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Konsequenz bei Haustaubmilbenallergie

Konsequenz bei Haustaubmilbenallergie bringt Erfolg



Allergische Menschen benötigen Möglichkeiten für eine effektive Umweltkontrolle, um die Allergene, die ihre Hypersensibilität auslösen, in den Griff zu bekommen. Hausstaubmilben sorgen bei vielen Allergikern für ständige Beschwerden und durch den gestörten Schlaf häufig für permanente Erschöpfung. Wissenschaftliche Studien belegen, dass Encasings (spezielle milbendichte Matratzen- und Bettbezüge) nächtliche Ruhe verschaffen und die Allergie lindern, weshalb die meisten Krankenkassen auch deren Kosten übernehmen.
Bei schwerer Hausstaubmilben-Allergie und gleichzeitigem Asthma sind außer im Schlafbereich noch weitere zusätzliche Umweltkontrollmaßnahmen erforderlich, um Reaktionen einzudämmen(4). Wichtig ist in diesem Zusammenhang ein schadstoffkontrolliertes Wohnumfeld und Vermeidung von Schadstoffkontakt, da bestimmte Schadstoffe die Hausstaubmilbenallergie und Asthma drastisch verschlimmern können und das Allergen in einer Konzentration wirken lassen, die sonst keine allergische Reaktion erzeugt (7,8,10,11,12,13,14,15).


Hausstaubmilben existieren in fast jedem Wohnumfeld. Am Wohlsten fühlen sie sich im Bett.
Die Symptomatik ist häufig der von Heuschnupfen ähnlich.

Symptome einer Hausstaubmilbenallergie

  • Laufende Nase
  • Verstopfte Nase
  • Tropfende Nase
  • Niesen
  • Juckende/r Nase, Kehle, Mund
  • Husten
  • Schmerzen und Druckgefühl im Gesicht
  • Irritation
Hausstaubmilbenallergie & Asthma
Bei gleichzeitigem Asthma können sich die die Beschwerden und Symptome einer Hausstaubmilbenallergie drastisch verstärken. Durch die Entzündungen sind die Atemwege gereizt und verengt, dadurch sind Betroffene von vorneherein sensibel gegenüber Umweltallergenen, einschließlich Hausstaubmilben.
Charakteristisch bei Asthmatikern zu den klassischen Symptomen einer Hausstaubmilbenallergie hinzukommend, sind Überblähung der Lungenflügel, Keuchen und Atemnot. Für Asthmatiker mit schwerer Symptomatik bringen Encasings zwar insgesamt gesehen eine große Reduzierung der Hausstaubmilbenbelastung, aber als einzige Maßnahme reicht sie nicht aus. Um grundlegende Besserung zu erreichen müssen Asthmatiker mit schwerer Symptomatik gleichzeitig den Wohnraum und ihr Umfeld anpassen (3,4) und in manchen Fällen Hilfsmittel wie Luftfilter einsetzen. Gleiches gilt für Multiallergiker. Wichtig für diese Personengruppen sind außerdem Vermeidung von Schadstoffen, Schimmelpilzen, Tierhaarallergenen und Allergenen von Schädlingen (6).

Allergenfreies Bett
Im Normalfall teilt man sein Bett mit 100.000 bis zu 10 Millionen Hausstaubmilben.
Das Einatmen des Milbenkots führt bei sensibilisierten Personen zu allergischen Symptomen wie verstopfte und laufende Nase, Niesen, wässrige Augen bis hin zu Asthma.

Wissenschaftler aus Europa, USA und Australien konnten durch ihre Untersuchungen (doppelblind, peer reviewed) nachweisen, dass durch den Einsatz von hausstaubmilbendichten Bett- und Matratzenbezügen (Encasings) besonders bei Asthmatikern und Patienten mit Atemwegsbeschwerden eine Minderung der Anfälle und eine drastische Verbesserung des Atemvolumens erreicht werden kann (1,2,3,5,7). Der Schlaf wird durch die Sanierung des Bettes tief und erholsam, zusätzlich wird er durch weniger Aufwachphasen gestört (1). Messungen der Hausstaubmilbenkonzentration zeigten, dass durch den Einsatz von Encasings die Zahl der Milbenbelastungen im Staub ganz erheblich gesenkt werden kann (3,4,7).
Hausstaubmilben im Bettzeug können, wie klinische Versuche zeigten, auch durch wöchentliches Kochen der Bettwäsche und anschließendes „desinfizieren“ durch mindesten 3 Stunden Sonnenlicht erreicht werden. (1,2).Diese einfache Methode war in koreanischen Hospitälern als erfolgreich befunden worden.

Patienten mit schwerer Hausstaubmilbenallergie und mittlerem bis schwerem Asthma sind besonders geplagt. Sie finden in normalem Wohnumfeld und mit normaler Bettausstattung keine Möglichkeit der Karenz und leiden permanent unter ihren Symptomen. Erschöpfung durch die fehlende nächtliche Erholung ist die Tagesordnung. Encasings als einzige Maßnahme zur Reduzierung von Hausstaubmilben reicht für diese Patienten nicht aus. Sie müssen gleichzeitig den Wohnraum und ihr Umfeld anpassen (3,4). Wichtig für diese Personengruppe sind zusätzliche Vermeidung von Schadstoffen, Schimmelpilzen, Tierhaarallergenen und Allergenen von Schädlingen (6).

Sensibilisierung schon im Babyalter vermeiden
Besonders bei Babys sollte auf die richtige Zimmer- und Bettausstattung geachtet werden, da in diesem Alter oft der Grundstein für eine Sensibilisierung gegenüber Hausstaubmilben und anderen Allergien gelegt wird. Schaffelle im Bett des Kleinkindes, Plastikauflagen gegen Bettnässen und auch Schadstoffe im Innenraum wie Gas, Stickstoffdioxid, frische chemische Wandfarbe und Formaldehyd tragen selbst in geringer Konzentration ganz erheblich zu einer initialen Sensibilisierung bei (7,8,9).

Schadstoffe führen zu Verstärkung von Allergie und Asthma
Luftschadstoffe wie Formaldehyd z.B. aus Pressspanmöbeln, Gas aus Kochherden und Stickoxid in Konzentrationen wie sie als Hintergrundbelastung in vielen Wohnungen vorkommen, reichen aus, um die Sensibilisierung auf Allergene wie Hausstaubmilben drastisch zu verstärken. Sind mehrere Faktoren präsent, ist eine Dosis-Wirkungsbeziehung feststellbar. Es ist daher für Allergiker und Asthmatiker äußerst wichtig, den Wohnraum schadstofffrei zu gestalten (7,10,11,12,13). Selbst kurzfristige geringe Konzentrationen von Schadstoffen oder wiederholte kleine Schadstoffexpositionen (z.B. Autoabgase) reichen aus, um auf ein Allergen wie Hausstaubmilben in einer geringen Konzentration zu reagieren, die normalerweise keinerlei Beschwerden erzeugt (12,13,14).

Maßnahmen zur Verbesserung von allergischen Atemwegsbeschwerden
Konsequenz führt bei Allergien oft schnell zum Erfolg. Hausstaubmilben sind in unserem gesamten Wohnraum verbreitet, somit sollte die gesamte Wohnumgebung, nicht nur das Bett, Beachtung finden. Man kann sie zwar nicht vollständig eliminieren, jedoch ihre Anzahl drastisch minimieren.

  • Verzicht von pelztragenden und gefiederten Haustieren
  • Keine Schafwollbettunterlagen oder Wolldecken
  • Keine Teppiche und Teppichböden, statt dessen Holzboden, Fliesen oder Linoleum
  • Vorhänge, Zeitschriften, Bücher, etc. aus dem Bettraum entfernen
  • Feuchtigkeit kontrollieren, Schimmelbefall sanieren
  • Keine Plastikbettunterlagen
  • Keine Federbetten
  • Waschbare Kuscheltiere für Kinder. Wöchentlich waschen und gut trocknen
  • Alle Kuscheltiere aus dem Bett fernhalten
  • Bettzeug kochen. Nicht waschbares Bettzeug über Nacht einfrieren
  • Täglich den Wohnraum leicht feucht wischen anstatt mobben
  • Regelmäßig mit einem HEPA Sauger saugen. Auch Polstermöbel absaugen 20 Minuten aus dem gesaugten Raum fernbleiben
Impressum:
Autor: PureNature Redaktion, November 2006

Literatur:
  1. Lee IS, Moon JS, Yoo YS. Effectiveness of bedding control instruction for patients with respiratory allergies: A randomized controlled trial, Department of Nursing, Keukdong College of Korea, Korea, Int J Nurs Stud. 2006 Oct 13. Nov. 2006
  2. Lee IS., Effect of bedding control on amount of house dust mite allergens, asthma symptoms, and peak expiratory flow rate.Department of Nursing, Keukdong College, Chungcheongbuk-do, Korea. Yonsei Med J. 2003 Apr 30;44(2):313-22.
  3. Rijssenbeek-Nouwens LH, Oosting AJ, de Bruin-Weller MS, Bregman I, de Monchy JG, Postma DS. Clinical evaluation of the effect of anti-allergic mattress covers in patients with moderate to severe asthma and house dust mite allergy: a randomised double blind placebo controlled study. Asthmacenter Heideheuvel, Hilversum, The Netherlands. Curr Opin Allergy Clin Immunol. 2003 Jun;3(3):155-7.
  4. Woodcock A, Forster L, Matthews E, Martin J, Letley L, Vickers M, Britton J, Strachan D, Howarth P, Altmann D, Frost C, Custovic A , Control of exposure to mite allergen and allergen-impermeable bed covers for adults with asthma.Medical Research Council General Practice Research Framework. South Manchester Academic Group, University of Manchester, North West Lung Centre, Wythenshawe Hospital, Manchester, United Kingdom. N Engl J Med. 2003 Jul 17;349(3):225-36.
  5. Kercsmar CM, Dearborn DG, Schluchter M, Xue L, Kirchner HL, Sobolewski J, Greenberg SJ, Vesper SJ, Allan T., Reduction in asthma morbidity in children as a result of home remediation aimed at moisture sources.Case Western Reserve University, Department of Pediatrics, Rainbow Babies and Children's Hospital, Cleveland, Ohio 44106, USA.Environ Health Perspect. 2006 Oct;114(10):1574-80.
  6. Leaderer BP, Belanger K, Triche E, Holford T, Gold DR, Kim Y, Jankun T, Ren P, McSharry Je JE, Platts-Mills TA, Chapman MD, Bracken MB., Dust mite, cockroach, cat, and dog allergen concentrations in homes of asthmatic children in the northeastern United States: impact of socioeconomic factors and population density. Department of Epidemiology and Public Health, Yale University School of Medicine, New Haven, Connecticut 06520-8034, USA. Environ Health Perspect. 2002 Apr;110(4):419-25.
  7. Trevillian LF, Ponsonby AL, Dwyer T, Kemp A, Cochrane J, Lim LL, Carmichael A.
    Infant sleeping environment and asthma at 7 years: a prospective cohort study. National Centre for Epidemiology and Population Health, Australian National University, Canberra, Australia. Am J Public Health. 2005 Dec;95(12):2238-45.
  8. Trevillian LF, Ponsonby AL, Dwyer T, Lim LL, Kemp A, Cochrane J, Carmichael A.
    An association between plastic mattress covers and sheepskin underbedding use in infancy and house dust mite sensitization in childhood: a prospective study. National Centre for Epidemiology and Population Health, The Australian National University, Canberra, Australia. Clin Exp Allergy. 2003 Apr;33(4):483-9.
  9. AL, Kemp A, Dwyer T, Carmichael A, Couper D, Cochrane J. Feather bedding and house dust mite sensitization and airway disease in childhood.Ponsonby
    National Centre for Epidemiology and Population Health, Australian National University, Canberra, Australia. J Clin Epidemiol. 2002 Jun;55(6):556-62.
  10. Ponsonby AL, Dwyer T, Kemp A, Couper D, Cochrane J, Carmichael A.
    A prospective study of the association between home gas appliance use during infancy and subsequent dust mite sensitization and lung function in childhood.
    Menzies Centre for Population Health, University of Tasmania, Australia. Clin Exp Allergy. 2001 Oct;31(10):1544-52.
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  12. Rusznak C, Devalia JL, Davies RJ. Airway response of asthmatic subjects to inhaled allergen after exposure to pollutants. Department of Asthma and Allergic Respiratory Diseases, St Bartholomew's School of Medicine, London, UK. Thorax. 1996 Nov;51(11):1105-8.
  13. Strand V, Svartengren M, Rak S, Barck C, Bylin G. Repeated exposure to an ambient level of NO2 enhances asthmatic response to a nonsymptomatic allergen dose. Dept of Respiratory and Allergic Diseases, and The Institute of Medicine at the Karolinska Institute, Huddinge University Hospital, Stockholm, Sweden. Eur Respir J. 1998 Jul;12(1):6-12.
  14. Svartengren M, Strand V, Bylin G, Jarup L, Pershagen G. Short-term exposure to air pollution in a road tunnel enhances the asthmatic response to allergen Dept of Public Health Sciences, Karolinska Institute, Stockholm, Sweden. Eur Respir J. 2000 Apr;15(4):716-24.
  15. Holgate ST, Sandstrom T, Frew AJ, Stenfors N, Nordenhall C, Salvi S, Blomberg A, Helleday R, Soderberg M. Health effects of acute exposure to air pollution. Part I: Healthy and asthmatic subjects exposed to diesel exhaust. Respiratory Cell and Molecular Biology, Infection, Inflammation and Repair Division, School of Medicine, University of Southampton, Southampton General Hospital, Mail Point 810, Level D, Centre Block, Tremona Road, Southampton SO16 6YD, UK. Res Rep Health Eff Inst. 2003 Dec;(112):1-30; discussion 51-67.
Erstellt: 17.11.06

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