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Schimmelpilz Allergie

Pilze sind keine Pflanzen, aber auch keine Tiere. Im Reich der Organismen bilden Sie eine eigene Gruppe. Schimmelpilze bestehen aus einem Pilzgeflecht und pflanzen sich mit Hilfe von Sporen fort. Allergien können auf zwei Wegen ausgelöst werden:

  1. Häufig: Aufnahme der Allergene über die Atemwege (beispielsweise bei Schimmelpilzbefall im Bad)
  2. Sehr selten: Aufnahme der Allergene über die Nahrung (in Lebensmitteln, auch im Rahmen von deren Herstellung)

Schimmelpilz-Vorkommen
Schimmelpilze sind in der Luft und im Erdreich über unseren ganzen Globus weitverbreitet. Sie haben keine Saison wie Pollen, sie sind das ganze Jahr über präsent. Schimmelpilze benötigen Feuchtigkeit für ihr Wachstum und zur Sporenausschüttung. Sie wachsen am besten bei Raumtemperatur, oder sommerlich feucht-warmer Witterung. Schimmelpilze schütten daher ihre Sporen vornehmlich nach Regen oder nach Tauwetter aus. Einige lieben die Dunkelheit der Nacht, sie beginnen zwischen 3.00 – 5.00 Uhr morgens mit der Sporenausschüttung.

Schimmelpilzallergien sind vielfältig, aber oft nur gering ausgeprägt. Die wichtigsten Allergie auslösenden Schimmelpilze sind:
  • Aspergillus
  • Mucor
  • Penicillium
  • Fusarium
  • Botrytis
  • Cladosporium
  • Alternaria

Die Belastung durch Sporen dieser Schimmelpilzarten schwankt im Laufe des Jahres (vergleichbar dem Pollenflugkalender):

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Aspergillus x x o o o o o o o o x x
Mucor o o o o o x x x x x x o
Penicillium x x o o o o o o o x x x
Fusarium o o o o o x x x x x o o
Botrytis o o o o x x x x o o o o
Cladosporium + + + + + o x x o + + +
Alternaria + + + + + o x x o + + +

x = starke Belastung
o = mäßige Belastung
+ sporadische Belastung

Verschiedene Nahrungsmittel enthalten Schimmelpilz, z.B. Milchprodukte, Nüsse, Bier, Konservierungs- Farbstoffe, Speisepilze, Hefe.

Schimmelpilze können im Haus in schlecht belüfteten Räumlichkeiten, feuchten Kellern, oder auch in Viehställen entstehen. Sie können auf Papier, Kleidung, Leder, Plastik, Holz, nahezu jedem Untergrund bei entsprechender Feuchtigkeit wachsen.


Symptome
Jeder der Schimmelpilze einatmet, kann sich darauf sensibilisieren und je häufiger man sie einatmet, desto sensibler kann man werden. Schimmelpilz-Sensibilitäten stellen häufig ein unbeachtetes Gesundheitsproblem dar.

Symptome im einzelnen: Hypersensitive Pneumonitis, Dermatitis, Rheuma Beschwerden, chronische Sinusprobleme, Asthma, Verdauungsbeschwerden, Depressionen, bronchitisartige Symptome einschließen. Schwindel, Kopfschmerzen, andauernde Magendarmbeschwerden, Schwellen der Gelenke, Schmerzen in der Muskulatur, selbst Wutausbrüche und Hyperaktivität können schimmelpilzbedingt sein.

 
Diagnostik

Wie erkenne ich, ob ich sensibel auf Schimmelpilze reagiere?

- Geht es Ihnen an feuchten Plätzen schlechter (z. B. Keller, feuchtes Badezimmer, im Wald)?

- Geht es Ihnen von August bis zum harten Frost im Winter schlechter?

- Geht es Ihnen bei Gartenarbeiten (z. B. Gras mähen, Laub kehren, Garten umgraben) schlechter?

- Verschlechtert sich Ihr gesundheitlicher Zustand nach mehreren aufeinanderfolgenden Regentagen?

- Geht es Ihnen schlecht wenn Sie Sauerkraut, Pickles, Bier, Käse, Nüsse oder Essig konsumieren?

- Geht es Ihnen im Haus besser als draußen, vor allem, wenn geheizt ist?

- Geht es Ihnen besser, wenn die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen, oder bei geschlossener Schneedecke?

- Haben Sie eine Penicillinallergie?

Wenn Sie auf eine oder mehrere Fragen mit ja antworten, kann dies auf eine Schimmelpilz-Allergie hindeuten. Fragen Sie Ihren Arzt.


Prävention
Wie vermeide ich schimmelpilzbedingte Sensibilitäten bzw. Allergien?

- Bei Verdacht den Wohnraum durch ein Umweltlabor testen lassen (Petrischalen, Schimmelhund)

- Schimmelpilzbehaftete Stellen ohne Einsatz gefährlicher Fungizide sanieren. Unbedenklich sind z.B. alkoholhaltige Reiniger, fünfprozentige Essigessenz, Borax- oder Sodalösung oder Grapefruchtsamenextrakt.

- Kontaminierte Stellen an Wänden oder Decken am besten komplett abtragen

- Essen Sie keine Reste vom Vortag

- Personen, die bereits hypersensibel auf Schimmelpilze reagieren, sollten es bei feuchter Witterung vermeiden mit offenem Fenster zu schlafen, um einen Eintrag von außen zu verhindern. Ein Luftreiniger mit HEPA- Filtern ist eine große Erleichterung

- Duschkabine oder Duschvorhänge nach dem Duschen sofort trockenreiben

- Teppiche und Teppichböden sind Schmutz- und Schimmelpilzfänger

- Feuchte Keller (über 50% Luftfeuchte) müssen entfeuchtet werden (Luftentfeuchter, Ventilator, Zeolith)

- Keinen Komposteimer im Haus aufbewahren, Müll täglich leeren

- Schimmelpilzbehaftete Gegenstände (Zeitungen, Kleidung, Schuhe, Teppiche, etc.) wegwerfen

- Verwenden Sie keinen Luftbefeuchter

- Verwenden Sie einen Staubsauger mit HEPA- Filter , keine Wassersauger

- Für ständige Wartung und Reinigung von Klimaanlagen (Haus und Auto) sorgen

- Keine Topfpflanzen in der Wohnung aufstellen

- Kein Aquarium

- Kein Feuerholz für offene Kamine im Haus lagern

- Kleidung nach einem Waldspaziergang oder Gartenarbeit waschen, Haare waschen

- Nie feuchte Kleidung oder Wäsche wegräumen, zuerst trocknen

- Büsche und Bäume nicht zu dicht ans Haus wachsen lassen, keine Hausberankung

- Vermeiden Sie Penicillin, wenn Sie hypersensibel auf Schimmelpilze reagieren

- Bei unvermeidbarer Exposition eine spezielle Partikelfiltermaske, bzw. den Airsupply-Luftfilter tragen

- Für manche Hypersensible muss ein Wohnortwechsel erwogen werden. Am sichersten sind Höhenlagen über 1600 m oder Wüstengegenden


Tipps für Schimmelpilz-Allergiker vom Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA) und Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI):

  • Suchen Sie in Ihrem häuslichen Umfeld nach Stellen, an denen sich Schimmelpilze breit gemacht haben. Achten Sie dabei besonders auf das Badezimmer und auf Flecken an den Wänden, vor allem hinter Möbeln.
  • Entfernen Sie alle Schimmelpilze durch sorgfältiges Reinigen mit geeigneten Mitteln, oder tauschen Sie Gegenstände wie schimmelige Tapeten, Duschvorhänge oder Topfblumen ganz aus.
  • Bei großflächigem Pilzbefall der Wände ist eine sachgerechte Sanierung erforderlich. Rufen Sie einen Fachmann zu Hilfe.
  • Sorgen Sie in der Wohnung und im Keller für eine gute Durchlüftung und eine niedrige Luftfeuchtigkeit. Rücken Sie Möbel etwas von den Wänden ab, damit die Luft dahinter zirkulieren kann.
  • Lüften Sie mehrmals täglich, indem Sie Fenster und Türen weit öffnen und für Durchzug sorgen. Im Winter bei trockener Außenluft reichen etwa fünf Minuten, bei Temperaturen ab 5 ° Celsius sollte jeweils eine Viertelstunde gelüftet werden.
  • Lassen Sie verderbliche Nahrungsmittel nicht lange liegen. Entleeren und säubern Sie regelmäßig die Mülleimer mit den Küchenabfällen.
  • Da Schimmelpilze überall vorkommen kann, auch auf vermoderten Blättern, Bäumen und im Erdboden, sollten Schimmelpilz-Allergiker Gartenarbeit meiden.
  • Lassen Sie sich bei einem allergologisch ausgebildeten Facharzt untersuchen und behandeln. Bei einer Allergie gegen den Schimmelpilz Alternaria besteht z. B. die Chance auf Heilung durch Allergie-Impfung mit einem neuen molekular standardisierten Allergen-Präparat.


    Impressum:
    Autor: Sylvia Kossligk
    Erstellt: Januar 2002, überarbeitet Dezember 2004
    Literatur/Leitlinien/EBM: DGAI/ÄDA/DAAU: Weißbuch der Allergie. Medizin & Wissen, 2004.
    Merk, H.F. : Allergologie. Bechtermünz-Verlag, 2000.
    Copyright: PureNature

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