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MCS - Multiple Chemical Sensitivity: Die wichtigsten Fakten

Die Abkürzung MCS stammt aus dem Englischen und heißt: "Multiple Chemical Sensitivity". Die Krankheit wurde in den fünziger Jahren von Dr. Theron Randolph in den USA entdeckt. Seit den neunziger Jahren tritt die Krankheit signifikant in allen Bevölkerungsteilen der westlichen Gesellschaft auf. Insbesondere Frauen sind betroffen.


Vorkommen

Verschiedene Studien aus den USA von Personen, die nicht am Arbeitsplatz durch Chemikalien geschädigt wurden, gehen davon aus, dass in der Allgemeinbevölkerung inzwischen 15-30% der Menschen leicht bis mittelmäßig und 4-6% schwer chemikalienintolerant sind. Deutsche Umweltmediziner gehen von einer vergleichbaren Situation hierzulande aus.


Aktuelle Definition Chemikaliensensibilität

Von 89 führenden amerikanischen Wissenschaftlern wurde die vormals häufig angewendete Definition für MCS von Cullen modifiziert und stellt sich wie folgt dar:

1. Die Symptome sind mit (wiederholter chemischer) Exposition reproduzierbar.
2. Der Zustand ist chronisch.
3. Minimale Expositionen (niedriger als vormals oder allgemein toleriert) resultieren in Manifestation des Syndroms.
4. Die Symptome verbessern sich, oder verschwinden wenn der Auslöser entfernt ist.
5. Reaktionen entstehen auch gegenüber multiplen nicht chemischen Substanzen.
6. Die Symptome involvieren mehrere Organsysteme. (1999 ergänzt)

Asthma, Allergien, Migräne, Chronisches Müdigkeit Syndrome und Fibromyalgie stellen keine Ausschlussdiagnose für MCS dar.

Die Symptomatik der verschiedenen Patienten ist genauso unterschiedlich, wie unser genetisches Make-up, unsere Gesamtkörperbelastung und unser Nährstoffstatus, etc. zum Zeitpunkt der Exposition. Die Symptome betreffen mehrere Organsysteme (z.B. cerebrales, respiratives, cardiovaskuläres, gastrointestinales, neurologisches, das muskuloskelettale System, sowie Augen, Nase, Ohren, Haut) und variieren in ihrer Intensität. Häufig beobachtete Symptome sind u.a. Kopfschmerzen, Ohrgeräusche, Schwindel, Erschöpfung, Sehstörungen, Bewusstlosigkeit, Rhinitis, Ekzeme, häufiges Wasserlassen, metallischer Geschmack, Schluckbeschwerden, Übelkeit, Asthma, Depression, Aggression, Verwirrung, Apathie oder Konzentrationsstörungen.


Wie erkenne ich, ob ich chemikaliensensibel bin?


Wenn Sie auf Alltagschemikalien wie z.B. Zigarettenrauch, frische Farbe, Parfum, Benzin, Reinigungsmittel, bei minimalem Kontakt, bei dem andere Menschen nicht reagieren, physische oder psychische Symptome bekommen. Dies reproduzierbar ist und andere Erkrankungen ausgeschlossen wurden, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass Sie chemikaliensensibel sind. In diesem Falle sollten Sie einen kompetenten Umweltmediziner, oder eine erfahrene Umweltklinik zur weiteren Diagnostik und Behandlung aufsuchen.


Diagnostik

Der eindeutigste Beweis zum Vorliegen einer Chemikaliensensibilität liefert ein Doppel-Blind-Provokationstest unter umweltkontrollierten Bedingungen, nachdem der Patient gesundheitlich stabilisiert und sich in einem demaskierten Stadium befindet. Einige führende amerikanische und deutsche Umweltmediziner kombinieren diese Tests mit gleichzeitigem SPECT- Scan des Gehirns, AEP’s (akustisch evozoierte Potentiale), Olfaktometrie und geeignete psychometrische Tests, vor und nach der Provokation, um gleichzeitig die Beeinträchtigung der Hirnleistung zu dokumentieren.
Zusätzlich hilfreich ist die Kontrolle der enzymalen Entgiftungsleistung (Glutathionoxydasen, Katalase, Superoxyddismutase, Cytochrom P450, etc.).


Welche Maßnahmen sind hilfreich bei Chemikaliensensibilität?

  • Vermeiden und reduzieren von Chemikalienexpositionen im Wohnumfeld, auf der Arbeit und in der Freizeit
  • Reduzierung der Gesamtkörperbelastung (Sauna, Ernährung, Kontrolle der Nährstoffstatus)
  • Sanierung des Wohnraumes (keine Teppichböden, behandelte Holzdecken, Vinyltapeten, Polsterbetten, Schaumstoffmatratzen, Presspanmöbel)
  • Schaffung eines Cleanrooms
  • Essen von unkontaminierten biologischen Nahrungsmitteln (Vermeidung von Zusatzstoffen, Farbstoffen, Pestiziden, Fungiziden, Bestrahlung, genmanipulierter Nahrung) möglichst in Rotation und unter Beachtung von Allergien, Intoleranzen und Sensibilitäten
  • Trinken von unkontaminiertem natriumarmem Wasser (gefiltert oder aus Glasflaschen)
  • Tragen von schadstofffreier Kleidung
  • Benutzung eines Luftfilters zuhause und im Auto
  • Tragen von Aktivkohlemasken, oder Airsupply Luftfilter für unterwegs
  • Bei Chemikalienexposition möglichst durch den Mund atmen. Durch die Nase atmen hat einen sofortigen Effekt auf die Hirnnerven. Durch den Mund eingeatmete Chemikalien müssen erst über den Blutstrom zirkulieren und die Bluthirnschranke passieren, bevor sie das Gehirn beeinträchtigen.
  • Viel Aufenthalt an frischer Luft an trockenen Tagen (nicht in der Nähe von Feldern oder Industrie, etc.)
  • Austestung und Desensibilisierung von Allergien, bzw. Sensibilitäten gegenüber Nahrungsmitteln und Inhalationsallergenen (Millertechnik, ohne Konservierungsmittel) durch eine erfahrene Umweltklinik mit Cleanroombedingungen


Aktuelle Infos & Tipps für Betroffene

Wie wird mein Auto tolerabel
Duftstoffe - Wirkung und Vorkommen
MCS - Keine exotische Erkrankung
ICD Code für MCS
Entgiftung toxischer Stoffe

Viele Betroffene haben sich unter dem "Chemical Sensitivity Network" zusammengeschlossen. Unter der Internetadresse erhalten Sie weitere Infos:




Impressum:
Autor: Silvia Müller
Erstellt: Oktober 2004
Literatur/Leitlinien/EBM:
1. Wallace, Nelson, Kollander, Leaderer, Bascom, Dunteman - Indoor air quality and work environment study. Multivariate statistical analysis of
health, comfort and odor perceptions as related to personal and workplace characteristics. US Environmental Protection Agency vol. 4, EPA Headquaters Buildings. Atmospheric Research and Exposure Assessment Laboratory. 1991
2. Bell, Miller, Schwartz, Peterson, Amend - Neuropsychiatric and somatic characteristics of young adults with and without self-reported chemical odor intolerance and chemical sensitivity. Arch Envirn Health. 1996
3. Meggs, Dunn, Bloch, Goodman, Davidoff - Prevalence and nature of allergy and chemical sensitivity in a general population. Arch Environ Health 1996
4. Bell, Schwartz, Amend, Peterson, Stini - Sensitization to early life stress and response to chemical odors in older adults. Biol. Psychiatry. 1994
5. Bell, Walsh, Goss, Gersmeyer, Schwartz, Kanof - Cognitive dysfunction and disability in geriatric veterans with self-reported sensitivity to environmental chemicals. J.Chronic Fatigue Syndrome. 1997
6. Bell, Schwartz, Peterson, Amend - Self-reported illness from chemical odors in young adults without clinical syndromes or occupational exposures. Arch Environ Health. 1993
7. Bell, Schwartz, Peterson, Amend, Stini - Possible time-dependent sensitization to xenobiotics: self - reported illness from chemical odors, foods and opiate drugs in an older adult population. Arch Environ. Health. 1993
8. Kreutzer, Health Investigations branch, Department of Health Services, State of California. 1997
9. Morrow, Ryan, Hodgson, Robin - Alternations in cognitive and psychological functioning after organic solvent exposure. J Occup Med. 1990
10. Maschewsky – MCS und Porphyrinopathien. Zeitung für Umweltmedizin 1996



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