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Erdnussallergie – Entscheidender Risikofaktor aufgedeckt

Erdnussallergie – Entscheidender Risikofaktor aufgedeckt

Erdnussallergie ist eine relativ häufig auftretende Nahrungsmittelallergie, die einen sehr schweren Verlauf nehmen kann. Todesfälle und Anaphyalxie sind bekannt. An vielen amerikanischen Schulen herrscht aus diesem Grund vollständiges Erdnussverbot. Kein Schüler darf Erdnüsse oder ein Brot mit Erdnussbutter mit in die Schule bringen, um sensibilisierte Mitschüler nicht in Gefahr zu bringen. Für englische Wissenschaftler ein Anlass, den zugrundeliegenden Sensibilisierungspfad für Erdnussallergie näher zu erforschen.

 

 

Faktoren für Sensibilisierung auf Erdnüsse

Bisher ging man davon aus, dass eine Sensibilisierung über die Haut durch Cremes und Öle, die Erdnussöl enthalten, einer der Hauptfaktoren für eine Sensibilisierung seien. Um dies näher zu erörtern, führte ein englisches Wissenschaftlerteam eine Untersuchung bei Kindern durch. Die Untersuchungsgruppe bestand aus Kindern mit Erdnussallergie (PA), Kontrollpersonen mit hohem Risiko (Kinder mit Allergie auf Ei) und einer Kontrollgruppe ohne Allergien.

Erdnusskonsum während der Schwangerschaft 

Durch einen Fragebogen wurde von den Wissenschaftlern ermittelt, ob die Mutter während der Schwangerschaft Erdnüsse gegessen hatte, ob das Kind gestillt wurde, sowie weitere Details über das erste Lebensjahr. Das Ergebnis war interessant, bei einer Gruppe von 133 Kindern mit Erdnussallergie lag der durchschnittliche Erdnusskonsum der Mutter pro Woche höher (18,8g) als bei der Gruppe von 150 Kindern ohne Allergien und der Risikokontrollgruppe von 160 Kindern (1,9g). Auch die Unterschiede im Konsum von Erdnüssen während der Schwangerschaft und während der Stillphase waren signifikant. Es stellte sich jedoch heraus, dass dieser Aspekt unrelevant ist, nachdem die Daten hinsichtlich des Konsums von Erdnüssen und Erdnussprodukten im Haushalt abgeglichen wurden.

 

 

Vorsicht  Erdnussbutter

Ein Dosis-Wirkungszusammenhang wurde zwischen umgebungsbedingtem Erdnusskontakt (nicht oral) und der Entwicklung einer Erdnussallergie festgestellt. Besonders relevant zeigte sich hierbei Erdnussbutter. Ein frühzeitiger oraler Kontakt mit Erdnüssen bei Kindern, die hohen Kontakt durch ihre Umgebung hatten, zeigte sich hingegen sogar als Schutzeffekt gegen eine Erdnussallergie.

 

Risikofaktor - umgebungsbedingter Kontakt zu Erdnüssen

Resultierend aus den Forschungsergebnissen der englischen Wissenschaftler besteht der größte Risikofaktor, eine Sensibilisierung auf Erdnüsse zu entwickeln, im Kontakt zu Erdnüssen im Umfeld und vor allem Erdnussbutter im Umfeld während der Kindheit. Das Essen von Erdnüssen während der Schwangerschaft und/oder Stillzeit hatte keinen Effekt auf das Entwickeln einer Erdnussallergie bei Kindern, was ebenfalls die Hypothese stützt, dass eine Sensibilisierung auf Erdnüsse durch umgebungsbedingten Kontakt entsteht.


Autor:

Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 12.02.2009

 

Literatur:

Fox AT, Sasieni P, du Toit G, Syed H, Lack G.Household peanut consumption as a risk factor for the development of peanut allergy, King's College London, the Medical Research Council and Asthma UK Centre in Allergic Mechanisms of Asthma, Division of Asthma, Allergy and Lung Biology, Guy's and St Thomas' National Health Service Foundation Trust, London, United Kingdom, J Allergy Clin Immunol. 2009 Feb., 123(2):417-23

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