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Kneippgüsse: Immunabwehr wird gestärkt

Kneippgüsse: Immunabwehr wird gestärkt






Regelmäßige Güsse mit kaltem Wasser beugen Infekten vor. Eine Doktorarbeit am Universitätsklinikum Jena zeigt, dass mit der Anwendung kalter Obergüsse nach den althergebrachten Regeln des Pfarrers Sebastian Kneipp die Infektanfälligkeit signifikant gesenkt werden kann.

Was als Volksweisheit schon lange bekannt war, sei damit jetzt auch wissenschaftlich belegt, teilt die Friedrich-Schiller-Universität Jena mit. Katrin Goedsche untersuchte für ihre Doktorarbeit über mehrere Monate hinweg die Wirkungsweise der so genannten Kneippschen Obergüsse auf das Immunsystem von 24 Patienten mit chronischer Bronchitis. Die Betroffenen leiden als Folge der eingeschränkten Lungenfunktion unter häufigen Infekten, die die Krankheit verschlechtern, und müssen diese mit einer Vielzahl oft starker Medikamenten bekämpfen.

Für die Studie unterzogen sich die Patienten über zehn Wochen einer Therapie mit dreimal wöchentlich kalten Güssen und zweimal wöchentlich kalten Waschungen des Oberkörpers. Kneipp hatte diese Wasserkuren bereits Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt. In Voruntersuchungen und einer nach drei Monaten durchgeführten Nachuntersuchung wurde dann die Reaktion des Immunsystems auf die Kaltwasser-Anwendungen geprüft.

Die Häufigkeit der Infekte sank dabei durch die regelmäßigen Wasseranwendungen. Als wichtigstes Ergebnis stieg die Zahl der so genannten Lymphozyten im Blut der Probanden durchschnittlich um 13 Prozent. Die Lymphozyten sind für die körpereigene Abwehr zuständig. Ihre Vermehrung sei ein Zeichen, dass auch die zelluläre Immunabwehr nachweisbar gesteigert werden konnte, heißt es weiter. Außerdem nahmen nach der Anwendungsphase die natürlichen Killerzellen im Blut- die ebenfalls zur körpereigenen Abwehr gehören - um fünf Prozent zu. Nach Abschluss der Anwendungen beurteilten auch die Patienten die Therapie als Erfolg. So bewerteten den Angaben nach 75 Prozent der Patienten den persönlichen Eindruck des Behandlungserfolgs als gut bis sehr gut.

«Wir können damit zeigen, dass sich durch regelmäßige Kaltwasser-Güsse über einen langen Zeitraum die Anfälligkeit für Atemwegsinfekte wirksam senken lässt», resümiert Professor Christine Uhlemann von der Klinik für Innere Medizin des Universitätsklinikums Jena. «Das ist nicht nur für die untersuchte Gruppe von Patienten mit chronischer Bronchitis von Bedeutung, sondern für alle Menschen mit einer Neigung zu häufigen Infekten.» Allerdings habe sich auch gezeigt, dass der Effekt nur bei regelmäßiger Anwendung und erst nach einiger Zeit einsetzt. Uhlemann: «Wer die Schnupfen-Saison im Herbst unbeschadet überstehen will, muss also jetzt mit der Kaltwasser-Abhärtung beginnen.»



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Quelle: NetDoktor-News (Jena/ddp) vom 30.7.05
23.09.2005