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Haarfärbemittel

Die ersten grauen Haare deuten unser Altern an und viele haben nur einen Gedanken: Die grauen Haare müssen verschwinden. Färbemittel enthalten jedoch bedenkliche Chemikalien, um ihre färbende Wirkung zu entfalten. Erst kürzlich zeigten Wissenschaftler der Universität Kopenhagen, dass kommerzielle p-Phenylendiamin (PPD)-haltige Haarfärbemittel potente Aktivatoren für das Immunsystems sind, die bei Kontakt zu schweren Überempfindlichkeitsreaktionen in einem Tiermodell führten.

Jetzt betrieben sie weitere Forschung, deren Ergebnis nur zwei Alternativen offenlässt: Entweder die grauen Haare akzeptieren oder zu einem unschädlichen Haarfärbemittel mit pflanzlichem Wirkstoff greifen.

Warum reagiert nicht jeder auf chemische Haarfarbe?
Durch ihre neue Studie wollten die Wissenschaftler aus Kopenhagen herausfinden, warum nicht jeder, sondern nur eine Minderheit bei Kontakt mit einem Permanent-Haarfärbemittel symptomatische Überempfindlichkeit entwickeln. Für das Wissenschaftlerteam deutete dies darauf hin, dass die Mehrheit der Personen sich zwar nicht auf Haarfärbemittel sensibilisiert oder aber dass der Rest der Benutzer eine immunologische Toleranz entwickelt.

Versuche simulierten Verbrauchersituation
Für die Untersuchung, ob eine Immunantwort stattfindet, setzten die Wissenschaftler Mäuse wiederholt PPD-haltigen Haarfärbemittel in einer Weise aus, wie sie der Verbraucher in ähnlicher Weise ausgesetzt ist. Hierfür wurde ein kommerzielles Haarfärbemittel, das PPD enthält, an Versuchstieren getestet. Die lokale Immunantwort wurde durch Schwellung am Ohr und durch histologische Untersuchungen untersucht. Die Immunantwort in den Lymphknoten wurde von den Wissenschaftlern mittels Durchflusszytometrie, einer noch recht jungen Labortechnik, analysiert.
Entzündungen und Schwellungen durch wiederholten Kontakt schlimmer.

Das Haarfärbemittel verursachte lokale Entzündungen, die durch Schwellung und Zellinfiltration der behandelten Ohren festgestellt wurden. Darüber hinaus verursachte der Kontakt mit dem Haarfärbemittel T-Zell-Aktivierung, was durch die T-Zell-Proliferation und die Produktion von IFNgamma und IL-17 in den Lymphknoten erkannt wurde. Die entzündliche Reaktion erfuhr nach dem vierten Kontakt gegenüber dem Haarfärbemittel ihren Höchststand.

Auswirkungen auf das Immunsystem festgestellt
Von diesem Punkt an wurde durch das Wissenschaftlerteam eine Hochregulation der regulatorischen T-Zellen und der IL-10 produzierende Zellen beobachtet. Die Studie zeigt also, dass PPD-haltige Haarfärbemittel das Immunsystem stark beeinflussen. Zusätzlich wurde erkennbar, dass sie potente Hautsensibilisatoren sind, die entzündlichen T-Zellen aktivieren und dass PPD-haltige Haarfärbemittel auch entzündungshemmende Mechanismen induzieren. Dies könnte erklären, warum viele Verbraucher Haarfärbemittel wiederholt ohne merkliche Entwicklung von Allergien verwenden können. Die Wissenschaftler aus Dänemark geben allerdings zu bedenken, dass einen das nicht in Sicherheit wiegen soll, denn genau diese Tatsache wirft die Frage auf, ob die immunmodulatorische Wirkung von Haarfärbemitteln nicht die Entwicklung von Autoimmunkrankheiten und Krebs beeinflussen kann.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 22.08.2010

Literatur:
Rubin IM, Dabelsteen S, Nielsen MM, White IR, Johansen JD, Geisler C, Bonefeld CM., Repeated exposure to hair dye induces regulatory T cells in mice, Department of International Health, Immunology and Microbiology, University of Copenhagen, Denmark, Br J Dermatol., Aug 13, 2010. 

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