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zurück - Hamburger Krankenhaus
Hamburger Krankenhaus
bietet Spezialzimmer für Multi-Allergiker und Chemikaliensensible

Als erstes Krankenhaus in Deutschland, hat das Agaplesion Diakonieklinikum in Hamburg zwei Krankenzimmer für MCS-Kranke und Multiallergiker mit viel Aufwand eingerichtet. Viele Jahre setzten sich ortsansässige Selbsthilfegruppen unermüdlich für die Integration umweltkontrollierter Krankenzimmer im Krankenhaus ein. Erstmalig ist es nun möglich, dass sich Menschen, die unter Umweltkrankheiten oder schweren Allergien leiden, in einem Krankenhaus medizinisch behandeln lassen können, dass auf ihre gesundheitlichen Belange abgestimmt sind. ,,Umweltzimmer” für MCS- undUmweltpatienten, Multiallergiker Mit dem Umzug in den Neubau des AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM HAMBURG (vormals Krankenhäuser Alten Eichen, Bethanien und Elim) in Eimsbüttel stehen seit Februar 2011 erstmals in Hamburg zwei spezielle schadstoffarm hergerichtete Umweltzimmer für Multiallergiker, MCS- und Umweltpatienten zur Verfügung. Die spez- iellen Umweltzimmer wurden mit viel Sorgfalt hergerichtet. Sie bestehen aus einem Einbett- und einem Zweibettzimmer. Beide Zimmer sind durch einen Vorflur vom anderen Stationsbereich getrennt, damit chemikaliensensible Patienten nicht mit den üblichen Klinikchemikalien und Duftstoffen anderer Patienten in Kontakt kommen.

Medizinische Behandlung, Operationen, Geburtshilfe
Die beiden Umweltzimmer wurden eigens hergerichtet, um die Behandlung von Umweltpatienten im Rahmen des medizinischen Spektrums der Agaplesion Klinik zu ermöglichen. Folgende Klinikabteilungen im medizinischen Spektrum der Klinik integriert:
• Innere Medizin
• Geriatrie (Altersmedizin)
• Diabetologie
• Chirurgie, Handchirurgie, Plastische Chirurgie
• Gynäkologie, Geburtshilfe
• Orthopädie
• Anästhesie, Intensivmedizin
Voraussetzungen für die Aufnahme im Umweltzimmer

Die Einweisung erfolgt über einen Arzt oder über die Notaufnahme. Beim Erstkontakt ist eine Mitteilung erforderlich, dass der Patient eine Aufnahme im Umweltzimmer wünscht. Die Agaplesion Klinik benötigt vom Patienten einen ärztlichen Nachweis, dass MCS (Multiple Chemikalien Sensitivität), umweltbezogener Allergien/ Intoleranzen (Multi- allergien) und/oder eine chronische Intoxikation beim Patienten vorliegen. Ein MCS- und/oder Allergiepass ist ebenfalls geeignet, um den Bedarf für die Aufnahme in einem speziellen Umweltzimmer zu begründen. Besondere Einrichtung der Umweltzimmer Zimmer in herkömmlichen Krankenhäusern sind für chemikaliensensible Patienten nicht geeignet. In der Regel sind die Krankenzimmer mit PVC Boden und Pressspanmöbeln eingerichtet. Bei den Umweltzimmern in der Agaplesion Klinik wurde mit viel Mühe ein Konzept erstellt, das den Bedürfnissen MCS-Kranker Genüge trägt. Die beiden Umweltzimmer wurden aus schadstoffarmen/ -freien Baustoffen und Einrichtungs- gegenständen errichtet, um hypersensiblen Patienten eine möglichst schadstoffarme Raumluft zu gewährleisten.

Einige Beispiele über die besondere Ausstattung der Umweltzimmer:
• Wände und Decken mit Fermacell Greenline-Platten ausgeführt
• Massive Außenwände erhielten Kalkputz
• Wände und Decken mit Kalkfarbe gestrichen
• Zimmer sind mit einer Wandheizung ausgestattet
• Fußboden besteht aus Keramikfliesen.
• Fenster- und Türzargen sind mit Hanf gedämmt
• Türen bestehen aus Glas
• Belastung mit elektromagnetischen Feldern wurde unter anderem durch den Einbau von Netzfreischaltern verringert
• Möblierung besteht aus einbrennlackiertem Metall oder Edelstahl

Das Klinikpersonal achtet auf eine belastungs- und schadstoffarme Patientenbetreuung:
• Es werden duftstoffhaltige und belastende Produkte in Patientennähe vermieden.
• Die Patienten werden zu ihren möglichen Nahrungsmittelunverträglichkeiten, zu Unverträglichkeiten gegenüber Medikamenten, Desinfektionsmitteln, Heilmitteln und Anästhetika befragt.
• Eine Diätassistentin berücksichtigt die Nahrungsmittelunverträglichkeiten der Patienten
• Auf der Station liegt Informationsmaterial aus, in dem Ausstattung, Materialien und Leistungen zusammengefasst sind. Diese können jederzeit eingesehen werden.
• Das Personal der Station arbeitet sehr eng mit der Selbsthilfegruppe „Umweltkrankheiten MCS+CFS“ zusammen.
• Die Reinigung der Umweltzimmer erfolgt mit duftstofffreien Reinigungsmitteln, aber eine desinfizierende Reinigung ist unumgänglich. Um evtl. auftretende Gerüche zu neutralisieren, wird den Patienten den Einsatz effektiver Mikroorganismen (EM1) angeboten.
• Soweit erforderlich, können Medikamente wie auch kleine Mengen mitgebrachter Nahrungsmittel in einem Kühlschrank im Vorflur aufbewahrt werden. Ein Wasserkocher ist dort vorhanden.
• Die Bettwäsche des gesamten Krankenhauses ist duftstofffrei. Es ist gestattet, eigene Bettwäsche mitzubringen.
Besondere Maßnahmen zum Wohle von Umweltpatienten • Der Gebrauch von duftstofffreien und schadstoffarmen Produkten ist für Patienten und deren Besucher geboten
• Die Benutzung eines Handys sowie das Rauchen sind in diesem Bereich nicht gestattet
• Das Zusammenleben erfordert von allen Patienten in den Umweltzimmern mit Vorflur großes Verständnis, Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft

Krankenhausalltag – Hinweis am Rande
Wichtig für Umweltpatienten und deren Ärzte, ist die Information, dass die Agaplesion Klinik ein Krankenhaus und keine Umweltklinik ist. In einem Krankenhaus ist der Ablauf geregelt und Sonderwünsche können nicht erfüllt werden. Die Agaplesion Klinik betritt Neuland mit den beiden Umweltzimmern, die sie zur Verfügung stellt. Die Mitarbeiter sind hinsichtlich MCS und Umweltkrankheiten geschult, aber sie sind auf Kooperation der Umweltpatienten angewiesen, damit ein reibungslos ablaufender Klinikalltag gewährleistet werden kann. Wenn anfangs noch nicht alles zur höchsten Zufriedenheit ist, sollten Patienten Verständnis aufbringen und ggf. konstruktive Vorschläge zur weiteren Verbesserung einbringen. Wichtig für Patienten mit Chemikalien-Sensitivität (MCS) ist der Hinweis, dass die Klinik ein gerade bezogener Neubau ist. Für Hypersensible kann ein Aufenthalt trotz sorgfältigster Materialauswahl anfänglich noch mit Problemen behaftet sein, weil auch ökologische Materien ausgasen.

Chemikaliensensible danken für das Engagement
Den MCS-Selbsthilfegruppen in Hamburg, die über Jahre ihr Ziel „MCS-gerechte Krankenzimmer in einem Krankenhaus“ verfolgten, gebührt großer Dank und Anerkennung. Ebenso den Ärzten, Krankenhausplanern, Architekten und Behörden, die bei diesem hoffnungsbergenden Projekt beteiligt waren. Alles Gute und viel Erfolg für die Umweltzimmer in der Agaplesion Klinik!

Autor:
Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 1. März 2011

Literatur:
Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg, Rundbrief ,,Umweltzimmer” für MCS- und Umweltpatienten/ Multiallergiker, Januar 2011

Kontakt:
AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM HAMBURG
Hohe Weide 17, 20259 Hamburg,
Tel. (040) 7 90 20 – 0,
Fax (040) 7 90 20 – 10 79,
E-Mail: info@d-k-h.de,
Internet: www.d-k-h.de