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Auslöser einer Dermatitis Epidemie

Krank und Ausschlag durch Sofa, Chemikalien sind schuld.



Auslöser einer Dermatitis Epidemie - Chemikalie in Sofas und Sessel


Ein neues Sofa oder ein neuer Kuschelsessel - darauf freut man sich. Doch die Freude über das neue Stück kann schnell getrübt werden, wenn Gesundheitsbeschwerden auftreten, die vorher nicht vorhanden waren. Seit Herbst 2006 stellten Mediziner in Finnland und England einen Anstieg von Hautproblemen bei Käufern neuer Sofas oder Sessel fest. Eine Gruppe von Wissenschaftlern der Universität Turku in Finnland stellte Untersuchungen an und fand den Auslöser.

Dermatitis durch das Sofa oder den Sessel?
Können Sitzmöbel Gesundheitsbeschwerden in Form von Dermatitis hervorrufen? Wissenschaftler der Universität Turku hatten sich das Ziel gesetzt Antworten auf diese Frage zu finden. Ihnen war es wichtig herauszufinden, was die Ursachen für den starken Anstieg von Ausschlag bei Besitzern neuer Möbel war, der seit drei Jahren beobachtet wurde. Sie hatten ein Allergen in Verdacht, dass im Material zur Sitzmöbelfertigung in Anwendung kommt.

Präzise Tests spüren Allergen auf
Ingesamt 42 Patienten wurden in die finnische Studie einbezogen, die nach Kauf eines Sessels oder Sofas Hautbeschwerden und Ausschlag entwickelt hatten. Als Erstes gingen die Mediziner daran die Patienten Hauttests (Patchtest) zu unterziehen. Sie setzten Standarttestserien ein und Tests mit Textilbezugsstoffen. Aus dem Bezugsstoff der Sessel und Sofas und aus einem Beutelchen, das man im Innenleben eines Sofas in England gefunden hatte, wurde ein Extrakt hergestellt und ebenfalls an den Patienten untersucht. Alle Materialien wurden zusätzlich gaschromatographisch auf Schadstoffe getestet. Die Chemikalien, die man dabei fand, wurden gleichfalls an den Patienten mittels Hauttests auf etwaige Reaktionen getestet.

Bingo – alle Patienten reagierten auf die gleiche Chemikalie 
Eine positive Reaktion auf den Hauttest, der aus dem Sesselbezugsstoff und seinem Extrakt gewonnen wurde, war bei allen Patienten festzustellen. Bei einem Drittel der Studienteilnehmer zeigten sich gleichzeitig auch Reaktionen auf Acrylate. Ein Teil der Patienten wurde zusätzlich auf das Extrakt und auf den Inhalt des Säckchens getestet. Fast alle reagierten darauf. In dem Säckchen, das in einem englischen Sofas gewesen war, fand man eine Chemikalie namens Dimethyl Fumarate. In einer Pressemitteilung der EU Kommission war im Mai 2009 über diese Chemikalie, die gegen Schimmelbildung eingesetzt wird, zu lesen:

„Die EU-Kommission hat den Hautreizungen verursachenden Stoff Dimethyl Fumarate, kurz DMF, vom Markt verbannt. Die Substanz wird insbesondere bei der Herstellung von Schuhen, Sofas und Plüschspielzeugen verwendet und hat bei hunderten von Verbrauchern allergische Reaktionen verursacht. Ab 1. Mai tritt ein europaweites Verbot der Chemikalie in Kraft. Mit dieser Substanz belastete Produkte, die bereits auf dem Markt sind, müssen dann umgehend aus dem Verkehr gezogen werden. „

Chemikalie löste Sensibilisierung aus
Auf diese Chemikalie hatten alle Patienten positiv gestestet. Auf die anderen Chemikalien die durch die Analyse der Stoffbezüge gefunden wurden, reagierte kein Studienteilnehmer. Außer einem Patient aus England, der auch auf Tributyl Phosphat ansprach. Bei allen Patienten die an der Studie teilgenommen hatten und unter Dermatitis litten seit sie ein Sofa oder einen Sessel gekauft hatten, konnte eine Sensibilisierung auf Dimethyl Fumarate festgestellt werden. Kreuzreaktionen auf andere Substanzen konnten bei diesen Studienteilnehmern zusätzlich ermittelt werden.

Nase beim Möbelkauf einsetzen 
Für Verbraucher ist es äußerst schwierig beim Möbelkauf auf Nummer Sicher zu gehen. Ökologisch gefertigte Möbel sind sehr teuer und nicht für jeden erschwinglich.

Als Tipp könnte man mit auf den Weg geben, die eigene Nase als Sensor einzusetzen. Wenn beim Anschauen eines Möbelstücks im Möbelhaus schon ein Geruch in die Nase sticht, sollte man besser gleich von einem Kauf absehen. Es ist jedoch anzumerken, dass nicht jede Chemikalie riecht oder einen unangenehmen Geruch verströmt. Es gibt eine große Anzahl von Chemikalien, die neutral riechen oder sogar angenehm. Bemerkt man erst wenn das Möbelstück im eigenen Wohnumfeld steht, dass es nicht in Ordnung ist, weil man in dessen Nähe Beschwerden wie z.B. Kopfschmerzen, Schwindel, tränende oder gerötete Augen, Atembeschwerden oder Ausschlag entwickelt, dann sollte man vom Rückgaberecht Gebrauch machen.

Autor: Silvia K. Müller, CSN - Chemical Sensitivity Network, 8. Oktober 2009

Literatur:
Lammintausta K, Zimerson E, Hasan T, Susitaival P, Winhoven S, Gruvberger B, Beck M, Williams JD, Bruze M., An epidemic of furniture-related dermatitis: searching for a cause, Department of Dermatology, Turku University Hospital, PO Box 52, 20521 Turku, Finland, Br J Dermatol. 2009 Jul 20.

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