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Pollenallergie

Pollenallergie, woher sie kommt und was hilft.

Pollenallergien gehören zu den am häufigsten vorkommenden Allergien. Millionen leiden jede Saison unter der Einschränkung ihrer Lebensqualität. Die Tendenz ist steigend, vor allem bei der Stadtbevölkerung, was auch mit dem allgemeinen Anstieg der Umweltverschmutzung zusammenhängt.


Der allergische Schnupfen wird im Volksmund auch oft Heuschnupfen genannt, der Fachbegriff ist allergische Rhinitis. Während der eigentliche Heuschnupfen durch Kontakt mit Pollen zeitlich begrenzt, während einiger Monate im Frühjahr oder Sommer auftritt, kann auch ein ganzjähriger, allergischer Schnupfen (periennialer Schnupfen) durch ganzjährig vorkommende Allergene, wie z. B. Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmelpilzsporen, entstehen. Der allergische Schnupfen äußert sich meist durch anfallsweise auftretenden Niesreiz bei Kontakt mit dem Allergen, verbunden mit Fließschnupfen, sowie bei längerem Bestehen durch eine behinderte Nasenatmung.

Zusätzlich können Symptome an den Augen in Form von Rötung und Juckreiz (Konjunktivitis) bestehen, bei längerer Dauer besteht die Gefahr einer Entwicklung von Scheimhautwucherungen an der Nase (Polyposis nasi), die zu einer dauerhaften Behinderung der Nasenatmung führen, sowie die Gefahr asthmatischer Beschwerden.

Gerade die letzteren werden gefürchtet als der so genannte "Etagenwechsel", d. h. als Wechsel der Beschwerden von der oberen Etage Nase auf die untere Etage Lunge. Oft wird von nicht Betroffenen oder Gesundheitspolitikern die Meinung vertreten, der allergische Schnupfen sei vor allem eine Befindlichkeitsstörung und keine schwer wiegende Erkrankung. Dies ist eine Einschätzung, der unbedingt entgegen getreten werden muss. Zum einen konnten Untersuchungen Ende der Sechzigerjahre zeigen, dass durch den allergischen Schnupfen die Konzentrationsfähigkeit deutlich eingeschränkt wird - dies zeigt sich z. B. bei Kindern durch nachweisbar schlechtere schulische Leistungen während der Pollenflugzeit des betroffenen Allergens -; auf der anderen Seite ist aber auch die mögliche Beteiligung der Lungenschleimhaut sehr ernst zu nehmen.

Welche Pollen lösen Allergien aus?


Alle samentragenden Pflanzen produzieren Pollen als Teil ihres Reproduktionszyklus. Pflanzen, deren Pollen Menschen Probleme bereiten müssen:

  • reichlich und weitverbreitet sein
  • Pollen in hoher Quantität produzieren
  • Pollen produzieren, die vom Wind verbreitet werden
  • Pollen produzieren, die leicht genug sind um weit fliegen zu können
  • Pollen produzieren, die spezifische Antigene für Hypersensitivität enthalten

Pflanzen, die leuchtend blühen oder stark duften sind für einen Pollenallergiker, bis auf wenige Ausnahmen, kein Problem. Diese Pflanzen haben relativ "schwere" Pollen, die von Insekten und Vögeln weiterverbreitet werden. Sie fallen zu Boden und bleiben aufgrund ihres Gewichtes liegen. Um vom Wind getragen zu werden, dürfen Pollen nur zwischen 15 und 50 Mikron im Durchmesser sein. Wenn diese winzigen Körner inhaliert werden, dringen sie durch die Nase und dann in die schmalen Kanäle der Bronchien ein und verursachen leichte bis schwere Symptome. Der Schweregrad hängt von der Art der Pollen, sowie dem Sensibilitätsgrad der Person ab. Einige Pollen enthalten bis zu 15 allergene Bestandteile, während andere nur über ein oder zwei verfügen.

Symptome


Die Betroffenen leiden nicht nur unter den signifikanten Symptomen wie Niesen, juckende, laufende Nase und tränende, juckende Augen, sondern auch vielfach unter Erschöpfung, Reizbarkeit, Depressionen, rauem Hals, erhöhte Temperatur, Durchfall, Kopfschmerzen, Irritation, Leistungsabfall, Konzentrationsstörungen, schmerzende Zähne, Druck hinter den Augen, sowie Ausschlag, Kältegefühl, grippeartige Symptome, Krämpfe, geschwollene Lymphknoten, Blasenschwäche, Herzrythmusstörungen oder Panik Attacken. Frauen können unter unregelmäßiger Periode während der Pollensaison leiden, insbesondere während die Unkräuter blühen. Wenn etwa Depressionen als alleiniges Symptom auftritt, ist es sehr schwer diese als Pollenallergie zu diagnostizieren, selbst wenn ein solcher Zusammenhang bereits 1931 durch Dr. Albert Rowe nachgewiesen wurde. Eine Austestung mit der Provokations- Neutralisationstherapie, evtl. mit Videoaufzeichnung hält Prof. Dr. Rapp für eine der besten Möglichkeiten, um einen solchen Zusammenhang zu erkennen.

Wie stelle ich fest, ob ich unter Pollenallergie leide?


Die Wahrscheinlichkeit unter einer Pollenallergie zu leiden ist groß, wenn:

  • Sie jedes Jahr um die gleiche Zeit Symptome entwickeln
  • es Ihnen draußen von 8.00 bis 12.00 Mittag schlechter geht
  • Ihr komplettes Auge juckt
  • die Handschrift und Zeichenfähigkeit sich drastisch verschlechtert oder verändert während der Pollenzeit
  • es Ihnen an windigen Tagen schlechter geht
  • Sie sich an Regentagen besser fühlen
  • Sie sich in Räumen mit Klimaanlage und / oder Luftfilterung besser fühlen
  • es Ihnen nach dem ersten leichten Frost besser geht
Konsultieren Sie auf jedenfall einen Allergologen, wenn die Symptome nicht verschwinden. Der Arzt verfügt über vielfältige Möglichkeiten der Diagnostik.


Was meint der Allergologe mit "Etagenwechsel"?


Bleiben die Ursachen für eine Allergie bestehen, kommt es häufig zu einer Ausweitung der Erkrankung: Aus Heuschnupfen kann beispielsweise Bronchialasthma werden, der Allergologe spricht dann von einem "Etagenwechsel" der Krankheit; sie ist eine Atemwegs-Etage nach unten "gestiegen".

Was hilft bei einer Pollenallergie?


1. Allergenkarenz - Das meiden des Allergens
Luftfilter helfen im Haus eine pollen- und allergenfreie Umgebung zu schaffen. Es sollte unbedingt darauf geachtet werden die Filter in einem regelmäßigen Turnus zu wechseln. Für Aufenthalte im Freien ist für schwer sensible Personen eine Partikelfiltermaske oder der Air Supply Luftreiniger zu empfehlen. Die Fenster und Türen nach außen sollten in der Pollensaison geschlossen bleiben. Nach einem Sparziergang draußen sollte die Kleidung gewechselt und die Haare gewaschen werden. Vor allem während der Pollenzeit sollte darauf geachtet werden, dass sich kein Staub ansammelt. Tägliches Saugen mit einem HEPA Staubsauger, feuchtes Wischen und Staubwischen mit einem feuchten Mikrofasertuch, reduziert die Allergenbelastung.

Ein Urlaub über die Hauptpollensaison am Meer oder im Hochgebirge ist eine große Entlastung für das Immunsystem. Selbst ein Wochenende kann eine wohltuende Linderung verschaffen. Eine Nasenspülung mit Salzwasser beruhigt die Schleimhäute. Einige Umweltmediziner verabreichen Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren, die im Körper eine Antihistamin Wirkung entfalten, um ihren Patienten Beschwerdefreiheit zu verschaffen. Eine langfristige Linderung der Symptome, bzw. Akutsymptome auf bestimmte Pollen kann die Provokations- Neutralisationstherapie erzielen.

Extrem allergische Menschen sollten zusätzlich ihre Nahrung auf Kreuzallergien hin kontrollieren und bestimmte Nahrungsmittel, wie z.B. Honig aus ihrem Speiseplan streichen. Nichtbeachtung von Kreuzallergien, bzw. anderen Nahrungsallergenen, kann den Behandlungserfolg medikamentöser, wie auch homöopathischer Behandlung beeinträchtigen. Gleichzeitig ist ein Abruf der Pollenvorhersage sehr hilfreich, um an Tagen mit hoher Allergen-Belastung einen Aufenthalt draußen zu meiden.

2. Hyposensibilisierung
Eine umfangreiche spezifische Diagnostik und anschließende Therapie ist weiterhin empfohlen. Die Diagnostik und Therapie kann ein Allergologe einleiten. Hier hat sich insbesondere die Hyposensensibilisierung als hilfreich erwiesen. Dabei bekommt der Allergiker die betreffenden Allergene in allmählich steigender Dosis gespritzt, um ihn so gegen den Pollen unempfindlich zu machen.

3. Medikamentöse Behandlung
Die medikamentöse Behandlung dient der akuten Linderung und Vermeidung der Heuschnupfen-Symptome und zur Behandlung der entzündlichen Schleimhautschwellungen. Eingesetzt werden Antihistaminika, DNCG, Ketotifen und Cortison. Auch hochdosierte Vitamine haben sich zum Teil bewährt.


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Impressum:
Autor: Sylvia Kossligk
Erstellt: Januar 2002, überarbeitet Februar 2005
Literatur/Leitlinien/EBM: DGAI/ÄDA/DAAU: Weißbuch der Allergie. Medizin & Wissen, 2004.
Merk, H.F. : Allergologie. Bechtermünz-Verlag, 2000.


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