Archiv der Kategorie ‘Gesund Leben‘

Wissenschaftlicher Durchbruch könnte Pollenallergikern helfen

Hilfe für Allergiker: Allergengehalt in Pollenextrakten ist zuverlässig messbar

Der Allergengehalt in Präparaten zur Diagnostik und Therapie kann stark schwanken. Das wirkt sich direkt auf Testergebnisse und Behandlungserfolge aus. Nach jahrelanger Forschung ist ein Durchbruch bei der Allergenbestimmung in Pollenextrakten erzielt worden. Auf einer Konferenz des Europäischen Direktorats für die Qualität von Arzneimitteln (EDQM) in Strasbourg stellten Wissenschaftler neue Methoden vor. Damit werden die wichtigsten Allergene in Birken- und Gräserpollen gemessen. Es handelt sich um Eiweißstoffe, auf die Allergiker überempfindlich mit lästigen Beschwerden an Augen, Nase und Bronchien reagieren.

Zur nachhaltigen Behandlung dient die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) mit Allergenpräparaten. Sie enthalten große Mengen vom Polleneiweiß, an die sich das Immunsystem bei wiederholter Gabe langsam gewöhnt. Allerdings ließen sich die Allergenextrakte bisher nicht vergleichen; zu unterschiedlich waren die verwendeten Einheiten, die in Deutschland das Paul-Ehrlich-Institut überwacht. Jetzt können die Hauptallergene, z.B. Bet v 1 aus Pollen der Warzenbirke (wissenschaftliche Bezeichnung Betula verrucosa), zuverlässig bestimmt werden. Prof. Stefan Vieths, Vizepräsident vom Paul-Ehrlich-Institut und Beirat der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) sieht darin einen Durchbruch: “Auf diesen Moment haben die Allergologen lange gewartet”. Sind die Tests erst Bestandteil des Europäischen Arzneibuches geworden, steht auf allen Birkenpollen-Präparaten der genaue Allergengehalt.

Literatur: Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI), Berlin, 16.12.2011

Herbstliche Kürbis-Kartoffelsuppe

Leckere Kürbis-Kartoffelsuppe, leichte Zubereitung

Eine rundum gesunde Suppe, die in einem ausgehöhlten Kürbis serviert, die Familie und Gäste überraschen wird.

Zutaten:

  • 700 g Kartoffeln
  • 300 g Kürbis (Hokaido)
  • 200 g Tomaten, gehäutet
  • 1 Möhre
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • 2 mittelgroße Knoblauchzehen
  • 2 Liter Gemüsebrühe
  • Pfeffer (frisch gemahlen)
  • Salz (Meersalz)
  • 2 Lorbeerblätter oder 1 Chilischote
  • 50 g Crème fraîche oder Sahneersatz „Cuisine Chef Mandeln
  • 1 Handvoll angeröstete Kürbiskerne
  • 2 EL Öl (Kürbiskernöl)

Nehmen Sie möglichst ökologische Zutaten. Bei Allergien lässt sich dieses Rezept leicht abwandeln.

Zubereitung

Der Hokaidokürbis braucht nicht geschält zu werden, nur gewaschen und gewürfelt. Kartoffeln, Tomaten, Möhre, Zwiebel und Knoblauchzehen schälen und würfeln. Zwiebeln und Knoblauch in etwas Olivenöl anbraten. Mit der Gemüsebrühe ablöschen Gemüsewürfel hinzufügen. Mit frisch gemahlenem Pfeffer, Salz und Lorbeerblättern würzen und zugedeckt 20 Minuten köcheln lassen. Die Lorbeerblätter aus der Brühe nehmen und die Suppe mit einem Pürierstab pürieren. Anstatt Lorbeer eignet sich auch eine kleine Chilischote.

Die Suppe nicht mehr kochen lassen, nur warm halten und die Creme fraiche (oder Ersatz) unterziehen. Die Kürbiskerne in der Pfanne anrösten.

Die Suppe in Tellern anrichten, mit Kürbiskernen bestreuen und etwas Kürbiskernöl auf die Suppe träufeln.

Dekorationstipp:

Füllen Sie die Suppe in kleine ausgehöhlte Kürbisse oder in einen recht großen Kürbis. Dekorieren Sie den Tisch mit bunten Herbstblättern oder Kastanien.

Bekannteste Umweltmedizinerin aus den USA besucht Deutschland

Prof. Doris Rapp: Die Ursachen für Umweltkrankheiten müssen endlich realisiert werden

Die Ärztin und Wissenschaftlerin Doris Rapp gehört zu denen, die Umweltmedizin nicht nur praktizieren, sondern für die die Umweltmedizin der wichtigste Lebensinhalt ist. Zwei Wochen weilt die Amerikanerin in Deutschland. Das erneute Zusammentreffen mit der Umweltmedizinerin war äußerst produktiv, und nahezu nebenbei durften wir einen wunderschönen Tag an der Mosel verbringen. Ein kleiner Bericht darüber:

Wissenschaftlerin dokumentiert Umweltkrankheiten

Vor rund 18 Jahren traf ich Prof. Rapp zum ersten Mal auf einem Kongress in Bad Emstal. Es war ein Schlüsselerlebnis gewesen. Bei ihrem Vortrag zeigte die Umweltmedizinerin ein Video über eine Lehrerin, die durch schadstoffbelasteten Teppichboden in der Schule krank wurde. Die Lehrerin wurde während einer Reaktion auf Staub aus dem belasteten Teppichboden gefilmt. Sehr anschaulich wurde dem Betrachter vermittelt, was MCS ist, und wie eine Reaktion abläuft. Ich stand damals ganz am Anfang meiner Erkrankung und hatte ähnliche Reaktionen auf bestimmte Pestizide. Die Lehrerin bekam Schüttelkrämpfe und wurde bewusstlos, ich dachte „meine Güte, das bin ich, das ist wie bei mir, das ist, was du auch hast…“. Nach dem Vortrag sprach ich damals mit Prof. Rapp und es wurde der Beginn eines fortwährenden Austauschs und einer interessanten Freundschaft. Wir trafen uns immer wieder auf Kongressen in Deutschland, Holland, in den USA, besuchten uns gegenseitig in Deutschland und den USA und tauschten uns per E-Mail aus. Als ich sie in Scottsdale besuchte, zeigte sie mir eines ihrer Videoarchive. Tausende Videos von Kindern, die sie behandelt hatte, lagerten dort. Sie zeigten die Patienten während und nach der Therapie und bei Tests auf Nahrungsmittel, Schimmelpilzen, Pollen, Chemikalien oder Hausstaubmilben. Eindrucksvolle Beweise, die keine Zweifel an der Existenz von Umweltkrankheiten und Allergien aufkommen lassen.

Umweltkrankheiten nicht mehr ignorierbar

Für diesen Besuch war die Umweltmedizinerin von Dr. Binz und seiner Frau eingeladen worden. Eigentlich hatten wir uns für einen Ausflug entlang der Mosel verabredet, der vor dem Mittagessen losgehen sollte. Das Wiedersehen war herzlich und kaum hatten wir uns begrüßt, schon tauschten wir bereits Informationen aus und ehe wir uns versahen, waren wir mitten in Planungen für künftige Projekte.

„Ich bin jetzt über 80 und habe keine Kinder, eigentlich brauche ich all das nicht mehr und sollte mein Alter ganz in Ruhe genießen, aber ich sehe, was los ist, und kann einfach nicht schweigen. Wir haben so viele Chemikalien in unserer Umwelt, in der Nahrung, die wir essen, im Wasser, das wir trinken und in der Luft, die wir ständig einatmen. Sie beeinflussen jedes unserer Körpersysteme und das ist nicht mehr zu ignorieren. Fast jeder Zweite in meinem Land hat Krebs, das ist nicht hinnehmbar, “ sagte Doris Rapp.

„Die Politiker und die Öffentlichkeit muss realisieren, welchen Einfluss die Flut der Chemikalien auf uns hat und keiner sollte noch länger sagen, dass wir nicht wissen, woher all die Krankheiten kommen, die immer gehäufter auftreten. Die Beweise sind da. Wir haben Tierversuche, die sie belegen. Deshalb stelle ich als Medizinerin die Frage: „Wie viel muss noch passieren, bis wir die wahren Ursachen zugeben? Ich lasse es auch nicht durchgehen, dass man sagt: „Ja, aber da kann man nichts dagegen tun.“ Doch, denn man kann sich selbst schlau machen und man kann, zur Hölle nochmal, eine ganze Menge tun, “ sagte die über die derzeitige Situation erzürnte Wissenschaftlerin.

Lösungen sind oft sehr einfach

Doch Prof. Rapp ist niemand, der mit der Welt hadert und Lösungen außen vor lässt. Sie ist gerade dabei, ein weiteres Buch zu schreiben. „Es wird ein kleines Buch sein, nur 30 Seiten. Jeder Leser bekommt leicht verständlich aufgezeigt, wie man sein Umfeld gestalten sollte, um gesund zu bleiben. Die Tipps in diesem Buch werden niemanden ein Vermögen kosten, sie sind leicht und ohne großen finanziellen Aufwand umsetzbar. Es wird jedem helfen, der etwas ändern will und möchte, dass sein Gesundheitszustand sich verbessert. Die Medizinerin führt zwei Beispiele an:

„Viele reagieren auf Nahrungsmittel, manche wissen aber nicht auf welche. Teure Tests sind nicht unbedingt nötig. Ich rate, dass die Leute nachdenken, was sie am allerliebsten essen. Nahrungsmittel, auf die sie regelrecht süchtig sind. Erfahrungsgemäß sind das nämlich Nahrungsmittel, die sie jeden Tag essen und auf die sie reagieren. Die Lösung: Weglassen der verdächtigen Nahrungsmittel für eine Woche. Man kann ein Nahrungsmittel nach dem anderen so einem Verträglichkeitstest unterziehen. Das kostet nichts!“

„Manche Menschen wohnen in einem Haus, das mit Schadstoffen belastet ist oder durch Schimmel kontaminiert. Meine Erfahrung ist, dass fünf von sieben Leuten eine Verbesserung ihres Gesundheitszustandes um 70% erfahren, wenn sie sich einen qualitativ hochwertigen Luftreiniger beschaffen, der in der Lage ist mehrere Hundert Chemikalien aus der Wohnraumluft zu filtern. Ein solcher Luftreiniger kostet zwar etwas, aber ich habe nicht selten Patienten gesehen, denen es schon über Nacht besser ging. Es lohnt sich also, sich einen Luftfilter anzuschaffen, wenn man nicht direkt aus der Wohnung ausziehen kann.“

Das neue Buch wird noch in diesem Jahr erscheinen und Prof. Rapp hat mir die Autorisierung erteilt, es ins Deutsche zu übersetzen. Auch für ihre Videos und anderen Bücher gab sie die Genehmigung, diese in unsere Sprache zu übertragen, es beizutragen, dass Allergiker und Chemikaliensensible im deutschsprachigen Raum Wissen und Anleitungen zur Hand bekommen, die ihnen helfen, einen Weg zurück ins Leben zu erhalten.

Ein Ausflug entlang der Mosel

Auf der Fahrt zum historischen Moselweinort Bernkastel, nach Traben-Trabach und zurück nach Trier, sprühte Prof. Rapp vor innovativen Ideen, die wir in den nächsten Monaten realisieren werden und die auch den deutschen Umweltkranken in vielerlei Hinsicht zugutekommen werden.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 12. September 2011

Gazpacho schnell essen – Zutaten verlieren Vitamin C schon während der Zubereitung

Gazpacho nett angerichtet in Tonschale mit Sprossen garniert

Wissenschaftler empfehlen Gazpacho sobald sie hergestellt wurde zu essen

Im Sommer werden Gerichte wie Gazpacho, eine kalte Suppe aus rohem Gemüse, Brot, Olivenöl und Essig, gerne gegessen. Eine neue wissenschaftliche Studie hat ergeben, dass der Vitamin C-Gehalt der Zutaten, sowie der anderen organischen Säuren sich in der zubereiteten Mischung verringert, was bedeutet, dass die kalte Suppe sofort nach der Zubereitung gegessen werden sollte.

Stimmt es, dass Schneiden von Obst und Kochen von Gemüse Vitaminverlust verursachen? Eine neue Studie hat Gazpacho, eine der beliebtesten spanischen Sommergerichte, auf den Gehalt an Vitamin C (Ascorbinsäure und Dehydroascorbinsäure) und andere organische Säuren (Zitronensäure, Oxalsäure, Fumarsäure, Apfelsäure und Glutaminsäure) hin untersucht. Die Wissenschaftler ermittelten den Gehalt von jeder einzelnen Zutat vor der Zubereitung, dann hinterher in der fertigen Gazpacho und anschließend wurde beides miteinander verglichen.

“Wir haben festgestellt, dass die Gazpacho ein niedrigeres Ascorbinsäure / Dehydroascorbinsäure-Verhältnis hatte, als das Gemüse vor der Verwendung”, erklärt Elena María Rodríguez, Co-Autor der Studie, die von der Universität Complutense Madrid und der Universität von La Laguna (Santa Cruz de Tenerife) durchgeführt wurde. Sie fügte hinzu: “Dies deutet darauf hin, dass einiges von der antioxidativen Kapazität der Gemüse verloren geht.”

Die Wissenschaftler stellten bei ihren Untersuchungen fest, dass Paprika von den Zutaten den höchsten Gehalt an Vitamin C besaß, gefolgt von Tomaten, und dann folgte die Gazpacho an sich. Im Allgemeinen enthalten Tomaten und Knoblauch höchste Konzentration organischer Säuren, während Gurken den niedrigsten Gehalt davon aufwiesen. Knoblauch und Zwiebeln besaßen die höchsten Konzentrationen der wichtigsten organischen Säuren, Glutaminsäure und Zitronensäure, sie lagen weitaus höher als bei den anderen Gemüsen.

Die Autoren empfehlen deshalb Gazpacho unverzüglich, sobald sie hergestellt wurde, zu essen, oder “sie richtig zu konservieren, damit das Gemüse seine antioxidativen Eigenschaften beibehält.”

Gazpacho, ein prima Getränk bei Hitze

Gazpacho ist eine natürliche Quelle von Vitaminen (A, C und E), Kohlenhydrate, Phosphor, Eisen, Kalzium, Magnesium, Mangan, Zink, Kupfer, Kalium und Natrium. Die kalte Suppe bietet auch Ballaststoffe und Antioxidantien wie Lycopin, was Tomaten ihre rote Färbung gibt, und Carotinoide. Aufgrund ihres mineralischen Salzgehaltes ist davon auszugehen, dass sie isotonisch wirkt, was Überhydrierung im Sommer verhindert.

Obwohl es Rezepte für jeden Geschmack gibt, enthält Gazpacho in der Regel Brot, Olivenöl, Essig und rohes Gemüse (Tomaten, Paprika, Gurken, Zwiebeln und Knoblauch). Aufgrund ihres geringen Kaloriengehaltes, wird Gazpacho während der heißen Sommermonate normalerweise kalt serviert.

Literatur:

C.M. Verde Méndez, E.M. Rodríguez Rodríguez, C. Díaz Romero, M.C. Sánchez Mata, M.C. Matallana González y M.E. Torija Isasa. “Vitamin C and organic acid contents in Spanish ”Gazpacho” soup related to the vegetables used for its elaboration process”. CyTA – Journal of Food 9(1): 71, mayo de 2011.

Übersetzung: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network

PureNature Online Shop jetzt auch in Spanien

Es ist uns eine große Freude, mitteilen zu dürfen, dass es seit dem 8. Juli 2011 auch in Spanien einen PureNature Online Shop gibt. Spanische Kunden finden dort schon jetzt über 2000 Produkte, die ihnen ein Leben mit Allergien erleichtern und sie dabei unterstützen, umweltbewusst zu leben.

Ein Kundenservice ist bereits seit vergangenem Jahr vor Ort tätig. Unser Repräsentant, Herr David Palma, beantwortet die spanischen Kundenanfragen mit großem Sachverstand und steht in ständigem Kontakt mit seinen deutschen Kollegen, um alle Kundenwünsche und Anfragen zu größter Zufriedenheit zu erfüllen.

Die Übersetzung der Produktbeschreibungen des PureNature Sortiments nahm viele Monate in Anspruch und dauert noch an. Die Mühe hat gelohnt, denn für die spanischen Kunden wird das Einkaufen bei PureNature mit dem Start des Online Shops nun viel einfacher. Die Waren werden vom PureNature Stammsitz in Idar-Oberstein nach Spanien versendet. Die neuen Kunden werden im Monat Juli bei ihrer ersten Bestellung mit portofreiem Versand begrüßt.

Ein herzliches Willkommen nach Spanien, und an dieser Stelle ein großes Dankeschön an David Palma und seine Frau Eva Caballé, ohne die dieses Projekt nicht zustande gekommen wäre!

Alles Gute,

vom gesamtem PureNature Team

 

Schauen Sie herein in den neuen spanischen PureNature Shop: www.purenature.es

 

Achtung Babypuder!

Talkumhaltiger Babypuder kann zur Gesundheitsfalle werden

Auf vielen Wickeltischen steht Babypuder zur Pflege des wunden Popos in Reichweite und oft zugleich griffbereit für das Baby. Die hübschen hellblauen oder rosafarbenen Puderdosen laden Babys zum Spielen und in den Mund stecken ein. Das kann zur Gesundheitsfalle mit Lebensgefahr werden.

Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gab Ende Juni 2011 eine Warnung heraus und spricht sogar davon, dass talkumhaltiger Babypuder verboten werden sollte. Der aktuelle Grund war ein tragischer Unfall, bei dem ein Baby mit einer Puderdose spielte und den Puder einatmete. Eltern sollten ihr Baby schützen, indem sie nur Puderdosen mit absolut kindersicherem Verschluss kaufen oder auf talkumhaltigen Babypuder verzichten und stattdessen Babycreme verwenden.

Das BfR warnt vor Babypuder

Talkumhaltiger Babypuder kann bei Babys und Kleinkindern zu schweren Gesundheitsstörungen führen. Atmet ein Baby oder Kleinkind versehentlich den Puder ein, kann er in die Lunge gelangen und zu Atembeeinträchtigungen bis hin zu schweren Lungenschäden führen, gibt das BfR Eltern zu Bedenken.

„Eine typische Unfallsituation besteht, wenn das Kind zum Wickeln auf dem Rücken liegt, sich die Puderdose unbeabsichtigt über ihm öffnet und der Puder herausrieselt“, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Um zukünftig solche Unfälle zu vermeiden, sollten die Puderdosen entweder auf sichere Verschlusssysteme umgestellt oder talkumhaltiger Babypuder verboten werden.

Babypuder führte zu tragischem Unfall

Anlass für die Empfehlung des BfR, talkumhaltigen Babypuder zu verbieten oder die Dosen mit sicheren Verschlüssen auszustatten, war der schwere Vergiftungsfall eines zweijährigen Mädchens. Das Kind hatte beim Wickeln mit einer verschlossenen Puderdose gespielt, bis sich die Dose öffnete. Der Puder ergoss sich über das Gesicht des Kindes und wurde von ihm eingeatmet. In der Folge musste das Kind mehrere Tage lang intensivmedizinisch behandelt werden.

Über hundert Fälle bekannt

Es ist nicht der erste Zwischenfall, der dem BfR bekannt wurde. Bereits in der Vergangenheit waren dem BfR ähnliche Fälle gemeldet worden. Insgesamt haben für den Zeitraum von 1979 bis 2008 die Giftinformationszentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz 113 Aspirationsunfälle mit Babypuder dokumentiert. In den meisten Fällen waren Kinder im Alter von einem halben bis zu zwei Jahren betroffen. In den dokumentierten Fällen haben die Kinder keine bleibenden Schäden davon getragen.

Babypuder kein Spielzeug

Kleine Mädchen lieben es, ihre Puppen zu wickeln, ganz so wie es die Mutter mit einem kleineren Geschwisterchen macht. Es gibt sogar spezielle Puppen, die „Pipi machen“ und nach frischen Windeln rufen. Auf keinen Fall sollte man für dieses Spielen mit Lerneffekt talkumhaltigen Puder zur Verfügung stellen. Kinder können die Dosierung oft nicht einschätzen und eine Puderdose kann während des Spielens herunterfallen und Puder in größeren Mengen in die Luft freisetzen.

Kinderärzte raten, auf  Babypuder zu verzichten

Nach Ansicht vieler Kinderärzte ist aus medizinischer Sicht die Verwendung von talkumhaltigem Babypuder nicht notwendig. Zur Vermeidung von Aspirationsunfällen empfiehlt das BfR daher, die Puderdosen entweder auf sichere Verschlusssysteme umzustellen oder talkumhaltigen Babypuder zu verbieten.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 29.06.2011

Literatur:

BfR, Talkumhaltiger Babypuder ist ein Gesundheitsrisiko, 20/2011, 27.06.2011

Schwimmhilfen und Schwimmtiere häufig schadstoffbelastet

Toxische Krokodile am Strand

Sie gehören zum Schwimmbad und Strand dazu wie die obligatorische Sonnencreme. Mit den Krokodilen, Delphinen, Schwänen, Walfischen aus leuchtend buntem Kunststoff, all den anderen Schwimmtieren, den orangefarbenen Schwimmärmchen und quietschbunten Schwimmreifen assoziieren wir Sommer und ausgelassene Kinder, die sich beim Spielen im Wasser vergnügen. Neue Schadstofftests konfrontieren uns mit der Gewissheit, dass die meisten dieser Schwimm-Reittiere und Schwimmhilfen immer noch giftige Chemikalien ausdünsten. Einige Hersteller bieten schadstoffkontrollierte Produkte für den Badespaß an, mit etwas Mühe kann der Käufer sie erkennen. Leichter hat es derjenige, der sich vor dem Kauf bei Ökotest oder bei Marktcheck informiert.

Spielzeug, das nach Teer, Mottenkugeln oder Lösungsmitteln riecht

In praller Sonne sind die Lösungsmittel, PAKs und Petrochemikalien aus Schwimmtieren und Schwimmhilfen selbst mit schwacher Nase oft nicht zu überriechen. Sich beim Kauf nur auf die Nase zu verlassen, um sein Kind zu schützen, reicht nicht aus, denn Weichmacher (Phthalate), die ebenfalls als sehr gesundheitsschädlich gelten, kann man nicht riechen. Wer im Internet kauft, hat es schwierig, denn vor allem bei Billiganbietern fehlt die Angabe aus welchem Material oft völlig oder ist unpräzise, indem bspw. nur „stabile Folie“ das Material umschreibt, statt es präzise zu benennen.

Raus aus dem Schlafzimmer!

Schwimmtiere und anderes Spielzeug, das Schadstoffe ausdünsten kann, sollte auf keinen Fall im Schlaf- oder Kinderzimmer aufbewahrt werden. Viele der Schwimmtiere besitzen eine beträchtliche Größe, manche sind eineinhalb Meter groß. Bei geschlossenem Fenster können rasch Schadstoffkonzentrationen entstehen, die die Gesundheit eines Kleinkindes durchaus nach wenigen Stunden oder sogar nach Minuten schädigen können. Ebenso sollte man darauf verzichten, Schwimmtiere in aufgeblasenem Zustand im Auto zu transportieren. In Fahrzeugen ohne Klimaanlage dünsten die teils leichtflüchtigen Chemikalien dieser Plastiktiere enorm aus und können bspw. zu Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Reizungen der Schleimhäute, Atemwegsbeschwerden, extremer Müdigkeit und Aggressivität führen.

Hersteller verpassen den wichtigsten Trend

Dass die bunten Schwimmtiere, die es im Handel gibt, ein Gesundheitsproblem darstellen, ist seit Jahren bekannt. Bei Schadstofftests wurden die Prüflabore immer wieder fündig. Geändert hat sich am Angebot wenig. Viele Anbieter im Internet schreiben nicht einmal dazu, aus welchem Material genau das Schwimm-Reittier hergestellt ist, und die Hersteller achten offenbar mehr darauf, keinen Designtrend zu verpassen, als die Produktion umzustellen. Der wichtigste Trend, schadstofffreie oder schadstoffarme Produkte zu produzieren, wird bislang verpasst.

Schadstoffarme Krokodile, Delphine,…

Noch sind es wenige Anbieter, die gute Produkte für ungetrübten Sommerspaß anbieten. Mit etwas Mühe können gesundheitsbewusste Verbraucher, die ihren Kindern keine Schadstoffe zumuten möchten, jedoch fündig werden.

Worauf man beim Kauf achten sollte:

  • Nur PVC-freie und PAK-freie Badetiere und Schwimmhilfen kaufen
  • Riecht das Badespielzeug stark chemisch oder gar giftig? Nicht kaufen!
  • Auf Siegel achten: BPA-frei, PAK-frei, Phthalat-frei, Weichmacher-frei
  • Bei Ökotest, Marktcheck vorab informieren

Verbraucher sorgen für Badespaß ohne Schadstoffe

Konsumenten haben mehr Einfluss auf das Angebot, als sie vermuten. Deshalb lohnt es beim Einkauf grundsätzlich, sich die Mühe zu machen, gezielt nach schadstofffreien oder schadstoffgeprüften Produkten zu fragen.

Schwimmtiere und Spielzeug, das stark riecht oder durch Gesundheitsbeschwerden auf sich aufmerksam macht, sollte man direkt entsorgen oder zurückgeben. Das Zurückbringen oder zurückschicken von schadstoffbelasteter Ware führt zu besseren Produkten in den Regalen. Je mehr Verbraucher sich die Mühe machen, ein Schwimmtier oder ein anderes Produkt, dass nach Auslüften oder abwaschen noch giftig riecht, zurückzubringen, desto größer wird der Druck auf die Branche, sich zu bessern. Selbst wenn man den Kaufpreis nicht mehr zurück erstattet bekommt, weil das Kaufdatum zu weit zurück liegt, ist die Reklamation solcher schadstoffbelasteten Ware ein Impuls, der seine Wirkung mittelfristig nicht verfehlen kann.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, Juni 2011

Ameisengift im Bioladen?

Pestizide – oft unterschätzt

Es ist schon lästig, wenn Ameisen von draußen plötzlich durch die halbe Küche laufen, am Küchenschrank hochklettern und sich etwas Süßes suchen. Eine solche Ameisenstraße und Ungeziefer im Allgemeinen lösen schnell Panik aus und den Griff zum Gift. Steht keine verstaubte Dose Schädlingsbekämpfungsmittel im Haushaltsschrank oder in der Garage, wird schnell ein Pestizid aus dem Supermarkt oder Baumarkt besorgt. Neuerdings ist Ameisengift sogar in einigen Bioläden erhältlich.

Viele Konsumenten sind zwar bewusster im Umgang mit Pestiziden geworden, doch wie sieht es aus, wenn die Ameisen die Küche durchwandern? Wird in diesem Moment wirklich genau recherchiert, ob das Gift aus der Dose nicht nur die Ameisen killt, sondern möglicherweise auch die eigene Gesundheit? Verharmlosende Beschreibungen und Versprechungen auf der Pestizid-Dose können zu Unterschätzung des Gefahrenpotentials für Mensch und Haustier führen.

Ameisengift, überall frei erhältlich

Im Baumarkt an der Kasse scheint der Sommer eingezogen zu sein. Schädlingsbekämpfungsmittel jeglicher Art zum Töten von Mücken, Ameisen, Wespen, Schnecken und alles was sonst noch unliebsam ist, sind dort in Regalen groß aufgebaut.

Im Supermarkt ist es ähnlich, auch dort ist zur Sommerzeit oft ein großes Regal mit diversen Schädlingsbekämpfungsmitteln vorzufinden. Wer sich mit Pestiziden etwas auskennt, dürfte zusammenschrecken, denn was in den Regalen steht, sind meist Nervengifte. Zu den Inhaltsstoffen gehören u.a. Pyrethroide und Organophosphate, beide Pestizidklassen gelten als sehr gesundheitsschädlich. Für bestimmte Risikogruppen, u.a. Schwangere, Allergiker und Chemikaliensensible besteht erhöhte Gefahr, weshalb deutsche Behörden vor dem Einsatz von Pyrethroiden und Pyrethrum in deren Nähe warnen.

Verbrauchertäuschung durch die Begriff „natürlich“ und „Bio“

Auf manchen der Giftdosen mit dem Inhaltsstoff Pyrethrum, steht gut lesbar „natürliches Bekämpfungsmittel“, „Bio“ oder „aus der Chrysantheme gewonnen“. Keineswegs bedeuten solche Beschreibungen, dass man es mit einem völlig ungefährlichen „Bio-Gift“ zu tun hat. Pyrethrum ist zwar ein aus der Chrysantheme gewonnenes Kontaktinsektizid, doch es ist schon von alters her für seine zuverlässige toxische Wirkung bekannt. Ungefährliche Pestizide mit natürlichen Lockstoffen sind eher selten zu finden.

Neurotoxisches Ameisengift im Bioladen?

Szenenwechsel: „Was haben wir denn da?“, dachte ich, als mein Blick im Bioladen auf dem Weg zum Kühlregal auf ein Sortiment von Schädlingsbekämpfungsmitteln fiel. Kleine handliche Flaschen mit nett aufgemachtem, in Pastellfarben gehaltenem Design. „Na, vielleicht etwas völlig ungiftiges, was man Nachbarn empfehlen kann, wenn sie Probleme mit Ungeziefer haben“, war der zweite Gedanke. Ein Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe auf der Pumpsprühdose mit dem Ameisengift und die Angelegenheit war erledigt. „Natur-Pyrethrum“ stand dort, ein toxisches Nervengift, und das im Bioladen.

Wer Ameisengift kauft, der weiß das! Wirklich?

Die Besitzerin des Bioladens stand unweit, und es war eine gute Gelegenheit, sie auf das Schädlingsbekämpfungsmittel-Sortiment anzusprechen. Auf die sachliche Erläuterung, wie gefährlich für die Gesundheit Pyrethrum sein kann, insbesondere für Kinder, Kranke, Allergiker, Asthmatiker und Haustiere, gab die Bioladen-Besitzerin die Antwort: „Wer Ameisengift kauft, der weiß das“.

Werden Schädlingsbekämpfungsmittel von jedem richtig eingeschätzt?

Genau diese Aussage war letztendlich eine Bestätigung, dass selbst diejenigen, die sich mit Schädlingsbekämpfungsmitteln etwas auskennen sollten, deren Gefährlichkeit völlig unterschätzen.

Auch Natur-Pyrethrum birgt erhebliche Gesundheitsgefahren für Menschen und Haustiere. Katzen können daran sterben. Aus der Toxikologie und Medizin ist bekannt, dass Pyrethrum gesundheitsschädlich ist und Allergien und Asthma auslösen kann. Man verzichtet sicherheitshalber also besser auch auf dieses natürliche Pestizid und versucht es stattdessen mit ungefährlichen Hausmitteln.

Bioläden sollten keine Schädlingsbekämpfungsmittel mit Pyrethrum anbieten. Das Vertrauen der Verbraucher in ihre Bioläden wird durch solche gesundheits- gefährdenden Produkte im Sortiment in Mitleidenschaft gezogen. Die bessere Variante gibt eine amerikanische Bio-Supermarktkette vor, sie verteilt kostenlos kleine Broschüren mit Tipps für giftfreie Schädlingsbekämpfung. Gift und Bioladen, das passt nämlich nicht zusammen.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 20.06.2011

Giftfreier Tipp gegen Ameisen im Haus und Garten:

Eine Tüte Chilisamen im Supermarkt besorgen und mehrere Esslöffel davon in eine Glas mit Öl geben, einige Stunden ziehen lassen und dann an der Tür nach außen entlang träufeln. Diese wirkungsvolle Barriere ist völlig giftfrei und man kann zuschauen, wie die Ameisen eine Kehrtwendung machen.

Tipp für Eür Eilige: Chilisamen mit Öl auf dem Herd erwärmen, damit der für die Schärfe verantwortliche Wirkstoff Capsaicin schneller ins Öl übergeht. Man kann die Chilisamen auch ausstreuen, das hat jedoch den Nachteil, dass sie sich durch Luftzug verteilen.

Kaiserschnitt als Business Idee entdeckt?


Kaiserschnitt oder natürliche Geburt?

Die „Geburt nach Plan“ hat Konjunktur, fast jede dritte Geburt ist ein Kaiserschnitt. Wurde die Schnittgeburt vor Jahren nur als rettende Option bei Mehrlings- oder Komplikationsgeburten angesehen, wird der Kaiserschnitt werdenden Müttern mittlerweile häufig als schmerzfreie Alternative zur natürlichen Geburt offeriert. Was sind die Hauptgründe für den drastischen Anstieg der operativen Geburt? Der Altersanstieg der werdenden Mütter? Oder ist die Geburt nach „Plan“ ein perfider Plan, um Kliniken finanziell und personell über Wasser zu halten?

Gründe für den Anstieg von Kaiserschnittgeburten

Rund ein Drittel aller Geburten erfolgen in Deutschland per Kaiserschnitt, wobei sogar einzelne Bundesländer deutlich hervorstechen. Die KKH-Allianz, als viertgrößte bundesweite Krankenkasse mit über zwei Millionen Versicherten, gab dazu am 10. Mai 2011 folgende Informationen bekannt:

„Die Kaiserschnittquote ist in den neuen Bundesländern deutlich niedriger (27 Prozent) als in den alten Bundesländern (33 Prozent). Spitzenreiter war im vergangenen Jahr Rheinland-Pfalz mit einer Kaiserschnittquote von 38 Prozent. In Sachsen war sie mit 25 Prozent am niedrigsten.

Viele Frauen entscheiden sich heutzutage erst viel später für ein Baby als noch vor ein paar Jahren. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Versichertendaten der KKH-Allianz. Demnach ist die Zahl der werdenden Mütter im Alter von 20 bis 24 Jahren zwischen 2004 und 2010 um 28 Prozent gesunken. Gleichzeitig ist die Geburtenrate der 40 bis 44-Jährigen um 46 Prozent gestiegen.

„Angesichts der steigenden Zahl an Risikoschwangerschaften, zu denen Spätgebärende gehören, beobachten wir seit mehreren Jahren einen Anstieg der Kaiserschnittgeburten“, so Dr. Elisabeth Siegmund-Schultze, Gynäkologin bei der KKH-Allianz.

„Ein Kaiserschnitt kann in vielen Fällen medizinisch notwendig sein, zum Beispiel bei einer Querlage des Kindes oder bei eintretenden Komplikationen wie dem Abfall der kindlichen Herzfrequenz“, erklärt Siegmund-Schultze. Allerdings gibt es auch immer mehr Frauen, die sich ohne entsprechende medizinische Indikation einen Kaiserschnitt wünschen. „Dieser Trend ist problematisch“, sagte die Medizinerin der KKH.

Problematisch und auffällig, denn die medizinischen Einrichtungen in Deutschland und ihre Ausstattung sollten genau das Gegenteil erwarten lassen.

WHO rät nur zu Kaiserschnitt, wenn konkrete Indikation besteht

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht sich für eine Geburt per Kaiserschnitt nur dann aus, wenn eine normale Geburt für das Leben von Mutter oder Kind eine Gefahr bergen könnte. Nach Schätzungen der WHO ist demnach eine Kaiserschnittgeburt nur bei zehn bis fünfzehn Prozent aller Schwangerschaften indiziert. Wünsche von Müttern nach einer Geburt durch Kaiserschnitt stellen keine Indikation dar, vor allem weil normale Geburten heutzutage durch die intensive Betreuung und Überwachung der Schwangerschafts- und Geburtsphase kaum noch Risiken bergen.

Fast jede 3. Geburt in Deutschland ein Kaiserschnitt

Wenn keine Mehrlingsgeburt oder eine schwierige Position des Babys im Mutterleib vorliegt, oder sonstige Komplikationen zu erwarten sind, spricht eigentlich in Deutschland so gut wie Nichts für eine Geburt per Operation. Zumindest, wenn man die positiveren Aspekte für Mutter und Kind abwägt.

Wirft man jedoch einen Blick auf die schwierige Lage, in der sich die meisten Kliniken und Krankenhäuser in Deutschland befinden, gerät man ins Grübeln:

Ein Kaiserschnitt ist im Gegensatz zu einer normalen natürlichen Geburt ein kalkulierbarer Vorgang. Die Mutter geht in der Regel in der 39. Woche ins Krankenhaus und nach einer 60-minütigen Operation ist das Baby da. Bei der dünnen Personalbesetzung, die fast überall herrscht, kommt der Kaiserschnitt daher sehr gelegen. Der genaue Tag und die Stunde der operativen Entbindung kann genau terminiert werden. Dadurch entstehen keine personellen Engpässe wie bei einer personalintensiveren, natürlichen Geburt, weil diese bis zu 12 Stunden dauern kann. Kalkulierbar ist auch die Vergütung einer Geburt. Für eine normale Geburt gibt es im Schnitt 1500€ und für eine Kaiserschnittgeburt rund 3000€, also das Doppelte. Für die eine oder andere Klinik, der finanziell das Wasser bis zum Hals steht, sind diese Aspekte sicherlich verlockend.

Der Wunsch nach einer Geburt ohne Schmerz

Eine Kaiserschnittgeburt auf Wunsch ist in Deutschland in den Kostenplänen der Krankenkassen nicht zur Erstattung vorgesehen. Offiziell wird für die operative Schnittgeburt nur dann gezahlt, wenn sie für medizinisch notwendig erachtet wird. Wie erwähnt, geht die WHO bei 10-15% der Geburten von einer Indikation für einen Kaiserschnitt aus. Ist bei dem verbleibenden Prozentsatz von Müttern die Angst vor dem Geburtsschmerz und Panik für eventuelle Geburtsrisiken der Beweggrund für ihre Entscheidung?

Obwohl das Geburtserlebnis für die Bindung zwischen Mutter und Kind unvergleichbar wichtig ist, wählen werdende Mütter immer häufiger die operative Geburtsvariante. Meist ist es tatsächlich die Angst vor dem Schmerz, den eine natürliche Geburt mit sich bringt. Es ist jedoch ein Irrglaube, dass ein Kaiserschnitt „schmerzfrei“ sei und für Mutter und Kind der komplikationsfreieste Weg. Nach einem Kaiserschnitt ist u.U. mit monatelang andauernden Schmerzen der Operationsnarbe zu rechnen. Diese müssen ohne Schmerzmittel ertragen werden, weil Medikamente das Kind schädigen könnten, wenn es gestillt wird. Noch zwei Aspekte, an die Mütter denken sollten, die möglichweise unschöne Operationsnarbe ist bleibend und die nächste Geburt ist mit größter Wahrscheinlichkeit wieder eine Schnittgeburt, weil mit dem Aufreißen der Operationsnarbe gerechnet werden muss.

Risiken bestehen bei einer Kaiserschnittgeburt wie bei jeder anderen Operation, in diesem Falle für die gebärende Mutter und das Kind. Neben den Komplikationen, wie sie bei jeder Operation z.B. als Narkosekomplikationen auftreten können, sind u.a. auch die Gefahr einer Thrombose und Infektionen gegeben. Plazentaverwachsungen durch Operationsnarben gehören zu den weiteren Risiken, die in Betracht gezogen werden müssen.

Kaiserschnitt, die Folgen für ein Kind können weitreichend sein

Die Risiken für ein Kind, das mit Kaiserschnitt zur Welt kommt, sind weitreichender als lange vermutet. In den letzten Jahren haben Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern neue Erkenntnisse gewonnen, die uns sehr nachdenklich stimmen sollten und dafür sprechen, dass eine natürliche Geburt, wann immer es möglich ist, einer Kaiserschnittgeburt vorzuziehen ist.

Im Juli 2009 veröffentlichten schwedische Wissenschaftler vom renommierten Karolinska Institut, dass eine Geburt per Kaiserschnitt die Erbmasse eines Neugeborenen nachteilig beeinflusst. Für die Forscher war diese neue Erkenntnis eine Erklärung für die Feststellungen anderer Wissenschaftler, die herausgefunden hatten, dass Kinder, die durch Kaiserschnitt zur Welt kommen, im späteren Leben ein höheres Risiko haben an Asthma, Diabetes oder Krebs zu erkranken. Für die Veränderungen der DNA machen die Wissenschaftler aus Stockholm den unnatürlichen und plötzlich eintretenden Geburtsstress verantwortlich. Die DNA der Blutkörperchen, die für das Immunsystem zuständig sind, unterschied sich von der bei Kindern, die auf natürlichem Weg zur Welt kamen. Die Natur hat es so vorgesehen, dass der Geburtsstress langsam aufgebaut wird, was völlig normal und leicht zu verarbeiten ist. Bei der Kaiserschnittgeburt tritt der Stress ohne Vorankündigung ein und ist laut der Wissenschaftler offensichtlich dafür verantwortlich, dass bestimmte Gene aktiviert oder deaktiviert werden.

Die WHO hält Kaiserschnittgeburten noch aus anderen Gründen für nicht harmlos. Daten von mehr als 110 000 Geburten wurden ausgewertet. Über 27% der Babys waren per Kaiserschnitt zur Welt gekommen. Die intensive Analyse der Daten brachte zutage, dass der operative Eingriff, wenn er ohne konkrete Indikation erfolgte, das Risiko, dass die Mutter bei der Geburt verstarb oder schwere Komplikationen auftraten, um rund das Dreifache ansteigen ließ. Wenn der natürliche Geburtsvorgang bereits eingetreten war und es wurde dann ein Kaiserschnitt durchgeführt, erhöhte sich dieses Risiko um den Faktor 14.

Natürliche Geburt statt “Geburt nach Plan”

„Der Natur nicht ins Handwerk pfuschen“, eine alte Redewendung, die man sich bei der Überlegung bezüglich einer natürlichen Geburt oder einer Kaiserschnittgeburt, in den Sinn rufen sollte, wenn keine ernsthafte Indikation besteht. Das Geburtserlebnis, das von ungeheurer Wichtigkeit ist, nicht nur für die seelische Bindung von Mutter und Kind, sollte man sich nicht nehmen lassen. Die Natur hat es so eingerichtet, dass der Geburtsschmerz einfach vergessen und Endorphin ausgeschüttet wird, ein Botenstoff, der ein Glücksgefühl im Körper hervorruft. Der erste Schrei des Babys, der erste Blick auf das Neugeborene, das erste im Armhalten, das sind unvergessliche Eindrücke, die sich keine Mutter nehmen lassen sollte. Sie sind unbezahlbar und sollten keiner Mutter aus anderen Beweggründen, außer einer wirklich konkreten medizinischen Indikation, genommen werden.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 1. Juni 2011

Literatur:

Eine informative Broschüre über das für und wider Kaiserschnitt,

bietet profamilia in Kooperation mit weiteren Verbänden zum downloaden an:

Kaiserschnitt? Ja! Nein! Vielleicht?

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Blitzschnelles Waldbeeren – Eis

Erfrischend, vitaminreich, lecker

Um ein leckeres Waldbeereneis zu zaubern braucht man nicht viel Zeit und die Zubereitung ist denkbar einfach. Das Tollste dabei, man braucht nicht unbedingt eine Eismaschine, es gelingt auch ohne.

Zutaten:

  • 250 g Quark (Mager- oder Halbfettquark)
  • 250 g Waldbeeren gefroren
  • Alternativ 250g gefrorene Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren oder Heidelbeeren
  • Wer es etwas süßer mag: 3-4 Esslöffel Agavendicksaft

Gönnen Sie sich in jedem Fall Biozutaten. Tiefgefrorene Beeren hat jeder Bioladen im Sortiment.

Zubereitung:

Quark und Waldbeeren zusammen in den Mixer geben. Agavendicksaft zufügen. Mixen bis die Masse schön fest ist. Sofort servieren, nicht mehr in den Froster geben.

Alternativ: Die kurz im Mixer vermischte Quark-Beerenmasse in die Eismaschine geben und 10 Minuten verarbeiten. Die Konsistenz wird fester als bei der Mixerversion.

Serviertipp: Eiskugeln mit gefrorenen Beeren und einem Zweig Minze oder Zitronenmelisse garnieren.

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