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Gesundheitsgefahren durch Putzmittel

Gesundheitsgefahren durch Putzmittel eindämmen

Der Geruch von Putzmitteln wird von vielen Menschen mit Sauberkeit gleichgesetzt. Unter widrigen Bedingungen kann mancher Raum noch Stunden und Tage danach riechen, was jedoch bedeutet, dass er mit Chemikalien kontaminiert ist.

Zitrus- und Pinienharzdüfte, werden besonders in Bioreinigern eingesetzt. Kaum bekannt ist, dass diese natürlichen Duftstoffe starke Allergie- und Asthmaauslöser sind und für jeden zu sehr ernsthaften Gesundheitsrisiken führen können. Die Gefahren entstehen durch Sekundärschadstoffe, die sich bilden, wenn ätherische Öle, Harze oder Terpene aus Bioreinigern in Kontakt mit Ozon geraten. Dies wurde durch eine Studie der University of California aufgedeckt.


Bedenkliche Chemiecocktails aus der Natur
Über Umweltgefahren durch Chemikalien und ihre Folgen wird jeden Tag in den Medien berichtet. Welche vielen Gefahren im Haushalt durch Alltagsarbeiten wie Putzen entstehen können, bleibt im Dunkeln. Vier Jahre forschte das Team von Prof. Nazaroff von der University of California über Reinigungsmittel, toxische Luftverschmutzung und Ozon. Ein 330seitiger Bericht im Auftrag Umweltschutzbehörde von Kalifornien brachte Aufschluss, dass nicht nur die reinen Putzmittel unter die Lupe genommen werden müssen, sondern auch deren Abbauprodukte. Ganz besonderes Augenmerk wurde auf deren Reaktionen unter normalen Umweltbedingungen gerichtet, ganz wie sie in Alltagssituationen beim Putzen im Haushalt auftreten. Dabei kam zutage, dass neben den chemischen Reinigern gerade auch so genannte „Bioreiniger“, die durch ihren Terpengehalt nach Orangen oder Zitronen „natürlich“ riechen, sehr gefährlich sind. Auch nach „Wald“ riechende Pinienharze fallen unter diese Kategorie. Diese natürlichen Stoffe werden als Lösemittel in Putzmitteln und Biofarben eingesetzt. Obwohl sie generell nicht als giftig gelten, haben sie neben dem allergieauslösenden Potential, die Eigenschaft mit Ozon (aus der Außenluft an heißen Smogtagen, aus Kopieren, Druckern und Ionisatoren) zu reagieren. Durch biochemische Reaktionen beim Kontakt von Terpenen und Harzen mit Ozon entstehen eine Anzahl toxischer Verbindungen wie z.B. dass krebsauslösende Formaldehyd. Zusätzlich entsteht Feinstaub in Konzentrationen, die vom jeweiligen Ozonwert abhängen und sehr beträchtlich sein können.

Reinigungsmittel sind oft „Chemiebomben“
Das konventionelle Putzmittel nicht ohne gefährliche Stoffe sind, kann sich jeder denken, der damit bereits Umgang hatte. Chlor, Ammoniak und künstliche Duftstoffe stechen dem Anwender regelrecht in die Nase. Unter widrigen Bedingungen kann mancher Raum noch Stunden und Tage danach riechen, was bedeutet, dass er mit Chemikalien kontaminiert ist. Dies wiederum kann Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden nehmen.

Fast alle handelsüblichen Reiniger enthalten Glycol Ether, eine farblose entflammbare Lösemittelklasse, die unter verschiedenen Namen im Einsatz ist. Glycol Ether werden besonders wegen ihrem Fett lösenden Potential und starken Reinigungsfähigkeit bevorzugt. Der Geruch ist angenehm bis geruchlos oder scharf, ganz abhängig welche Art Glycol Ether eingesetzt wurde. Am gefährlichsten sind Ethylen Glycol Ether. Das Lösemittel wird hauptsächlich über die Haut und die Atmung aufgenommen. Die Reaktionen darauf reichen u. a. von Augen bis Schleimhautreizung, Schwindel, Erschöpfung, unnatürliche Müdigkeit, Übelkeit, Vergiftungserscheinungen ähnlich wie bei Alkohol, Schädigung der Blutkörperchen und des Knochenmarks.

Wenn Augen- und Nasenirritation beim Kontakt mit Glycol Ether auftreten, ist die Exposition bereits hoch genug, um eine Anämie auszulösen und das Fortpflanzungssystem zu schädigen. (2) Man sollte sich jedoch nicht darauf verlassen, dass Symptome generell sozusagen als Warneffekt auftreten, bevor man überexponiert ist, gaben die amerikanischen Wissenschaftler in ihrem Bericht zu bedenken. Erschwerend kommt hinzu, dass Glycol Ether meist nicht stark riechen, und manche Menschen können deren Geruch ohnehin überhaupt nicht wahrnehmen. Zusätzlich ist der Geruchssinn oft betäubt oder abgestumpft, wenn man den Geruch einige Zeit lang eingeatmet hat.

Gefahren durch Anwendung und Bedingungen
Wenn mehrere Reinigungsmittel zusammengeschüttet werden oder verschiedene Produkte im gleichen Raum zur Anwendung kommen, kann ein gefährliches Chemikaliengemisch entstehen. Wer gleichzeitig Raumsprays verwendet, sorgt für weitere Verstärkung der Schadstoffbelastung seiner Innenraumluft. Ebenso münden Überdosierungen von Putzmitteln in erhöhtes Risiko für den Anwender und alle Personen, die im Nachhinein eine Räumlichkeit benutzen.

Die Bedingungen im Alltag, unter denen Reinigungsmittel zum Einsatz kommen, spielen eine große oft stark unterschätze Rolle bei der Giftigkeit, der auf die Hausfrau einwirkenden Chemikalien. Der Grund hierfür ist, dass manche Reinigungsmittel solche Mengen an bedenklichen und giftigen Substanzen frei setzen, dass sogar die gesetzlichen Grenzwerte für Innenraumluftqualität überschritten werden, wenn man sie auf größeren Flächen in kleinen Räumen anwendet.

Schwindel, Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Augen- und Schleimhautreizungen gehören zu der Palette von ersten Anzeichen, die darauf hindeuten, dass der Körper auf die eingesetzten Chemikalien empfindlich reagiert oder u. U. sogar schon eine Vergiftung vorliegt.

Schadstoffen in Alltagssituationen auf der Spur
Professor William Nazaroff von der University of California in Berkeley äußerte, dass in den vergangenen Jahren der Fokus hauptsächlich auf den großen Schadstoffquellen lag. „Nun müssen wir aus den durch die Studie gewonnenen Erkenntnissen lernen, dass wir auch auf Schadstoffquellen aufpassen, die direkt unter unserer Nase sind, und sie richtig einschätzen“, sagte der Wissenschaftler bei der Präsentation seiner Ergebnisse.

Das Team von Professor Nazaroff stellte im Forschungsverlauf verschiedenste Alltagssituationen nach, ganz so wie sie alltäglich im Haushalt von Hausfrauen entstehen. Diese realistischen Szenarien und die Resultate der Messwerte gaben wertvolle Hinweise, wo Gefahren genau entstehen, die man bei entsprechender Kenntnis dann selbst vermeiden kann.

  • Reinigen in kleinen schlecht belüfteten Räumen, wie Badezimmer, Duschkabinen, Abstellräumen ohne Fenster, gehört zu den Gefahrensituationen, die bei Hausarbeiten täglich entstehen. Bei Berechnung der Emissionen, die ein einziger Reiniger mit Glykol Ether verursacht, der beim Reinigen einer Dusche für nur 15 Minuten benutzt wird, erschraken die Wissenschaftler. Es wurde ein Wert gemessen, bei dem das gesetzliche Expositionslimit für umweltbedingte Gesundheitsgefahren, um ein dreifaches überschritten wurde. Dieses Limit ist normalerweise für eine Stunde Akutexposition angesetzt.
  • Raumsprays, terpen-, oder harzhaltige Reiniger und der gleichzeitige Einsatz eines Ozongerätes (Ionisator) zur Luftverbesserung, produzieren eine Formaldehydexposition, die 25% über den Richtlinien des Staates Kalifornien liegt. Wenn noch weitere Formaldehydquellen, wie Pressspanmöbel, in einem Raum sind, erhöht sich der Wert nochmals.
  • Reinigen mit terpenhaltigen Reinigern, wenn die Ozonwerte draußen hoch sind, ist besonders gefährlich. Eine Situation, die an einem heißen Sommertag nachmittags, vor allem in Großstädten, gegeben ist. Ein zweistündiger Aufenthalt in einer Küche, nachdem sie mit einem einzigen terpenhaltigen Reiniger geputzt wurde, sorgt unter diesen Bedingungen schon dafür, dass man ein Viertel der Grenzwertmenge für Feinstäube einatmet.

Sicherheit beim Hausputz leichtgemacht
Mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen und der richtigen Auswahl von unschädlichen Reinigungsmitteln muss der Hausputz nicht gefährlich sein.

Tipps
  • Einfache chemiefreie Reiniger ohne Duftstoffe, ätherische Öle oder Zitrusterpene einsetzen
  • Nie verschiedene Reiniger zusammenschütten
  • So gering wie nur möglich dosieren
  • Handschuhe tragen
  • Während und nach dem Reinigen lüften
  • Putzlappen, Reinigungsschwämme, durchnässte Papiertücher, etc. sofort auswaschen, an der frischen Luft trocknen lassen, oder wegwerfen. Nie im Raum liegenlassen
  • Keine Ozonisierungsgeräte oder Luftfilter mit Ozon, während oder nach dem Reinigen, einsetzen
  • Nicht bei hohen Ozonwerten mit terpenhaltigen Reinigern putzen
  • Geputzte Räume verlassen und intensiv lüften
  • Kinder und Allergiker aus Putzsituationen und frisch geputzten Räumen fernhalten


Menschen mit Asthma, schweren Allergien oder Chemikaliensensibilität können statt Putzmittel, die bei ihnen Symptome oder Anfälle auslösen, Mikrofaser Reinigungssysteme verwenden.

Bei jedem Einsatz von Reinigungsmitteln, ganz gleich ob chemisch oder natürlich, sollte die Dosis so gering wie nur möglich gehalten werden, denn sie sind im hohen Maße für die Verschmutzung unserer Umwelt und vor allem unserer Gewässer verantwortlich.

Impressum:
Autor
Silvia K. Müller, CSN, Februar 2007

Literatur:
  1. Universitity of California,Berkeley, Pressemitteilung, Indoor Air Chemistry: Cleaning Agents, Ozone and Toxic Air Contaminants, Liese Greensfelder, Media Relations, 22 May 2006
  2. Hazard Evaluation System and Information Service, Fact Sheet Glycol Ether, 2007

PureNature-Redaktion, Februar 2007

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