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Das Schlafzimmer allergenfrei gestalten

Wie man ein Schlafzimmer allergen- und schadstoffarm gestaltet

An Wohlfühlen, Entspannen und angenehmen Schlaf denken die meisten Menschen, wenn sie zum Einrichten eines Schlafzimmer schreiten. Dass diese Attribute viel von einer schadstoffkontrollierten Umgebung abhängen, ist jedoch relativ unbekannt oder: wird oft nicht beachtet? Für jeden Menschen - und für Allergiker und Chemikaliensensible in besonderem Maße ist eine solche Oase wichtig, da sich der menschliche Körper in der nächtlichen Ruhephase regeneriert und neue Reserven für den Tag bildet. Doch was kann man tun?

Der Raum
Generell sollte das Zimmer frei von Chemikalien und Schimmelpilz sein. Hat man Zweifel, ist eine Raumluftanalyse zu empfehlen. Sollte man eine Auswahl unter verschiedenen Räumen treffen können, wählt man am besten einen licht- und luftdurchfluteten Raum, abgewandt von verkehrsreichen Zonen. In einem dunklen muffigen Raum im Erd- oder Kellergeschoss fühlt sich keiner wohl.

Der Raum sollte nicht mit Möbeln und Gegenständen überladen sein. Je weniger, desto sauberer ist die Luft. Warme Farben, schöne Bilder an der Wand, Dekorationsgegenstände aus Porzellan, Stein, Glas oder ähnlichen Materialien sorgen für eine angenehme Atmosphäre.

Welche Baumaterialien sollten im Schlafzimmer zum Einsatz kommen?
- Wände und Decke sollten mit Naturfarben gestrichen werden. Am verträglichsten sind Anstriche aus Kreide-, Kaseinfarbe oder Lehmfarbe
- Als Bodenbelag sind Fliesen, Holzdielen oder Linoleum zu bevorzugen, anstatt schadstoffbelasteter Teppichboden, Laminat oder PVC

Welche Baumaterialien sollte man vermeiden?
- Vinyltapete (PVC), Stofftapeten, Rauhfaser
(oft aus Altpapier und belastetem Recyclingholz hergestellt. Bedruckte Tapeten (Schwermetalle, Lösemittel, Fungizide und andere Chemikalien)
- Latexfarbe
- Terpen- oder harzhaltige Farben, Wachse und Oberflächenversiegelungen
- Fungizidhaltige Antischimmelfarbe
- Teppiche und Teppichboden, da diese Schmutz, Schimmelpilze und Pollen ansammeln und Chemikalien ausdünsten. Anmerkung: Teppichböden mit Wollsiegel müssen mit Mottenschutz (Pestizide, wie z.B: Pyrethroide) ausgerüstet sein, um dieses Siegel zu erhalten.
Falls vorhandener Teppichboden aus Kostengründen nicht entfernt werden kann, sollte man ihn versiegeln, oder mit schwerer Alufolie, mittels Aluklebeband, abdecken. Anschließend kann man Leintücher oder Stoffbarrierenstoff auflegen.
- Behandelte Holzdecken und Holzvertäfelungen (falls vorhanden, auf Holzschutzmittel hin untersuchen lassen) und ggf. versiegeln oder entfernen.
- Zedernholz und Pinie, da mögliche Allergieauslöser. Auch der Geruch wird von vielen nicht vertragen.

Das Raumklima
Ein gesundes Raumklima für Allergiker und Chemikaliensensible erfordert besondere Reinigungsmodalitäten. Das Zimmer sollte mindestens zweimal pro Woche feucht gereinigt werden. Bei Hausstauballergikern ist manchmal sogar tägliches Wischen (feucht, nicht nass) erforderlich, um Symptomfreiheit zu gewährleisten. Alle Dekorationsgegenstände, Möbel, etc. müssen mindestens einmal wöchentlich feucht gereinigt werden.

Was verbessert die Raumluft?
- Wenige Gegenstände im Raum
- Keine Kunstfasern und Kunststoffe
- Häufiges Lüften zu schadstoffarmen Zeiten (früh morgens, abends und an Wochenenden)
- Raumluftfilter mit HEPA Filter (nur Raumluftfilter mit Metallgehäuse verwenden, da Kunststoffe ausdünsten)
- Fenster nachts geschlossen halten (Schimmelpilze strömen um diese Zeit ihre Sporen aus) vor allem bei hausnaher Begrünung
- Fenster während der Pollensaison außer zum kurzen Lüften geschlossen halten und Raumluftfilter einsetzen
- Polstermöbel und - betten bei Hausstaubmilben- oder Stauballergie vermeiden
- Kleider nicht offen, oder auf Kleiderstangen im Raum hängen lassen (chemische Ausrüstung, bzw. Staub und Pollen haften an der Kleidung). Am besten die Kleider außerhalb des Schlafzimmers aufbewahren.

Das Bett
Auf ein schadstoffkontrolliertes Bett ist größten Wert zu legen.
Wie sollte das Bett aussehen?
- Naturmatratze (Baumwolle, Kokos, Latex oder Kapok) entsprechend den Allergien oder Sensibilitäten auswählen. Das Material ggf. vorher austesten.
- Matratzen-, Bettdecken- und Kissenumhüllung aus unbehandelter Baumwolle
- Encasings bei Bedarf um Staub, Pollen, Hausstaubmilben, etc. vom Körper fernzuhalten
- Bett aus unbehandeltem Vollholz oder Metall (Metall nicht bei EMS)
- Bettzeug aus Naturmaterialien (Baumwolle, Seide, Kapok) gewaschen mit duft- und chemiefreiem Waschmittel

Welche Bettmaterialien zu meiden?
- Schaumstoffmatratzen
- Schurwollbettwaren mit Wollsiegel (Mottenschutz, häufig mit Pyrethroiden ausgerüstet)
- Kunstfaser-, Feder-, oder Schaumstoffbettdecken oder – kissen (Federn sind fast immer behandelt, außerdem ein Brutplatz für Milben)
- Bügelfreie Bettwäsche (enthält Formaldehyd)
- Kunststoffmatratzenumhüllungen gegen Hausstaubmilben (unangenehmes Schlafklima, dünsten Schadstoffe aus)
- Heizdecken (Elektrosmog, Ausdünstungen)
- Wasserbetten (Elektrosmog, Ausdünstungen)
- Bettgestell aus Pressspanplatten, behandeltem Holz, etc.

Der Kleiderschrank
Hypersensible Menschen sollten, sofern die Möglichkeit besteht, auf einen Kleider- oder Schuhschrank in ihrem Schlafzimmer verzichten. Auf Kleiderstangen, auf denen die Kleider frei hängen, sollte man in jedem Fall verzichten, da die Kleider mit Pollen und Schadstoffen der Außenluft kontaminiert sind.

Wie sollte der Kleiderschrank aussehen?
- Er sollte aus unbehandeltem Naturholz oder Metall gefertigt sein
- Er sollte frei von Duftstoffen, Pestiziden und Rückständen anderer Chemikalien sein
- Er sollte nur einwandfreie saubere Kleidung enthalten, die frei von jeglichen Duftstoffen und Chemikalien sind
- Die Kleidung sollte möglichst nur aus unbehandelten Naturfasern bestehen
- Für Gerüche und Ausdünstungen einen Zeolithbeutel, oder Aktivkohlefilter auslegen
- Anstatt Schrankpapier Cellophan, Alu- oder Edelstahlfolie, ungewachstes Butterbrotpapier oder Baumwollstoff verwenden
- Lederwaren wie Schuhe, Taschen, Gürtel nur in Metallboxen aufbewahren. Kleinere Accessoires in Gläsern oder Blechdosen.

Was sollte im Kleiderschrank nicht aufbewahrt werden?
- Mottenstrips oder andere Pestizide
- Duftsäckchen, Duftseifen, etc.
- Plastiktüten, Papiermaterial oder Schuhkartons
- Chemisch gereinigte Kleidung
- Schrankpapier (es enthält Chemikalien, ist oft mit Pestiziden behandelt)
- Sämtliche Chemikalien (Schuhcreme, Kosmetika, Medikamente)
- Reinigungsmittel

Was sollte man im Schlafzimmer generell vermeiden?
- Verwendung chemischer Reinigungsmittel oder weißer Schmierseife (ist aus Tierabfällen hergestellt!)
- Raumspray, Duftlampen, Potpourri
- Ätherische Öle
- Parfüm und Kosmetika
- Weichspüler und duftende Waschmittel in der Wäsche
- Pestizidstecker, Mottenstrips, Mottenkugeln, oder sonstige Pestizide
- Haustiere
- Schaumstoffmatratzen
- Üppige Vorhänge (Staubfänger, chem. Ausrüstung)
- Zimmerpflanzen
- Bücher, Zeitschriften
- Plüschtiere (dünsten aus, z.T. Formaldehyd, etc., Hausstaubmilben)
- Trockenblumengestecke, Plastikblumen (Staubfänger, manchmal mit toxischen
Farbstoffen, oder Pestiziden ausgerüstet)
- Funktelefone, Radiowecker, Fernseher, etc. aufgrund ihrer Strahlung und
des Elektrostresses
- Luftbefeuchter
- Raumluftfilter mit Kunststoffgehäuse

Elektrosmog
Die in unserer Umwelt zunehmende Elektrosmogbelastung wirkt sich auf den menschlichen Biorhythmus nachteilig aus. Es gibt bereits viele Menschen, die durch Elektrosensibilität in ihrer Bewegungsfreiheit, Gesundheit und Wohlbefinden eingeschränkt sind. Das Schlafzimmer sollte aus diesem Grunde möglichst strahlungsfrei sein.
Was reduziert Elektrosmog im Schlafzimmer?
- Netzfreischalter
- Baldachin (Faradaysche Käfig) aus Spezialabschirmstoff
- Bettwäsche aus Spezialabschirmstoff
- Abschirmtapete
- Geschirmte Kabel
- Wenige Stromverbraucher
Was sollte nicht im Schlafzimmer sein:
- Handy oder DECT Telefon
- Radiowecker
- Fernseher
- Lampen mit Transformatoren
- Halogenleuchten
- Leuchtstoffröhren
- Elektroheizungen, Nachtspeicher, Radiatoren

Haben Sie alle Punkte beachtet, steht einem erholsamen Schlaf nichts mehr im Wege!


Impressum:
Autor: Silvia Müller
Erstellt: 29.5.2003
Literatur/Leitlinien/EBM:
Rea, Golos: Success in the clean Bedroom, 1992
DGAI/ÄDA/DAAU: Weißbuch der Allergie. Medizin & Wissen, 2000
Merk, H.F. : Allergologie. Bechtermünz-Verlag, 2000


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