Gift-Cocktail in Kinderspielzeug: Gesetze verschärfen, Hersteller in die Verantwortung nehmen

Plastikspielzeug

Nürnberg/Berlin: Zum Auftakt der Internationalen Spielwarenmesse in Nürnberg warf der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) den Herstellern von Kunststoffspielzeug vor, durch mit Schadstoffen belastete Produkte die Kindergesundheit auf Spiel zu setzen. Dieses Spielzeug enthalte häufig hormonell wirksame Stoffe wie Weichmacher, bromierte Flammschutzmittel und Organozinnverbindungen. Die Chemikalien sammelten sich in Kinderkörpern zu einem gefährlichen Giftcocktail an und könnten das fein ausbalancierte Hormonsystem stören. Mögliche Folgen seien Verhaltensauffälligkeiten, Unfruchtbarkeit oder sogar Krebs. Weder die europäische Chemikalienverordnung noch die EU-Spielzeugrichtlinie schützten die Kindergesundheit ausreichend. Selbst das Bundesinstitut für Risikobewertung habe die Spielzeugrichtlinie kürzlich als unzureichend kritisiert.

Richard Mergner, Landesbeauftragter des Bund Naturschutz, dem BUND-Landesverband in Bayern: “Plüschige Teddys, Puppen und Planschtiere sind für unsere Kinder oft gefährliche Lieblinge. Die bisherigen Gesetze bieten nicht genügend Schutz. Hersteller und Händler dürfen nicht vor allem ihren Gewinninteressen folgen, wenn es auf Kosten der Gesundheit der Kinder geht. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner muss handeln: Riskante Chemikalien haben in Spielzeug nichts zu suchen.”

Der BUND warnte insbesondere vor einem “Cocktaileffekt” der hormonellen Chemikalien. Verschiedene Schadstoffe sammelten sich in den Körpern der Kinder an und könnten sich in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken. Grenzwerte für einzelne Stoffe seien dann nutzlos. Auch hier hinke die europäische Gesetzgebung den Erfordernissen hinterher. So habe der europäische Umweltministerrat die Kombinationseffekte von Chemikalien zwar anerkannt. Doch die EU-Kommission wolle bis 2012 erst einmal prüfen, inwieweit die bisherigen Gesetze ausreichend vor den sich addierenden Wirkungen unterschiedlicher Chemikalien schützten.

BUND-Chemieexpertin Sarah Häuser: “Wenn man bedenkt, mit wie vielen Gegenständen aus Kunststoff Kinder täglich in Berührung kommen, kann man sich vorstellen, dass dabei ein ziemlicher Schadstoffcocktail zusammenkommt. Die meisten dieser Stoffe lassen sich im Blut der Kinder nachweisen. Viele Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder Unfruchtbarkeit sind die Folgen des Plastik-Overkills. Dabei gibt es für die Spielzeughersteller genügend Alternativen zu den gefährlichen Stoffen.”

Beim Kauf von Spielwaren empfiehlt der BUND auf unabhängige Prüfsiegel etwa des TÜV Rheinland zu achten. Das europäische CE-Prüfzeichen hingegen sei Verbrauchertäuschung, da es sich die Hersteller selbst verliehen. Insbesondere aus Nicht-EU-Ländern importierte Ware müsse effektiver durch die Zoll- und Länderbehörden kontrolliert werden, bevor sie auf den Markt gelange, forderte der BUND.

Literatur: BUND Pressemitteilung, Gift-Cocktail in Kinderspielzeug: Gesetze verschärfen, Hersteller in die Verantwortung nehmen, 4. Februar 2010

Allergien: Kreuzreaktionen zwischen Tomaten und Pflanzen und Früchten

Tomaten

Allergisch auf  Tomaten?

 

Über Kreuzreaktionen zwischen Früchten, verschiedenen Pollen und Fruchtarten untereinander wurde in der wissenschaftlichen Literatur bereits ausführlich berichtet. Oft sind sie dem Allergiker selbst unbekannt und sorgen für erhebliche gesundheitliche Beschwerden. In einer aktuell erschienen Studie untersuchten Wissenschafter aus Spanien insbesondere Kreuzreaktionen zwischen Tomaten und Pollen, Früchten und Latexextrakt. Sie setzen sich zum Ziel, auch die dabei involvierten Proteine zu identifizieren.

 

Gerade in der Mittelmeerregion treten Allergien auf Tomaten recht häufig auf. Doch auch in unserem Land ist diese Allergie recht verbreitet, weil Tomatenprodukte einen festen Platz in unserer Ernährung haben. So mancher isst Tomate täglich in irgendeiner Form und weißt nicht einmal, dass er darauf allergisch ist, weil er sie verzehrt, ohne eine akute Reaktion zu bemerken.

 

Um herauszufinden, ob Tomatenallergiker Kreuzreaktionen aufweisen, wurden die Studienteilnehmer Bluttests und Hauttest (Pricktest) unterzogen. Man testete sie außerdem auf 10 verschiedene Pollen, 12 Früchte und auf Latex. Es wurde für jedes einzelne Extrakt das IgE ermittelt. Das allergene Profil ermittelte man mittels verschiedener immunologischer Spezialuntersuchungen.

 

Das spanische Wissenschaftlerteam stellte bei den Studienteilnehmern das höchste spezifische IgE auf Gräser  fest. Die meisten Pollenextrakte zeigten eine ähnlich hohe kreuzallergene Kapazität. Beifuss und das weit verbreitete Wiesen-Rispengras waren sehr starke Kreuzallergieauslöser. Bei den Früchten, die mit Tomate korrespondierten, stellten Pfirsich, Kastanie, Melone und Haselnuss die größten Probleme dar. Pfirsich war unter den Früchten insgesamt gesehen der stärkste Allergieauslöser. Die Wissenschaftler stellten keine Kreuzreaktion zwischen Tomate und Latex fest.

 

Allergiker, die auf Tomaten reagieren, sollten diese Kreuzallergene möglichst meiden. Ein umfassender individueller Allergietest kann Aufschluss bringen, welche Pollen und Früchte im persönlichen Fall das größte Problem darstellen und speziell bei Konsum von Tomatenprodukten gemieden werden sollten.

 

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, Dezember 2009

 

Literatur:

López-Matas MA, Ferrer A, Larramendi CH, Huertas AJ, Pagán JA, García-Abujeta JL, Bartra J, Lavín JR, Andreu C, Carnés J., In vitro cross-reactivity between tomato and other plant allergens, Ann Allergy Asthma Immunol. 2009 Nov;103(5):425-31.

Pure Nature wünscht Frohe Weihnachten!

 

Weihnachten-PN

 

 

PureNature wünscht 

ein wundervolles Weihnachtsfest!

Nahrungsmittel-Allergie bei Kindern – Allergisch gegen Weihnachten

Allergiekind

In der Weihnachtszeit haben es Kinder mit einer Allergie auf Nahrungsmittel besonders schwer, denn viele weihnachtliche Leckereien enthalten bedeutende Allergene. Für die meisten betroffenen Kinder sind dies Milch und Eier: 70 Prozent der Kinder mit einer Nahrungsmittel-Allergie reagieren allergisch auf Kuhmilch und 40 Prozent auf Hühnereier.1,2 Weitere wichtige Allergene im Kindesalter sind Erdnüsse, Haselnüsse und andere Nusssorten. Für Kinder mit einer Allergie gegen Milch oder Eier sind viele Backwaren und Süßspeisen tabu. Nussallergiker müssen auf nusshaltiges Gebäck, Nougat und Krokant verzichten.

 

„Wenn ein Kind nach dem Essen bestimmter Nahrungsmittel über Jucken oder Brennen im Mund oder ein Kloßgefühl im Hals klagt oder ein Nesselausschlag, Schwellungen oder Atembeschwerden auftreten, sollte ein allergologisch ausgebildeter Kinder- und Jugendarzt die Auslöser feststellen“, sagt Professor Dr. Albrecht Bufe, Vorsitzender der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie (GPA) und Kinder- und Jugendarzt an der Universitätsklinik in Bochum. Bufe warnt davor, sich bei einer Nahrungsmittel-Allergie auf die Ergebnisse von IgG-Labortests zu verlassen, die im Internet oder in Werbeanzeigen angeboten werden: „Die Tests auf IgG- oder IgG4-Antikörper sind völlig ungeeignet, um eine allergische Reaktion auf bestimmte Nahrungsmittel zu erkennen. Sie spiegeln nur eine normale Immunreaktion wider, die keinen Krankheitswert hat.“ Die deutschsprachigen und europäischen Allergie-Gesellschaften lehnen die Bestimmung von IgG-Antikörpern gegen Nahrungsmittel einstimmig ab.3 Leider lassen sich aufgrund der sinnlosen Testergebnisse immer wieder Patienten auf unnötig einschränkende Diätempfehlungen ein.

 

Laut Professor Dr. Bodo Niggemann, dem Sprecher der Arbeitsgruppe Nahrungsmittel-Allergien der GPA, sind auch andere unkonventionelle Methoden wie Bioresonanz oder Kinesiologie nicht geeignet, um eine Allergie auf Nahrungsmittel festzustellen. Eine seriöse Diagnostik von Nahrungsmittel-Allergien bei Kindern erfolgt durch ein ärztliches Gespräch, bei dem die individuelle Krankengeschichte des kleinen Patienten erfragt wird (Anamnese). Zusätzliche Informationen gewinnt der Allergologe durch den Nachweis spezifischer IgE-Antikörper, durch Haut-Prick-Tests oder – als sicherste Methode – eine orale Nahrungsmittelprovokation, bei der die Patienten unter kontrollierten Bedingungen verdächtige Nahrungsmittel erhalten.

 

„Die Allergie auslösenden Nahrungsmittel müssen strikt gemieden werden. Bei einer solchen Eliminationsdiät ist die Beratung durch eine allergologisch erfahrene Ernährungsfachkraft sehr wichtig, weil für einen Ersatz der fehlenden Nährstoffe gesorgt werden muss“, erläutert Niggemann. Zudem sei nach 12 bis 24 Monaten eine Überprüfung der Ernährungsempfehlungen notwendig, da vor allem kleine Kinder die Allergie auslösenden Nahrungsmittel nach einigen Jahren oftmals wieder vertrügen.4

 

In Deutschland leiden etwa vier Prozent der Kinder an einer Nahrungsmittel-Allergie. Kinder mit Neurodermitis sind allerdings wesentlich häufiger betroffen: Bis zu 30 Prozent der kleinen Neurodermitiker vertragen bestimmte Nahrungsmittel nicht. Ältere Kinder mit einer Pollenallergie haben ebenfalls häufiger Probleme mit bestimmten Nahrungsmitteln, sie leiden an einer so genannten Kreuzallergie. Denn viele pflanzliche Nahrungsmittel enthalten Proteine, die das Immunsystem nicht von denen aus Pollen unterscheiden kann. Eine Kreuzallergie kann bei Kindern mit einer Baumpollenallergie durch den Verzehr von Äpfeln, Mandeln, Hasel- oder Walnüssen und Nougat auftreten. Bei einer Allergie gegen Gräserpollen kann es zu Kreuzreaktionen mit Getreideprodukten oder Erdnüssen kommen.

 

Die Eltern allergiekranker Kinder müssen sehr genau darauf achten, was die Kleinen naschen. Das ist nicht immer leicht, obwohl inzwischen viele Allergene auf Lebensmittel-Verpackungen deklariert sind. Da die Rezepturen der Hersteller sich ändern können, müssen die Zutatenlisten auf den Verpackungen immer wieder sorgfältig gelesen werden. Für Kinder mit einer Nahrungsmittel-Allergie sollten rechtzeitig vor dem Fest allergenfreie Leckereien besorgt werden. Eine gute Alternative für Kinder mit einer Allergie gegen Erdnüsse oder Baumnüsse sind beispielsweise selbst gebackene Plätzchen ohne diese Zutaten.

 

Eine Nussallergie kann langfristig bestehen bleiben. Dagegen besteht bei Kindern mit einer Allergie gegen Milch oder Eier eine sehr gute Chance, dass diese Lebensmittel nach einiger Zeit wieder vertragen werden. „Nahrungsmittel-Allergien bei Kindern bessern sich oft oder verschwinden sogar über die Jahre. Daher ist es sinnvoll, die Allergie in regelmäßigen Abständen zu überprüfen. Hierzu sind am besten orale Provokationstests geeignet“, rät Niggemann.

 

Autor:

Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie, Nahrungsmittel-Allergie bei Kindern,  Hamburg, 30. November 2009.

 

Literatur:

  1. Weißbuch Allergie in Deutschland, 2. Auflage. DGAKI, ÄDA, DAAU (Ring J, Fuchs T, Schultze-Werninghaus G, Hrsg.), Urban und Vogel, München 2004. ISBN 3-89935-182-7 
  2. Lange L, Pädiatrische Allergologie, Sonderheft Nahrungsmittelallergie 2009;12:7-9. 
  3. Kleine-Tebbe, Jörg et al. Keine Empfehlung für IgG und IgG4-Bestimmungen gegen Nahrungsmittel. Leitlinie der deutschsprachigen Allergiegesellschaften (DGAKI, ÄDA, GPA, ÖGAI und SGAI). Allergo Journal 2009;18(4):267-73. 
  4. Niggemann B, Pädiatrische Allergologie, Sonderheft Nahrungsmittelallergie 2009;12:5-7.

Tipps für den Kauf eines ökologischen Weihnachtsbaums

Weihnachtsbäume

 

Weihnachten ganz ohne Weihnachtsbaum können sich die meisten Menschen in unserem Land nicht vorstellen, obwohl sie sich Gedanken um den ökologischen Aspekt machen. Auch um die Gesundheit sorgt sich mancher, weil konventionelle Weihnachtsbäume in Plantage wachsen und mit Pestiziden behandelt werden. Mit den nachfolgenden Tipps kann man Weihnachten mit Baum feiern und ein beruhigtes Gewissen haben: 

 

Es gibt zwischenzeitlich ökologisch zertifizierte Weihnachtsbäume, z.B.von Naturland, FSC, Bioland, Demeter, die dem Käufer garantieren, dass der Baum aus umweltbewusster Baumwirtschaft stammt. Ein Baum von Naturland stammt beispielsweise aus ökologischer Waldnutzung. Die Richtlinien hierfür wurden zusammen mit Robin Wood, BUND und Greenpeace erarbeitet. Es findet kein Kahlschlag, keine Entwässerung, Pestizid- oder Düngereinsatz statt. Die Kulturen für diese Weihnachtsbäume sind innerhalb eines Waldes angelegt, bspw. unter Hochspannungstrassen.

 

Wo es ökologische Weihnachtsbäume gibt, kann man im Internet oder auch in nächsten Bioladen erfahren. Umweltschutzorganisationen raten zusätzlich darauf zu achten eine heimische Art zu wählen um sicherzustellen, dass der Baum keine langen Transportwege hinter sich hat.

 

Eine weitere ökologisch sinnvolle Alternative ist es einen Weihnachtsbaum mit Ballen zu kaufen, den man nach dem Fest wieder in der Natur einpflanzt. Damit der Baum dies schafft, muss man ihn täglich gießen. Er sollte auch nur jeweils für ein paar Stunden im geheizten Innenraum stehen, da er sonst zu sehr geschwächt wird. Außerdem stellt er sich aufgrund der Temperaturen auf Frühling ein und fängt an zu treiben. Wird er dann Anfang Januar in der Natur eingegraben, erfriert er. Deshalb sollte man den Baum bevor es wieder ab in den Winterwald oder den Garten geht, in der Garage oder dem kühlen Keller zwischenlagern. Diese Maßnahme macht es dem Weihnachtsbaum leichter sich an die herrschende Temperatur zu gewöhnen und gibt ihm einen besseren Start.

 

 

Autor: Patty Paris, Dezember 2009

Fachärzte Umweltmedizin warnen vor Schweinegrippen-Impfung bei Risikogruppen

SchweinegrippeimpfungDer „Schweinegrippe-Impfstoff“ ist für Patienten mit chronischen Multisystem-Erkrankungen ungeeignet – hierzu zählen auch die Umweltkrankheiten MCS – Multiple Chemical Sensitivity und CFS – Chronic Fatique Syndrome. Diese Warnung sprach der Deutsche Berufsverband der Umweltmediziner in seiner Pressemitteilung vom 26. 10. 2009 aus: 

 

 

Pandemrix® stellt wegen fehlender Sicherheitsnachweise ein erhebliches Gesundheitsrisiko bei Massenimpfungen dar. Wegen der Haftungsfreistellung des Herstellers durch die Bundesregierung liegt das Risiko von Nebenwirkungen und/oder bleibenden Schäden durch den Impfstoff letztlich beim Patienten.

 

Der Deutsche Berufsverband der Umweltmediziner dbu hat trotz der in den Medien von Seiten der Regierung, des Paul-Ehrlich-Instituts wie des Herstellers geäußerten Unbedenklichkeitsbeteuerungen ernsthafte Bedenken gegen den von der Bundesregierung als einzigem für die breite Massenimpfung gegen die „neue Grippe“ zur Verfügung gestellten Pandemieimpfstoffes „Pandemrix®“ der Fa. GlaxoSmithKline (gsk).

 

Der dbu diskutiert an dieser Stelle weder den medizinischen Nutzen von Impfmaßnahmen im Allgemeinen noch die Notwendigkeit solcher Maßnahmen im bisher eher milden Verlauf der Schweinegrippepandemie.

 

Unsere Kritik richtet sich allein gegen die Pandemievaccine Pandemrix®.

 

  • Es bestehen erhebliche Zweifel an der Wirksamkeit des Impfstoffes: in der Zulassungsphase wurde ein Impfstoff mit einem um 40% höheren Anteil an Virusantigen (5,25 µg) als die jetzt ausgelieferte Vaccine (3,75 µg) getestet. Es besteht noch kein eindeutiger Konsens ob die Impfung einmalig oder zweimalig pro Saison erfolgen soll!!!
  • Es bestehen erhebliche Zweifel an der Unbedenklichkeit des adjuvantierten Wirkverstärkers, da dieser erstmals verwendet wird. Der Impfstoff enthält 27,4 mg AS03, eine Emulsion aus Polysorbat, Squalen und Tocopherol. Ausreichende Studien dazu fehlen, da in der Erprobungsphase als Surrogatkriterium lediglich der Aufbau von Antikörpertitern bestimmt wurde und nicht etwaige Nebenwirkungen.
  • Hersteller wie amtliche Stellen verschweigen, dass Squalen im Gegensatz zur oralen Aufnahme (Squalen ist u.a. als Naturstoff z.B. in Olivenöl enthalten) bei subkutaner oder intramuskulärer Anwendung ein proinflammatorisches immunaktivierendes Immunogen ist.
  • Autoimmunkrankheiten können damit provoziert, bereits bestehende aktiviert werden. Squalen wird mit der Entstehung eines Guillan-Barré-Syndroms (GBS) in Zusammenhang gebracht und gilt heute als der Auslöser des Golf-Krieg-Syndroms (GWS). In Tierversuchen hat Squalen das Krankheitsbild einer rheumatoiden Arthritis ausgelöst.
  • Squalen aus Nahrungsquellen wird im Organismus v.a. in Membranen eingebaut. Eine impfbedingte Bildung von Squalenantikörpern löst an den Membranen chronische Entzündungen aus, die Erkrankungen wie GWS, aber auch degenerative Nervenerkrankungen wie MS, ALS, CIDP und GBS erklären.
  • Die Auslieferung des Impfstoffes in Mehrfachdosenampullen ist obsolet. In Einzeldosenampullen wären Quecksilber haltige Konservierungsstoffe wie das in Pandemrix enthaltene Thiomersal überflüssig. Auch Quecksilber löst erwiesenermaßen Autoimmunkrankheiten aus.
  • Da der Impfstoff weder an Kleinkindern noch an Schwangeren erprobt wurde (Einspruch der Ethikkommission), stellt die Forderung, gerade diese besonders gefährdete Bevölkerungsgruppe in der ersten Impfphase bevorzugt zu impfen, einen unzulässigen Feldversuch dar.
  • Für Umweltpatienten und Immunsupprimierte (z.B. AIDS)  stellt der Impfstoff ein höheres Risiko als die Schweinegrippe selbst dar.
  • Der Hersteller GlaxoSmithKline (gsk) ist laut Vertrag mit der BRD weitgehend von der Haftung freigestellt. Im Falle eines Impfschadens wird der betroffene Impfling statt gegen gsk gegen die Regierung und somit gegen den deutschen Staat klagen müssen, ein im Regelfall aussichtsloses Unterfangen.
  • Um nicht selbst in die Haftungsfalle zu geraten, muss der die Impfung durchführende Arzt den Patienten über alle Risiken der Impfung und des Impfstoffes sorgfältig aufklären. Es empfiehlt sich, diese Aufklärung im Beisein einer Helferin durchzuführen und mit einer Unterschrift vom Impfling bestätigen zu lassen. Die Aufklärung sollte auch die haftungsrechtlichen Besonderheiten umfassen. Auch der Hinweis darauf, dass andere, risikoärmere Impfstoffe in Europa existieren, diese aber wegen einer Fehlentscheidung der Bundesregierung für die deutsche Bevölkerung zur Zeit nicht zur Verfügung stehen, sollte in diesem Aufklärungsgespräch nicht fehlen.

 

Wegen den vorgenannten Gründen gibt der Vorstand des Deutschen Berufsverbandes der Umweltmediziner folgende Empfehlung heraus:

 

Aus allgemeinmedizinischen und umweltmedizinischen Überlegungen heraus rät der dbu dringend von der Durchführung einer Impfung mit Pandemrix® ab!

 

Pressemitteilung des Deutschen Berufsverbandes der Umweltmediziner, Dr.med. Hans-Peter Donate, am 26. 10. 2009, für den Vorstand des dbu, ViSdPG

Ein Meilenstein in der Historie von MCS – Multiple Chemical Sensitivity

Heute ist für Chemikaliensensible ein besonderer Tag. Es erscheint die 3. Auflage eines der renommiertesten Toxikologiebücher. Auf über 50 Seiten legt Prof. Dr. Martin Pall dar, dass MCS eine durch toxische Chemikalien verursachte Erkrankung ist. Mehr noch, er widerlegt die bisher von einzelnen immer wieder künstlich gepushte These, Chemikalien-Sensitivität sei eine Krankheit, die dem Kopf der Erkrankten entspringe.

 

Wir haben für Euch die Pressemitteilung zu diesem wichtigen Buchkapitel übersetzt, es ist ein Meilenstein in der MCS Historie:

 

 

Multiple Chemical Sensitivity – eine Krankheit verursacht durch toxische Chemikalienexposition  

 

M-PallEine bedeutender Artikel über Multiple Chemical Sensitivity wurde am 23. Oktober 2009 von Professor Martin L. Pall als Kapitel XX in einem angesehenen Referenzwerk für Toxikologen, “General and Applied Toxicology, 3rd Edition” (John Wiley & Sons) veröffentlicht. Multiple Chemical Sensitivity (MCS) ist auch als Chemical Sensitivity, chemische Intoleranz und toxisch bedingter Toleranzverlust bekannt, wobei der letzte Begriff die Rolle von Chemikalien als Krankheitsauslöser unterstreicht. Pall’s Veröffentlichung mit dem Titel: Multiple Chemical Sensitivity: Toxikologische Fragen und Mechanismen, basiert auf fünf wichtigen Fakten über MCS:    

 

1. MCS ist eine erstaunlich häufige Krankheit, sogar häufiger als Diabetes. Das stellte sich durch eine Reihe von neun epidemiologischen Studien aus den Vereinigten Staaten und jeweils einer Studie aus Kanada, Deutschland, Schweden und Dänemark heraus. In den Vereinigten Staaten sind schätzungsweise 3,5% der Bevölkerung von schwerer MCS betroffen, eine weitaus höhere Anzahl, mindestens 12% der Bevölkerung, ist mäßig betroffen. MCS ist demnach eine sehr große international auftretende Krankheitsepidemie mit weitreichenden Auswirkungen in Hinsicht auf die öffentliche Gesundheit.  

 

2. MCS wird durch toxische Chemikalienexposition verursacht. MCS Krankheitsfälle werden durch Exposition gegenüber sieben verschiedenen Chemikalienklassen initiiert. Dazu gehören drei Klassen von Pestiziden und die sehr große Klasse organischer Lösungsmittel und verwandter Verbindungen. Ergänzend führen publizierte Studien Quecksilber, Schwefelwasserstoff und Kohlenmonoxyd als Initiatoren an. Von allen dieser sieben Chemikalienklassen wurde in Tierversuchen gezeigt, dass sie eine gemeinsame Reaktion im Körper hervorrufen, und zwar eine übermäßige Aktivität eines Rezeptors, der als NMDA Rezeptor bekannt ist. Weiterhin haben Tierversuche demonstriert, dass bei den Chemikalien, die einer dieser sieben Klassen angehören, die toxische Wirkung durch Medikamente, die die NMDA-Aktivität vermindern, stark reduziert wird. Weil übermäßige NMDA-Aktivität auch nach anderen Studien an MCS beteiligt ist, haben wir jetzt eine überzeugende, bei allen MCS-Fällen gemeinsame Reaktion, die erklärt, wie derartig verschiedene Chemikalien die Krankheit, die wir MCS nennen, hervorrufen können.  

 

3. Die Rolle von Chemikalien als Giften bei MCS wurde durch genetische Studien bestätigt. Vier solcher Studien haben gezeigt, dass Gene, die die Geschwindigkeit der Metabolisierung von an MCS beteiligten Chemikalien bestimmen, die Anfälligkeit, an MCS zu erkranken, beeinflussen. Diese vier Studien wurden durch drei Wissenschaftlerteams in drei Ländern, den USA, Kanada und Deutschland publiziert. Sie haben insgesamt sechs Gene ermittelt, die an der Festlegung der Suszeptibilität für MCS beteiligt sind. Jedes dieser sechs Gene hat eine Rolle bei der Festlegung der Metabolisierungsrate von Chemikalien, die mit MCS in Zusammenhang stehen. Die deutschen Studien von Schnakenberg und seinen Kollegen, die vier dieser sechs Gene einbezog, sind hierbei wegen des extrem hohen Grades an statistischer Signifikanz ihrer Studien besonders überzeugend. Es gibt nur eine Interpretation für die Rolle dieser Gene bei der Festlegung der Suszeptibilität für MCS. Und zwar, dass Chemikalien bei der Initiierung von MCS-Krankheitsfällen als Gifte agieren und dass die Verstoffwechselung dieser Chemikalien zu Formen, die dabei entweder weniger aktiv oder stärker aktiv sind als zu Beginn, deswegen die Wahrscheinlichkeit beeinflusst, ob eine Person an MCS erkranken wird. Es ist daher offensichtlich, dass MCS ein toxikologisches Phänomen ist, bei dem Krankheitsfälle durch eine toxische Reaktion gegenüber Chemikalienexposition verursacht wurden.  

 

4. Wir haben einen detaillierten und generell gut untermauerten Mechanismus für MCS. Dieser Mechanismus erklärt sowohl die hochgradige Chemikalien-Sensitivität, die das charakteristischste Symptom von MCS ist, als auch viele andere Symptome und Kennzeichen dieser Erkrankung. Dieser Mechanismus beruht auf einem biochemischen Teufelskreis, der auch als NO/ONOO-Zyklus bekannt ist, und mit anderen Mechanismen interagiert, die schon vorher als für MCS mitverantwortlich verdächtigt worden waren, insbesondere neuronale Sensibilisierung und neurogene Entzündung. Diese agieren lokal in den verschiedenen Geweben des Körpers, um eine lokale Sensibilität in Regionen des Gehirns und der peripheren Gewebe zu erzeugen, einschließlich der Lungen, des oberen Respirationstraktes, Regionen der Haut und des Verdauungstraktes. Auf Grund dieser lokalen Beschaffenheit, also weil die betroffenen Gewebe sich von einem Patienten zum anderen unterscheiden, unterscheiden sich verschiedene MCS Patienten von einander auch in ihren Sensibilitätssymptomen. Zusätzlich zu den oben diskutierten Belegen, wird dieser generelle Mechanismus durch verschiedene physiologische Veränderungen unterstützt, die bei MCS und verwandten Krankheiten gefunden werden, bei MCS-Tiermodellen, bei objektiv messbaren Reaktionen von MCS-Patienten gegenüber Chemikalien im Niedrigdosisbereich und bei therapeutischen Reaktionen, die bei MCS und verwandten Krankheiten gefunden werden.   

 

5. Seit über 20 Jahren haben einige fälschlicherweise behauptet, MCS sei eine psychogene Erkrankung, die nach deren Sicht durch schlecht definierte psychologische Mechanismen erzeugt wird. Diese Sicht ist jedoch vollständig inkompatibel mit den ganzen Beweisen, die zuvor in dieser Veröffentlichung diskutiert wurden.  Obwohl solche Unvereinbarkeit schon mehr als Grund genug ist, diese psychogenen Behauptungen zurückzuweisen, führt der MCS-Toxikologie Artikel acht weitere schwerwiegende Mängel in den psychogenen Argumentationen auf. Es gibt eine lange Historie falscher Psychogenitätsbehauptungen in der Medizin, während der über Krankheiten wie Asthma, Autismus, Parkinson, Magengeschwüre, Multiple Sklerose, Lupus, interstitielle Zystitis, Migräne und Colitis Ulcerosa behauptet wurde, sie würden durch psychologische Mechanismen erzeugt werden. Der Nobelpreis in Physiologie und Medizin im Jahr 2005 wurde Dr. Robin Warren und Barry Marshall verliehen, weil sie zeigten, dass Magengeschwüre durch eine bakterielle Infektion verursacht werden und nicht psychogenen Ursprungs sind. Es ist nunmehr klar, dass MCS eine physiologische, durch Chemikalienexposition hervorgerufene Erkrankung ist, von der fälschlicherweise behauptet wurde, sie sei psychogen.   

 

Martin L. Pall ist Professor Emeritus für Biochemistry und Allgemeinmedizinische Wissenschaft an der Washington State University  

 

Kontakt: martin_pall@wsu.edu  Webseite: www.thetenthparadigm.org    

 

Übersetzung: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, www.csn-deutschland.de/blog

Wie sieht die Sonne aus?

Nacht-in-Wüste

Klimawandel ist das Thema zu dem heute über 7000 Blogger weltweit für den diesjährigen Blog Action Day Artikel geschrieben haben. Täglich melden die Tageszeitungen neue Belege, dass unser Klima sich immer weiter verschiebt. Die Taten dies zu ändern sind bescheiden. Noch immer sind unsere Handlungen in erster Linie auf Gewinnmaximierung ausgerichtet. Können wir so weitermachen? Wie wird es in der Zukunft sein, was werden die Menschen dann ihren Kindern erzählen? Was werden die Kinder ihre Eltern fragen? Werden sie fragen…

 

Wie sieht die Sonne aus?

 

„Es war einmal vor sehr langer Zeit, man sagt, vor Tausend Jahren. Da war der Himmel blau, die Sonne schien vom Himmel, weiße flauschige Wolken zogen am Himmel entlang und Vogelschwärme zogen ihre Bahnen in der Luft. In den Tälern zwischen den mit Gletschern bedeckten Bergen wuchsen saftige grüne Wiesen, auf denen viele bunte Alpenblumen blühten. Schmetterlinge tanzten in der Luft und an den Waldrändern ästen die Rehe. Die Menschen hatten sich bequeme Häuser errichtet. An warmen Tagen setzten sie sich einfach vor ihr Haus, tranken Kaffee und aßen Kuchen oder sie lasen in ihren Büchern und Zeitungen.“

 

„Das ist aber ein komisches Märchen“, unterbrach Miko die Märchenerzählerin und richtete seine Stirnlampe auf das Gesicht der achtundzwanzigjährigen weißhaarigen Frau, um sie in der Dunkelheit des Untertageklubraumes der unterirdischen Stadt besser sehen zu können.

 

„Wie sieht die Sonne aus? Für was ist sie eigentlich da? Was ist ein blauer Himmel? Was sind Wiesen und …“

 

„Stopp, stopp – Miko. Ich verstehe ja, dass Du viele Fragen hast“, versuchte die Märchenerzählerin den Eifer des blassen Jungen zu beruhigen und fuhr – an alle Kinder gewandt – fort: „Wisst Ihr, die Erde war nicht immer so, wie sie heute aussieht und was ich Euch erzählen wollte, ist ausnahmsweise einmal kein Märchen. Es gab wirklich einmal eine Zeit, da sah es auf der Erde so aus, wie ich eben beschrieb und die Menschen konnten ganz ohne Schutzanzüge sich einfach so vor ihren Häusern setzen. Das war die Zeit, bevor die Erdoberfläche der Erde durch die Schuld unserer Vorfahren unbewohnbar wurde…“

 

Doch Miko hörte die Worte der Märchenerzählerin nicht mehr. Er war vor Erschöpfung eingeschlafen. Seine Eltern hatten kein Geld mehr, um für ihr einziges Kind Wachhaltestimulanzen zu kaufen. Er wird wohl nicht die Prüfung vor dem Großen Planetarischen Rat bestehen, der die Kinder auswählt, die von den ersten überdachten Siedlungen aus, die Erde wieder bewohnbar machen und dort oben Familien gründen sollen. Mikos Eltern hatten sich so sehr gewünscht, dass ihr Kind nicht mehr ein Leben in feuchtheißer Dunkelheit verbringen und mit etwa fünfunddreißig Jahren eines vorzeitigen Todes sterben muss. Nun sind alle Hoffnungen begraben, dass jemals Nachfahren der Familie das Licht der Erdoberfläche erblicken und wie die Menschen früher vor  über tausend Jahren, auf der Erde leben  und dabei über siebzig Jahre alt werden können.

 

Aber wer weiß – es ist immer noch nicht erwiesen, ob die Erdoberfläche wirklich für die Menschen wieder bewohnbar gemacht werden kann… 

 

Blog-Day-1Autor: Gerhard Becker, CSN – Chemical Sensitivity Network, Blog Action Day 2009, Copyright Gerhard Becker

Glutenfreie Ernährung reduziert Knochenprobleme bei Kindern mit Zöliakie

Gesunde, glutenfreie Ernährung ist bei Kindern mit Zööliakie wchtig

 

Zöliakie ist eine angeborene Darmstörung, die durch eine lebenslange Intoleranz gegenüber der Nahrungsaufnahme von Gluten charakterisiert wird. Gluten ist ein Protein, das in Weizen, Roggen und Gerste gefunden wird. Zölliakie kann in jedem Alter eintreten, aber meist tritt die Intoleranz während der frühen Kindheit auf (zwischen dem 9. und 24. Lebensmonat). Häufig wird bei Personen, die unter Zölikakie leiden, eine verminderte Knochendichte festgestellt. Ein aktuell erschienener Artikel in der medizinischen Fachzeitschrift Nutrition Reviews überprüfte die existierende Literatur über das Thema und deckte auf, dass eine glutenfreie Ernährung die Genesung bei Kindern stark beeinflussen kann.

 

Zöliakie kann Knochendichte reduzieren

Metabolisch bedingte Knochenerkrankungen gehören zu den signifikanten und häufig auftretenden Komplikationen bei Zöliakie. Verminderte mineralische Knochendichte kann bei Kindern dazu führen, dass sie nicht in der Lage sind, eine optimale Knochenmasse zu entwickeln, und im Erwachsenenalter zu Knochenschwund. Beides steigert das Risiko, Osteoporose zu entwickeln. Außerdem besteht für Menschen mit Zöliakie ein zusätzliches Risiko für Knochenbrüche.

 

Glutenfreie Ernährung kann zu Genesung führen

Jedoch besteht Evidenz, dass eine glutenfreie Ernährung einen Anstieg der mineralischen Knochendichte rasch fördert. Dies kann zu einer vollständigen Genesung der Knochenmineralisierung bei Kindern führen. Eine glutenfreie Ernährung verbessert die mineralische Knochendichte auch bei Erwachsenen, eine Normalisierung ist dann jedoch selten. Kinder können eine normale Knochenmasse erlangen, wenn die Diagnose und Behandlung vor der Pubertät erfolgten. Dadurch wird auch die Entwicklung einer Osteoporose im späteren Lebensalter verhindert. 

Außerdem scheinen Nährstoffkomplexe, die Calcium und Vitamin D enthalten, die mineralische Knochendichte bei Kindern und Erwachsenen, die unter Zöliakie leiden, zu verbessern.

 

Fazit:

“Unsere Ergebnisse stärken die Wichtigkeit einer strikten glutenfreien Diät, was derzeit die einzige wissenschaftlich erwiesene Behandlung zu sein scheint, die es bei Zöliakie gibt”, sagten die Studienautoren. “Frühe Diagnose und Therapie sind entscheidend, um Komplikationen durch Zöliakie, wie reduzierte Knochendichte, zu verhindern.”

 

Übersetzung: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 10. Oktober 2009

 

Literatur:  Wiley-Blackwell, Gluten-free diet reduces bone problems in children with celiac disease, October 8, 2009

Urteil: Möbel die Chemikalien ausdünsten, müssen zurückgenommen werden – auch nach über einem Jahr

Schlafzimmermöbel gasen Chemikalien aus - Gericht sagt, das darf nicht seinMöbel die Chemikaliengeruch ausdünsten, müssen zurückgenommen werden

Zur Frage, ob ein von Schlafzimmermöbeln über längere Zeit ausgehender unangenehmer Geruch den Käufer zum Rücktritt vom Kaufvertrag berechtigt

Wenn Schlafzimmermöbel auch mehr als ein Jahr nach dem Kauf noch einen unangenehmen Chemikaliengeruch verströmen, dann kann der Käufer vom Vertrag zurücktreten. Dabei ist es ohne Belang, ob die Gerüche auch gesundheitsschädlich sind.

Das entschied das Landgericht Coburg, bestätigt durch das Oberlandesgericht Bamberg, und verurteilte den Verkäufer zur Rückzahlung des Kaufpreises von rund 6.200 €. Der Geruch und die damit verbundene nachvollziehbare Sorge der Käuferin, dass dadurch ihre Gesundheit gefährdet werde, verhindern nach Auffassung der Gerichte einen ungestörten Gebrauch der Schlafzimmereinrichtung.

Sachverhalt

Rund ein Drittel seiner Lebenszeit verbringt der Mensch schlafend, so dass das Schlafzimmer regelmäßig der am längsten genutzte Raum ist. In ihrem Refugium wollte es die Klägerin daher gemütlich haben und kaufte beim Beklagten eine Einrichtung in Esche massiv für rund 6.200 €. Doch auch Monate nach dem Kauf verströmten die Möbel einen unangenehmen Chemikaliengeruch. Die Klägerin monierte das, der Verkäufer konnte aber keine Abhilfe schaffen. Als eine Raumluftanalyse eine auffällige Häufung flüchtiger organischer Verbindungen ergab, trat die Klägerin vom Kauf zurück und klagte auf Rückzahlung des Kaufpreises.

Gerichtsentscheidung

Mit Erfolg, denn das Landgericht Coburg gab ihrer Klage statt. Auch noch 13 Monate nach der Anlieferung ging von der Schlafzimmereinrichtung ein störender Geruch aus. Unabhängig von der Frage, ob es für die organischen Verbindungen einen verbindlichen Grenzwert gibt und dieser überschritten war, eignen sich die Möbel nicht für die gewöhnliche Verwendung, also das Schlafen in dem mit ihnen ausgestatteten Raum, und sind deshalb mangelhaft. Denn auch ohne besondere Vereinbarung kann ein Käufer solcher Möbel erwarten, dass sie geruchsneutral sind oder Geruchsentwicklungen, die wegen der Lackierung unvermeidbar sind, zumindest alsbald nach dem Aufstellen verschwinden.

Fazit

In Schlafzimmermöbeln, die einem buchstäblich stinken, muss man nicht in seine Träume sinken.

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Literatur:

Landgericht Coburg, Wenn das Schlafzimmer dem Käufer stinkt, Pressemitteilung 426/09, 28. August 2009

LG Coburg, Urteil vom 13.5.2009, Az: 21 O 28/09; OLG Bamberg, Beschlüsse vom 13.7. und 7.8.2009, Az: 6 U 30/09; rechtskräftig