Die besten Tipps bei Pollenallergie und Heuschnupfen

Schützen, vorbeugen, lindern – Pollenbelastung reduzieren

Mit der Pollensaison hat eine harte Zeit für alle mit Heuschnupfen und Pollenallergie begonnen. Die Reaktionen, die Pollenallergiker auf Gräser, Blumen, Getreide und blühende Sträucher beklagen, sind vielfältig: Niesen, laufende Nase, Augenjucken, Erschöpfung, Fieber, bis Schüttelfrost bei schweren Fällen.

So manche Klassenarbeit wird verhauen, weil Heuschnupfen geplagte Schüler sich nicht konzentrieren können. Im Job ist es ähnlich, an Tagen, an denen Pollen stark fliegen, kann so mancher Allergiker keine volle Leistung erbringen. Medikamente kann und mag, wegen der erheblichen Nebenwirkungen, nicht jeder einnehmen. Doch es gibt Tipps die unterstützend helfen können, dass die Pollenallergie und der Heuschnupfen einen nicht völlig lahm legen.

 

Die besten Tipps für drinnen und draußen bei Pollenallergie und Heuschnupfen

Pollenallergie in Innenräumen lindern, reduzieren

  • Aktuellen Pollenflug in der Zeitung, im Radio oder den PureNature Pollenflug-Vorhersage, Pollenflug-Radar abfragen.
  • Pollenschutz-Gitter am Schlafzimmerfenster des Allergikers anbringen. Ein Pollenschutz-Gitter ermöglicht das Fenster bei wärmeren Temperaturen und zum Lüften zu öffnen, ohne dass Pollen in den Wohnraum gelangen.
  • Im Innenraum wären der Heuschnupfen- und Pollenzeit häufiger feucht wischen, um die Allergenbelastung im Innenraum zu reduzieren.
  • Beim Staubsaugen einen Staubsauger mit HEPA und Allergiefilter verwenden. Das sorgt dafür, dass die Allergene nicht durch die Abluft des Staubsaugers im ganzen Wohnbereich herumgewirbelt und verbreitet werden.
  • Luftreiniger zum Umhängen in Innenräumen hilfreich.
  • Bettdecke und Kopfkissen des Allergikers während der Pollensaison nicht zum Lüften ans Fenster legen.
  • Zum Lüften des Wohnbereichs während der Pollensaison Zeitpunkte wählen, an denen weniger Pollen unterwegs sind. In ländlichen Regionen ist die Abendzeit am günstigsten. Wer zwischen 18 und 24 lüftet, hat geringere Pollenbelastung als tagsüber. In der Stadt ist es umgekehrt, dort empfiehlt es sich am frühen Morgen zwischen 6 und 8 Uhr zu Lüften.
  • Bei starker Pollenallergie einen Raumluftreinger einsetzen. Tagsüber im Wohnraum, abends und nachts im Schlafzimmer des Allergikers laufen lassen. Darauf achten, dass der Raumluftfilter mit einem HEPA Feinstpartikelfilter ausgestattet ist und regelmäßig gewartet wird.

Pollenallergie draußen und unterwegs reduzieren

  • Aufenthalt draußen an Tagen oder Uhrzeiten mit starkem Pollenflug begrenzen und möglichst nicht rausgehen, wenn die Pollen, auf die man am stärksten reagiert, stark vertreten sind.
  • Anstrengende Arbeiten draußen, Gartenarbeit und Sport sollten Allergiker während der Hochzeit der Pollenbelastung vermeiden. Durch Anstrengung und intensives Atmen gelangen vermehrt Pollen in den Körper und schwächen.
  • Einen Pollenfilter im Auto des Allergikers installieren lassen und regelmäßig zum Beginn der Pollensaison warten lassen.
  • Fenster des Autos geschlossen halten und stattdessen die Klimaanlage verwenden. Mit dem Fahrtwind kommen insbesondere in ländlichen Gegenden erhebliche Mengen von Pollen in den Fahrzeuginnenraum und sorgen für Reaktionen.
  • Autoluftreiniger im Auto verwenden. Manche Autoluftreiniger lassen sich auch mittels eines Adapters an das Stromnetz anschließen und in Innenräumen verwenden. Das ist vorallem für Urlaube sehr praktisch und hilfreich.
  • Bei starkem Pollenflug bei Aufenthalt draußen eine Pollenschutzmaske tragen. Es gibt sie auch mit Atemventil für Brillenträger und jene die draußen arbeiten müssen.
  • Sonnenbrille oder spezielle Pollenschutzbrille tragen, um die Pollen von den Augen fern zu halten und Augenjucken zu reduzieren.
  • Ziele für Ausflüge und Urlaube ans Meer oder ins Gebirge statt ins Flachland planen, um den Pollen auszuweichen und dem Immunsystem Ruhe zu geben.
  • Mit einem Pollen Reiseplaner die Urlaubsregionen auswählen.
  • Nach jedem Aufenthalt draußen die Haare und das Gesicht waschen und die Kleidung wechseln. Die pollenbelastete Kleidung nicht ins Schlafzimmer legen.

Wissenschaftlicher Durchbruch könnte Pollenallergikern helfen

Hilfe für Allergiker: Allergengehalt in Pollenextrakten ist zuverlässig messbar

Der Allergengehalt in Präparaten zur Diagnostik und Therapie kann stark schwanken. Das wirkt sich direkt auf Testergebnisse und Behandlungserfolge aus. Nach jahrelanger Forschung ist ein Durchbruch bei der Allergenbestimmung in Pollenextrakten erzielt worden. Auf einer Konferenz des Europäischen Direktorats für die Qualität von Arzneimitteln (EDQM) in Strasbourg stellten Wissenschaftler neue Methoden vor. Damit werden die wichtigsten Allergene in Birken- und Gräserpollen gemessen. Es handelt sich um Eiweißstoffe, auf die Allergiker überempfindlich mit lästigen Beschwerden an Augen, Nase und Bronchien reagieren.

Zur nachhaltigen Behandlung dient die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) mit Allergenpräparaten. Sie enthalten große Mengen vom Polleneiweiß, an die sich das Immunsystem bei wiederholter Gabe langsam gewöhnt. Allerdings ließen sich die Allergenextrakte bisher nicht vergleichen; zu unterschiedlich waren die verwendeten Einheiten, die in Deutschland das Paul-Ehrlich-Institut überwacht. Jetzt können die Hauptallergene, z.B. Bet v 1 aus Pollen der Warzenbirke (wissenschaftliche Bezeichnung Betula verrucosa), zuverlässig bestimmt werden. Prof. Stefan Vieths, Vizepräsident vom Paul-Ehrlich-Institut und Beirat der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) sieht darin einen Durchbruch: “Auf diesen Moment haben die Allergologen lange gewartet”. Sind die Tests erst Bestandteil des Europäischen Arzneibuches geworden, steht auf allen Birkenpollen-Präparaten der genaue Allergengehalt.

Literatur: Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI), Berlin, 16.12.2011

Pollenallergiker aufgepasst – Birkenpollen dieses Jahr besonders aggressiv

Birken

Mit den ersten Frühlingssonnenstrahlen fängt es überall an zu sprießen, und die ersten Pollen sind bereits unterwegs. Ein Blick auf den Pollenwarndienst zeigt, Pollen von Birke, Pappel, Erle, Hasel, Ulme und Weide schwirren durch die Luft. Wem jetzt die Nase läuft und juckt oder die Atmung schwer fällt, der muss nicht gleich an Erkältung denken, denn auch Pollen können diese und noch viele weitere Beschwerden auslösen.

Pollenwarndienst, eine prima Sache

Es lohnt sich, einen Pollenwarndienst im Internet anzuklicken oder ein App auf das Smartphone zu laden, denn so kann man Ausflüge so planen, dass man den Pollen, auf die man besonders reagiert, ein wenig ausweicht. Mit manchen Pollenarten wird es einem schwer fallen, denn Weide, Hasel und Birke sind fast überall anzutreffen. Diejenigen, die auf Birkenpollen reagieren, haben ohnehin einen harten Frühling vor sich, denn dieses Jahr ist ein so genanntes Birken-Mastjahr. Was dies bedeutet und wie man erkennt, ob man plötzlich auch Heuschnupfen entwickelt hat, kann man der Pressemitteilung des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen entnehmen:

Pollenallergiker aufgepasst: 2010 ist ein Birken-Mastjahr

Der Pollenflug 2010 setzt erst spät ein. Grund ist das lang anhaltende Winterwetter in diesem Jahr. Die Kälte verzögerte die Baumblüte. Beginnt der Pollenflug in milden Wintern sonst oft schon im Januar mit der Blüte von Haseln und Erlen, verzeichneten die Messstationen 2010 erst Mitte Februar vereinzelt Pollen in der Luft. „Der Pollenflug kommt spät, aber mit Macht“, warnt Professor Dr. Hans Merk, Allergologe an der Universitäts-Hautklinik in Aachen und Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA). Die ersten warmen Frühlingstage werden in Deutschland einen massiven Pollenflug auslösen. Zum verspäteten Flug von Hasel- und Erlenpollen kommt in diesem Jahr eine besonders starke Belastung durch Birkenpollen. Birken setzen alle zwei Jahre besonders viele Pollen frei. „2010 ist ein Mastjahr für die Birken. Vermutlich kommt es bei Patienten mit einer Birkenpollenallergie in diesem Jahr zu besonders heftigen Allergiesymptomen“, so Merk. Eine Voraussage sei nicht sicher möglich, da die Pollenbelastung von Witterungsverhältnissen wie Temperatur, Wind und Niederschlag abhänge.

Birkenpollen gehören zu den Hauptauslösern von Heuschnupfen und allergischem Asthma (1). In einer Untersuchung des Globalen Europäischen Netzwerks für Allergien und Asthma (GA2LEN) liegt in Berlin bei 31,5 Prozent der Patienten eines Allergiezentrums eine Sensibilisierung gegen Birkenpollen vor (2). Der Birkenpollenflug beginnt meistens Mitte März und hat im April seinen Höhepunkt. In Jahren mit besonders starkem Pollenflug haben viele Menschen erstmals Beschwerden, weil sich ihre Allergie das erste Mal bemerkbar macht. Wer jetzt im Frühling starke Atemwegsbeschwerden hat, sollte daran denken, dass eine Pollenallergie dahinterstecken kann. Nicht immer ist eine Erkältung der Auslöser für Schnupfen, Niesen und Husten. An eine Pollenallergie sollten alle denken, deren Beschwerden saisonal auftreten, also immer wieder zur gleichen Jahreszeit. Dabei nehmen die allergischen Beschwerden eher zu und können auch zu ganzjährigen Symptomen oder zu Kreuzallergien bzw. Nahrungsmittelallergien führen. „Normale“ Erkältungsmedikamente gegen den Winterschnupfen helfen bei einer Pollenallergie nicht.

ÄDA-Präsident Merk rät Betroffenen, frühzeitig einen auf die Behandlung von Allergien spezialisierten Arzt aufzusuchen, denn bei rechtzeitiger und regelmäßiger Anwendung helfen antiallergische Medikamente am besten. „Pollenallergiker sollten sich außerdem bei einem Facharzt testen und beraten lassen, ob bei ihnen eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) indiziert ist. Diese Behandlung kann das Immunsystem tolerant gegenüber den Allergieauslösern machen. Dieser Effekt hält über die dreijährige Behandlungsphase hinaus an und verringert die Gefahr eines Etagenwechsels zu allergischem Asthma“, erläutert Merk. Er warnt davor, Heuschnupfen auf die leichte Schulter zu nehmen, da die allergische Entzündung sich auf die Bronchien ausdehnen und zu allergischem Asthma mit pfeifender Atmung, Luftnot und Husten führen kann. Heuschnupfen sollte auf jeden Fall rechtzeitig behandelt werden, um das Asthmarisiko zu senken und um zu verhindern, dass die Erkrankung chronisch wird.

Autor: Silvia K. Müller

Literatur:

Ärzteverband Deutscher Allergologen e.V. (ÄDA), Pressemitteilung, Aachen, 16. März 2010.

1. Bousquet PJ et al: Prevalence of positive skin tests to environmental aeroallergens in the European Community Respiratory Health Survey I. Allergy 2007:62:301-309.

2. Heinzerling L et al: Standard skin prick testing and sensitization to inhalant allergens across Europe – a survey from the GA2LEN network. Allergy 2005:60:1287-1300.

Oh, bloß keine Allergien zu Valentine verschenken!

Ich liebe Dich

„Ich liebe Dich!“ – wie sage ich diese drei Worte meiner Liebe des Lebens an Valentine? Die Kreativen unter uns haben es einfach, ihnen fällt immer etwas ein, mit dem sie ihre Liebe auf überwältigende Weise zum Ausdruck bringen. Die meisten werden allerdings bei Blumen oder Pralinen als Geschenk enden. Ein hübscher Strauß Blumen oder eine edle Auswahl Pralinen sind auch etwas Nettes über das sich jeder freut, außer denjenigen, die Allergien haben. Für diese „Valentines“ kann der Tag der Liebenden, wenn man das falsche Geschenk überreicht, mit laufender Nase, juckenden Augen, oder Kopf- und Magenschmerzen enden.

Allergisch auf Blumen und Gräser

Gerade in der Frühlingszeit geht es vielen Pollenallergikern schlecht. Hasel und Weide sorgen für die ersten Symptome. Die hübschen Frühlingsboten im Blumenladen sind normalerweise kein Problem, es sei denn, es sind Gräser oder Weidenkätzchen in den Strauß miteingebunden. Ist ein Pollenallergiker allerdings sowieso schon am reagieren, weil beispielsweise die Weiden ums Haus blühen, dann können die bunten Blumen aus dem Blumenladen zu weiterer Symptomverschlechterung führen. Auf jeden Fall sollte daher, wenn es Blumen zu Valentine sein sollen, die Wahl auf solche Blumen fallen, die nicht stark riechen und keine stark pollenbehafteten Blütenstempel haben. Von Gräsern, Weidenkätzchen und Haselzweige ist ganz abzusehen, lieber ein schönes Herzchen aus Keramik oder Holz.

Inhaltstoffe in Pralinen können Allergien auslösen

Allergien auf Schokolade sind äußerst selten anzutreffen. Bedenklich sind eher die sonstigen Inhaltsstoffe, vor allem Erdnuss und Soja. Erdnussallergiker müssen sehr aufpassen, denn schon Spuren von Erdnüssen können Reaktionen auslösen, die bis zu anaphylaktischem Schock reichen. Soll es doch etwas aus Schokolade sein, muss bei einer allergischen Person darauf geachtet werden, dass die bedenklichen Inhaltsstoffe unter Garantie nicht enthalten sind. Es gibt Hersteller die laktosefreie, sojafreie, glutenfreie oder nussfreie Schokolade anbieten. Das kann dann für einen „Valentine“, der immer Verzicht üben muss, eine ganz besondere Überraschung sein.

Parfüms – nichts für Allergiker, Asthmatiker und Chemikaliensensible

Sehr beliebt als Geschenk zu Valentine sind Parfüms. Neben der Tatsache, dass die meisten Parfums reine Chemikaliencocktails sind, muss bedacht werden, dass besonders Allergiker, Asthmatiker und Chemikaliensensible schwerste gesundheitliche Reaktionen erleiden können.  Ein duftfreies Cremebad oder eine pflegende hypoallergene Creme oder ein Nagellack für Allergiker ohne Lösungsmittel werden hingegen sicher sehr erfreuen.

Autor: Patty Paris, 11. Februar 2010