua.bund.de, bezogen werden. Eine Version im PDF-Format gibt es zum Herunterladen auf der BAuA-Homepage.

Autor:

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Broschüre: Ratgeber für die medizinische Berufsberatung allergiekranker Jugendlicher, Pressemitteilung 12/12, 14. März 2012

Weltgesundheitsorganisation stellt fest: Umwelt macht zunehmend krank

Europäisches WHO Zentrum für Umwelt und Gesundheit in Bonn eröffnet

Die Umwelt und der zunehmende Einsatz von Chemikalien im Alltag sorgen für Anstieg von Krankheiten. Rund 20% der Krankheiten in der europäischen Region sind auf vermeidbare Umweltgefahren und Expositionen zurückzuführen. In manchen EU Ländern liegt der Prozentsatz umweltbedingter Erkrankungen sogar bei 54%. Bei Kindern unter 15 Jahren liegt der Anteil der durch die Umwelt verursachten Krankheiten bei 34%, und jeder fünfte Einwohner in der EU Region stirbt an den Folgen einer durch Umwelteinflüsse verursachten Krankheit, teilte die Regionaldirektorin der Weltgesundheitsbehörde im Februar 2012 bei der Eröffnungsansprache des von der WHO erweiterten Europäischen Zentrums für Umwelt und Gesundheit in Bonn mit. (1,2,3)

Erweitertes Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit (ECEH)

Das ECEH nahm seine Arbeit 1991 mit finanzieller Unterstützung Italiens, Frankreichs und der Niederlande auf. Nach der Schließung der Büros in Frankreich und den Niederlanden wurde im Jahr 2001 mit finanzieller Unterstützung durch die Regierung der Bundesrepublik Deutschland als Ergänzung zum Büro in Rom das Bonner Büro eröffnet. Nach der Schließung des Büros in Rom im Jahr 2011 erweitert das Büro in Bonn nun seinen Aktionsradius im Themenbereich Umwelt und Gesundheit.

In den zurückliegenden Jahren hat das Zentrum in Bonn die Sammlung und Analyse wissenschaftlicher Erkenntnisse über Umweltbelastungen und ihre Gesundheitsfolgen koordiniert, politische Entscheidungsprozesse unterstützt, und kam zu folgenden Feststellungen:

  • Bürger in der Europäischen Region der WHO büßen infolge einer über den von der WHO empfohlenen Werten liegenden Luftbelastung im Durchschnitt 8,6 Monate an Lebenserwartung ein
  • Verkehrslärm führt im Westeuropa Jahr für Jahr zum Verlust von mehr als einer Million gesunder Lebensjahre
  • Unangemessene Wohnbedingungen kosten in der Europäischen Region jedes Jahr mehr als 100 000 Menschen das Leben

Einkommensschwache Bevölkerungsgruppen Umweltgefahren stärker ausgesetzt

WHO hat 14 Indikatoren für umweltbedingte Ungleichheiten im Gesundheitsbereich entwickelt, die sich auf drei Bereiche erstrecken: Wohnungswesen, Verletzungen und Umwelt.

Einkommensschwache Bevölkerungsgruppen sind bis zu fünfmal höheren Umweltrisiken ausgesetzt als wohlhabendere Mitbürger, wie aus einem neuen Bericht der WHO hervorgeht. Allein in der EU leben rund 80 Mio. Menschen in relativer Armut, d. h. mit einem Einkommen unterhalb von 60% des mittleren Einkommens in ihrem Land. Viele dieser Menschen leben in feuchten, unzureichend beheizten Wohnungen ohne angemessene Sanitäreinrichtungen. Die WHO Regionaldirektorin und deutsche Politiker verdeutlichten bei der Eröffnung diese schwierige Problematik, für die man gezielt Lösungen erarbeiten will:

Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa: „Ich sehe das Zentrum nun nach seiner Erweiterung als die künftige Kompetenz-Schaltstelle der Europäischen Region, die die Mitgliedstaaten dabei unterstützen wird, für ihre gesamte Bevölkerung – und ich betone: die gesamte Bevölkerung – in gleicher Weise gesunde Umweltbedingungen zu schaffen.“

Daniel Bahr, Bundesgesundheitsminister: „Im Sinne eines vorbeugenden Gesundheitsschutzes müssen wir heute handeln, damit die nächsten Generationen gesunde Lebenswelten vorfinden. Hierzu müssen wir alle Akteure einbinden, um gemeinsam Maßnahmen zu entwickeln und die Gesundheitssysteme zu stärken. Das erweiterte WHO-Zentrum in Bonn ist hierzu ein wichtiger Schritt“.

Dr. Norbert Röttgen, Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: „Wir erhöhen unseren Anteil an der Finanzierung des Europäischen Zentrums, weil Umweltfaktoren maßgeblichen Einfluss auf die Gesundheit haben. Die WHO wird hier mit dem erweiterten Zentrum zukünftig noch aktiver sein können und die Umweltpolitik mit ihren Analysen und Empfehlungen unterstützen“.

Länderübergreifende Kooperation

Dank des zusätzlichen Finanzierungsbeitrags Deutschlands kann das ECEH seinen Aktionsradius nun um vier Hauptbereiche erweitern: Klimawandel und nachhaltige Entwicklung; Belastung durch zentrale Umweltrisiken (Luftverschmutzung, Lärm, Chemikalien, Strahlung, ungünstige Arbeits- und Wohnbedingungen); gesundheitsrelevante Umwelterkenntnisse und Prognosen; und Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen, einschließlich Wasserver- und Abwasserentsorgung.

Die mit diesen Themen befassten Programme werden sich stärker mit Art und Ausmaßen aktueller und künftiger umweltbedingter Gesundheitsgefahren befassen, um so die Länder der Region bei der Ausarbeitung und Durchführung von Gegenstrategien zu unterstützen, auch im Falle von Umweltkatastrophen.

Weitere Informationen über das Europäische WHO Zentrum für Umwelt und Gesundheit in Bonn

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 23. Februar 2012

Literatur:

Zsuzsanna Jakab, WHO Regionaldirektorin, Rede zur Eröffnung des erweiterten Europäischen Zentrums für Umwelt und Gesundheit, 14 Februar 2012, Bonn, Germany.

WHO – Europäischen Zentrums für Umwelt und Gesundheit, WHO eröffnet erweitertes Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit in Bonn und stellt neuen Bericht über gesundheitsrelevante Umweltungleichheit vor, Kopenhagen und Bonn, 14. Februar 2012

ECEH, Environmental health inequalities in Europe, 2012

Teebaumöl – Ursache für Kontaktallergien

Für Allergiker und Haustiere äußerst bedenklich

Teebaumöl wird als Hausmittel gegen Insektenstiche, Hautproblemen, bei offenen Wunden, bei Läusebefall, Erkältungskrankheiten, bei Entzündungen des Zahnfleisches und vielen weiteren Gesundheitsproblemen propagiert. Weil Teebaumöl bakterizide, fungizide, antimikrobielle und antiseptische Wirkung hat, wird es als Wirkstoff in Haushaltsreinigern, Shampoos, Cremes, Aknemitteln, Zahncremes und Mundwasser eingesetzt. Es wird auch als Öl für Aroma-Lampen zum Vertreiben von Insekten und für die Tierpflege angeboten. Teebaumöl kann erhebliche Nebenwirkungen und Allergien auslösen. Insbesondere unverdünnte oder längere Anwendungen des ätherischen Öls sind bedenklich. Durch einen Oxidationsprozess steigt das Risiko für Kontaktallergien. Allergiker und Personen mit MCS (Chemikaliensensitivität) sind besonders gefährdet. Bei Haustieren kann Teebaumöl leicht zu Vergiftung und Ableben führen.

Licht und Luft löst Autooxidationsprozess aus

Das in Teebaumöl enthaltene Monoterpen, α-Terpinen, ist eine der Komponenten, die durch Luft und Licht autooxidieren und allergische Verbindungen freisetzen. Bereits vier Tage nach Anbrechen einer Flasche ist der Oxidationsprozess in Gang, deshalb soll das Öl auch nur lichtgeschützt aufbewahrt werden. Wissenschaftler der Universität Göteborg untersuchten, ob Teebaumöl schon bei Raumtemperatur autooxidiert und welche Substanzen durch diesen Prozess freigesetzt werden. (1) Chemische Analysen zeigten, dass in Teebaumöl enthaltenes α-Terpinen sehr rasch zerfällt und verschiedene Oxidationsprodukte wie p-Cymol, allylische Epoxide und Wasserstoffperoxid bilden. Die schwedischen Wissenschaftler fanden spezifische ungesättigte Aldehyde als Hauptursache für das sensibilisierende Potential des Teebaumöls. Durch Luftkontakt verstärkte sich dieses sensibilisierende Potential von α-Terpinen und wird so rasch zum Hautallergen. In Deutschland und Österreich gab es 2003 eine multizentrische Studie, die ermittelte, dass rund 3% der Studienteilnehmer Sensibilisierung auf Teebaumöl aufwiesen. Ein Wissenschaftlerteam der Universität Groningen stellte bei 5% der Patienten eine Sensibilisierung auf das ätherische Öl fest. (2,3)

Teebaumöl problematisch für Allergiker und MCS Kranke

Allergiker sollten auf Teebaumöl wegen seines allergieauslösenden Potentials weitgehend bis völlig verzichten. Eine weitere Risikogruppe sind Personen, die unter MCS (multiple Chemikaliensensitivität) leiden. Insbesondere, wenn die MCS durch Organophosphat-Pestizide ausgelöst wurde, weil α-Terpinen ebenfalls das Enzym Acetylcholinesterase und weitere zur Entgiftung notwendige Enzyme hemmt. Wenn Allergiker oder MCS Kranke Teebaumöl trotz des Risikos verwenden wollen, sollten sie es sehr stark verdünnen und erst einen Verträglichkeitstest mit einem Tropfen verdünntem Teebaumöl in der Armbeuge durchführen.

Allergien auf Teebaumöl werden bei Patienten mit Kontaktallergien bislang viel zu selten untersucht, obwohl das Öl mit steigender Tendenz verwendet wird. Allergietests auf Teebaumöl können tückisch sein, weil sie falsch negativ verlaufen, wenn für die Testsubstanz kein oxidiertes Teebaumöl verwendet wird, das stellten australische Wissenschaftler fest. Patienten, die mit frisch geöffneten Teebaumöl-Produkten getestet werden, reagieren in der Regel nicht. Für Patchtests soll laut der Wissenschaftler deshalb nur oxidiertes Teebaumöl verwendet werden. (4)

Vorsicht: Teebaumöl für Katzen und Hunde toxisch

Landläufig ist der Einsatz von Teebaumöl zur Bekämpfung von Hunde- und Katzenflöhen üblich und es kommt häufig zu Vergiftungsfällen, weil die Tierbesitzer nichts über dessen Toxizität wissen. Die Terpene und Phenole, die im Teebaumöl enthalten sind, können von Hunden und besonders von Katzen nicht verstoffwechselt werden. Neurologische Symptome wie Zittern, Schwanken, Unruhe und völlige Erschöpfung sind typisch. Für Hunde und Katzen kann die Anwendung von Teebaumöl tödlich sein, insbesondere wenn das Öl in offene Wunden eindringt oder wenn die Tiere das Öl ablecken. (5)

Teebaumöl nur im Notfall

Die schwedischen Wissenschaftler, deren Forschungsergebnisse in der Januar 2012 Ausgabe der Fachzeitschrift „Chemical Research in Toxicology“ veröffentlicht wurden, kamen zum Ergebnis, dass Teebaumöl für Anwendung auf der Haut nur bedingt geeignet ist. Die Toxikologen halten den Einsatz des ätherischen Öls in Kosmetika und Hautpflegeprodukten bedenklich, wegen der Gefahr, sich zu sensibilisieren und Kontaktallergien zu entwickeln. Zu ähnlicher Einschätzung kam ein weiteres schwedisches und ein italienisches Wissenschaftlerteam, das Kontaktallergien durch alternativmedizinische Substanzen untersuchte. (6,7) Teebaumöl erwies sich als äußerst problematische Substanz, die Hypersensitivität auslösen kann und die Liste der Kontaktallergene bei alternativmedizinischen Substanzen anführte.

Autor:

Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 21. Februar 2012

Literatur:

  1. Rudbäck J, Bergström MA, Borje A, Nilsson UL, Karlberg AT., α-Terpinene, an Antioxidant in Tea Tree Oil, Autoxidizes Rapidly to Skin Allergens on Air Exposure, Chem Res Toxicol. 2012 Jan 17.
  2. C. Pirker und B.M. Hausen et al.: Sensibilisierung auf Teebaumöl in Deutschland und Österreich – Eine multizentrische Studie der Deutschen Kontaktallergiegruppe. J Dtsch Dermatol Ges. 1/8/2003 S. 629-34. doi:10.1046/j.1610-0387.2003.03727.
  3. Bakker CV, Blömeke B, Coenraads PJ, Schuttelaar ML., Ascaridole, a sensitizing component of tea tree oil, patch tested at 1% and 5% in two series of patients, Contact Dermatitis. 2011 Oct;65(4):240-1. doi: 10.1111/j.1600-0536.2011.01948.x.
  4. Rutherford T, Nixon R, Tam M, Tate B., Allergy to tea tree oil: retrospective review of 41 cases with positive patch tests over 4.5 years, Australas J Dermatol. 2007 May;48(2):83-7.
  5. Villar D, Knight MJ, Hansen SR, Buck WB., Toxicity of melaleuca oil and related essential oils applied topically on dogs and cats, Vet Hum Toxicol. 1994 Apr;36(2):139-42.
  6. Ahlin M, Dingizian V, Svenssson A., High frequency of contact allergy caused by alternative medicine substances. Tea tree oil tops the list, Lakartidningen. 2011 Aug 10-23;108 (32-33):1487-90.
  7. Ventura MT, Viola M, Calogiuri G, Gaeta F, Pesole O, Romano A., Hypersensitivity reactions to complementary and alternative medicine products, Curr Pharm Des. 2006;12(26):3393-9.

Grippale Virusinfektion verschlimmert Hausstaubmilbenallergie und allergisch bedingtes Asthma

Patienten berichten, dass sie während einer Virusinfektion stärker auf Hausstaubmilben reagieren und dass allergisches Asthma auftritt. Mediziner gehen davon aus, dass Virusinfektionen der Atemwegen mit einem erhöhten Auftreten von allergischem Asthma in Verbindung stehen. Allerdings werden die Mechanismen, durch die Infektionen der Atemwege zu allergischer Atemwegerkrankung führen, bislang nur unvollständig verstanden. Eine im Journal of Immunology publizierte Studie brachte Aufschluss.

Allergie wirkt sich während Virusinfektion stärker aus

Eine kanadische Wissenschaftlergruppe der McMaster University stellte sich die Aufgabe, Näheres herauszufinden. Im Vorfeld ihrer aktuell veröffentlichten Studie hatte das Team herausgefunden, dass der Kontakt gegenüber einer geringen Konzentration Hausstaubmilben (HSM) eine Haustaubmilben-vermittelte, allergisch bedingte Entzündung der Atemwege verstärkt, und was in diesem Zusammenhang besonders wichtig ist, dass eine Hyperreaktivität der Atemwege nur bei Allergenkontakt während einer akuten Influenza-A-Infektion auftritt.

Hausstaubmilben induzieren Gene während Influenza

In der aktuellen Studie werteten die Wissenschaftler die Auswirkungen der gleichzeitigen Influenza-Infektion und Allergenexposition auf genomischer Ebene aus. Die ermittelten Daten zeigten, dass ein Kontakt gegenüber einer niedrigen Konzentration von Hausstaubmilben während einer Influenza-A-Infektion zu einem dramatischen Anstieg der Genexpression führt, vor allem von TLRs, C-Typ Lektin-Rezeptoren, mehreren Komplementkomponenten, sowie Fc ε R1. Darüber hinaus beobachteten die Kanadier ein erhöhtes Auftreten einer Reihe von Genen, Chemokinen und Zytokinen, die mit einem Anstieg von entzündungsfördernden Zellen in Zusammenhang stehen. Zusätzlich stellen sie fest, dass der Kontakt mit Hausstaubmilben im Rahmen einer Influenza-A-Infektion zu einer Induktion einzigartiger Gene, darunter Calgranulin A (S100A8) und TLR4-Agonist führt.

Verstärkte allergische Reaktionen

Die Erkenntnisse aus dieser Studie bringen Aufschluss darüber, dass eine Influenza-Infektion die Expression mehrerer Genklassen deutlich erhöht und dass diese dann in der Lage sind, auf Allergene zu sensibilisieren und anschließende entzündliche Immunreaktionen zu verstärken. Die kanadischen Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine Influenza-A-Infektion die Umgebung in der Lunge in einer Weise „schärft“, dass die Schwelle zur Reaktionsfähigkeit auf Allergene herabgesetzt wird, wodurch dieser klinisch signifikante, allergische Phänotyp entsteht.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 19. Dezember 2011

Literatur:

Al-Garawi A, Husain M, Ilieva D, Humbles AA, Kolbeck R, Stampfli MR, O’Byrne PM, Coyle AJ, Jordana M.,Shifting of Immune Responsiveness to House Dust Mite by Influenza A Infection: Genomic Insights, J Immunol. 2011 Dec 14.

Wissenschaftlicher Durchbruch könnte Pollenallergikern helfen

Hilfe für Allergiker: Allergengehalt in Pollenextrakten ist zuverlässig messbar

Der Allergengehalt in Präparaten zur Diagnostik und Therapie kann stark schwanken. Das wirkt sich direkt auf Testergebnisse und Behandlungserfolge aus. Nach jahrelanger Forschung ist ein Durchbruch bei der Allergenbestimmung in Pollenextrakten erzielt worden. Auf einer Konferenz des Europäischen Direktorats für die Qualität von Arzneimitteln (EDQM) in Strasbourg stellten Wissenschaftler neue Methoden vor. Damit werden die wichtigsten Allergene in Birken- und Gräserpollen gemessen. Es handelt sich um Eiweißstoffe, auf die Allergiker überempfindlich mit lästigen Beschwerden an Augen, Nase und Bronchien reagieren.

Zur nachhaltigen Behandlung dient die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) mit Allergenpräparaten. Sie enthalten große Mengen vom Polleneiweiß, an die sich das Immunsystem bei wiederholter Gabe langsam gewöhnt. Allerdings ließen sich die Allergenextrakte bisher nicht vergleichen; zu unterschiedlich waren die verwendeten Einheiten, die in Deutschland das Paul-Ehrlich-Institut überwacht. Jetzt können die Hauptallergene, z.B. Bet v 1 aus Pollen der Warzenbirke (wissenschaftliche Bezeichnung Betula verrucosa), zuverlässig bestimmt werden. Prof. Stefan Vieths, Vizepräsident vom Paul-Ehrlich-Institut und Beirat der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) sieht darin einen Durchbruch: “Auf diesen Moment haben die Allergologen lange gewartet”. Sind die Tests erst Bestandteil des Europäischen Arzneibuches geworden, steht auf allen Birkenpollen-Präparaten der genaue Allergengehalt.

Literatur: Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI), Berlin, 16.12.2011

Stearinkerzen und Bienenwachskerzen besser für Allergiker und Asthmatiker

Herkömmliche Kerzen aus Paraffin und Duftkerzen setzen Schadstoffe frei

In der Winterzeit und besonders in der Weihnachtszeit bringen Kerzen romantische Stimmung ins Haus. Die im Handel angebotenen Kerzen bestehen fast ausnahmslos aus Paraffin, ein billiges Erdölprodukt. Außer den Schadstoffen, die durch das Paraffin in die Innenraumluft freigesetzt werden, tragen Duftstoffe zur Belastung von Luft und Gesundheit bei. Neuere Studien belegen, dass Aromaöle, die Kerzen duften lassen, unter bestimmten Bedingungen Schadstoffe bilden. Wissenschaftler stellten fest, Kerzen aus Sojaöl, Bienenwachs, Pflanzenstearin brennen rückstandsfrei ab, ohne die Luft mit Schadstoffen zu belasten.

Wissenschaftler weisen auf Schadstoffbelastung durch Paraffinkerzen hin

Auf ihrem 238. Kongress trugen Wissenschaftler der American Chemical Society vor, dass handelsübliche Kerzen aus Paraffin eine bislang wenig beachtete Schadstoffquelle darstellen. Besonders in kleinen Räumen und Zimmern mit geringer Ventilation stellen sich rasch Konzentrationen ein, die gesundheitsschädlich sein können. Es handelt sich u.a. um krebserregende Stoffe.

Alternativen aus der Natur

Bienenwachskerzen und Kerzen aus Pflanzenstearin brennen nicht nur besser ab, sie sehen auch wesentlich edler aus als schadstoffbelastete Paraffinkerzen. Ein weiterer Pluspunkt: Selbst wenn sie in der Anschaffung etwas teurer sind, so haben sie auch eine erheblich längere Brenndauer. Kauft man ökologische Kerzen, kann man sicher sein, dass der Baumwolldocht bleifrei ist. Bei konventionellen Kerzen aus Paraffin hingegen ist durch den meistens bleihaltigen Docht mit Bleieintrag im Raum zu rechnen.

Zusätzliche Schadstoffbelastung

Duftstoffe und Aromaöle werden durch bestimmte Umweltbedingungen in Schadstoffe umgewandelt. Selbst natürliche Duftöle bergen diese Gefahr und können sich zusätzlich als Reizstoffe für Allergiker herausstellen.

Herkömmliche Paraffinkerzen problematisch für Allergiker, Asthmatiker, Chemikaliensensible

Kerzen aus Paraffin und solche, die mit Duftstoffen oder Aromaölen versetzt sind, sind für Menschen, die unter Allergien, Chemikaliensensitivität (MCS) oder Atemwegsbeschwerden leiden, wie bspw. Asthma, besonders bedenklich. Sie sollen bei empfindlichen Personen Asthmaanfälle, Reizungen der Atemwege und sogar Hautallergien auslösen können, bestätigten deutsche Lungenfachärzte. Bei diesen Personengruppen können Kerzen, die aus Chemikalien hergestellt wurden oder damit versetzt sind, unmittelbar zu Beschwerden führen.

Manche Personen rätseln, weshalb es ihnen in bestimmten Räumen schlecht geht und denken an eine neue Allergie. Das ist meistens falsch, sagte der Studienleiter Prof. Hamidi, es sind die Schadstoffe, auf die diese Menschen reagieren. Deshalb sollte man in Gegenwart von hypersensibilisierten Personen am besten ganz auf Kerzen verzichten. Wenn man zu feierlichen Stunden, oder in der Weihnachtszeit, nicht ganz ohne Kerzen auskommen möchte, sind Kerzen aus Pflanzenstearin die sicherste Wahl. Sie brennen geruchsneutral und rückstandsfrei ab.

Autor:

Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 25.10.2011

Literatur:

R. Massoudi Ph.D., Amid Hamidi , Romantic, candle-lit dinners: An unrecognized source of indoor air pollution, American Chemical Society, 19. Aug. 2009

Lungenärzte im Netz, Paraffin in Duftkerzen kann die Atemwege reizen und Asthma hervorrufen, 15.11.2010

Silvia K. Müller, Vorsicht bei MCS: Kerzen können zu Schadstoffbelastung in Innenräumen beitragen, CSN, 13.12.2008