Archiv der Kategorie ‘Gesund Leben‘

Erstlingsausstattung: Was brauche ich, bevor das Baby zur Welt kommt?

Babyzimmer

Tipps für Babyausstattung und Kinderzimmer

Ist ein Baby unterwegs, sollten die nötigsten Neuanschaffungen spätestens zehn Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin erledigt sein, denn viele Babys warten nicht bis zum errechneten Stichtag. Fängt man früh genug mit der Ausstattung an, hat man auch Zeit genug, schadstofffreie Produkte zu finden und sich zu informieren.

Schon viel früher allerdings kann man eine Spieluhr kaufen und sie dem Ungeborenen vorspielen. Ist das Baby dann da, hat es immer eine vertraute Melodie um sich.

Werdende Eltern hören es nicht so gern, aber am gesündesten fürs Baby und am praktischsten für sie selbst ist es, Kleidung und Möbel gebraucht zu kaufen. Denn neue Kleidungsstücke wie Strampler müssen vor dem ersten Tagen wegen eventuell vorhandener Schadstoffe mehrmals bei der höchsten zulässigen Temperatur gewaschen werden, und neue Möbel enthalten oft gesundheitsschädliches Formaldehyd, das erst nach Wochen oder Monaten ausgedünstet ist. Spezielle Babyflohmärkte bieten eine gute Gelegenheit, etwas Passendes zu finden. Lediglich die Matratze für Stubenwagen oder Bett sollte neu und geprüft schadstofffrei sein, da gebrauchte manchmal mit ungesunden Pilzsporen und Milben belastet sind.

Unsere Liste gibt einen Überblick, was im künftigen Kinderzimmer vorhanden sein sollte und gibt Tipps für eine gesunde Umgebung für das Baby:

Die Kleidung

  • Die ersten Kleidungsstücke können in den Größen 56 bis 68 angeschafft werden. Die Größen geben immer die Körperlänge an.
  • Jeweils sechs Strampler, Bodys, Hemdchen, Höschen, Jäckchen und Strumpfhosen
  • Eine Baumwollmütze
  • Drei Paar Söckchen
  • Für Sommerbabys einen Sonnenhut
  • Für Winterbabys Mütze, Fäustlinge und ein Schneeanzug

Der Wickelplatz

  • Wickeltisch. Statt einer Wickelauflage aus PVC sorgen dicke kochfeste Frottee- oder Baumwolltücher für ein weiches Liegen des Säuglings.
  • Wegwerfwindeln oder 24 Mullwindeln plus einem Paket Windeleinlagen und sechs Windelhöschen
  • Zwei Windeleimer mit Deckel – einmal für Windeln, einmal für verschmutze Wäsche
  • Eine kleine Waschschüssel und mehrere Waschlappen
  • Babybürste, Babynagelschere und Fieberthermometer, eventuell einen Beruhigungssauger und eine Wundcreme

Pflegeprodukte

Bei einer Entbindung im Krankenhaus bekommen junge Eltern meistens genügend Proben von Pflegeprodukten, um die ersten Tage gut zu überstehen. Besser als parfümierte Produkte sind jedoch duftfreie Cremes und Babyöle, weil Duftstoffe irritieren, z.T. toxisch sind und Allergien auslösen können. Auch die Mutter sollte in der Stillphase auf Parfüms und Duftstoffe verzichten, damit das Baby sie am Eigengeruch erkennen kann und beide keinen unnötigen Chemikalien ausgesetzt sind.

Für Babys Hunger

Babys sollten außer Muttermilch nur ökologische Nahrung erhalten, um ihre Entwicklung zu unterstützen. Kunststoffe zum Aufbewahren von Babynahrung und Fläschchen, Nuckeltassen aus Hartkunststoff sind fast ausnahmslos mit BPA gelastet, einer Chemikalie, die das Hormonsystem des Kindes beeinflusst. Glas gilt bislang als sicherste Alternative.

  • Sechs Glasflaschen mit Saugern für Milch und Wasser oder Tee – zum Säubern Flaschen- und Saugerbürste
  • Ein Paket Säuglingsnahrung für Neugeborene
  • Ökologischen Fenchel-, Anis- oder Kümmeltee im Teebeutel oder lose zum Aufgießen. Spezielle Kindertees sind nicht nötig.
  • Ein Stillkissen gibt stillenden Müttern Unterstützung beim entspannten Halten des Babys.

Das Kinderzimmer

Das Kinderzimmer sollte einfach ausgestattet sein und die Materialauswahl muss sehr sorgfältig getroffen werden. Ein Zimmer für ein Baby darf nicht „neu“ riechen, wenn es riecht, kann man sicher sein, dass Schadstoffe oder Allergene die Raumluft belasten und darauf reagieren Babys nicht nur empfindlich, es kann sogar ihre Gesundheit nachhaltig schädigen.

  • Kein Teppichboden, stattdessen Holzdielen, Kork oder Fliesen mit einem Baumwollteppich auslegen
  • Ökologische Wandfarbe ohne Citruszusätze, besser ist Kreidefarbe, Lehmputz oder Kaseinfarbe
  • Warme Farbtöne wählen, das wirkt wohlig auf das Kind
  • Keine Berge von Spielzeug im Zimmer aufbauen, stattdessen nur wenige Kuscheltiere aus waschbaren, geprüften Materialen

Der Schlafplatz

  • Wiege, Stubenwagen oder Bettchen mit Matratze
  • Zur Jahreszeit passende Zudecke und ein Nestchen
  • Sommer- oder Winterschlafsack
  • Himmel bei Bedarf
  • Drei Garnituren Bettwäsche und einen Nässeschutz für die Matratze in zweifacher Ausführung

Mit dem Baby unterwegs

  • Babyschale fürs Auto. Beim Transport auf dem Beifahrersitz unbedingt den Beifahrer-Airbag deaktivieren.
  • Kinderwagen plus Matratze und Decke, im Sommer plus Sonnenschirm. Wer viel mit dem Auto unterwegs ist, sollte darauf achten, dass sich der Kinderwagen gut und einfach verstauen lässt.
  • Wickeltasche mit Ersatzwindeln, Reinigungs- und Pflegeprodukten sowie Wechselkleidung.

Herbizid-Verbot: Unkrautvernichter auf Pflaster und Wegen verboten

Herbizide-im-GartenGift ums Haus und im Garten schadet der Umwelt und der Gesundheit

Noch immer kann man in der warmen Jahreszeit Personen sehen, die mit der Giftspritze den Gehweg oder die Einfahrt an ihrem Haus von Unkraut befreien. Was die wenigsten wissen: Das ist verboten und kann richtig teuer werden. Wer zuwider handelt, muss mit einem Bußgeld in Höhe bis zu 50 000 Euro rechnen. Sich an das Verbot zu halten ist nicht nur wegen der Geldstrafe sinnvoll, sondern auch um die Gesundheit und Umwelt zu schonen, denn chemische Unkrautvernichter sind für beides sehr schädlich. Eine ganze Reihe von Unkrautvernichtern ist sogar krebserregend und steht teils wegen der Gefahr für Gesundheit und Umwelt auf der Liste für ein generelles Verbot. Jeder, der trotzdem solche giftigen Mittel benutzt, sollte bedenken, Herbizide werden bei der Anwendung zwangsläufig eingeatmet und mit den Schuhen ins Haus getragen. Eine erhebliche Gefährdung stellt die Anwendung von Unkrautvernichtern auch für Haustiere dar, insbesondere für Katzen, die ständig ihr Fell lecken.

Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen teilt mit:

Ob Wegerich, Löwenzahn oder Sternmoos: In der Pflasterfuge am Hauszugang, in der Garagenzufahrt oder auf der Terrasse blüht es wie im Garten – sehr zum Leidwesen des Eigentümers. Der feuchte Sommer hat die Pflanzenvegetation in den Spalten und Fugen der befestigten Wege stark begünstigt.

Pestizide, Herbizide, Fungizide verboten

Wenn der optische Eindruck unordentlich ist, rückt manch einer den jungen Pflänzchen mit Chemie zu Leibe. Was viele immer noch nicht wissen: Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf Bürgersteigen, Gehwegen, Hofflächen, Zufahren oder ähnliches ist durch das Pflanzenschutzgesetz verboten, teilt der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen mit. Dieses grundsätzliche Verbot gilt auch für Hausmittel wie zum Beispiel Essigreiniger oder Salzwasser. In dem Augenblick, in dem diese Hausmittel zur Unkrautvernichtung eingesetzt werden, sind sie Pflanzenschutzmittel. Auch hier droht bei ungenehmigtem Einsatz ein Bußgeld in Höhe bis zu 50 000 Euro.

Verbot wegen Verseuchung der Gewässer

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist nur auf Flächen erlaubt, die land- oder forstwirtschaftlich sowie gärtnerisch genutzt werden. Weil die Mittel zur Unkrautbekämpfung häufig auf Flächen eingesetzt werden, von denen kein Oberflächenwasser versickern kann und dann über die Kanalisation entwässert werden, ist es hier verboten. Auch ein biologischer Abbau im Boden ist auf diesen Flächen nicht möglich. Wird etwa auf einem Gehweg oder einer Garageneinfahrt mit Plattenbelag ein Herbizid aufgebracht, kann das Mittel in die Kanalisation gelangen und den Wasserwerken große Probleme bereiten. Im Interesse des Wasser- und Umweltschutzes empfiehlt der Pflanzenschutzdienst, gegen unerwünschten Bewuchs mit mechanischen oder thermischen Methoden, wie Hacken oder Kratzen, Hochdruckreiniger oder Abflammgeräten vorzugehen. Das schont die Umwelt und den Geldbeutel.

Ausnahmen nur im Einzelfall möglich und müssen beantragt werden

Das Herbizidverbot gilt für alle nicht landwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Flächen, also für Industriegelände, Bahngleise oder kommunale Flächen, wie Marktplätze oder Friedhofswege. Wer dafür verantwortlich ist, dass Gehwege verkehrssicher sind, wie Kommunen oder Firmen, kann eine Ausnahmegenehmigung von diesem Verbot erhalten.

Tipps zur giftfreien Entfernung von Unkraut

Wege und Einfahrten sehen schnell unordentlich aus, wenn Unkraut aus allen Ritzen herauskommt. Wer kein Naturfreak ist, stört sich vielleicht daran oder möchte keine Blicke von den Nachbarn ernten. Man kann Unkraut auf Wegen, Terrassen, Einfahrten und dem Bürgersteig auch ohne Gift loswerden.

  • Nach dem Regen lässt sich Unkraut leicht aus Ritzen und Fugen mit der Hand ausreißen
  • Bei größeren Flächen kann man die Fugen mit einem Ritzenkratzer, einer Drahtbürste (gibt es jetzt auch mit langem Stiel) oder einem Spaten nach dem Regen leicht unkrautfrei bekommen
  • Sehr effektiv ist ein Hochdruckreiniger, es gibt sie auch zum Ausleihen im Baumarkt
  • Für kleine Flächen bietet der Gartenbedarf raffinierte Fugenkratzer

Autor: Silvia K. Müller, CSN-Chemical Sensitivity Network, Juni 2010

Literatur: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Unkrautvernichter auf Wegen verboten, 30. 4. 2007

Sorbet als Dessert oder Zwischengang

Avocado-Sorbet

Für Feinschmecker: Avocado-Sorbet

Ein Rezept für ein wirklich ausgefallenes Sorbet, das als Dessert oder auch als raffinierter Zwischengang serviert werden kann . Die Zubereitung ist kinderleicht und man braucht kaum Zeit dazu, so dass auch unverhofft eintreffende Gäste überrascht werden können.

ZUTATEN:

  • 2 reife Avocados (schön reif)
  • 3 Orangen
  • 4-5 Löffel Agavendicksaft
  • 2 Zitronen
  • 400ml Wasser
  • 1 Prise Salz

Nehmen Sie möglichst Biozutaten, das schmeckt intensiver und Sie vermeiden Pestizidbelastung.

ZUBEREITUNG:

Die Avocados schälen und vom Kern befreien. Das Fleisch pürieren. Dazu kann man den Pürierstab oder einfach eine Gabel nehmen. Mit dem Saft der Zitrusfrüchte beträufeln, den Agavendicksaft, das Salz und das Wasser hinzugeben. Die Masse in die Eismaschine füllen, Zubereitungszeit ca. 30 Minuten. Sollte noch ein Rest des Sorbets übrigbleiben, kann man diesen im Froster ungefähr zwei Wochen lang aufbewahren, ohne dass vom Geschmack verloren geht.

SERVIER-TIPP:

Nehmen Sie hübsche Gläser und geben Sie eine dicke Kugel des Avocado Sorbets hinein. Den Glasrand können Sie mit einer Salzkruste versehen (Glasrand in Wasser tauchen und kurz in Salz eindrücken). Dekorieren Sie die Sorbetkugel mit ein paar dünnen Streifchen Zitronenschale und einem Zweig Minze oder als korrespondierenden Farbtupfer mit einer roten oder grünen Chillischote.

Viel Spaß und gutes Gelingen!

Bienen, Wespen auf natürliche Weise fernhalten auf Terrasse und Balkon

Wespe

Die warme Jahreszeit ist wunderbar dazu geeignet, einen Teil des Lebens nach draußen zu verlagern. Die Terrasse, der Garten und der Balkon ersetzen oft schon zum Frühstück das Wohn- und Esszimmer. Ein unvergleichbarer Morgenbeginn, wenn man die ersten Sonnenstrahlen genießend das Frühstück draußen in der Natur einnehmen kann. Leider sind auch schnell Plagegeister präsent, denn Wespen und Bienen riechen schon von Ferne die leckeren Sachen auf dem Terrassentisch. Das kann auch gefährlich sein, wenn sie unbemerkt in ein Glas fliegen oder sich unter ein Nahrungsmittel setzen, das man in den Mund schiebt.

Tipps und Hausmittel gegen Wespen und Bienen auf Terrasse und Balkon

  • Keine offenen Marmeladengläser oder Süßes auf dem Tisch stehen lassen
  • Mückenschutzhauben für Wurstteller verwenden
  • Gläser und Tassen abdecken
  • Flaschen immer gleich zuschrauben oder einen Verschluss aufsetzen
  • Wespenfallen aus Glas oder Ton mit Lockstoff (Zuckerwasser, Bier, etc.) etwas entfernt aufhängen
  • Pflanzen mit Repellentwirkung anpflanzen, bzw. in Töpfen aufstellen, z.B. Lavendel, Thymian, Majoran
  • Eine Orange oder Zitrone mit Nelken gespickt auf dem Tisch legen
  • Einen Ventilator verwenden (Zugluft behagt den Insekten nicht)
  • Gegen Abend blaues Köder-Licht aufstellen
  • Sollte es ganz schlimm sein, einen Sommerbaldachin aus Netzgewebe aufhängen und darunter den Tisch stellen. Kann gleichzeitig sehr dekorativ wirken

Verzichten sollte man auf jede Art von chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln (Sprays, Stecker mit Pestizidplättchen, pestizidhaltige Kerzen oder Räucherspiralen, Aufkleber mit integriertem Pestizid, etc.). Sie enthalten in der Regel Nervengifte, die lange wirksam und sehr gesundheitsschädlich sind. Bienen und Wespen sind ausserdem nützliche Tiere und müssen nicht chemisch bekämpft werden, ein Vertreiben und im Ernstfall natürliche Schädlingsbekämpfungsmittel reichen völlig aus.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 12. Juni 2010

Bio-Essen in Schulen kostet nur 24 Cent mehr

Junge-Chinakohl

100 Prozent Bio-Essen für Kinder in Schulen und Kindergärten

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten Jahre lassen keinen Zweifel daran, dass Kinder soweit als möglich biologische Nahrung erhalten sollten. Konventionelle Nahrung, vor allem Obst und Gemüse, sind mit Pestiziden und anderen Agrar-Chemikalien belastet. Auch wenn davon gesprochen wird, dass Höchstwerte für bestimmte Pestizide seltener überschritten werden, bedeutet dies keine Entwarnung für die Verbraucher. Der Trick der Agrarindustrie ist einfach zu durchschauen, man verwendet ganz einfach verschiedene Pestizide im Wechsel und kann somit die Werte für das einzelne Pestizid drücken. Zudem wurden erst kürzlich die Grenzwerte für eine ganze Reihe hochgiftiger Pestizide EU-weit hochgesetzt. Das Pestizid-Aktions- Netzwerk veröffentlichte Ergebnisse neuer Kontrollen, die das Ausmaß erfassen lassen. Stangensellerie enthielt bspw. 69 verschiedene Pestizide. Die gesundheitlichen Auswirkungen eines solchen Pestizid-Cocktails kann niemand voraussagen – außer, dass solche Nahrung nicht gesund ist. Erkrankungen wie das Hyperaktivitäts-und Aufmerksamkeits-Syndrom stehen bei Kindern gemäß wissenschaftlicher Untersuchungen mit erhöhten Pestizidbelastung in Zusam-menhang.

Für nur 24 Cent Mehrausgabe Bio auf dem Tisch

Anregungen von Eltern, in Schulen, Kindergärten und Kindertagesstätten nur biologisches Essen an die Kinder und Jugendlichen auszuteilen, wurden in der Vergangenheit meist mit dem Argument „Bio-Nahrung ist zu teuer“ lapidar abgeschmettert.

AID berichtete, dass viele Initiativen in den letzten Jahren jedoch das Gegenteil bewiesen haben und einen immer höheren Anteil an Bio-Komponenten in die tägliche Mahlzeit eingebaut wird. Dass sogar die ganze so genannte Außer-Haus-Verpflegung auf Bio-Lebensmittel umgestellt werden kann, scheint wohl vordergründig eine Frage des Engagements. So hat zum Beispiel die Münchner Initiative “Bio für Kinder” gerade ein vierjähriges Projekt äußerst positiv bilanziert.

Mittels einer Anschubfinanzierung von Patenunternehmen ist es gelungen, insgesamt 28 Einrichtungen komplett auf Bio umzustellen. Dabei spielte das Verpflegungssystem keine Rolle. Von selbst kochenden Eltern über eigene Küchenteams bis zu externen Caterern war alles vertreten.

Die Kostensteigerungen hielten sich in sehr überschaubaren Grenzen: Die Hauptmahlzeit kostete pro Kind durchschnittlich nur 24 Cent mehr im Vergleich zur konventionellen Verpflegung. Wichtig ist dabei, dass sich die Einrichtungen mittlerweile selber tragen und nicht mehr abhängig von Sponsoren sind. Das Geheimnis der geringen Mehrkosten lag laut der Initiatoren in der Verbesserung des Küchenmanagements: Systematisches Einkaufen, weniger Fleisch, die Erstellung langfristiger Speisepläne, saisonales Kochen oder das Zurückgreifen auf Bio-Produkte aus der Region spielten eine entscheidende Rolle.

Gründe, warum man Bio-Lebensmittel in der Küche einsetzen sollte:

  • Der Kauf von Bio-Lebensmitteln unterstützt die nachhaltige Landbewirtschaftung und schützt Natur und Umwelt.
  • Bio-Produkte enthalten weniger Nitrat und Rückstände von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln (Pestizide, Herbizide, Fungizide) als konventionelle Waren.
  • Obst und Gemüse aus Bio-Anbau haben im Vergleich zu konventionellen Erzeugnissen eine höhere Nährstoffdichte und einen höheren Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen.
  • Tiere werden artgerecht gefüttert und gehalten – ohne Wachstums- und Leistungsförderer.
  • Bio-Lebensmittel werden schonend verarbeitet, nur wenige Zusatzstoffe sind erlaubt.
  • Einkauf regionaler und saisonaler Produkte stärkt die regionalen Anbieter und erspart lange Transportwege.

Außerdem lässt sich an Bio-Lebensmitteln wunderbar die Wertschöpfungskette erklären, egal ob man Kindergartenkinder oder Schulkinder vor sich hat.

Gibt es Argumente die gegen Bio-Essen an Schulen sprechen? NEIN

Gegen Bio spricht nichts und rund fünf Euro im Monat an Mehrkosten für biologische Mahlzeiten in Bildungseinrichtungen sind eine für jeden machbare Investition, die letztendlich durch bessere Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Kinder aufgewogen wird.

Gesundes Essen kann Spaß machen – Spitzenköche zeigen wie es geht

Einigen Spitzenköchen ist die Gesundheit von Kindern ein großes Bedürfnis. Jamie Oliver kochte immer wieder einmal in Schulen und lieferte leckere Rezepte, die Kindern wirklich schmecken.

In Dortmund kochte der deutsche Spitzenkoch Markus Haxter mit Kindern einer Grundschule. Elf weitere Bio-Kochveranstaltungen mit Schülern in verschiedenen deutschen Städten hat der Eventkoch für dieses Jahr eingeplant. Er ist nicht der einzige deutsche Koch, der sich engagiert, auf der Webseite ÖKOLANDBAU beispielsweise lassen sich weitere Projekte einsehen, bei denen Kinder sichtlich viel Spaß beim Kochen von Bio-Food hatten und geschmeckt hat es ihnen auch. Eltern sollten Mut zeigen und in der Schule ihres Kindes den Vorschlag vorbringen, dass die Verpflegung auf Bio umgestellt wird. Vielleicht erwachsen sogar weitere ökologische Projekte daraus, oder die örtlichen Gegebenheiten ermöglichen es, einen eigenen Bio-Schulgarten anzulegen, der den Kindern die Natur nahebringt.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 10. Juni 2010

Literatur:

Aid, 100 Prozent Bio für Kinder, 9. Juni 2010

University of Berkeley Berkley, Sarah Yang, Release: Children susceptible to pesticides longer than expected, study finds, 22 June 2009

Weitere Informationen finden Sie auf www.bio-fuer-kinder.de

PureNature liegt die Natur und Umwelt wirklich am Herzen

Natur-Baum

Umweltbewusst handeln ist für uns bei PureNature kein Greenwashing – Trend, sondern von Beginn an völlig selbstverständlich und stand bei jeder Anschaffung, jeder Umstellung und bei der Auswahl der Sortimentsprodukte an vorderster Stelle. Es ist leichter geworden, umweltbewusst zu handeln und auch Produkte zu finden, die es Ihnen möglich machen, einen Beitrag für Umwelt und Natur zu leisten.

Wir möchten zum diesjährigen Tag der Umwelt Einblick geben in unsere Projekte, unseren umweltbewussten Alltag und unsere Wunschziele. Wir können Ihnen versichern, dass wir weiter überall dort ansetzen, wo es uns möglich ist, um Ressourcen zu sparen oder solche zu nutzen, die nachwachsen.

Mensch und Umwelt sind als Einheit zu sehen

Neben dem Umweltaspekt liegt uns die Gesundheit der Menschen am Herzen, durch deren Hände ein Produkt bei der Beschaffung der Ausgangsmaterialien, Herstellung, Transport, Lagerung, Benutzung und letztendlich der Entsorgung geht. Sie mit möglichst „billigen Produkten“ zu beliefern, ist nicht unsere Maxime, sondern fairer Preis für ein faires, soweit irgend möglich schadstofffreies Produkt mit möglichst langer Lebensdauer – Umwelt und Mensch zuliebe.

Klimaneutraler Paketversand

PureNature versendet in Kooperation mit DHL alle Pakete CO2-neutral durch ein umfassendes Klimaschutzprogramm. Im Rahmen der GoGreen-Initiative von DHL werden die durch den Transport entstehenden CO2-Emissionen nach einem zertifizierten Verfahren (ISO 14064) ermittelt. In Übereinstimmung mit den Zielen und Vorgaben des Kyoto-Protokolls werden diese Emissionen von DHL getragene Klimaschutzprojekte ausgeglichen.

Ihr Paket lässt Bäume wachsen

Über den Versand der Pakete mit GoGreen von DHL werden u. a. folgende Projekte zur Minderung des CO2-Ausstoßes umgesetzt:

  • Wiederaufforstung von Regenwald Amazonas durch die Amazon Rainforest Foundation
  • Umstellung der DHL Flotte in emissionsarme bzw. emissionsfreie Fahrzeuge
  • Einsatz von Solarenergie in den neuen Anlagen der DHL
  • Projektunterstützung Biogasanlage Gundorf
  • Umweltschutziniativen durch DHL weltweit

PureNature bezieht Öko-Strom vom Anbieter “Lichtblick”

Durch den Wechsel zu Lichtblick ist es uns gelungen, den benötigten Strom für unseren gesamten Betriebsbedarf aus garantiert regenerativen Energiequellen wie Wasser, Biomasse, Sonnenenergie oder Windkraft zu beziehen. Zusätzlich unterstützt der Öko-Stromanbieter Klimaschutzprojekte in Ecuador.

Alle Prozesse in unserem Hause werden fortlaufend auf ihre Klimaverträglichkeit hin optimiert – um unnötige CO2-Emission zu vermeiden.

Freisetzen von Chemikalien? Kommt nicht in Frage

Durch Duftstoffe und Chemikalien wird die Umwelt in nicht unerheblichem Maße belastet. Bei PureNature verwenden wir zur Reinigung des Hauses selbstverständlich nur ökologische und duftfreie Putzmittel. Chemische Pestizide sind im Gebäude und auf dem Firmengelände tabu. Zusätzlich herrscht im Firmengebäude und auf dem Firmengelände striktes Rauchverbot. Parfüms und andere Duftstoffe sind ebenfalls unerwünscht und alle PureNature Mitarbeiter verzichten gänzlich darauf. Mit diesen einfach durchzuführenden Maßnahmen stellen wir sicher, dass die Gewässer und die Luft, die wir atmen, nicht unnötig belastet werden. Auch bei diesen Maßnahmen profitiert die Gesundheit gleich mit.

Bewusste Materialauswahl, Recycling

Grundsätzlich versuchen wir bei der Anschaffung von Materialien, die für den Betriebsablauf erforderlich sind, umwelt- und gesundheitsbewusste Entscheidungen zu treffen. Schadstoffarme Computer, Monitore, Drucker oder Faxgeräte, die gleichzeitig auch energieeffizient im Alltag sind, kosten bei der Neuanschaffung zwar etwas mehr Zeit beim Auswählen, aber hinterher erfreut einen deren geringerer Verbrauch und die bessere Luft im Büro. Nicht zuletzt muss man bei der Anschaffung auch schon daran denken, welche Belastung ein Gerät für die Umwelt bei der Entsorgung und für jeden, der dann damit in Kontakt kommt, verursacht. Deshalb nehmen wir uns bei jeder Neuanschaffung die Zeit und recherchieren nach der jeweils besten Lösung.

Was zu recyceln ist, wird von jedem PureNature Mitarbeiter ganz selbstverständlich recycelt. Ob es Glas, Papier, Plastik, Elektronik, abgelaufene Nahrungsmittel sind – alles wird getrennt und immer sachgerecht entsorgt. Tonerkartuschen werden gesammelt und wieder aufgefüllt. Wo es machbar ist, versuchen wir Papier einzusparen und stattdessen bspw. per E-Mail zu arbeiten.

PureNature Kunden sind kritisch und ideenreich

Es vergeht kein Monat, in dem uns nicht wenigstens ein Kunde einen Tipp für ein umweltbewusstes Produkt liefert. Es erfreut richtig mitzuerleben, wie viele Gedanken sich Kunden machen, damit die Umwelt geschont wird und viele andere Menschen in den Genuss von wirklich nachhaltigen Produkten kommen. Unser Möbelsortiment bspw. geht auf die Idee einer Kundin und deren Cousin zurück. Sie riefen bei uns an und stellten eine Idee vor – jetzt gibt es Möbel aus unbelasteten, einheimischen Hölzern, die in einem umweltbewussten Betrieb mit viel Handarbeit gefertigt werden. Wer sich zu einem solchen Stück entscheidet, hat kein Wegwerfmöbel, sondern tolle Handwerksarbeit, die Generationen überlebt. Auch das verstehen wir unter Umweltbewusstsein.

PureNature Mitarbeiter handeln und denken mit

Unsere Mitarbeiter haben schon viele wertvolle Ideen geliefert, um es PureNature zu ermöglichen, umweltbewusster zu handeln. Ob es um Verpackung, umweltbewusstere Lieferanten und Speditionen geht, oder das Einsparen von Energie im Firmengebäude. Die Ideen unserer Mitarbeiter haben als schönen Nebeneffekt oft sogar geholfen zu sparen, was dann neuen Projekten zugutekommt.

Natur unterstützen und Lebensräume schaffen

Ein Wunschziel, das schon länger gehegt wurde, sind wir gerade am realisieren. Schritt für Schritt soll das PureNature Firmengelände zum Biotop werden. Im letzten Herbst fingen wir an, einen Naturteich anzulegen und Natursteinmauern für Eidechsen und anderes Getier zu setzen. Die Bepflanzung des Firmengeländes schreitet ebenfalls Schritt für Schritt voran. Ein ökologischer Obstgarten für die Mitarbeiter und Kunden zum Naschen ist gerade in Werde. Die Arbeitskraft, die in dieses Projekt fließt, und darauf sind wir stolz, leisten wir selbst. Hilfe gibt es durch einen älteren Natur- und Landschaftsgärtner und den Senior-Mitbegründer von PureNature. Belohnt wird die Mühe schon jetzt, wenn man im Büro sitzt und aus dem Fenster schauend allerlei Getier und die zunehmende Zahl von Vögeln, die sich ansiedeln, bestaunen kann.

Belohnung für die kreativsten Aktionen am Tag der Umwelt

Umweltschutz wird belohnt

Für den diesjährigen Tag der Umwelt haben wir uns etwas Besonderes ausgedacht. Wir möchten die kreativen Umweltschützer unter Ihnen auf zweifache Weise belohnen. Wie wir uns das gedacht haben? Stellen Sie Ihr Umweltprojekt – ganz egal, ob es klein oder „groß“ ist – auf einer bis zwei DinA4 Seiten vor. Beschreiben Sie Ihre Idee und die Realisierung. Berichten Sie, was Sie damit bezwecken möchten und wie viele Menschen Ihnen geholfen haben. Falls Sie Bilder dazu liefern können, umso besser. Mitmachen darf jeder, denn Umweltschutz geht jeden an. (Der Rechtsweg ist ausgeschlossen) Bitte bis zum 20. Juni einsenden.

Belohnung für Umweltschützer

Unter allen, die uns eine Beschreibung ihrer Aktion am Weltumwelttag zuschicken (per Post oder noch lieber per Mail an roman.kaufmann@purenature.de), wählt die PureNature Infobox Redaktion die drei ausgefallensten Projekte aus.

Belohnung Nr. 1

Die drei kreativsten Projekte stellen wir nacheinander in unserer Kundenzeitschrift PureNature Infobox und im PureNature Newsletter vor und bieten Ihnen damit die Möglichkeit, andere zum Nachahmen zu motivieren.

Belohnung Nr. 2

Sie haben die Wahl zwischen:

Das PureNature Team freut sich auf Ihre Zuschriften und wünscht viel Spaß!

Gesundheitsrisiko Luftmatratzen

Luftmatratze

Der Sommer und die Badesaison nahen. Bunte Luftmatratzen für den Spass am See und im Schwimmbad warten schon in den Geschäften. Dort sollte man die meisten Luftmatratzen am besten lassen, wenn einem die eigene Gesundheit und die der Kinder am Herzen liegt. Ökotest hat die Sommerbegleiter auf Schadstoffe getestet, über das erschreckende Resultat berichtet BUND:

Bundesregierung muss handeln und gefährliche Chemikalien aus Alltagsprodukten verbannen

Berlin/Frankfurt: Zu den heute veröffentlichten Ergebnissen von “Ökotest”, nach denen alle von dem Magazin untersuchten Luftmatratzen mit gefährlichen Schadstoffen belastet sind, erklärte Sarah Häuser, Chemieexpertin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): „Die Badesaison startet mit einer Hiobsbotschaft: Für Kinder kann das Planschen mit Luftmatratzen zum Gesundheitsrisiko werden. Es ist inakzeptabel, dass ausgerechnet Produkte, mit denen vor allem Kinder in Berührung kommen, gefährliche Chemikalien in zum Teil extrem hohen Konzentrationen enthalten. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner muss handeln. Schadstoffhaltige Luftmatratzen dürfen nicht mehr verkauft werden.“

Besonders beunruhigend sei, dass in allen getesteten Luftmatratzen polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) nachgewiesen werden konnten. Diese seien krebserregend und erbgutschädigend und könnten über die Haut in den Körper gelangen. Acht der 13 getesteten Luftmatratzen enthielten erhöhte oder stark erhöhte PAK-Werte. Zudem seien in zahlreichen Luftmatratzen Weichmacher-Phthalate sowie zinnorganische Verbindungen entdeckt worden. Aufgrund ihrer hormonellen Wirkungen könnten diese Stoffe das empfindliche Hormonsystem von Kindern stören. Zahlreiche Studien hätten gezeigt, dass Krankheiten wie Unfruchtbarkeit oder Krebs mit solchen Schadstoffen in Zusammenhang stünden. Aus neun Luftmatratzen habe sich außerdem das nervenschädigende Phenol gelöst.

Häuser: „Das geeignete Instrument, mit dem gefährliche Chemikalien aus Alltagsprodukten verbannt werden können, ist die europäische Chemikalienverordnung REACH. Allerdings wird deren Umsetzung nicht ernsthaft genug verfolgt. Obwohl REACH inzwischen seit drei Jahren in Kraft ist, sind erst 30 Stoffe als besonders gefährliche Chemikalien gelistet. In unseren Alltagsprodukten sind jedoch rund zweitausend gesundheitsschädliche Substanzen enthalten. Die Bundesregierung muss endlich aktiv werden und alle riskanten Chemikalien auf die Liste der besonders gefährlichen Stoffe setzen. Mit REACH kann dann deren Verwendung beschränkt oder auch ganz verboten werden.“

BUND, Pressemitteilung vom 28. Mai 2010

Allergologen raten: Sparsamer Umgang mit Chemikalien vermindert Allergie-Risiko

Baby

Viele Kinder leiden an Allergien. Nach Schätzungen des Verbandes deutscher Allergologen ist heute jedes vierte Kind von Hautausschlägen, Heuschnupfen oder Asthma betroffen. Eltern sind besorgt und fragen sich, ob sie dem vorbeugen können. Das sei nur bedingt möglich, sagen Fachleute, da Allergien teilweise angeboren sind und alle Auslöser noch lange nicht bekannt sind. Studien zeigen aber, dass Eltern das Allergie-Risiko zumindest reduzieren können: Grundsätzlich sei es ratsam, mit Chemikalien so sparsam wie möglich umzugehen, und das bereits im Babyalter, sagt der Kinderarzt Uwe Büsching aus Bielefeld.

“Der Wickeltisch muss nicht mit Plastik ausgelegt und dann mit Hygienesprays behandelt werden.” Stattdessen sollte man gekochte Tücher aus Leinen oder Baumwolle als Wickelunterlage benutzen. Außerdem sei es völlig ausreichend, die Badewanne nur mit Wasser auszuspülen. Sie müsse nicht extra mit Chemikalien desinfiziert werden. Auch Weichspüler könnten Allergien auslösen, warnt der Kinderarzt. “Vor allem in den ersten vier Lebenswochen reagiert Babyhaut sehr empfindlich darauf.”

Die heutzutage oftmals übertriebene Hygiene von klein auf trage eine Mitschuld an der Zunahme körpereigener Überempfindlichkeitsreaktionen, sagt Uwe Büsching. “Kinder können sich ruhig mal schmutzig machen.” Denn der Kontakt mit Umwelt-Keimen fördere den Reifungsprozess des Immunsystems: Die Immunabwehr werde so regelrecht trainiert.

Verband Deutscher Allergologen, Sparsamer Umgang mit Chemikalien vermindert Allergie-Risiko, Köln, Pressemitteilung vom 18.05.2010

Gefahren und Allergien durch Mückenstiche sind auf dem Vormarsch

Der Urlaub auf Sardinien war prima gewesen, auch die Rückreise recht stressfrei. In der Nacht nach der Ankunft Zuhause ging es los. Kopfschmerzen, Kältegefühl, das Gesicht schwoll einseitig an und das linke Ohr war feuerrot. Arbeiten oder auch nur einen klaren Gedanken fassen – daran war nicht zu denken. Mittelohrentzündung? Oder noch Schlimmeres? Ein Arztbesuch brachte die Gewissheit, dass es das nicht war. Er stellte aber ein kleines Löchlein am Ohr fest. Ein übler Mückenstich einer Tigermücke.

Tigermücke

Mückenstich mit Folgen

Eine Woche dauerte es, bis die einseitige Schwellung des Gesichts abklang. Es sah aus, als hätte jemand ein Bügeleisen aufgedrückt. Ein weiterer Arztbesuch bestätigte, dass es wohl eine Allergie auf den Stich einer Tigermücke gewesen war. Das eiweißhaltige Speichelsekret ist für manche Menschen hochallergen und kann zu Schock- und Kreislaufreaktionen führen.

Blinder Passagier aus den Tropen

Die Tigermücke, ursprünglich ein asiatische Insekt, hat sich in den letzten Jahren bis nach Europa ausgebreitet. Auch in Deutschland wurde sie schon gesichtet. Mit Schiffladungen alter Autoreifen reist die Mücke üblicherweise als blinder Passagier ein. Sie braucht zur Fortpflanzung stehendes Brackwasser, Regentonnen, kleine Tümpel, feuchte Baumhöhlen. Sie zu bekämpfen ist ein schwieriges Unterfangen und nahezu aussichtslos auf längere Sicht gesehen. Bislang wird meist ein für Menschen unschädliches Granulat eingesetzt, in manchen Fällen auch chemische Insektizide.

Klein, aggressiv – selbst bei Tag stechen sie zu

Nur etwa 5mm ist die schwarz-weißgestreife Stechmücke groß. Sie kommt nicht erst in der Dämmerung aus ihrem Versteck, sondern sticht auch am helllichten Tag, selbst durch die Kleidung hindurch. Die Stiche der Tigermücke sind sehr schmerzhaft und oft jucken sie unerträglich.

Überträger von Tropenkrankheiten

Noch weitaus schlimmer als der Schmerz des Stiches ist jedoch, dass die Stechmücke, die 2007 erstmals in Deutschland lokalisiert wurde, rund 20 Krankheiten aus den Tropen verbreitet. Unter anderem wird das gefürchtete Dengue-Fieber und Chikungunya durch die Mücke übertragen. Zu den Symptomen gehören Fieber, Schüttelfrost, nahezu unerträgliche Gelenkschmerzen, die in der Regel ein bis zwei Wochen anhalten. Es wird aber auch von Fällen berichtet, die Monate unter den Schmerzen litten.

Prävention

Was kann man unternehmen, um nicht von der Tigermücke gestochen zu werden? Eigentlich recht wenig, denn wo sie verbreitet ist, sticht sie auch auf offener Strasse zu und nicht nur in Gärten, Wald- oder Feuchtgebieten. Dennoch ist Prävention wichtig, um sich zu schützen.

Wer in Gebiete reist, in denen die Tigermücke Fuß gefasst hat, ist gut beraten, ein Moskitonetz mitzunehmen und sich tagsüber zumindest von Orten fernzuhalten,, wo es stehende Gewässer hat. Vor Ort gibt es in befallen Gebieten meist Warnmitteilungen, die darauf hinweisen wo man fernbleiben soll.

Was die Stechmücken lieben ist Schweißgeruch, daher ist Körperhygiene mit täglich mehrfachem, kurzem Abduschen ein hilfreicher Präventionsbestandteil. Den Schweiß mit süßlichen Duftstoffen und Parfum zu überdecken ist jedoch ein Kardinalfehler, denn auch dafür haben die stechenden Plagegeister ebenfalls eine große Vorliebe.

Abzuraten ist von Insektensprays, die Nervengifte enthalten. Sie sind zwar wirksam gegen die Mücke, aber auch schädlich für die Gesundheit des Menschen. Mückenabwehr auf Basis ätherischer Öle ist die gesundheitlich unbedenklichere Alternative, sofern man nicht allergisch darauf reagiert oder chemikaliensensibel ist und dadurch auch mit manchen natürlichen Substanzen Probleme hat.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 26. April, 2010.