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Zürich baut ökologische Wohnungen für Chemikaliensensible

Stadt Zürich baut MCS-Wohnhaus
Wissenschaftlichen Erhebungen zufolge erleiden ca. 15% der Allgemeinbevölkerung gesundheitliche Beschwerden bei minimalem Kontakt gegenüber bestimmten Alltagschemikalien wie Parfüm, Lacken, Zeitungsdruck, Pestiziden, Kaminrauch, etc. Manche dieser chemikaliensensiblen Menschen müssen speziell wohnen, um ihren Alltag beschwerdefrei meistern zu können. Als erste europäische Stadt baut Zürich baubiologischen Wohnraum für Menschen mit Multipler Chemikaliensensitivität (MCS). Christian Schifferle, Präsident der MCS Liga Schweiz, gehört zu den Chemikaliensensiblen, die trotz schweren Reaktionen auf Alltagschemikalien zwei Dinge nie verlieren: Mut und Beharrlichkeit. Jetzt zeigt es sich, dass es sich auszahlt, wenn man den Kopf nicht in den Sand steckt, ganz gleich wie dick es kommt.

Schadstofffreier Wohnraum gesünder für alle Menschen
Über zehn Jahre lebt der chemikaliensensible Schweizer in einem Wohnwagen, den er mit Alu ausgekleidet hat, um Ausgasungen von Materialien zu unterbinden. Keine normale Wohnung war so schadstofffrei, dass er es lange darin aushielt. Reaktionen auf lösemittelhaltige Farbe, Ausdünstungen aus Teppichboden, rauchende oder parfümierte Mitbewohner, irgendetwas war immer, was ihn kränker machte. Seit der Gründung der MCS Liga traf der rührige Schweizer auf viele weitere Chemikaliensensible, denen es ähnlich ging und hatte nur noch ein Ziel vor Augen: MCS- gerechter Wohnraum.

Wohnungsbaugenossenschaft für Umweltkranke
Jetzt hat Christian Schifferle es geschafft, sein lang gehegter Traum wird wahr. Im schweizerischen Uster wurde im Februar die Wohnungsbaugenossenschaft „Gesundes Wohnen MCS“ gegründet. Deren Ziel ist es, in der gesamten Schweiz baubiologischen Wohnraum zu schaffen. Dieser soll in erster Linie Menschen mit MCS zugute kommen, aber selbstverständlich auch anderen Bevölkerungskreisen. Zur gleichen Zeit sagte die Stadt Zürich zu, dass sie ein MCS Apartmenthaus baut. Zürich handelt zukunftsorientiert und nachhaltig Beim Bau des MCS Hauses wird eine sehr strenge Materialauswahl stattfi nden. Glatte nicht ausdünstende Oberfl ächen aus Naturmaterialen will man statt problematischer chemischer Baumaterialien einsetzen. Durch die beim Bau des MCS Hauses gewonnenen Erfahrungswerte sieht die Stadt Zürich eine hervorragende Chance für zukünftige Baumprojekte der Stadt. Ein Risiko diese 10-12 MCS Apartments zu bauen besteht ohnehin nicht, meinte Arno Roggo Leiter der Liegenschaftsverwaltung, denn die Wohnungen können in jedem Fall vermietet werden, Nachfrage ist da.

Zürich zeigt viel Weitblick, den gesundes Wohnen ist nicht nur ein gegenwärtiger kurzfristiger Trend, sondern, wie in vielen anderen Ländern längst erkannt, bedeutet es Gesundheit und Leistungsfähigkeit, statt Krankheit durch Sick Building’s (kranke Gebäude), und es erhöht die Lebensqualität aller Menschen, die in solchen gesunden Wohnräumen wohnen und arbeiten dürfen.

   * 0,09 € / min aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk max. 0,42 € / min incl. Mwst.

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