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MCS - keine exotische Erkrankung

Epidemiologie bei MCS





Chemikaliensensibilität wird allgemein als ein Krankheitsbild dargestellt, unter dem kaum jemand leidet. Epidemologische Studien aus den USA belegen genau das Gegenteil.


Wissenschaftler gehen davon aus, daß bereits zwischen 15 - 30 % der Allgemeinbevölkerung (Personen, die nicht am Arbeitsplatz geschädigt wurden) (1,2,3,4,5,6,7) leicht bis mittelschwer und 4 - 6 % schwer (8) auf Alltagschemikalien, wie z.B. Parfum, Zigarettenrauch, frische Wandfarbe, Zeitungsausdünstungen, Autoabgase, etc. reagieren. Die Situation in den USA dürfte auf Länder anderer Industrienationen übertragbar sein. Individuen, die in bestimmten Arbeitsbereichen tätig sind, sind zusätzlich prädisponiert Chemikaliensensibilität zu entwickeln(9, 10).

Morrow et. al. berichtet, daß Arbeiter mit Lösungsmittelexposition am Arbeitsplatz sogar zu 60% (9) unter Chemikalienintoleranz leiden. Die MCS-Symptomatik reicht je nach körperlicher Disposition u.a. von Kopfschmerzen, Benommenheit, Erschöpfung, Angstzuständen, bei schweren Fällen zu Hör- oder Sehverlust oder gar Bewußtlosigkeit. Die Symptome können jedes Organsystem betreffen.

Eine Umstellung der Lebensgewohnheiten und des Lebensumfeldes sind bei mittelschwerer bis schwerer Symptomatik unerlässlich. Der zwangsweise Rückzug aus dem normalen sozialen Leben aufgrund der einschränkenden bis hin zu lebensbedrohlichen Reaktionen auf geringste Dosen von Alltagschemikalien belastet Betroffene zusätzlich.


Impressum:
Autor: Silvia Müller
Erstellt: 13.6.2002
Literatur/Leitlinien/EBM:
1. Wallace, Nelson, Kollander, Leaderer, Bascom, Dunteman - Indoor air quality and work environment study. Multivariate statistical analysis of
health, comfort and odor perceptions as related to personal and workplace characteristics. US Environmental Protection Agency vol. 4, EPA Headquaters Buildings. Atmospheric Research and Exposure Assessment Laboratory. 1991
2. Bell, Miller, Schwartz, Peterson, Amend - Neuropsychiatric and somatic characteristics of young adults with and without self-reported chemical odor intolerance and chemical sensitivity. Arch Envirn Health. 1996
3. Meggs, Dunn, Bloch, Goodman, Davidoff - Prevalence and nature of allergy and chemical sensitivity in a general population. Arch Environ Health 1996
4. Bell, Schwartz, Amend, Peterson, Stini - Sensitization to early life stress and response to chemical odors in older adults. Biol. Psychiatry. 1994
5. Bell, Walsh, Goss, Gersmeyer, Schwartz, Kanof - Cognitive dysfunction and disability in geriatric veterans with self-reported sensitivity to environmental chemicals. J.Chronic Fatigue Syndrome. 1997
6. Bell, Schwartz, Peterson, Amend - Self-reported illness from chemical odors in young adults without clinical syndromes or occupational exposures. Arch Environ Health. 1993
7. Bell, Schwartz, Peterson, Amend, Stini - Possible time-dependent sensitization to xenobiotics: self - reported illness from chemical odors, foods and opiate drugs in an older adult population. Arch Environ. Health. 1993
8. Kreutzer, Health Investigations branch, Department of Health Services, State of California. 1997
9. Morrow, Ryan, Hodgson, Robin - Alternations in cognitive and psychological functioning after organic solvent exposure. J Occup Med. 1990
10. Maschewsky - MCS und Porphyrinopathien. Zeitung für Umweltmedizin 1996

Copyright: PureNature







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