Information & Beratung
Telefonisch unter
01805-808585 (14ct/min)
Einkaufshilfen
geprüfte Sicherheit
NEWSLETTER
Jetzt anmelden und Gutschein im Wert von 5 € sichern!
SERVICEHOTLINE
Mo - Fr von 9 bis 17 Uhr
0180 - 3808585
*9 cent/min. Festnetz T-Com/
Mobilfunk max. 42 ct/min

zurück - Histamin-Intoleranz
Histamin-Intoleranz

Krank durch Nahrungsmittel




Histamin - diesen Begriff kennen Sie als Allergiker wahrscheinlich: Vom Allergietest, wo es die dicke Kontrollquaddel hervorruft. Histamin ist zudem der Botenstoff, den der Körper bei Allergenkontakt freisetzt und der mitverantwortlich ist für allergische Symptome, wie Asthma, allergischer Schupfen, Ekzem, Urtikaria, Verdauungsbeschwerden usw. Bei manchen Menschen treten diese Symptome jedoch auch ohne Allergie auf. Nämlich dann, wenn sie Nahrungsmittel verzehren, die natürlicherweise viel Histamin enthalten. Eine Diät kann Beschwerdefreiheit bringen, doch erst einmal muss die richtige Diagnose gestellt sein.

Histamin gehört zur Gruppe der biogenen Amine, wie auch Tyramin, Serotonin, Phenylethylamin u.a. Sie kommen natürlicherweise in fast allen Nahrungsmitteln vor, allerdings in höchst unterschiedlichen Konzentrationen. Beim Alterungsprozess (mikrobieller Verderb) entstehen beträchtliche Mengen an Histamin. Auch durch Herstellungs- und Verarbeitungsprozesse kann der Gehalt erhöht sein.
Besonders reich an biogenen Aminen sind: gereifte Käse, Fisch sowie Fleisch und Wurst, die nicht mehr frisch sind, Hefeextrakte, Spinat, Sauerkraut, Schokolade, Wein.

Symptome: schwer zuzuordnen
Die Symptome einer Histamin-Intoleranz sind vielfältig. Sie können sofort, aber auch erst nach Stunden nach einer histaminhaltigen Mahlzeit auftreten. Im Gegensatz zu einer Allergie führt der Genuss eines einzelnen Nahrungsmittels nicht zwangsläufig zu Beschwerden. Entscheidend ist die Menge der gesamten Histaminsbelastung.

Mögliche Symptome einer Histamintoleranz sind:
Bauchsymptome (Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall u.a.), Kopfschmerzen und Migräne, Husten, Asthma, Schnupfen, Hautausschlag, Hautrötungen, niedriger Blutdruck und Herzrhythmus Störungen (Schwindelgefühl, Herzrasen, Herzstolpern u.a.), Regelbeschwerden und Befindlichkeitsstörungen, wie Gliederschmerzen, innere Unruhe, Erschöpfungszustände, Antriebsschwäche u.a.

Ursache: unzureichender Histaminabbau
Bei den betroffenen Personen liegt entweder ein Mangel des histaminabbauenden Enzyms (der Diaminoxidase = DAO) vor oder aber eine verminderte Aktivität dieses Enzyms.
Eine Verstärkung der Histaminbelastung entsteht, wenn gleichzeitig eine „echte“ Allergie besteht, sowie durch den Verzehr anderer biogener Amine, bei entzündlichen Darmerkrankungen oder aber bei Enzymhemmung durch Alkoholgenuss oder bestimmte Medikamente.

Diagnostik: Beobachtung und Suchdiät
Da die Symptome bei histaminbedingten Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten auch anderen Erkrankungen und psychischen Ursachen zugeordnet werden können, gestaltet sich der Weg zur richtigen Diagnose oft sehr langwierig. Zum einen gleichen die Symptome denen, die bei „echten“ Allergien auftreten, denn Histamin wird bei allergischen Prozessen vom Körper produziert. Zum anderen können sie Begleitsymptome organischer Erkrankungen sein, auch mit Laktose- und Fruktose-Intoleranz besteht Verwechselungsgefahr.
Die Histamin-Intoleranz gilt als selten. Nur wenige Ärzte sind umfassend darüber informiert und können die aufwändige Differenzialdiagnostik und spezielle Ernährungsberatung bereitstellen.
Die Histamin-Intoleranz ist keine Allergie und damit nicht durch Allergietests nachzuweisen, auch andere Laborwerte spielen höchstens eine untergeordnete Rolle. Wichtig sind die Beobachtungen des Betroffen und ein ausführliches Anamnesegespräch mit dem Arzt. Ein Ernährungs-Beschwerde-Tagebuch hilft, Verdachtsmomente und angemessene Maßnahmen zu finden.

Die Durchführung einer streng histaminarmen Diät über vier Wochen ist der sicherste Weg zur Beurteilung des Krankheitsbildes. Sie erfordert umfassendes Spezialwissen und sollte vom Arzt bzw. einer Ernährungsfachkraft individuell zusammengestellt und begleitet werden.
Als bewiesen gilt eine Histamin-Intoleranz, wenn die Symptome während der Diät deutlich zurückgegangen sind und nach dem absichtlichen Verzehr (Provokation/Probemahlzeit) stark histaminhaltiger Nahrungsmittel wieder auftreten.

Therapie: Karenzdiät entsprechend der individuellen Toleranzgrenze
Die Histamin-Intoleranz ist zur Zeit nicht heilbar. Durch eine histaminarme Diät ist jedoch Linderung bis zur Beschwerdefreiheit zu erreichen. Wie viel Histamin der eigene Körper toleriert ist individuell unterschiedlich. Die eigene Toleranzgrenze muss ausgetestet und eine bedarfsdeckende Ernährung zusammengestellt werden. Im Einzelfall sich dies über mehrere Wochen oder Monate erstrecken.

Die Lieblingsgerichte der italienische Küche, Salamipizza, Pasta mit Tomatensoße und Parmesan, Salat mit Thunfisch und das Fläschchen Rotwein, sind dann wahrscheinlich tabu - aber zum Glück gibt es ja Alternativen.


Buchtipp
Thilo Schleip, Histamin-Intoleranz
Mit Selbsttest-Fragebogen, Nahrungsmittellisten und Rezepten.
Best.Nr. 30210 20, 12,95 Euro

Impressum:
Autorin: Gisela Nickel, PureNature-Redaktion, März 2006
Verwendete Literatur:
Schleip, Histamin-Intoleranz, Trias Verlag.
Behr-Völtzer et.al., Diät bei Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen, MMT Verlag.
Jäger/Wüthrich, Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen, Gustav Fischer Vertag.
Thiel, Gut leben trotz Nahrungsmittel-Allergie, TRIAS Verlag.