PureNature
20 Jahre PureNature Jubiläums-Angebote

Fructose Unverträglichkeit

Fructoseintoleranz kann die Gesundheit stark beeinträchtigen.

Viel Obst und Gemüse - das ist die Grundlage einer gesunden Ernährung. Für manche Menschen ist es jedoch gesünder den Verzehr einzuschränken und eine Diät zu halten. Sie leiden an Fructose-Intoleranz, auch Fruchtzucker-Unverträglichkeit oder Fructosemalabsorption (FM) genannt, und reagieren auf größere Mengen des in Obst und Gemüse natürlicherweise enthaltenen Fruchtzuckers mit Magen- und Darmproblemen. Auch bei Fertigprodukten und Medikamenten müssen sie vorsichtig sein, denn die Industrie verwendet Fruchtzucker gern zum Süßen und als Hilfsstoff.

Übelkeit, Völlegefühl, Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall - die Beschwerden bei einer intestinalen Fructose-Intoleranz* sind nicht lebensbedrohend. Sie beeinträchtigen den Alltag der Betroffenen jedoch sehr. Neben Magen- und Darmproblemen in unterschiedlicher Stärke, können auch psychische Probleme, wie Depressionen, und unspezifische Symptome, u.a. Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, auftreten.

Die intestinale Fructose-Intoleranz ist keine Allergie und kein Enzymdefekt. Die Ursache liegt in einer unzureichenden Verdauung von Fructose im Dünndarm, Sorbit/Sorbitol verschlimmert die Beschwerden zusätzlich. Diese Störung kann angeboren oder erworben sein, sie kann vorübergehend oder auch lebenslang bestehen.

Diagnostik: Anamnese, H2-Atemtest, Auslassdiät


Die Diagnose der intestinalen Fructose-Intoleranz sollte durch einen erfahrenen Arzt, z.B. Gastroenterologen (Magen-Darmspezialist) oder Allergologen, erfolgen, denn die Symptome können auch durch andere Erkrankungen verursacht sein, z.B. durch eine Unverträglichkeit von Milchzucker (Lactose-Intoleranz). Ärzte tippen aus Unkenntnis nicht selten zu Unrecht auf psychische Probleme als alleinige Ursache der Magen- und Darmbeschwerden und so mancher Betroffene berichtet von langen Wegen bis zur richtigen Diagnose.

Der Arzt ist bei der Anamnese auf möglichst genaue Angaben über die Zeiten sowie die Stärke der Symptome und die verzehrten Nahrungsmittel angewiesen. Hilfreich ist ein Ernährungs-Beschwerde-Tagebuch, das detailliert über längere Zeit geführt wurde.

Bei Verdacht auf Fructose-Intoleranz wird der Arzt einen H2-Atemtest durchführen. Dazu muss der Patient eine Fruchtzuckerlösung trinken, dann wird der Gehalt von Wasserstoff (H2) in seinem Atem gemessen.

Bei unklaren Ergebnissen oder wenn ein H2-Atemtest nicht durchgeführt werden kann oder soll, kann eine (fast) fructose- sowie sorbitfreie, leicht verdauliche Kost und ein Ernährungs-Beschwerde-Tagebuch Klarheit bringen.

Therapie: individuelle Diät


Fructose-Intoleranz ist zur Zeit nicht heilbar. Durch eine fruktose- und sorbitarme Diät ist jedoch meist die völlige Beschwerdefreiheit zu erreichen. Wie viel Fructose der eigene Körper toleriert, ist individuell unterschiedlich und muss ausprobiert werden. In schweren Fällen kann eine sehr strenge Diät auf Dauer nötig sein, bei der auch Haushaltszucker gemieden werden muss. Vielleicht genügt es aber schon, besonders fructose- und sorbithaltige Lebensmittel wie Äpfel, Birnen, Aprikosen, Mango, Kiwi, Heidelbeeren, Pflaumen, Trockenfrüchte und die entsprechenden Säfte zu meiden.

Optimal ist es, die einzelnen Nahrungsmittel - am besten nach einer (fast) fructosefreien Auslassdiät über 4 Wochen - entsprechend den eigenen Vorlieben langsam nacheinander auszutesten (höchstens jeden Tag ein neues) und so allmählich einen verträglichen Speiseplan zusammenzustellen.

Bei der Zusammenstellung des Speiseplans sollte unbedingt eine Ernährungsfachkraft helfen. Defizite bei der Versorgung mit Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen müssen durch Nahrungsergänzungsmittel ausgeglichen werden. Unverzichtbar im Alltag ist der Gebrauch einer Liste des natürlichen Fructose-, Sorbit- und Glucosegehalts der einzelnen Nahrungsmittel.

Wer Fertigprodukte einbeziehen möchte, muss die Zutatenlisten studieren. Doch sicher vor unliebsamen Überraschungen kann man nur bei Bio-Produkten mit 100%iger Deklaration sein, denn Fructose kann versteckt wegen seiner technologischen Wirkungen enthalten sein, beispielsweise als Feuchthaltemittel, Backhilfsmittel, zur Geschmacks- und Strukturbeeinflussung.

Es dauert einige Zeit bis man die eigene Toleranzgrenze kennt und bis die Ernährungsumstellung im Alltag umgesetzt ist. Der Lohn ist ein beschwerdefreies Leben.

* Achtung:
Die Ausführungen zur Fructose-Intoleranz in diesem Text beziehen sich ausschließlich auf die intestinale Fructose-Intoleranz, nicht auf die seltene, angeborene hereditäre Fructose-Intoleranz (HFI), die sich meist schon im ersten Lebensjahr deutlich bemerkbar macht und eine lebenslange, strenge Diät erfordert, die völlig frei von Fruchtzucker ist.


Impressum:
Autorin: Gisela Nickel, PureNature-Redaktion
Erstellt: Februar 2006
Verwendete Literatur:
Schleip, Fructose-Intoleranz, Trias Verlag. Behr-Völtzer et.al., Diät bei Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen, MMT Verlag. Jäger/Wüthrich, Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen, Gustav Fischer Vertag. Hrsg. Biesalski et.al., Ernährungsmedizin, Thieme Verlag.


Die Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für professionelle Beratung oder Behandlung durch einen Arzt angesehen werden. Der Inhalt von PureNature kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen durchzuführen.

   * 0,09 € / min aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk max. 0,42 € / min incl. Mwst.

PureNature