Mai, einen Monat lang Aktionen und Informationen über MCS

 

Chemikaliensensible unterstützen

Seit 14 Jahren setzen sich im Mai Umweltkranke, Selbsthilfegruppen, Organisationen, Behörden und Politiker ein, um über die Umweltkrankheit „Multiple Chemikaliensensitivität“ (MCS) aufzuklären. Wenn auch MCS in vielen Ländern durch Behörden und in der Internationalen WHO Klassifikation für Krankheiten als körperlich bedingte Krankheit gelistet ist, so fehlt es doch noch an allgemeiner Akzeptanz und adäquater Unterstützung der an MCS Erkrankten. Die Behinderung ist weiter verbreitet als vielfach vermutet. Rund ein Drittel der Bevölkerung ist mehr oder weniger stark betroffen.

Chemikaliensensible sind in außerordentlichem Maße auf Hilfe von Dritten angewiesen, weil sie ihren Alltag, ab einem gewissen Schweregrad der Erkrankung, kaum noch alleine bewältigen können. MCS-Kranke reagieren auf minimale Konzentrationen von Duftstoffen, Autoabgasen, Pestiziden, Farben und vielen anderen Chemikalien mit vielfältigen Symptomen. Es sind Chemikalien, denen wir in unserem Alltag ständig begegnen. Bei Chemikaliensensiblen treten schon bei kurzem Kontakt u.a. Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Atemwegsbeschwerden, Koordinations-, Hör-, Sehstörungen oder Krämpfe auf. Die Beschwerden dauern Minuten, Stunden, Tage oder sogar Wochen an.

Amerikanische Gouverneure haben die Erschwernisse im Alltagsleben eines Chemikaliensensiblen vor rund 14 Jahren erkannt, und mittlerweise setzen sich Gouverneure von immer mehr Bundesstaaten mit einer Proklamation im Mai für die MCS-Kranken ein. Aus anfänglich kleinen Aktivitäten Einzelner ist ein weltweiter Aktions- und Informationsmonat geworden. Das Internat unterstützt dabei sehr. Selbsthilfegruppen und Organisationen stellen im Mai Informationsmaterial zum downloaden bereit.

PureNature unterstützt Chemikaliensensible

Auch PureNature unterstützt den MCS Aktions-und Informationsmonat tatkräftig. Auf der Rückseite der kostenlosen PureNature Kundenzeitschrift „Infobox“ finden man ein Kärtchen zum Heraustrennen, um über die Gefahren von Duftstoffen zu informieren. Hier zum download: Informationskarte Gesundheitsfahren durch Duftstoffe. Insbesondere parfümierte Produkte sind es nämlich, die Chemikaliensensible daran hindern, am normalen Leben teilnehmen zu können, weil die darin enthaltenen Chemikalien bei ihnen Symptome auslösen.

PureNature hat sich etwas Besonderes ausgedacht:

Das seit über zwei Jahrzehnten beliebte, duftfreie AFM Dusch-Shampoo, das speziell für Chemikaliensensible hergestellt wurde, gibt es im Monat Mai zum Sonderpreis und schließt sich der Philosophie des Herstellers AFM an: „Besser für Chemikaliensensible, besser für Alle!“

Außerdem gibt es im Monat Mai fast jeden Tag einen informativen Artikel über MCS, Umweltkrankheiten und Gefahren durch Alltagschemikalien hier im PureNature Blog. Sich beteiligen und mithelfen, die Situation der Chemikaliensensiblen zu verbessern, kann jeder, in dem er Informationen weiterreicht und Mitmenschen darauf hinweist.

Viel Erfolg für alle, die aktiv werden!

Weltgesundheitsorganisation stellt fest: Umwelt macht zunehmend krank

Europäisches WHO Zentrum für Umwelt und Gesundheit in Bonn eröffnet

Die Umwelt und der zunehmende Einsatz von Chemikalien im Alltag sorgen für Anstieg von Krankheiten. Rund 20% der Krankheiten in der europäischen Region sind auf vermeidbare Umweltgefahren und Expositionen zurückzuführen. In manchen EU Ländern liegt der Prozentsatz umweltbedingter Erkrankungen sogar bei 54%. Bei Kindern unter 15 Jahren liegt der Anteil der durch die Umwelt verursachten Krankheiten bei 34%, und jeder fünfte Einwohner in der EU Region stirbt an den Folgen einer durch Umwelteinflüsse verursachten Krankheit, teilte die Regionaldirektorin der Weltgesundheitsbehörde im Februar 2012 bei der Eröffnungsansprache des von der WHO erweiterten Europäischen Zentrums für Umwelt und Gesundheit in Bonn mit. (1,2,3)

Erweitertes Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit (ECEH)

Das ECEH nahm seine Arbeit 1991 mit finanzieller Unterstützung Italiens, Frankreichs und der Niederlande auf. Nach der Schließung der Büros in Frankreich und den Niederlanden wurde im Jahr 2001 mit finanzieller Unterstützung durch die Regierung der Bundesrepublik Deutschland als Ergänzung zum Büro in Rom das Bonner Büro eröffnet. Nach der Schließung des Büros in Rom im Jahr 2011 erweitert das Büro in Bonn nun seinen Aktionsradius im Themenbereich Umwelt und Gesundheit.

In den zurückliegenden Jahren hat das Zentrum in Bonn die Sammlung und Analyse wissenschaftlicher Erkenntnisse über Umweltbelastungen und ihre Gesundheitsfolgen koordiniert, politische Entscheidungsprozesse unterstützt, und kam zu folgenden Feststellungen:

  • Bürger in der Europäischen Region der WHO büßen infolge einer über den von der WHO empfohlenen Werten liegenden Luftbelastung im Durchschnitt 8,6 Monate an Lebenserwartung ein
  • Verkehrslärm führt im Westeuropa Jahr für Jahr zum Verlust von mehr als einer Million gesunder Lebensjahre
  • Unangemessene Wohnbedingungen kosten in der Europäischen Region jedes Jahr mehr als 100 000 Menschen das Leben

Einkommensschwache Bevölkerungsgruppen Umweltgefahren stärker ausgesetzt

WHO hat 14 Indikatoren für umweltbedingte Ungleichheiten im Gesundheitsbereich entwickelt, die sich auf drei Bereiche erstrecken: Wohnungswesen, Verletzungen und Umwelt.

Einkommensschwache Bevölkerungsgruppen sind bis zu fünfmal höheren Umweltrisiken ausgesetzt als wohlhabendere Mitbürger, wie aus einem neuen Bericht der WHO hervorgeht. Allein in der EU leben rund 80 Mio. Menschen in relativer Armut, d. h. mit einem Einkommen unterhalb von 60% des mittleren Einkommens in ihrem Land. Viele dieser Menschen leben in feuchten, unzureichend beheizten Wohnungen ohne angemessene Sanitäreinrichtungen. Die WHO Regionaldirektorin und deutsche Politiker verdeutlichten bei der Eröffnung diese schwierige Problematik, für die man gezielt Lösungen erarbeiten will:

Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa: „Ich sehe das Zentrum nun nach seiner Erweiterung als die künftige Kompetenz-Schaltstelle der Europäischen Region, die die Mitgliedstaaten dabei unterstützen wird, für ihre gesamte Bevölkerung – und ich betone: die gesamte Bevölkerung – in gleicher Weise gesunde Umweltbedingungen zu schaffen.“

Daniel Bahr, Bundesgesundheitsminister: „Im Sinne eines vorbeugenden Gesundheitsschutzes müssen wir heute handeln, damit die nächsten Generationen gesunde Lebenswelten vorfinden. Hierzu müssen wir alle Akteure einbinden, um gemeinsam Maßnahmen zu entwickeln und die Gesundheitssysteme zu stärken. Das erweiterte WHO-Zentrum in Bonn ist hierzu ein wichtiger Schritt“.

Dr. Norbert Röttgen, Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: „Wir erhöhen unseren Anteil an der Finanzierung des Europäischen Zentrums, weil Umweltfaktoren maßgeblichen Einfluss auf die Gesundheit haben. Die WHO wird hier mit dem erweiterten Zentrum zukünftig noch aktiver sein können und die Umweltpolitik mit ihren Analysen und Empfehlungen unterstützen“.

Länderübergreifende Kooperation

Dank des zusätzlichen Finanzierungsbeitrags Deutschlands kann das ECEH seinen Aktionsradius nun um vier Hauptbereiche erweitern: Klimawandel und nachhaltige Entwicklung; Belastung durch zentrale Umweltrisiken (Luftverschmutzung, Lärm, Chemikalien, Strahlung, ungünstige Arbeits- und Wohnbedingungen); gesundheitsrelevante Umwelterkenntnisse und Prognosen; und Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen, einschließlich Wasserver- und Abwasserentsorgung.

Die mit diesen Themen befassten Programme werden sich stärker mit Art und Ausmaßen aktueller und künftiger umweltbedingter Gesundheitsgefahren befassen, um so die Länder der Region bei der Ausarbeitung und Durchführung von Gegenstrategien zu unterstützen, auch im Falle von Umweltkatastrophen.

Weitere Informationen über das Europäische WHO Zentrum für Umwelt und Gesundheit in Bonn

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 23. Februar 2012

Literatur:

Zsuzsanna Jakab, WHO Regionaldirektorin, Rede zur Eröffnung des erweiterten Europäischen Zentrums für Umwelt und Gesundheit, 14 Februar 2012, Bonn, Germany.

WHO – Europäischen Zentrums für Umwelt und Gesundheit, WHO eröffnet erweitertes Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit in Bonn und stellt neuen Bericht über gesundheitsrelevante Umweltungleichheit vor, Kopenhagen und Bonn, 14. Februar 2012

ECEH, Environmental health inequalities in Europe, 2012

Bekannteste Umweltmedizinerin aus den USA besucht Deutschland

Prof. Doris Rapp: Die Ursachen für Umweltkrankheiten müssen endlich realisiert werden

Die Ärztin und Wissenschaftlerin Doris Rapp gehört zu denen, die Umweltmedizin nicht nur praktizieren, sondern für die die Umweltmedizin der wichtigste Lebensinhalt ist. Zwei Wochen weilt die Amerikanerin in Deutschland. Das erneute Zusammentreffen mit der Umweltmedizinerin war äußerst produktiv, und nahezu nebenbei durften wir einen wunderschönen Tag an der Mosel verbringen. Ein kleiner Bericht darüber:

Wissenschaftlerin dokumentiert Umweltkrankheiten

Vor rund 18 Jahren traf ich Prof. Rapp zum ersten Mal auf einem Kongress in Bad Emstal. Es war ein Schlüsselerlebnis gewesen. Bei ihrem Vortrag zeigte die Umweltmedizinerin ein Video über eine Lehrerin, die durch schadstoffbelasteten Teppichboden in der Schule krank wurde. Die Lehrerin wurde während einer Reaktion auf Staub aus dem belasteten Teppichboden gefilmt. Sehr anschaulich wurde dem Betrachter vermittelt, was MCS ist, und wie eine Reaktion abläuft. Ich stand damals ganz am Anfang meiner Erkrankung und hatte ähnliche Reaktionen auf bestimmte Pestizide. Die Lehrerin bekam Schüttelkrämpfe und wurde bewusstlos, ich dachte „meine Güte, das bin ich, das ist wie bei mir, das ist, was du auch hast…“. Nach dem Vortrag sprach ich damals mit Prof. Rapp und es wurde der Beginn eines fortwährenden Austauschs und einer interessanten Freundschaft. Wir trafen uns immer wieder auf Kongressen in Deutschland, Holland, in den USA, besuchten uns gegenseitig in Deutschland und den USA und tauschten uns per E-Mail aus. Als ich sie in Scottsdale besuchte, zeigte sie mir eines ihrer Videoarchive. Tausende Videos von Kindern, die sie behandelt hatte, lagerten dort. Sie zeigten die Patienten während und nach der Therapie und bei Tests auf Nahrungsmittel, Schimmelpilzen, Pollen, Chemikalien oder Hausstaubmilben. Eindrucksvolle Beweise, die keine Zweifel an der Existenz von Umweltkrankheiten und Allergien aufkommen lassen.

Umweltkrankheiten nicht mehr ignorierbar

Für diesen Besuch war die Umweltmedizinerin von Dr. Binz und seiner Frau eingeladen worden. Eigentlich hatten wir uns für einen Ausflug entlang der Mosel verabredet, der vor dem Mittagessen losgehen sollte. Das Wiedersehen war herzlich und kaum hatten wir uns begrüßt, schon tauschten wir bereits Informationen aus und ehe wir uns versahen, waren wir mitten in Planungen für künftige Projekte.

„Ich bin jetzt über 80 und habe keine Kinder, eigentlich brauche ich all das nicht mehr und sollte mein Alter ganz in Ruhe genießen, aber ich sehe, was los ist, und kann einfach nicht schweigen. Wir haben so viele Chemikalien in unserer Umwelt, in der Nahrung, die wir essen, im Wasser, das wir trinken und in der Luft, die wir ständig einatmen. Sie beeinflussen jedes unserer Körpersysteme und das ist nicht mehr zu ignorieren. Fast jeder Zweite in meinem Land hat Krebs, das ist nicht hinnehmbar, “ sagte Doris Rapp.

„Die Politiker und die Öffentlichkeit muss realisieren, welchen Einfluss die Flut der Chemikalien auf uns hat und keiner sollte noch länger sagen, dass wir nicht wissen, woher all die Krankheiten kommen, die immer gehäufter auftreten. Die Beweise sind da. Wir haben Tierversuche, die sie belegen. Deshalb stelle ich als Medizinerin die Frage: „Wie viel muss noch passieren, bis wir die wahren Ursachen zugeben? Ich lasse es auch nicht durchgehen, dass man sagt: „Ja, aber da kann man nichts dagegen tun.“ Doch, denn man kann sich selbst schlau machen und man kann, zur Hölle nochmal, eine ganze Menge tun, “ sagte die über die derzeitige Situation erzürnte Wissenschaftlerin.

Lösungen sind oft sehr einfach

Doch Prof. Rapp ist niemand, der mit der Welt hadert und Lösungen außen vor lässt. Sie ist gerade dabei, ein weiteres Buch zu schreiben. „Es wird ein kleines Buch sein, nur 30 Seiten. Jeder Leser bekommt leicht verständlich aufgezeigt, wie man sein Umfeld gestalten sollte, um gesund zu bleiben. Die Tipps in diesem Buch werden niemanden ein Vermögen kosten, sie sind leicht und ohne großen finanziellen Aufwand umsetzbar. Es wird jedem helfen, der etwas ändern will und möchte, dass sein Gesundheitszustand sich verbessert. Die Medizinerin führt zwei Beispiele an:

„Viele reagieren auf Nahrungsmittel, manche wissen aber nicht auf welche. Teure Tests sind nicht unbedingt nötig. Ich rate, dass die Leute nachdenken, was sie am allerliebsten essen. Nahrungsmittel, auf die sie regelrecht süchtig sind. Erfahrungsgemäß sind das nämlich Nahrungsmittel, die sie jeden Tag essen und auf die sie reagieren. Die Lösung: Weglassen der verdächtigen Nahrungsmittel für eine Woche. Man kann ein Nahrungsmittel nach dem anderen so einem Verträglichkeitstest unterziehen. Das kostet nichts!“

„Manche Menschen wohnen in einem Haus, das mit Schadstoffen belastet ist oder durch Schimmel kontaminiert. Meine Erfahrung ist, dass fünf von sieben Leuten eine Verbesserung ihres Gesundheitszustandes um 70% erfahren, wenn sie sich einen qualitativ hochwertigen Luftreiniger beschaffen, der in der Lage ist mehrere Hundert Chemikalien aus der Wohnraumluft zu filtern. Ein solcher Luftreiniger kostet zwar etwas, aber ich habe nicht selten Patienten gesehen, denen es schon über Nacht besser ging. Es lohnt sich also, sich einen Luftfilter anzuschaffen, wenn man nicht direkt aus der Wohnung ausziehen kann.“

Das neue Buch wird noch in diesem Jahr erscheinen und Prof. Rapp hat mir die Autorisierung erteilt, es ins Deutsche zu übersetzen. Auch für ihre Videos und anderen Bücher gab sie die Genehmigung, diese in unsere Sprache zu übertragen, es beizutragen, dass Allergiker und Chemikaliensensible im deutschsprachigen Raum Wissen und Anleitungen zur Hand bekommen, die ihnen helfen, einen Weg zurück ins Leben zu erhalten.

Ein Ausflug entlang der Mosel

Auf der Fahrt zum historischen Moselweinort Bernkastel, nach Traben-Trabach und zurück nach Trier, sprühte Prof. Rapp vor innovativen Ideen, die wir in den nächsten Monaten realisieren werden und die auch den deutschen Umweltkranken in vielerlei Hinsicht zugutekommen werden.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 12. September 2011

MCS und EHS Organisationen aus 26 Ländern wenden sich an die WHO

Petition fordert Integration von Umweltkrankheiten in den ICD-10

Seit den 50-ziger Jahren, mit Beginn der Industrialisierung, ist die Krankheit bekannt, bis heute versucht die Medizin, sie zu negieren. In den letzten beiden Jahrzehnten hat sich als Bezeichnung für die Krankheit das Kürzel „MCS“ eingebürgert, es steht für „Multiple Chemical Sensitivity“. Wer unter dieser Chemikalien-Sensitivität leidet, kann kein normales Leben mehr führen. Noch gravierender sind die Auswirkungen für Menschen die hypersensibel auf elektromagnetische Felder und Mikrowellen- strahlung (Handystrahlung) reagieren. (EHS). Die Einschränkungen ziehen sich durch den gesamten Alltag. Um endlich medizinische Hilfe und soziale Unterstützung zu erhalten, haben Organisationen und Stiftungen gemeinsam mit Ärzten und Wissenschaftlern eine an die Weltgesundheitsorganisation – WHO gerichtete Petition unterzeichnet. Die Petition wird im Rahmen des MCS Aufklärungsmonat Mai 2011 der WHO in Genf überreicht. Sie hat zum Ziel, dass MCS und EHS in die Internationale Klassifikation für Krankheiten, dem ICD-10, integriert werden. Bislang bleiben Millionen von Menschen ohne korrekte Diagnose und Hilfe.

MCS – Kranke organisieren sich

Weil MCS und EHS ein Politikum darstellen, erhalten die Erkrankten seit über einem halben Jahrhundert keine Hilfe. Im Gegenteil, wer auf Chemikalien reagiert, wird gesellschaftlich ausgegrenzt. Die Erkrankten haben diese Form von Diskriminierung lange schweigend erduldet. Sie hatten auch kaum eine andere Chance, denn wie soll man andere Betroffene finden, um sich zu organisieren, wenn man das Haus kaum oder überhaupt nicht verlassen kann, weil sich sonst sofort Beschwerden wie bspw. Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Gleichgewichts- oder Sehstörungen einstellen. Die Ausgangssituation hat sich zum Positiven gewandelt für die MCS Kranken. Durch das Internetzeitalter ist es völlig gleichgültig, wo man sich befindet, man kann zu jeder Tageszeit von fast jedem Ort mit anderen Menschen kommunizieren. Ein weiterer Schub nach vorne für die MCS Kranken erfolgte durch die Einführung der Social Networks. Facebook, Twitter und viele Foren. Die Social Networks haben es ermöglicht, dass MCS Aktivisten aus allen Ecken der Welt zusammengefunden haben. Genau über diesen Weg war es letztendlich möglich, auf internationaler Ebene über 240 Organisationen und Stiftungen und über 200 Experten aus dem Gesundheitsbereich zu motivieren, eine gemeinsame Petition an die WHO zu senden.

MCS hat Auswirkungen für den Einzelnen, die Gesellschaft und die Wirtschaft

Die Zahl der MCS Kranken ist in den letzten Jahrzehnten angestiegen. Es liegen wissenschaftliche Studien aus verschiedenen Ländern vor, die belegen, dass rund 15 – 30% der Bevölkerung auf ganz normale Chemikalien in ihrem Alltag reagieren. Für einen Teil von ihnen reicht bereits ein kurzer Kontakt mit jemandem, der ein Deo, Weichspüler, Haarspray oder Parfüm benutzt hat, und sie leiden für Stunden oder Tage unter schwersten Symptomen.

Die Auswirkungen der Umweltkrankheit MCS sind enorm und komplex. Für den Einzelnen und für die Gesellschaft. Der Einzelne, weil er weder am normalen Leben teilnehmen kann, sobald die Auswirkungen der Krankheit einen gewissen Schweregrad überschritten haben. An die Ausübung eines normalen Berufs ist nicht mehr zu denken und der Verlust des Arbeitsplatzes ist eine häufige Folge. Die nächste Konsequenz ist oft das Auseinanderbrechen der Familie und das Dahinschwinden der sozialen Kontakte.

Für die Gesellschaft hat MCS deshalb eine enorme Auswirkung, weil die Anzahl der Erkrankten vergleichsweise die der Diabetiker überschreitet. Das hat letztendlich auch Auswirkungen auf die Wirtschaft. Nicht jeder mit MCS fällt gleich aus dem Berufsleben aus, mancher schleppt sich über Jahre auf seinen Arbeitsplatz und kann seiner Aufgabe kaum noch gerecht werden. Das Arbeitspensum und die Qualität der Arbeit sinken zwangsläufig ab, es kommt zu Fehlzeiten und das alles kostet, wenn man es vom materiellen Standpunkt her betrachten will.

WHO empfängt Interessenvertreter von Umwelterkrankten

Am 13. Mai 2011 empfängt die WHO eine Delegation von zwei Vertretern von MCS und EHS Organisationen, zusammen mit zwei Wissenschaftlern und zwei Anwälten. Im Anschluss an eine Anhörung, die von Dr. Maria Neira, Generaldirektor für Öffentliche Gesundheit und Umwelt der WHO, geleitet wird, findet eine Pressekonferenz statt. Die Forderung der MCS und EHS Organisationen besteht in einem einheitlich für alle Länder weltweit gültigen Internationalen Krankheitscode. In Deutschland und Japan sind solche ICD-10 Codes für MCS bereits vorhanden. Österreich, Luxemburg und die Schweiz akzeptieren den ICD-10 ebenfalls.

Umweltkranke lassen sich nicht mehr vertrösten

Eines verdeutlichen die vielen Diskussionen, die MCS Kranke, Aktivisten und Selbsthilfegruppenleiter über die Grenzen hinweg in den vergangenen zwei Jahren führten, sie werden keine Ruhe mehr geben, bevor die Chemikaliensensiblen nicht die Rechte und medizinische Hilfe erhalten, die allen Kranken und Behinderten zusteht. Die Aktivisten fordern schlussendlich ja nichts Überzogenes, sondern nur die Einhaltung der geltenden Gesetze. Wie auch immer die Petition der Umwelterkrankten von der WHO beantwortet wird, auf die lange Bank werden sich die unterzeichnenden Organisationen, Vereine und Stiftungen aus 26 Ländern nicht mehr schieben lassen.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 6. Mai 2011

Über 40 Schulen erhalten Luftreiniger, um Asthma zu reduzieren

Dieselabgase Auslöser von Umweltkrankheiten bei Kindern

Die Luft in den Gebieten um den Hafen von Los Angeles ist stark verschmutzt durch die Diesel-betriebenen Schiffe, Ladekräne, LKWs und Züge. In den fünf Gemeinden rings um den Hafen ist bei Kindern Asthma weit über dem Bevölkerungsdurchschnitt verbreitet. Umweltorganisationen haben durch einen Gerichtsprozess erreicht, dass Schulen Luftreiniger erhalten. Mit rund 5,4 Millionen Dollar wird die Ausstattung der über vierzig Schulen mit Luftreinigern zu Buche schlagen.

Kinder leiden unter Asthma durch Dieselabgase

Seit der Hafen von Los Angeles erweitert wurde, ist die Luft in den umliegenden Gemeinden kaum noch zum Atmen. Mehr als 40% der landesweit eingeführten Waren werden über den Los Angeles Port eingeführt. Die Luft dort ist geschwängert von Dieselabgasen und Feinstaub, was Umweltkrankheiten vorprogrammiert. Fast ein Viertel der Kinder, die dort wohnen, leidet unter Asthma. Das sind über zehn Prozent mehr als im US-Durchschnitt. Kinder sind wesentlich stärker betroffen als Erwachsene, weil ihre Lungen sich noch in Entwicklung befinden.

Kampf für saubere Luft zum Atmen

Anwohner der Hafenregion und Umweltorganisationen waren seit 2008 mit der Stadt Los Angeles im Rechtsstreit, um der Ausdehnung des Hafens Einhalt zu gebieten. Zu den weiteren Maßnahmen, die erfüllt werden sollen, gehört die Reduzierung der Emissionen des Hafens. Dazu gehören saubere, alternative Lösungen als Ersatz für die dieselbetriebenen Verladekräne, als auch die Anschaffung elektrobetriebener Fahrzeuge im Hafenbereich statt der jetzigen Diesel-LKWs.

Kinder haben ein Recht auf saubere Luft zum Atmen

In der Los Angeles Times stand zu lesen, dass die Eltern zwar froh sind, dass in den Schulen nun Luftfilter eingesetzt werden sollen, aber sie drängen auf weitere rasche Verbesserungen. Das Argument der Eltern ist schlagkräftig, sie betonen, dass die Kinder sich nicht nur in Schulinnenräumen aufhalten, sondern auch draußen spielen, und dort sind sie gegenüber der schweren Luftverschmutzung völlig ungeschützt. Dazu ist es notwendig, dass vor allem ältere Diesel-LKWs schnellstens aus dem Verkehr gezogen werden, weil sie neben den großen Frachtschiffen als stärkste Luftverschmutzer gelten.

Reduzierung von Asthma und Umweltkrankheiten an Schulen durch Luftreiniger

In den nächsten beiden Jahren sollen schrittweise rund vierzig Schulen mit Luftreinigern ausgestattet werden. Die Schulen, deren Luft am stärksten mit Schadstoffen belastet ist, werden zuerst mit Luftreinigern ausgestattet. Für Kinder aus Familien, die über keine großen finanziellen Mittel verfügen, um für Zuhause ebenfalls Luftreiniger anzuschaffen, wird die Schule zum sichersten Ort für ihre Gesundheit werden. Es bleibt abzuwarten, ob die Luftfilterung in den Schulen schon ausreicht, die Anzahl der Kinder mit Asthma und Umweltkrankheiten zu reduzieren.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 29.01.2011

Fachärzte Umweltmedizin warnen vor Schweinegrippen-Impfung bei Risikogruppen

SchweinegrippeimpfungDer „Schweinegrippe-Impfstoff“ ist für Patienten mit chronischen Multisystem-Erkrankungen ungeeignet – hierzu zählen auch die Umweltkrankheiten MCS – Multiple Chemical Sensitivity und CFS – Chronic Fatique Syndrome. Diese Warnung sprach der Deutsche Berufsverband der Umweltmediziner in seiner Pressemitteilung vom 26. 10. 2009 aus: 

Pandemrix® stellt wegen fehlender Sicherheitsnachweise ein erhebliches Gesundheitsrisiko bei Massenimpfungen dar. Wegen der Haftungsfreistellung des Herstellers durch die Bundesregierung liegt das Risiko von Nebenwirkungen und/oder bleibenden Schäden durch den Impfstoff letztlich beim Patienten.

Der Deutsche Berufsverband der Umweltmediziner dbu hat trotz der in den Medien von Seiten der Regierung, des Paul-Ehrlich-Instituts wie des Herstellers geäußerten Unbedenklichkeitsbeteuerungen ernsthafte Bedenken gegen den von der Bundesregierung als einzigem für die breite Massenimpfung gegen die „neue Grippe“ zur Verfügung gestellten Pandemieimpfstoffes „Pandemrix®“ der Fa. GlaxoSmithKline (gsk).

Der dbu diskutiert an dieser Stelle weder den medizinischen Nutzen von Impfmaßnahmen im Allgemeinen noch die Notwendigkeit solcher Maßnahmen im bisher eher milden Verlauf der Schweinegrippepandemie.

Unsere Kritik richtet sich allein gegen die Pandemievaccine Pandemrix®.

  • Es bestehen erhebliche Zweifel an der Wirksamkeit des Impfstoffes: in der Zulassungsphase wurde ein Impfstoff mit einem um 40% höheren Anteil an Virusantigen (5,25 µg) als die jetzt ausgelieferte Vaccine (3,75 µg) getestet. Es besteht noch kein eindeutiger Konsens ob die Impfung einmalig oder zweimalig pro Saison erfolgen soll!!!
  • Es bestehen erhebliche Zweifel an der Unbedenklichkeit des adjuvantierten Wirkverstärkers, da dieser erstmals verwendet wird. Der Impfstoff enthält 27,4 mg AS03, eine Emulsion aus Polysorbat, Squalen und Tocopherol. Ausreichende Studien dazu fehlen, da in der Erprobungsphase als Surrogatkriterium lediglich der Aufbau von Antikörpertitern bestimmt wurde und nicht etwaige Nebenwirkungen.
  • Hersteller wie amtliche Stellen verschweigen, dass Squalen im Gegensatz zur oralen Aufnahme (Squalen ist u.a. als Naturstoff z.B. in Olivenöl enthalten) bei subkutaner oder intramuskulärer Anwendung ein proinflammatorisches immunaktivierendes Immunogen ist.
  • Autoimmunkrankheiten können damit provoziert, bereits bestehende aktiviert werden. Squalen wird mit der Entstehung eines Guillan-Barré-Syndroms (GBS) in Zusammenhang gebracht und gilt heute als der Auslöser des Golf-Krieg-Syndroms (GWS). In Tierversuchen hat Squalen das Krankheitsbild einer rheumatoiden Arthritis ausgelöst.
  • Squalen aus Nahrungsquellen wird im Organismus v.a. in Membranen eingebaut. Eine impfbedingte Bildung von Squalenantikörpern löst an den Membranen chronische Entzündungen aus, die Erkrankungen wie GWS, aber auch degenerative Nervenerkrankungen wie MS, ALS, CIDP und GBS erklären.
  • Die Auslieferung des Impfstoffes in Mehrfachdosenampullen ist obsolet. In Einzeldosenampullen wären Quecksilber haltige Konservierungsstoffe wie das in Pandemrix enthaltene Thiomersal überflüssig. Auch Quecksilber löst erwiesenermaßen Autoimmunkrankheiten aus.
  • Da der Impfstoff weder an Kleinkindern noch an Schwangeren erprobt wurde (Einspruch der Ethikkommission), stellt die Forderung, gerade diese besonders gefährdete Bevölkerungsgruppe in der ersten Impfphase bevorzugt zu impfen, einen unzulässigen Feldversuch dar.
  • Für Umweltpatienten und Immunsupprimierte (z.B. AIDS)  stellt der Impfstoff ein höheres Risiko als die Schweinegrippe selbst dar.
  • Der Hersteller GlaxoSmithKline (gsk) ist laut Vertrag mit der BRD weitgehend von der Haftung freigestellt. Im Falle eines Impfschadens wird der betroffene Impfling statt gegen gsk gegen die Regierung und somit gegen den deutschen Staat klagen müssen, ein im Regelfall aussichtsloses Unterfangen.
  • Um nicht selbst in die Haftungsfalle zu geraten, muss der die Impfung durchführende Arzt den Patienten über alle Risiken der Impfung und des Impfstoffes sorgfältig aufklären. Es empfiehlt sich, diese Aufklärung im Beisein einer Helferin durchzuführen und mit einer Unterschrift vom Impfling bestätigen zu lassen. Die Aufklärung sollte auch die haftungsrechtlichen Besonderheiten umfassen. Auch der Hinweis darauf, dass andere, risikoärmere Impfstoffe in Europa existieren, diese aber wegen einer Fehlentscheidung der Bundesregierung für die deutsche Bevölkerung zur Zeit nicht zur Verfügung stehen, sollte in diesem Aufklärungsgespräch nicht fehlen.

Wegen den vorgenannten Gründen gibt der Vorstand des Deutschen Berufsverbandes der Umweltmediziner folgende Empfehlung heraus:

 

Aus allgemeinmedizinischen und umweltmedizinischen Überlegungen heraus rät der dbu dringend von der Durchführung einer Impfung mit Pandemrix® ab!

Pressemitteilung des Deutschen Berufsverbandes der Umweltmediziner, Dr.med. Hans-Peter Donate, am 26. 10. 2009, für den Vorstand des dbu, ViSdPG